Oskar Lafontaine "Nur wir sind nicht korrumpiert"
Alle profitieren von der Krise des Kapitalismus – warum bloß die Linke nicht? Ein Gespräch mit Oskar Lafontaine
© Carsten Koall/Getty Images

Oskar Lafontaine in Berlin
DIE ZEIT: Herr Lafontaine, der Antikapitalismus ist überall, aber ausgerechnet die Linke hat nichts davon. Wie kommt das?
Oskar Lafontaine: Wir haben uns in den vergangenen anderthalb Jahren mit Themen beschäftigt, die unsere Wähler nicht interessieren. Wir hatten Personaldebatten, wir diskutierten über Briefe an kubanische Regierungschefs. Kaum jemand weiß, dass wir als einzige Partei den Ausweg aus der Finanzkrise kennen: strenge Finanzmarktregulierung, direkte Kreditvergabe durch die Zentralbank an die europäischen Staaten und Millionärssteuer.
ZEIT: Sie waren Finanzminister, Sie hätten die Deregulierung der Finanzmärkte verhindern können. Doch statt zu kämpfen, haben Sie das Amt hingeworfen.
Lafontaine: Ein Minister, der sein wichtigstes Projekt nicht durchsetzen kann, muss Konsequenzen ziehen. Meine Vorschläge zur Regulierung der Finanzmärkte sind vom damaligen Bundeskanzler Schröder, vom britischen Premierminister und insbesondere von Bill Clinton brüsk zurückgewiesen worden. Auch die gesamte Presse lehnte meine Vorschläge ab. Ich hatte damals keine Chance. Heute sind alle dafür.
ZEIT: Wozu braucht man dann noch die Linke?
Lafontaine: Ich fasse es manchmal nicht, dass es immer noch nicht gelingt, die Banken an die Kette zu legen. Weder Frau Merkel noch Obama oder Sarkozy können behaupten, wirklich etwas Ernsthaftes, Einschneidendes gegen die Diktatur der Finanzmärkte getan zu haben. Auch Grüne und SPD proklamieren inzwischen unsere Forderungen; aber es sind reine Lippenbekenntnisse in der Opposition. Nur die Linke will wirklich regulieren, weil sie nicht durch Spenden von der Allianz oder der Deutschen Bank korrumpiert ist.
ZEIT: Auch bei Ihrer Partei müssen die Leute den Lippenbekenntnissen glauben. Die Linke hat keinerlei Aussichten auf eine Regierungsbeteiligung im Bund.
Lafontaine: Man kann auch aus der Opposition heraus regieren. Von 2007 bis 2009 haben wir die Agenda der Politik stark geprägt.
ZEIT: Aber nun hat nicht die Linke neuen Zulauf, sondern der Mitmach-Antikapitalismus der Occupy-Bewegung. Was hat Occupy, das Sie nicht haben?
Lafontaine: Sie haben nicht mit der Parteienverdrossenheit der Leute zu kämpfen. Wir wollen mit dieser Bewegung zusammenarbeiten. Die Ziele sind dieselben. Es muss gelingen, die Forderungen umzusetzen. Das geht nur im Parlament und nur, wenn die Linke stärker wird.
ZEIT: Ein Grund für den Misserfolg der Linken dürfte die innerparteiliche Giftigkeit sein. Es gibt keine andere Partei, in der die Mitglieder dermaßen übereinander herfallen wie bei den Linken.
Lafontaine: Sie irren sich. Innerparteiliche Konkurrenz und Ämterneid führen in allen Parteien zu weniger edlen Verhaltensweisen. Richtig ist, dass eine Partei, die nach außen Solidarität fordert, sie auch nach innen ausüben muss. Da besteht bei uns Nachholbedarf.
ZEIT: Was ist Ihr Anteil am Zustand der Partei?
Lafontaine: Wie Sie wissen, habe ich mich 2010 nach meiner Krebserkrankung aus der Bundespolitik zurückgezogen. Ich habe kein bundespolitisches Amt mehr.
ZEIT: Aber es gibt doch eine Verantwortung jenseits des Amtes.
Lafontaine: Die nehme ich wahr. Als Spitzenkandidat der Linken an der Saar kämpfe ich für ein gutes Wahlergebnis. Das hilft der ganzen Partei.
ZEIT: Wie sehr braucht Sie die Linkspartei?
Lafontaine: Ob und wie sehr, das müssen Sie andere fragen.
ZEIT: Wie sehr brauchen Sie die Linkspartei?
Lafontaine: Sie ist die einzige Partei, die die Diktatur der Finanzmärkte brechen und den Sozialabbau stoppen will. Diese Ziele stehen im Zentrum meiner politischen Arbeit.
ZEIT: Wie sehr missbrauchen Sie die Linkspartei – etwa für den Kampf gegen die SPD?
Lafontaine: Ich kämpfe nicht gegen die SPD, sondern gegen die vorherrschenden neoliberalen Denkmuster und die Politik des Sozialabbaus. Diese Fehlentwicklung gibt es in der SPD genauso wie bei den Grünen, der Union und der FDP. Im Fall der SPD ist es nur besonders tragisch, weil die Sozialdemokraten ihren historischen Auftrag, den Sozialstaat zu garantieren, aufgegeben haben.
ZEIT: Was ist neoliberales Denken, und woher kommt seine ungebrochene Kraft?
Lafontaine: Da kann man nur mit Henry Ford antworten: Wenn die Leute das Geldsystem verstehen würden, hätten wir morgen eine Revolution. Wenn etwas falsch läuft, so lautet das neoliberale Denkmuster, ist immer der Staat schuld, das unverantwortliche Handeln der Politiker und nicht die gut funktionierende freie Wirtschaft. So wird die europäische Krise als Staatsschuldenkrise beschrieben und nicht als das, was sie wirklich ist: eine Krise der Banken. Die Leute beginnen, das zu glauben.
ZEIT: Sie haben den Finanzkapitalismus in der Krise mit dem Stalinismus verglichen. Aber in Italien haben erst die Märkte vollbracht, was die Politik nicht schaffte: eine korrupte, unfähige Regierung zum Teufel zu jagen.
Lafontaine: In beiden Fällen – Finanzkapitalismus und Stalinismus – handelt es sich um totalitäre, wenn auch verschiedene Systeme. Die Finanzmärkte korrumpieren die Regierungen. Die Clinton-Administration bekämpfte meine Vorschläge zur Finanzmarktregulierung mit der Begründung, die Wall Street habe Clintons Wahlkampf finanziert.
ZEIT: Was funktioniert am Kapitalismus?
Lafontaine: Die Bereicherung einer Minderheit.
ZEIT: Das sieht die Mehrheit aber anders.
Lafontaine: Alle Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit das hiesige Wirtschaftssystem ablehnt. Dem Rheinischen Kapitalismus war es gelungen, die Verteilung so zu organisieren, dass eine große Zufriedenheit herrschte. Jetzt aber breitet sich der Niedriglohnsektor immer weiter aus, befristete Arbeitsverhältnisse werden immer zahlreicher, der Mensch wird zur Ware. Junge Leute können keine Familie mehr gründen.
ZEIT: Im Saarland wollen Sie mit der SPD regieren. Wird Heiko Maas eine rot-rote Koalition machen, wenn es reicht?
Lafontaine: Für Rot-Rot wird es in jedem Fall reichen. Die Frage wird sein, ob die SPD stärkste oder zweitstärkste Partei wird. Wenn sie zweitstärkste Partei wird, dürfte es ihr schwerfallen, zu erklären, warum sie auf das Amt des Ministerpräsidenten verzichtet und lieber als Juniorpartner der CDU Arbeitsplätze streicht und Sozialabbau betreibt.
ZEIT: Sie würden unter einem Ministerpräsidenten Maas ins Kabinett gehen?
Lafontaine: Das ginge nicht gut. Grundsätzlich will die Linkspartei im Saarland mit der SPD eine Regierung bilden. Aber wenn die SPD bei ihrer Absicht bleibt, bei Polizisten und Lehrern zu sparen und Schulen und Krankenhäuser zu schließen, wird es keine gemeinsame Regierung geben.
ZEIT: Ist die Schuldenbremse Ihr neues Hartz IV?
Lafontaine: Die Schuldenbremse ist momentan Hartz IV für Europa. Die Folgen können wir in Griechenland besichtigen, wo Menschen obdachlos werden und hungern.
- Datum 05.02.2012 - 08:39 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 2.2.2012 Nr. 06
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...sei es bei den Kosten der Wiedervereinigung - der einzige(!) der gesagt hat, dass es ohne höhere Steuern nicht geht - dem HarzIV Desaster bis zu den Banken.
Das will ich ihm lassen, davor habe ich Respekt.
Aber die derzeitige Krise ist nicht nur eine Bankenkrise sondern eben auch eine Staatsschuldenkrise und darauf haben die Linken (wie die anderen Parteien) keine echten Antworten geliefert, zumindest keine die ich sehen kann.
Staatsschuldenkriese = Bankenkriese. Glauben sie nicht alles was im Fernsehen gesagt wird.[...] Die jetzigen Politiker sind nicht in der Lage diese zu zähmen weil bis über beide Ohren in Benkers Schuld. Neue, junge und bissige Politiker müssen her. Auch das Volk soll endlich erwachen, aber das ist eine andere Gschicht.
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
Gutes Interview! Gute Fragen. Gute Antworten.
2009 standen die Banken mit dem Rücken zur Wand. Es war ein Segen für sie, Peer Steinbrück zu haben, der dafür gesorgt hat, dass sie mit Milliarden gerettet wurden, ohne dass ihre Anteilseigner ihr Geld verloren hätten. Wenn ich ein Unternehmen gegen die Wand fahre, was ja im real existierenden Kapitalismus immer mal passieren kann, dann bestimmt der, der mich rettet, was mit meinem Unternehmen passiert. Der Staat ist eingesprungen wie ein geistig unbedarfter reicher Onkel und lässt sich auf der Nase herumtanzen. Die gleichen Leute, die uns die Katastrophe eingebrockt haben erzählen uns nun der Staat könne nicht mit Geld umgehen. Sagen wir so: Neoliberalen Politikern sollte man nicht die Staatskasse anvertrauen. Da macht man den Bock zum Gärtner. Wir brauchen die Freiheit des unternehmerischen Handelns und gleichzeitig brauchen wir gute Regeln und wir brauchen Abgaben, wenn wir ein funktionsfähiges Gemeinwesen haben wollen. Das sind die Kernelemente des Programms der Linken und sie sind richtig.
vielleicht sollten sie mal öfters zuhören was hr. gysi und fr. waagenknecht im bundestag sagen.
-vermögenssteuer
-finanzstransaktionssteuer
-verstaatlichung von banken
nur um ein paar zu nennen.
dazu gehört auch mal, die wahrheit zu sagen und die probleme dem bürger so darzustellen wie sie sind. den bisher hat unsere regierung weder einen plan, noch informiert sie die bürger über den wirklichen ausmaß der probleme bzw. über ihre zusammenhänge.
anstelle wird eine hexenjagd auf die linke geführt und so dem wähler suggeriert die linke wäre nicht wählbar. und wer die medien kontrolliert kontrolliert das volk.
wenn das volk endlich seine augen öffnet, begreift das für neue wege auch mal neue wahlergebnisse notwendig sind, die der linken die chance auf regierungsbeteiligung geben könnte, dann
könnten beide seiten sehen wohin der weg geht.
schlimmer wie es jetzt ist, kann es nicht mehr werden. gerade wenn man sieht, wie die fdp mit ihrer reGIERungsverantwortung umgegangen ist.
ich frage mich, warum ein volk kein problem hat, das banken milliardenhilfen bekommen haben (von unserer regierung), wenn es aber um geld für arbeitslose, sozial schwache familien, rentner, für den ausbau von KITA´s, geld für schulen, im sozialen wohnungsbau kein geld zur verfügung steht.
ich sage nicht das die linken mit einem schlag alle probleme lösen würden, doch sie würden in die richtige richtung gehen, weil sie den willen dazu haben, politik für das volk zu machen.
Das bisschen Komplexität überfordert uns scheinbar:
Schulden sind eine Folge von SOWOHL zu hohen Ausgaben, ALS AUCH zu niedrigen Einnahmen.
Letztere zu erhöhen, und einen wesentlichen Anteil der Ausgabe-Schulden (die von den Finanzunternehmen verursachten) zurück zu fahren ist sehr wohl ein wirksamer Ansatz.
Unsichtbar für die Menschen, nur ab und zu als statistische Zahl in den Medien, haben sich in den letzten Jahrzehnten absolut irrsinnige Vermögen auf der einen Seite angehäuft und wurde das Leben von Millionen anderen bedrückend und armselig. Das wird, im Gegensatz zu feudalen Zeiten nicht mehr so deutlich sichtbar und führt daher nicht zum Widerstand. Es sind Billionen in privater Hand gelandet, die dort weder das Glück der Besitzer steigern noch sonst Gutes tun sondern nur Zockergeld sind, aber von FDP und den etablierten Parteien wie der heilige Gral verteidigt werden. Ohne irgendjemanden wirklich weh und unrecht zu tun könnte man damit "unsere Schulden" großenteils vom Tisch bekommen.
...(-istische) Partei? Es ist wahr, man kann in Deutschland die Reichen stärker besteuern. In den USA bestreiten die oberen 10% ca 48% des Steueraufkommens. Hier sind es ca 36%, wenn ich die Zahlen des BBC(CNBC?) Berichtes richtig im Kopf habe. Wie sich die Anpassung allerdings auswirken würde ict schwer zu sagen.
Sicher ist, dass die Sozialprogramme auf Pump bisher finanziert wurden. Wir haben echte Kredite aufgenommen um diesen Konsum der Volkswirtschaft zu bezahlen. Dazu stehen die unverbrieften Zusagen an zukünftigen Transfers in den Büchern, die vermutlich auch etliche Billionen ausmachen (Köhler nannte eine Zahl, die aber das Präsidial Amt auf Anfrage nicht bestätige). Sicher ist, dass es ein Vielfaches der verbrieften Schulden sind. Ziemlich sicher steht Deutschland mit gut über 250% des BIP in der Kreide. Vermutlich ist der Betrag weit höher.
Es kommen auf uns Belastungen für Globale Öffentliche Güter wie CO2 Reduzierung, Sicherheit uam zu, die wohl zusammen auch 5% des BIP ausmachen werden. Das alles wird zu Lasten der Investition und des Wachstums gehen müssen. Wo soll es sonst herkommen?
Alternativ oder ergänzend wird weniger Geld da sein, für Gesundheit, Rente/Pension (Arbeiter gegen Beamter?) Häuslebauer und Arbeitslose. Das wird noch interessant, wie die "sozialen" Parteien das verkraften. Mancher Wähler wird nämlich ganz schön ent-(ge-)täuscht sein.
Aber das sagt die Mathe. Und wie der Angelsachse sagt, wenn Mathe und Wünsche sich widersprechen...
bissel information:
http://www.youtube.com/wa...
http://www.youtube.com/wa...
http://www.youtube.com/wa...
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http://www.wissensmanufak...
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das problem ist, man muss suchen, weil ja keiner der "herrschenden" hingeht, und das volk aufklärt.
kann man auch eine Geldvermögenskrise nennen. Unser Geld entsteht nur aus einer Schuld heraus, in der man Kredite aufnimmt.
Imho sind die Schulden des Staates, das Geldvermögen eines anderen. Und genau diese Geldvermögen will die Linke abschröpfen.
Unfassbar das Lafontaine nicht eine einzige Frage zu seinem schädlichen Wirken im staatlichen KfW-Verwaltungsrat gestellt wird:
1. Einführung Kreditverbriefung, "True Sales Intitiative" 2003
2. Ruinierung der Kfw-Tichter IKB
3. 35O Millionen-Überweiung an Pleitebank Lehman
Ein bequemes Gefälligkeitsinterview für den Demagogen. Wer die Wirtschaft und damit das ganze Sozialsystem ruinieren will, muss Lafontaine und Linke an die Macht bringen.
Nein, Die aktuelle Krise ist im Kern eben keine Staatsschuldenkrise. Betrachten wir doch mal, warum die Staatsschulden dieses Ausmaß erreicht haben. Das hat vorallen zwei Gründe:
1) Die kostspielige Rettung des Bankensektors nach dem Kollaps von 2008 und den nachfolgenden Subventionen zur Stützung der Realwirtschaft. Bei den heutigen Rettungsschirmen "für" Griechenland etc. geht es immer noch vornehmlich um die Rettung der Banken, indem man ihnen nämlich, über den Umweg der Staaten, ihr in Staatsanleihen investiertes Kapital samt Zinsen bezahlt. Es soll verhindert werden, dass die Finanzwirtschaft Verluste macht. Das ist alles.
2) Die über Jahrzehnte stetig gesunkene Steuerbelastung der oberen Einkommensschichten sowie der ungleichen Besteuerung von Arbeits- und Kapitaleinkommen. Man hat die Spitzensteuersätze immer weiter abgesenkt, soweit, dass der Staat Kredite aufnehmen musste , um seine für ein Funktionieren des Gemeinwesens notwenige Aufgaben erfüllen zu können. Hätte er das nicht getan, wäre die Unzufriedenheit im Land (z.B. bei denen, die besonders auf den Staat angewiesen sind, sei es durch Transfers oder öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Bibliotheken etc.) heute so hoch, dass uns der Laden längst um die Ohren geflogen wäre.
Die Krise auf eine reine Staatsschuldenkrise zu verengen ist reine Propaganda derjenigen Kreise, die von den oben beschriebenen Fehlern bisher besonders profitiert haben.
als Zeichung für seine Vorhersehung und Weitsicht zu gebruachen, zieht nicht.
Denn das ist sein Heilmittel für jedes Problem
...die Zinsen ebenso zu senken, wie es die USA damals machte (um auch unsere Wirtschaft genauso toll anzukurbeln). Folge des billigen Geldes in den USA war die Immobilienblase und die Finanzkrise. Zu niedrige Zinsen haben auch Griechenland und Italien in die Schuldenkrise gestürzt. Ich weiß nicht, wieso so etwas immer vergessen wird. Hätte die EZB damals auf Lafontaine gehört wäre ganz Europa wahrscheinlich schon pleite.
Sehr geschickt umgibt sich Lafontaine mit der Legende, er hätte alles schon immer besser gewusst. Schade, dass die Medien da nicht einmal genauer recherchieren, was an Lafontaine Äußerungen so dran ist.
und die DDR kurz vor ihrer Auflösung ob ihrer Wirtschaft gelobt...
naja, wer viel redet, sagt ab und zu auch richtiges.
Staatsschuldenkriese = Bankenkriese. Glauben sie nicht alles was im Fernsehen gesagt wird.[...] Die jetzigen Politiker sind nicht in der Lage diese zu zähmen weil bis über beide Ohren in Benkers Schuld. Neue, junge und bissige Politiker müssen her. Auch das Volk soll endlich erwachen, aber das ist eine andere Gschicht.
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
Gutes Interview! Gute Fragen. Gute Antworten.
2009 standen die Banken mit dem Rücken zur Wand. Es war ein Segen für sie, Peer Steinbrück zu haben, der dafür gesorgt hat, dass sie mit Milliarden gerettet wurden, ohne dass ihre Anteilseigner ihr Geld verloren hätten. Wenn ich ein Unternehmen gegen die Wand fahre, was ja im real existierenden Kapitalismus immer mal passieren kann, dann bestimmt der, der mich rettet, was mit meinem Unternehmen passiert. Der Staat ist eingesprungen wie ein geistig unbedarfter reicher Onkel und lässt sich auf der Nase herumtanzen. Die gleichen Leute, die uns die Katastrophe eingebrockt haben erzählen uns nun der Staat könne nicht mit Geld umgehen. Sagen wir so: Neoliberalen Politikern sollte man nicht die Staatskasse anvertrauen. Da macht man den Bock zum Gärtner. Wir brauchen die Freiheit des unternehmerischen Handelns und gleichzeitig brauchen wir gute Regeln und wir brauchen Abgaben, wenn wir ein funktionsfähiges Gemeinwesen haben wollen. Das sind die Kernelemente des Programms der Linken und sie sind richtig.
vielleicht sollten sie mal öfters zuhören was hr. gysi und fr. waagenknecht im bundestag sagen.
-vermögenssteuer
-finanzstransaktionssteuer
-verstaatlichung von banken
nur um ein paar zu nennen.
dazu gehört auch mal, die wahrheit zu sagen und die probleme dem bürger so darzustellen wie sie sind. den bisher hat unsere regierung weder einen plan, noch informiert sie die bürger über den wirklichen ausmaß der probleme bzw. über ihre zusammenhänge.
anstelle wird eine hexenjagd auf die linke geführt und so dem wähler suggeriert die linke wäre nicht wählbar. und wer die medien kontrolliert kontrolliert das volk.
wenn das volk endlich seine augen öffnet, begreift das für neue wege auch mal neue wahlergebnisse notwendig sind, die der linken die chance auf regierungsbeteiligung geben könnte, dann
könnten beide seiten sehen wohin der weg geht.
schlimmer wie es jetzt ist, kann es nicht mehr werden. gerade wenn man sieht, wie die fdp mit ihrer reGIERungsverantwortung umgegangen ist.
ich frage mich, warum ein volk kein problem hat, das banken milliardenhilfen bekommen haben (von unserer regierung), wenn es aber um geld für arbeitslose, sozial schwache familien, rentner, für den ausbau von KITA´s, geld für schulen, im sozialen wohnungsbau kein geld zur verfügung steht.
ich sage nicht das die linken mit einem schlag alle probleme lösen würden, doch sie würden in die richtige richtung gehen, weil sie den willen dazu haben, politik für das volk zu machen.
Das bisschen Komplexität überfordert uns scheinbar:
Schulden sind eine Folge von SOWOHL zu hohen Ausgaben, ALS AUCH zu niedrigen Einnahmen.
Letztere zu erhöhen, und einen wesentlichen Anteil der Ausgabe-Schulden (die von den Finanzunternehmen verursachten) zurück zu fahren ist sehr wohl ein wirksamer Ansatz.
Unsichtbar für die Menschen, nur ab und zu als statistische Zahl in den Medien, haben sich in den letzten Jahrzehnten absolut irrsinnige Vermögen auf der einen Seite angehäuft und wurde das Leben von Millionen anderen bedrückend und armselig. Das wird, im Gegensatz zu feudalen Zeiten nicht mehr so deutlich sichtbar und führt daher nicht zum Widerstand. Es sind Billionen in privater Hand gelandet, die dort weder das Glück der Besitzer steigern noch sonst Gutes tun sondern nur Zockergeld sind, aber von FDP und den etablierten Parteien wie der heilige Gral verteidigt werden. Ohne irgendjemanden wirklich weh und unrecht zu tun könnte man damit "unsere Schulden" großenteils vom Tisch bekommen.
...(-istische) Partei? Es ist wahr, man kann in Deutschland die Reichen stärker besteuern. In den USA bestreiten die oberen 10% ca 48% des Steueraufkommens. Hier sind es ca 36%, wenn ich die Zahlen des BBC(CNBC?) Berichtes richtig im Kopf habe. Wie sich die Anpassung allerdings auswirken würde ict schwer zu sagen.
Sicher ist, dass die Sozialprogramme auf Pump bisher finanziert wurden. Wir haben echte Kredite aufgenommen um diesen Konsum der Volkswirtschaft zu bezahlen. Dazu stehen die unverbrieften Zusagen an zukünftigen Transfers in den Büchern, die vermutlich auch etliche Billionen ausmachen (Köhler nannte eine Zahl, die aber das Präsidial Amt auf Anfrage nicht bestätige). Sicher ist, dass es ein Vielfaches der verbrieften Schulden sind. Ziemlich sicher steht Deutschland mit gut über 250% des BIP in der Kreide. Vermutlich ist der Betrag weit höher.
Es kommen auf uns Belastungen für Globale Öffentliche Güter wie CO2 Reduzierung, Sicherheit uam zu, die wohl zusammen auch 5% des BIP ausmachen werden. Das alles wird zu Lasten der Investition und des Wachstums gehen müssen. Wo soll es sonst herkommen?
Alternativ oder ergänzend wird weniger Geld da sein, für Gesundheit, Rente/Pension (Arbeiter gegen Beamter?) Häuslebauer und Arbeitslose. Das wird noch interessant, wie die "sozialen" Parteien das verkraften. Mancher Wähler wird nämlich ganz schön ent-(ge-)täuscht sein.
Aber das sagt die Mathe. Und wie der Angelsachse sagt, wenn Mathe und Wünsche sich widersprechen...
bissel information:
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das problem ist, man muss suchen, weil ja keiner der "herrschenden" hingeht, und das volk aufklärt.
kann man auch eine Geldvermögenskrise nennen. Unser Geld entsteht nur aus einer Schuld heraus, in der man Kredite aufnimmt.
Imho sind die Schulden des Staates, das Geldvermögen eines anderen. Und genau diese Geldvermögen will die Linke abschröpfen.
Unfassbar das Lafontaine nicht eine einzige Frage zu seinem schädlichen Wirken im staatlichen KfW-Verwaltungsrat gestellt wird:
1. Einführung Kreditverbriefung, "True Sales Intitiative" 2003
2. Ruinierung der Kfw-Tichter IKB
3. 35O Millionen-Überweiung an Pleitebank Lehman
Ein bequemes Gefälligkeitsinterview für den Demagogen. Wer die Wirtschaft und damit das ganze Sozialsystem ruinieren will, muss Lafontaine und Linke an die Macht bringen.
Nein, Die aktuelle Krise ist im Kern eben keine Staatsschuldenkrise. Betrachten wir doch mal, warum die Staatsschulden dieses Ausmaß erreicht haben. Das hat vorallen zwei Gründe:
1) Die kostspielige Rettung des Bankensektors nach dem Kollaps von 2008 und den nachfolgenden Subventionen zur Stützung der Realwirtschaft. Bei den heutigen Rettungsschirmen "für" Griechenland etc. geht es immer noch vornehmlich um die Rettung der Banken, indem man ihnen nämlich, über den Umweg der Staaten, ihr in Staatsanleihen investiertes Kapital samt Zinsen bezahlt. Es soll verhindert werden, dass die Finanzwirtschaft Verluste macht. Das ist alles.
2) Die über Jahrzehnte stetig gesunkene Steuerbelastung der oberen Einkommensschichten sowie der ungleichen Besteuerung von Arbeits- und Kapitaleinkommen. Man hat die Spitzensteuersätze immer weiter abgesenkt, soweit, dass der Staat Kredite aufnehmen musste , um seine für ein Funktionieren des Gemeinwesens notwenige Aufgaben erfüllen zu können. Hätte er das nicht getan, wäre die Unzufriedenheit im Land (z.B. bei denen, die besonders auf den Staat angewiesen sind, sei es durch Transfers oder öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Bibliotheken etc.) heute so hoch, dass uns der Laden längst um die Ohren geflogen wäre.
Die Krise auf eine reine Staatsschuldenkrise zu verengen ist reine Propaganda derjenigen Kreise, die von den oben beschriebenen Fehlern bisher besonders profitiert haben.
als Zeichung für seine Vorhersehung und Weitsicht zu gebruachen, zieht nicht.
Denn das ist sein Heilmittel für jedes Problem
...die Zinsen ebenso zu senken, wie es die USA damals machte (um auch unsere Wirtschaft genauso toll anzukurbeln). Folge des billigen Geldes in den USA war die Immobilienblase und die Finanzkrise. Zu niedrige Zinsen haben auch Griechenland und Italien in die Schuldenkrise gestürzt. Ich weiß nicht, wieso so etwas immer vergessen wird. Hätte die EZB damals auf Lafontaine gehört wäre ganz Europa wahrscheinlich schon pleite.
Sehr geschickt umgibt sich Lafontaine mit der Legende, er hätte alles schon immer besser gewusst. Schade, dass die Medien da nicht einmal genauer recherchieren, was an Lafontaine Äußerungen so dran ist.
und die DDR kurz vor ihrer Auflösung ob ihrer Wirtschaft gelobt...
naja, wer viel redet, sagt ab und zu auch richtiges.
die jetztige Regierung und die restlichen Opposition haben noch nicht einmal konkrete Vorstellungen, wie sie das Finanzsystem anders machen können. Die Linke schon!
Wo ein Wille ist ist auch ein Weg, aber unsere Regierung wird ja von sowas wie der Wall Street finanziert.Da wäscht eine Hand die andere und deswegen passiert da auch nie was!
Das Schöne für den, der eine Verschwörungstheorie, wie die Ihre aufstellt, ist, dass niemand ihn widerlegen kann (und dass viele ihm sogar applaudieren, wie man sieht). Das Unfruchtbare und auf die Dauer Nervtötende an solchen Theorien ist, dass sie kein echter Beitrag zu irgendeiner Debatte sind, sondern sich auf schlaubergerischen Defätismus zurückziehen: zwar wird die Welt von der dunklen Macht regiert, aber wenigsten Sie selbst können sich freuen, weil Sie das alles so klar durchschauen. Bravo, Sie think tank des Friedens!
nicht alles was anders ist, ist dadurch auch direkt besser.
Die meisten sozialistischen Utopias waren leider nur schön für die angepasste Parteielite.
Ich warte bei den Linken darauf, dass sie einen fundamentalen Unterschied dazu darstellen und nicht mit den alten sozialistischen Zöpfen auf Rattenfang gehen.
Das Schöne für den, der eine Verschwörungstheorie, wie die Ihre aufstellt, ist, dass niemand ihn widerlegen kann (und dass viele ihm sogar applaudieren, wie man sieht). Das Unfruchtbare und auf die Dauer Nervtötende an solchen Theorien ist, dass sie kein echter Beitrag zu irgendeiner Debatte sind, sondern sich auf schlaubergerischen Defätismus zurückziehen: zwar wird die Welt von der dunklen Macht regiert, aber wenigsten Sie selbst können sich freuen, weil Sie das alles so klar durchschauen. Bravo, Sie think tank des Friedens!
nicht alles was anders ist, ist dadurch auch direkt besser.
Die meisten sozialistischen Utopias waren leider nur schön für die angepasste Parteielite.
Ich warte bei den Linken darauf, dass sie einen fundamentalen Unterschied dazu darstellen und nicht mit den alten sozialistischen Zöpfen auf Rattenfang gehen.
"Meine Vorschläge zur Regulierung der Finanzmärkte sind vom damaligen Bundeskanzler Schröder, vom britischen Premierminister und insbesondere von Bill Clinton brüsk zurückgewiesen worden. Auch die gesamte Presse lehnte meine Vorschläge ab. Ich hatte damals keine Chance. Heute sind alle dafür."
So ein Quatsch. Lafontaine wollte den nationalen Zentralbanken wie der Deutschen Bundesbank ihre Eigenständigkeit entziehen. Dafür ist heute nach wie vor kein vernünftiger Mensch.
nicht Lafontaine, sondern Sie sprechen die Unwahrheit. Ich kenne viele vernünftige Menschen, die für die Vorschläge von Lafontaine sind. Rückblickend hat uns die Schröder-Regierung sehr geschadet und ein Bundeskanzler Lafontaine hätte vermutlich einiges abmildern können. Heute ist es mir eher unangenehm, dass ich einen gewissen Herrn Schröder gewählt habe.
warum soll die verstaatlichung von banken nicht vernüftig sein?
gerade wenn sie mit ihren geschäften die wurzel aller probleme sind.
darüber hinaus wird dann, was wir 2008 gesehen haben, der staat um hilfe gebeten, damit der bürger mit seinem geld (und der zukunft der nächsten generationen) diese banken stützt.
verluste verstaatlichen ? dann auch die gewinne, also gleich die banken verstaatlichen. dann wieder auf der kerngeschäft beschränken.
einrichtungen die so wichtig für eine gesellschaft sind wie die banken, sollten per se in staatlichen händen sein. dazu gehören im übrigen auch energiekonzerne.
...die Eigenständigkeit der Dt. Bundesbank.... habe ich da was verpasste ?
nicht Lafontaine, sondern Sie sprechen die Unwahrheit. Ich kenne viele vernünftige Menschen, die für die Vorschläge von Lafontaine sind. Rückblickend hat uns die Schröder-Regierung sehr geschadet und ein Bundeskanzler Lafontaine hätte vermutlich einiges abmildern können. Heute ist es mir eher unangenehm, dass ich einen gewissen Herrn Schröder gewählt habe.
warum soll die verstaatlichung von banken nicht vernüftig sein?
gerade wenn sie mit ihren geschäften die wurzel aller probleme sind.
darüber hinaus wird dann, was wir 2008 gesehen haben, der staat um hilfe gebeten, damit der bürger mit seinem geld (und der zukunft der nächsten generationen) diese banken stützt.
verluste verstaatlichen ? dann auch die gewinne, also gleich die banken verstaatlichen. dann wieder auf der kerngeschäft beschränken.
einrichtungen die so wichtig für eine gesellschaft sind wie die banken, sollten per se in staatlichen händen sein. dazu gehören im übrigen auch energiekonzerne.
...die Eigenständigkeit der Dt. Bundesbank.... habe ich da was verpasste ?
Staatsschuldenkriese = Bankenkriese. Glauben sie nicht alles was im Fernsehen gesagt wird.[...] Die jetzigen Politiker sind nicht in der Lage diese zu zähmen weil bis über beide Ohren in Benkers Schuld. Neue, junge und bissige Politiker müssen her. Auch das Volk soll endlich erwachen, aber das ist eine andere Gschicht.
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
Sie glauben doch nicht im Ernst, dass wenn Sie die Aussage über gekaufte Politiker löschen, Sie damit irgendwas erreichen, oder? Die hohen politischen Ämter sind nicht erst seit gestern von den Bankern korrumpiert. Dafür gibt es übrigens auch Belege. Aber das muss ich Ihnen, als investigativ arbeitenden und d der Wahrheit dienenden Journalisten sicherlich nicht erzählen. Vielen Dank.
Sie glauben doch nicht im Ernst, dass wenn Sie die Aussage über gekaufte Politiker löschen, Sie damit irgendwas erreichen, oder? Die hohen politischen Ämter sind nicht erst seit gestern von den Bankern korrumpiert. Dafür gibt es übrigens auch Belege. Aber das muss ich Ihnen, als investigativ arbeitenden und d der Wahrheit dienenden Journalisten sicherlich nicht erzählen. Vielen Dank.
In all´den Diskussionen der letzten Monate, sei es "Finanzkrise", "Eurorettung", Mindestlohn, Rente hätte man die Position der LINKEN diskutieren können. Statt dessen gelang es geschickt, die LINKE zu dämonisieren. Daran ist die LINKE zweifellos zum Teil selbst Schuld. Lötzsch und Ernst sind ein fatales Duo an deren Spitze.
Sicher, die LINKE bietet Angriffsfläche. In ihren Reihen tummeln sich bisweilen fragwürdige Gruppen. ABER, die LINKE stellt in Sachen Wirtschafts- und Sozialpolitik die Systemfrage. Und darüber darf nicht diskutiert werden. Tut man es dennoch, fliegen einem die absurden Totschlagsargumente "DDR" und Kommunismus um die Ohren. Es ist nicht so das es niemanden in der LINKEN gäbe der nicht von "alten Zeiten" träumte. Nur, das darf uns nicht davon abhalten Alternativen zu erörtern.
Das Dilemma ist doch, dass diese Leichenstare über der Politik liegt und man wie ein Autist von innerer Wand zur nächsten rennt.
Die Bereitschaft an den herrschenden Bedingungen Kritik zu üben ist doch aller Orten vernehmbar. Die Ideen der LINKEN sind sicher nicht in jeder Hinsicht ein Allheilmittel, aber sie sich genauer zu betrachten lohnt alle mal. Ganz ohne "Stalinnostalgie" und "DDR"-Vorwurf.
mit einer Einschränkung: anders als die politisch Verantwortlichen in diesem Land wären selbst Autisten in der Lage, konstruktiv dem Allgemeingut zuträgliche Lösungsvorschläge zu erarbeiten
(siehe: http://www.zeit.de/campus...).
Doch das nur am Rande.
Für mich zeigt sich in den letzten Jahren immer mehr Folgendes: unsere politische Debatte wird nicht von Rationalität bestimmt, von Ideen und einem sie erörternden Diskurs, sondern vom Image, das die Medien von der einen oder anderen Partei (und Persönlichkeit) zu zeichnen in der Lage waren. Und das liegt ja auch auf der Hand: die Entscheidungen werden im Parlament gefällt, und die Wähler sind nicht mehrheitlich politisch aktiv. Die Mehrheit holen sich ihre knappen Eindrücke aus dem TV oder der Bild. (Wobei man sich immer mehr fragen muss, wo der Unterschied zu den Qualitätsmedien verläuft, die ZEIT hat mit den Fragen eben dieses Interviews die Latte ja wieder einmal besonders niedrig gehängt.)
Die Mehrheit interessiert ein vermeindlicher Brief an Castro mehr als die Frage, wie unser Finanz- und Wirtschaftssystem funktioniert - wenn es sich um die Linke handelt. Wenn es um Mutti geht, dann ist der Handschlag oder die Glückwunschkarte oder die Waffenlieferung an das autoritäre Regime kein Problem: wir sind ja dank Mutti "Klassenprimus und Europa spricht deutsch".
Wie kann man über solche zynischen Zustände nicht selbst zynisch werden? Ich bin ratlos.
Ich verstehe Sie gut. Es wäre so einfach und manchmal tröstlich könnte man in Zynismus und Misanthropie verfallen.
"Die Mehrheit interessiert ein vermeindlicher Brief an Castro mehr als die Frage, wie unser Finanz- und Wirtschaftssystem funktioniert - wenn es sich um die Linke handelt." schreiben Sie.
Ja und dabei spielen Netzwerke sozialer oder politischer Natur eine große Rolle. Image, Sie haben das Wort schon verwendet. Es ist schwierig auf die Netzwerke unserer Zeit mit Rezepten längst vergangener Tage zu reagieren. Diese Netzwerke werden natürlich durch online-Medien unterfüttert. Und Interviews wie dieses hier von Lafontaine werden bewußt so kurz im Text online gestellt um die Aufmerksamkeitsspanne nicht zu überfordern. Resignieren Sie nicht.
Haken Sie nach, stellen Sie in Foren Fragen. Schreiben Sie die Foristen, Redaktionen und Autoren an, wenn Sie ein Thema interessiert. Das Schlimmste wäre, wenn wir damit aufhören diese Fragen und ihre Antworten einzufordern.
Zumindest verlieren Sie damit nicht Ihre Selbstachtung.
selbst ist das Problem.
Wir brauchen weder die alten Verhältnisse, noch den neoliberalen Turbokapitalismus.
Hierzu habe ich auch den bisher besten Artikel der Zeit gefunden:
http://www.zeit.de/2011/4...
Die soziale Marktwirtschaft hat so lange funktioniert wie (meines Wissens) kein anderes System zuvor und scheitert nicht an sich selbst, sondern am Menschen.
Wo Gier, zu wenig Eigenverantwortung, das fehlen neuer Ideen ohne Widerstand herrscht, da scheitert jedes System.
Und wir sind nicht besser als jene Politiker, Banker etc.
Wir sind laut Verfassung dazu verpflichtet solche Leute abzusetzen, mit welchen Mitteln auch immer.
mit einer Einschränkung: anders als die politisch Verantwortlichen in diesem Land wären selbst Autisten in der Lage, konstruktiv dem Allgemeingut zuträgliche Lösungsvorschläge zu erarbeiten
(siehe: http://www.zeit.de/campus...).
Doch das nur am Rande.
Für mich zeigt sich in den letzten Jahren immer mehr Folgendes: unsere politische Debatte wird nicht von Rationalität bestimmt, von Ideen und einem sie erörternden Diskurs, sondern vom Image, das die Medien von der einen oder anderen Partei (und Persönlichkeit) zu zeichnen in der Lage waren. Und das liegt ja auch auf der Hand: die Entscheidungen werden im Parlament gefällt, und die Wähler sind nicht mehrheitlich politisch aktiv. Die Mehrheit holen sich ihre knappen Eindrücke aus dem TV oder der Bild. (Wobei man sich immer mehr fragen muss, wo der Unterschied zu den Qualitätsmedien verläuft, die ZEIT hat mit den Fragen eben dieses Interviews die Latte ja wieder einmal besonders niedrig gehängt.)
Die Mehrheit interessiert ein vermeindlicher Brief an Castro mehr als die Frage, wie unser Finanz- und Wirtschaftssystem funktioniert - wenn es sich um die Linke handelt. Wenn es um Mutti geht, dann ist der Handschlag oder die Glückwunschkarte oder die Waffenlieferung an das autoritäre Regime kein Problem: wir sind ja dank Mutti "Klassenprimus und Europa spricht deutsch".
Wie kann man über solche zynischen Zustände nicht selbst zynisch werden? Ich bin ratlos.
Ich verstehe Sie gut. Es wäre so einfach und manchmal tröstlich könnte man in Zynismus und Misanthropie verfallen.
"Die Mehrheit interessiert ein vermeindlicher Brief an Castro mehr als die Frage, wie unser Finanz- und Wirtschaftssystem funktioniert - wenn es sich um die Linke handelt." schreiben Sie.
Ja und dabei spielen Netzwerke sozialer oder politischer Natur eine große Rolle. Image, Sie haben das Wort schon verwendet. Es ist schwierig auf die Netzwerke unserer Zeit mit Rezepten längst vergangener Tage zu reagieren. Diese Netzwerke werden natürlich durch online-Medien unterfüttert. Und Interviews wie dieses hier von Lafontaine werden bewußt so kurz im Text online gestellt um die Aufmerksamkeitsspanne nicht zu überfordern. Resignieren Sie nicht.
Haken Sie nach, stellen Sie in Foren Fragen. Schreiben Sie die Foristen, Redaktionen und Autoren an, wenn Sie ein Thema interessiert. Das Schlimmste wäre, wenn wir damit aufhören diese Fragen und ihre Antworten einzufordern.
Zumindest verlieren Sie damit nicht Ihre Selbstachtung.
selbst ist das Problem.
Wir brauchen weder die alten Verhältnisse, noch den neoliberalen Turbokapitalismus.
Hierzu habe ich auch den bisher besten Artikel der Zeit gefunden:
http://www.zeit.de/2011/4...
Die soziale Marktwirtschaft hat so lange funktioniert wie (meines Wissens) kein anderes System zuvor und scheitert nicht an sich selbst, sondern am Menschen.
Wo Gier, zu wenig Eigenverantwortung, das fehlen neuer Ideen ohne Widerstand herrscht, da scheitert jedes System.
Und wir sind nicht besser als jene Politiker, Banker etc.
Wir sind laut Verfassung dazu verpflichtet solche Leute abzusetzen, mit welchen Mitteln auch immer.
...warum die CDU/CSU schon jetzt Ihre Kampagne gegen die Glaubwürdigkeit der Linken startet. Aber es stehen ja Neuwahlen im Saarland vor der Tür! Ich dachte, dass sei schon Vorarbeit für die Bundestagswahl. Aber so lange, ist das Gedächtnis der Wähler nicht.
Aber ist schon clever, jeder wirft der CDU/CSU vor, sie wollten von den Fehlern des Verfassungsschutzes ablenken und fahren deswegen eine Kampagne gegen die Linke, dabei wollen Sie die Linke für unentschlossene, "anständige" Wähler einfach nur vollends unwählbar machen.
Da sieht man mal, dass es die "etablierten" Parteien langsam mit der Angst zu tun bekommen.
wenn er sich so einlullen lässt?
wenn er sich so einlullen lässt?
Nun, die Medien haben zumindest einmal wieder Lafontaine zu Wort kommen lassen. Damit können sie später dann sagen, wir haben für eine ausgewogenen Berichterstattung gesorgt, ein Feigenblatt also, mehr nicht. Das ist mager, aber so wird es sein.
Sowohl für Lafontaine als auch für Heiner Flassbeck ist es ein Kampf gegen Windmühlenflügel und es wird nicht nur für sie kein Trost sein, rechtzeitig die Wahrheit gesagt zu haben. Zu tief hat sich die Propaganda des Besitzbürgertums (ca. 100 Milliardäre und ca. 800.000 Vermögensmillionäre), seines Finanzkapitals (Banken und Spekulanten) und ihrer willigen und willfährigen Helfershelfer aus Regierungen und Parlamenten in das Denken der Menschen eingenistet.
Sie werden weiterhin nachbeten, was ihnen vorgebetet wird, nämlich dass wir eine Staatsschuldenkrise hätten. Die wurde zwar durch das Freikaufen der Banken erzeugt, aber das ist schon vergessen. Vergessen ist auch, dass die Banken und Spekulanten weiter Krieg gegen den Wohlstand der Bürger führen. Ist nicht nur Deutschland unter das Spardiktat unterworfen, können sich die Banken und ihre Besitzer so richtig freuen, denn dass den Menschen abgepresste Geld wird ihnen zugeführt. So verwirklichen sie den durch die von ihnen verursachte Krise schier unglaublichen Gewinn in Höhe von Hunderten von Milliarden Euros.
So werden die Menschen in einer durch die Banken refeudalisierten Welt aufwachen, in einem Albtraum.
deja vu...
irgendwie haben mich ihre zeilen an ein buch erinnert. das kapital von KM.
auch da kann man lesen, wie die arbeiter "ausgepresst" werden, sie vom land vertrieben werde, überhöhte mieten usw.
es ist wohl die ironie der geschichte sich zu wiederholen und man daran auch sehen kann, das sich nur unsere technologie (größere mediale kontrolle), nicht aber der mensch geändert hat.
Offenbar haben die 46 Empfehler dieses Unsinns das Parteibuch der DIE LINKEN oder sind zumindest deren Demagogie erlegen. Wenigstens kann man die Sympathisantenszene nun quantifizieren (46)
Gerade Flassbeck, der aufs Peinlichste seine völlige Unkenntnis von Preisbildungsprozessen auch noch öffentlich in den so genannten "Pleisweiler Gesprächen" auf YouTube geouted hat, soll ein "Wahrheitsbringer" sein? Lafontaine und Flassbeck, letzterer unter dem Deckmantel der UNCTAD, wollen doch nur eine Entmündigung des Bürgers, ein völlig unfreies totalitäres zentralistisches System (Flassbeck: Löhne, Wechselkurse und Zinsen staatlich diktieren - Geldpresse unkontrolliert in staatliche Hand) installieren.
Diese Partei plant die Abschaffung der sozialen Marktwirtschaft über die freiheitlichen Möglichkeiten unserer Gesellschaft.
"Krieg gegen den Wohlstand der Bürger" führt ja nun mal ganz vehement die DIE LINKE wie alleine aus diesem Text ersichtlich wird. Wenn man nun glaubt, mit den zerstörerischen Konzepten dieser Partei die 100 Mrd.ärde zu treffen geht, fehl. Man stranguliert die leistungsbereiten Bürger zu Gunsten eines totalitären, alles kontrollierenden Taschengeldstaat.
Leider sind die Medien in keiner Weise ausgewogen, sondern gewähren diesen Extremisten viel zu viel Raum. Würde man sie so behandeln, wie richtiger Weise die NPD behandelt wird, wäre ja alles in Ordnung. Aber nein, Gerade die größten Demagogen, wie Lafontaine, dürfen die sowieso immer gleichen Sätze ablassen
leider vergessen haben: Es wird kein Entrinnen geben aus dem Alptraum.
Warum? Weil bei den "Gewinnern" dieses "Spieles" die Macht liegt, Die da wäre: Geld u. Militär.
Keine Sorge, man wird uns alles genau erklären.
Endschuldigung, aber geht nicht anders.
deja vu...
irgendwie haben mich ihre zeilen an ein buch erinnert. das kapital von KM.
auch da kann man lesen, wie die arbeiter "ausgepresst" werden, sie vom land vertrieben werde, überhöhte mieten usw.
es ist wohl die ironie der geschichte sich zu wiederholen und man daran auch sehen kann, das sich nur unsere technologie (größere mediale kontrolle), nicht aber der mensch geändert hat.
Offenbar haben die 46 Empfehler dieses Unsinns das Parteibuch der DIE LINKEN oder sind zumindest deren Demagogie erlegen. Wenigstens kann man die Sympathisantenszene nun quantifizieren (46)
Gerade Flassbeck, der aufs Peinlichste seine völlige Unkenntnis von Preisbildungsprozessen auch noch öffentlich in den so genannten "Pleisweiler Gesprächen" auf YouTube geouted hat, soll ein "Wahrheitsbringer" sein? Lafontaine und Flassbeck, letzterer unter dem Deckmantel der UNCTAD, wollen doch nur eine Entmündigung des Bürgers, ein völlig unfreies totalitäres zentralistisches System (Flassbeck: Löhne, Wechselkurse und Zinsen staatlich diktieren - Geldpresse unkontrolliert in staatliche Hand) installieren.
Diese Partei plant die Abschaffung der sozialen Marktwirtschaft über die freiheitlichen Möglichkeiten unserer Gesellschaft.
"Krieg gegen den Wohlstand der Bürger" führt ja nun mal ganz vehement die DIE LINKE wie alleine aus diesem Text ersichtlich wird. Wenn man nun glaubt, mit den zerstörerischen Konzepten dieser Partei die 100 Mrd.ärde zu treffen geht, fehl. Man stranguliert die leistungsbereiten Bürger zu Gunsten eines totalitären, alles kontrollierenden Taschengeldstaat.
Leider sind die Medien in keiner Weise ausgewogen, sondern gewähren diesen Extremisten viel zu viel Raum. Würde man sie so behandeln, wie richtiger Weise die NPD behandelt wird, wäre ja alles in Ordnung. Aber nein, Gerade die größten Demagogen, wie Lafontaine, dürfen die sowieso immer gleichen Sätze ablassen
leider vergessen haben: Es wird kein Entrinnen geben aus dem Alptraum.
Warum? Weil bei den "Gewinnern" dieses "Spieles" die Macht liegt, Die da wäre: Geld u. Militär.
Keine Sorge, man wird uns alles genau erklären.
Endschuldigung, aber geht nicht anders.
Warum beschäftigt sich Die Linke nicht mit dem Vollgeldkonzept von Prof. Joseph Huber??
(http://www.taz.de/!86990/)
Zitat:
Frage
Wie profitabel ist es denn für die Banken, dass sie das Geld mit ihren Krediten einfach so schöpfen können?
Für die Banken ist es ein gutes Geschäft. Denn sie schaffen das Geld aus dem Nichts und verleihen es dann zum vollen Zinssatz. Ihre eigenen Kosten sind dabei sehr gering. Dadurch ergibt sich ein hoher Extragewinn. Vor der Finanzkrise betrug er für den deutsche Bankensektor etwa 16 bis 23 Milliarden Euro pro Jahr.
Frage
Und diese schönen Milliardengewinne soll künftig der Staat einstreichen?
Ohne jetzt in die Einzelheiten zu gehen: In einem Vollgeldsystem könnten die öffentlichen Haushalte in Deutschland etwa 25 Milliarden Euro pro Prozentpunkt des Wirtschaftswachstums kassieren. Außerdem würde ein Vollgeldsystem die Finanzmärkte stabilisieren und dabei helfen, die Staatsschuldenkrise zu bereinigen.
Nun, die Ausführungen des Herrn Huber sind nicht sehr erhellend, etwas mehr Zeit hätte er sich schon nehmen müssen und können, damit eine vernünftige Erklärung zustande kommen kann.
Im Grunde hätte er einfach nur sagen brauchen, dass die aus feudalistischen Zeiten stammenden privaten Banken und ihre Geschäfte abgeschafft gehören. Damit wäre er bei Lafontaine angelangt.
Erst die Existenz privater Banken und deren Zusammenarbeit mit der Bundesbank ermöglicht den privaten Banken eine Geldschöpfung = Buchgelderzeugung. Denn aus jedem Euro, den sie sich von der Bundesbank kaufen dürfen sie nach gewissen Regeln Kredite erzeugen. Dieses System ist eine eigens für sie geschaffene und reservierte Geld- und Gewinnerzeugungsmaschine. Dieses System wird von der jeweiligen nationalen Zentralbank gesteuert, bei uns ist es die Bundesbank und für die Eurozone die EZB.
Durch die Schröderschen Deregulierungen konnten aber nicht nur Banken mit neuen Finanzkonstrukten sondern auch Versicherungen und Immobilienkonzerne ungesichertes und unkontrolliertes Geld = Buchgeld erzeugen, dazu kamen und kommen die außerbörslichen und daher nicht kontrollierbaren Geschäfte der Banken. Ein Drehbuch für eine Katastrophe.
Zum Geld ist Wikipedia der bessere Ausgangspunkt als Huber http://de.wikipedia.org/w... oder die Bundesbank http://www.bundesbank.de/...
Nun, die Ausführungen des Herrn Huber sind nicht sehr erhellend, etwas mehr Zeit hätte er sich schon nehmen müssen und können, damit eine vernünftige Erklärung zustande kommen kann.
Im Grunde hätte er einfach nur sagen brauchen, dass die aus feudalistischen Zeiten stammenden privaten Banken und ihre Geschäfte abgeschafft gehören. Damit wäre er bei Lafontaine angelangt.
Erst die Existenz privater Banken und deren Zusammenarbeit mit der Bundesbank ermöglicht den privaten Banken eine Geldschöpfung = Buchgelderzeugung. Denn aus jedem Euro, den sie sich von der Bundesbank kaufen dürfen sie nach gewissen Regeln Kredite erzeugen. Dieses System ist eine eigens für sie geschaffene und reservierte Geld- und Gewinnerzeugungsmaschine. Dieses System wird von der jeweiligen nationalen Zentralbank gesteuert, bei uns ist es die Bundesbank und für die Eurozone die EZB.
Durch die Schröderschen Deregulierungen konnten aber nicht nur Banken mit neuen Finanzkonstrukten sondern auch Versicherungen und Immobilienkonzerne ungesichertes und unkontrolliertes Geld = Buchgeld erzeugen, dazu kamen und kommen die außerbörslichen und daher nicht kontrollierbaren Geschäfte der Banken. Ein Drehbuch für eine Katastrophe.
Zum Geld ist Wikipedia der bessere Ausgangspunkt als Huber http://de.wikipedia.org/w... oder die Bundesbank http://www.bundesbank.de/...
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