KrimiZeit-BestenlisteDie zehn besten Krimis im Februar 2012

Jeden ersten Donnerstag im Monat geben Literaturkritiker und Krimispezialisten die Romane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben.

1(1) Mike Nicol: Payback
Aus dem Englischen von Mechthild Barth; btb, 574 S., 9,99 €

Kapstadt/Luanda. Im Befreiungskampf waren Mace und Pylon Waffenhändler, jetzt, in der Demokratie, verdienen sie friedliches Geld. Bis ihnen alte Schulden präsentiert werden. Die Entführung von Mace’ Tochter ist nur der Anfang. Erster Band der Rache- Trilogie. Unbarmherzig rauer Wind aus Südafrika. Gnadenlos gut.

2(3) Don Winslow: Zeit des Zorns
Aus dem Englischen von Conny Lösch; Suhrkamp, 338 S., 14,95 €

Laguna Beach/Südkalifornien. Nach Tage der Toten nun die Komödie. Ben, Chon und Ophelia sind klug, reich und superentspannt. Ihr Dopegeschäft läuft, Orgasmen in Menge, Charity dazu. Bis das Drogenkartell in den Sunshine State drängt. Die drei schönen Wilden bekommen keine Chance, aber nutzen sie.

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3(-) Carsten Stroud: Niceville
Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren; Dumont, 512 S., 19,99 €

Niceville im Süden der USA. 179 Menschen sind verschwunden. Drei Männer berauben die Bank. Chinesen wollen die Beute. Familienzwist schwelt seit Generationen. Ein Polizist und ein Indianer stemmen sich gegen einen Fluch. Souverän geschnittener, gelungener Mix aus Crime, Horror und Mystery.

Das Beste vom Besten

An jedem ersten Donnerstag des Monats geben 18 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die KrimiZeit-Bestenliste entsteht in Kooperation von DIE ZEIT und NordwestRadio.

Die Jury

Tobias Gohlis, Kolumnist DIE ZEIT, Sprecher der Jury,
Volker Albers, "Hamburger Abendblatt",
Andreas Ammer, "Druckfrisch", Dlf, BR,
Gunter Blank, "Sonntagszeitung",
Thekla Dannenberg, "Perlentaucher"
Fritz Göttler, "Süddeutsche Zeitung",
Michaela Grom, SWR,
Lore Kleinert, Radio Bremen,
Thomas Klingenmaier, "Stuttgarter Zeitung",
Kolja Mensing, "Tagesspiegel",
Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR,
Jan Christian Schmidt, "Kaliber 38",
Margarete v. Schwarzkopf, NDR,
Ingeborg Sperl, "Der Standard",
Sylvia Staude, "Frankfurter Rundschau",
Jochen Vogt, Elder Critic, NRZ, WAZ,
Hendrik Werner, "Weser-Kurier",
Thomas Wörtche, "Plärrer", "culturmag", DRadioKultur

4(7) Lee Child: Outlaw
Aus dem Englischen von Wulf Bergner; Blanvalet, 448 S. 19,99 €

Hope/Despair, Colorado. Wer Jack Reacher nicht durchlässt, bekommt Ärger. So geht es den Leuten von Despair, gebeugt unter dem Dach eines frömmelnden Recycling-Barons. Ein starkes Buch: Handlung pur. An der US-Heimatfront des Irakkriegs. Bilder und Szenen, als wäre Kafka nach Despair gekommen.

5(2) Ulrich Ritzel: Schlangenkopf
btb, 448 S., 19,99 €

Berlin/Frankfurt. Ein Türke wird überrollt. Gemeint war der Bosnier, dessen Jacke er trägt. Im Kunstnebel von Geheimdiensten, Rüstungsgeschäften und Kungelei stochern Privatermittler Berndorf und Helfer nach Hintermännern. Cool. Politthriller vom Feinsten.

6(-) Nicci French: Blauer Montag
Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller; C. Bertelsmann, 480 S., 14,99 €

London. Ein Patient von Frieda Klein träumt von einem Jungen, der wenig später entführt wird. Sie verlässt ihre Praxis, um aufzuklären, was los ist. Im Methodenwettstreit mit der Polizei wagt sich die Psychotherapeutin über die Schranken ihrer Disziplin. Intelligenter Plot, psychologisch plausibel.

7(4) Rob Alef: Kleine Biester
Rotbuch, 352 S., 14,95 €

Berlin-Kreuzberg. Anna verschwindet im Sand einer Buddelkiste. Kein Unfall: Sie wollte aufs schnieke Rosenhof-Gymnasium. Im Auslese-Krieg um Aufstiegschancen ist Kindermord letztes Mittel der Wahl. Subtil punzierte Satire auf mittelständischen Karrierewahn; Hommage auf Kinder, die Kinder bleiben.

8(5) Matthias Wittekindt: Scheeschwestern
Edition Nautilus, 352 S., 18,– €

Fleurville/Benningstedt. Der Triebtäter will es nicht mehr. Aber es geschieht doch. Im Grenzwald zwischen D und F, im Winter. Eine Sechzehnjährige ist erschlagen, in Pubertätstrubel und Geltungsdrang. Die Ermittler taumeln auf dem Grat zwischen Ahnungen und Kriminalistik. Bemerkenswertes Krimidebüt.

9(-) Wolfgang Schorlau: Die letzte Flucht
Kiepenheuer & Witsch, 358 S., 8,99 €

Stuttgart/Berlin. Professor Voss wird verdächtigt, ein Mädchen vergewaltigt und getötet zu haben. Ein Pharma-Manager wird entführt. Privatdetektiv Dengler ermittelt in der Hauptstadt und sticht ins raffgierige Herz der Pharma-Industrie, während sein Sohn Stuttgart 21 bekämpft. Spannende Kolportage, solide Aufklärung.

10(-) Georg M. Oswald: Unter Feinden
Piper, 256 S., 19,99 €

München. Zwei Kommissare in der Klemme. Diller ist solide, Kessel Junkie. Kessel überfährt einen Dealer, Erpressung folgt. Diller will ihn und sich schützen im Trubel der Schutzmaßnahmen für die internationale Sicherheitskonferenz. Weit planende arabische Rächer gegen kleine deutsche Polizisten.

 
Leserkommentare
    • raezz
    • 03.02.2012 um 19:58 Uhr

    Danke für die Tipps - vor allem den neuen Winslow werde ich mir wahrscheinlich mal antun.
    Ansonsten: Warum kuckt Ihr nicht mal in andere Regale? Im Bereich Fantasy gibt es einiges, was mich inzwischen vom Krimi-Lesen abhält.

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