Partei: Im Stuhlkreis der Piraten
Die Partei ist in Berlin beliebt wie nie. Sie selbst steckt fest in Basisdemokratie und "Transparenzterror".
»Ah, ich liebe Mate«, sagt die freundliche Frau, die ihre randlose Brille tief unten auf der Nasenspitze trägt. Fabio Reinhardt, stellvertretender Fraktionschef der Berliner Piraten, hat ihr ein Glas Club Mate eingeschenkt, koffeinhaltige Brause, die zur Piratenkultur gehört wie Laptop und Twitter. Astrid Götz ist von dem Getränk begeistert, überhaupt findet sie an diesem Nachmittag in Reinhardts Abgeordnetenbüro alles »sympathisch«, »toll« und »spannend«.
Vor vier Monaten sind die Piraten ins Abgeordnetenhaus eingezogen, um das politische System zu verändern. Jetzt ist Astrid Götz, Mitarbeiterin des belgischen Europaabgeordneten Derk Jan Eppen, zu Reinhardt nach Berlin gekommen, weil sie es genauer wissen will. Das sagt sie zumindest. Während des Gesprächs wird sich herausstellen, dass die freundliche Frau Götz vor allem herausfinden will, ob die deutschen Piraten für einen europakritischen Kurs zu gewinnen sind. Sie erzählt, dass Eppens ECR-Fraktion (Europäische Konservative und Reformer) auf der Seite derjenigen stünde, deren Stimmen in der deutschen Debatte marginalisiert würden, auf der Seite von Leuten wie FDP-»Euro-Rebell« Frank Schäffler. Sie spricht von einer »Maulkorbmentalität« in Deutschland, betont die Gemeinsamkeiten zwischen ECR und Piraten, nämlich mit einem neuen Politikstil neue Wege zu beschreiten. Und, ach ja übrigens, natürlich sei Eppen kein Rechtspopulist.
Wer bekommt welches Büro? Darüber vergingen drei Monate
Die Avancen der Frau Götz offenbaren das Dilemma der Piratenpartei: Einerseits gelten sie seit ihrem Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus als ernst zu nehmende Größe in der deutschen Politik, andererseits haben sie zu vielen ernst zu nehmenden Themen keine Position. Zur europäischen Finanzkrise etwa haben sie nichts zu sagen, außer dass die Basis noch keinen Beschluss gefasst habe. Ohne Haltung in den zentralen Fragen aber läuft die Piratenpartei Gefahr, lediglich ein Durchlauferhitzer für Schwarmreaktionen zu sein. Eine Partei, die nicht zu kalkulieren ist. Deshalb sitzen nun Menschen wie Astrid Götz in Reinhardts Büro, es könnte ja sein, dass für Euro-Kritiker hier etwas zu holen ist. Deshalb antwortet ihr Fabio Reinhardt nur ausweichend, denn persönliche Meinungen sind in der Piratenpartei irrelevant, wie ihr Bundesvorsitzender gesagt hat. Bei den Piraten bestimmt allein die Basis den Kurs, die Meinung Einzelner, egal, welche Funktion sie in der Partei haben, hat keine Bedeutung, wenn die Gruppe nicht mehrheitlich zugestimmt hat.
Er persönlich, sagt Reinhardt, sei übrigens ein »proeuropäischer Integrationspolitiker«. Eigentlich ist der Besuch von Frau Götz also ein großes Missverständnis. Solche Missverständnisse sind die Nebenwirkungen einer Partei, die absolute Partizipation zu ihrem Imperativ gemacht hat: Jeden, der möchte, an der Willensbildung teilnehmen zu lassen und politische Arbeit transparent zu gestalten. Mit diesem Anspruch hat nun in Berlin die erste Piratenfraktion in einem deutschen Parlament zu kämpfen – und mit sich selbst.
Alles in der Gruppe ausdiskutieren und entscheiden zu wollen, dazu noch in öffentlichen Fraktionssitzungen, um der Transparenz gerecht zu werden, das führt zu allerlei Absurditäten. Der Fraktionsvorstand hat inzwischen seine Sitzungen eingestellt, weil alle Themen ohnehin noch mal haarklein in den Fraktionstreffen durchgekaut werden.
Fast drei Monate haben die Piraten gebraucht, um die Abgeordnetenbüros unter sich aufzuteilen. »Die Kultur der Piraten passt nicht ohne Weiteres in die Gegebenheiten (hierarchisch, traditionell) des Abgeordnetenhauses«, hat die Fraktion in einer Pressemitteilung erklärt. Die Piratenkultur der gleichberechtigten Teilhabe fördert offensichtlich auch Misstrauen, da wittert man sogar hinter Büroquadratmetern Machtstrukturen.
Nach einer Klausurtagung unter der Leitung zweier Mediatoren hat die Fraktion einen wöchentlichen Stuhlkreis installiert. Mit einem Stoffball in der Mitte (wer etwas sagen will, greift sich den Ball) reden sie hinter verschlossenen Türen Klartext. Der Stuhlkreis sei ein Rückzugsort, um dem »Transparenzterror« zu entkommen, sagt ein Pirat. Denn in den öffentlichen Fraktionssitzungen würden einige aus Angst vor Gesichtsverlust nicht offen sprechen wollen. Jener Pirat möchte nicht namentlich genannt werden, weil ihm bewusst ist, dass seine Kritik an den Grundfesten der Partei kratzt.
Weil das so ist, stellt eine offene Analyse in der frisch gegründeten Fraktion eine schwierige Angelegenheit dar. Man hat zwar eine Werte-Arbeitsgruppe gegründet, doch geht es da nicht um die Frage, wie die Fraktion funktionieren kann, ohne die piratischen Grundwerte zu verletzen. Vielmehr beschäftigt sich die AG mit Verhaltensregeln wie »Wir wollen unsere Termine immer in den Fraktionskalender eintragen« oder »Wir lassen den anderen ausreden«. Das klingt nach einem Knigge für Nerds, nicht nach politischem Aufbruch.
Fabio Reinhardt hat in den vergangenen Wochen einen Integrationskongress auf die Beine gestellt, in Ungarn mit der Opposition für Bürgerrechte demonstriert und neunmal im Parlament geredet. Fürs neue Jahr hat er sich vorgenommen, kein Fleisch zu essen, seine Freundin zu heiraten und »richtig gute politische Arbeit zu machen«. Zu den Querelen sagt er daher nur: »Wir sind 15 unterschiedliche Charaktere, die lernen, in einer Fraktion zusammenzuarbeiten.« Das ist professionell.
Profis sind die Piraten auch in Formalien, sie sind Meister in Geschäftsordnungsanträgen und Satzungsbestimmungen. Eine Partei, in der alle mitreden dürfen, braucht klare Regeln, damit sie nicht im Chaos endet. Dieses formalistische Faible hat den Piraten geholfen, sich schnell in das Plenarsitzungsprozedere einzuarbeiten. Im Abgeordnetenhaus haben sie eine aktuelle Stunde zu den Handydaten, die die Berliner Polizei im Zuge der Ermittlungen gegen Autobrandstifter gesammelt hat, durchgesetzt und dominiert. Dort haben sie auch die Debatte über den geplanten Schultrojaner vorangetrieben. Der rot-schwarze Senat hat sogar eine Wahlkampfforderung der Piraten ins Regierungsprogramm aufgenommen: den Aufbau eines gebührenfreien WLAN-Netzes in der Hauptstadt.
Die Piraten bringen die etablierten Parteien in Bewegung, sie selbst aber scheinen festzustecken. Während derzeit auch in Deutschland über »Sopa« und »Pipa«, die zwei US-Gesetzesvorhaben zur Eindämmung von Raubkopien im Internet (ZEIT Nr. 5/12), diskutiert wird, ist von der Piratenpartei dazu wenig zu hören. Dabei wäre jetzt der Moment, Vorschläge für ein anderes Urheberrecht – ein Kernthema der Piraten – zu formulieren und sich an die Spitze der politischen Debatte zu setzen. Warum aber gehen die Piraten inhaltlich offline?
»Unsere Positionen zum Urheberrecht sind doch klar, die stehen im Piratenwiki«, sagt Fabio Reinhardt. Im Piratenwiki, der Informationsplattform der Partei, finden sich dazu Sätze wie: »Unserer Meinung nach gibt es kein geistiges Eigentum, denn es setzt voraus, dass Ideen einer Person gehören.« Dahinter steht in Klammern: »Argumentation fehlt noch.« Selbst bei ihrem zentralen Thema haben die Piraten vor allem Forderungen zu bieten, aber wenig Konzeptionelles, das der Dimension der Probleme gerecht wird. Ist deshalb so wenig von ihnen in der aktuellen Debatte zu hören?
Trotz allem: In Umfragen stehen die Piraten bei 14 Prozent
Michael Rudolph schüttelt den Kopf. Er ist Landeschef der mecklenburg-vorpommerschen Piraten, und auch er kommt zu Reinhardt ins Abgeordnetenhaus zu Besuch, zum Gedankenaustausch. »Wir äußern uns andauernd, aber niemand greift es auf«, sagt Rudolph. Für den Landesverband in Mecklenburg-Vorpommern mit 327 Mitgliedern ist es sicherlich schwer, wahrgenommen zu werden, aber für die Berliner als Parlamentspartei? »Wir sind hier echt ausgelastet, außerdem können wir doch nicht für 20000 Mitglieder sprechen«, kontert Reinhardt. Manchmal wirkt basisdemokratische Teilhabe bei den Piraten wie organisierte Verantwortungslosigkeit.
Das ist die Hypothek des Anspruchs auf allumfassende Partizipation. Er macht die Entwicklung von Konzepten zu einem mühsamen Prozess. Und er verhindert, dass sich die Partei spontan in aktuelle politische Debatten einmischt. Zwar kann Meinungsbildung durch das Internet schneller organisiert werden (die Piraten nutzen dazu das Softwareprogramm Liquid Feedback), doch hilft das nicht, wenn wie im Fall des geistigen Eigentums von der Basis wenig kommt.
Die öffentliche Zustimmung zu den Piraten ist ungebrochen, laut einer Forsa-Umfrage liegen sie in Berlin mit 14 Prozent sogar vor der Linkspartei. Offenbar hat sich das Versprechen einer neuen Art der politischen Willensbildung noch längst nicht abgenutzt – trotz mancher Merkwürdigkeiten im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Stuhlkreisler wird es freuen.
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...wie bei den Grünen. Zur Zeit erfolgreiche politische Arbeit ist auch meist "Hinterzimmerpolitik". Was bleibt ist die Sehnsucht nach einer neuen Form und Bestätigung der Demokratie.
Als "wenig"-Themenpartei sind die Piraten nicht wirklich eine Alternative.
Was schert man sich um Argumente gegen eine Partei mit einheitlichem Demokratieverständnis? Weil es einfacher ist die negative Kritik zu äußern, anstatt der des Positiven und da gibt es zuweilen viele..
.. Äußern von Lösungsansätzen anstatt von grenzenloser Unterstellungen
.. Innerparteiliches Praktizieren von Lösungsansätzen
.. Nur Äußerungen zu Themen mit denen man sich beschäfitgen und sich eine Meinung bilden konnte
= Nachplappern von Ausschussergebnissen kann ja wohl jeder
..
Es liegt hoffentlich auf der Hand, dass eine Partei wie die Piraten in absehbarer keine Regierungsmehrheit darstellen wird.
Allerdings stellt diese eine Opposition dar zu Vorgängen, die falsch laufen. Und das sollte hoffentlich auch klar sein.
Jeder, der der Politik verdrossen ist, soll die Piraten wählen um den letzten Funken von Hoffnung zum Glühen zu bekommen und nein, liebe Antwortende, euch habe ich nicht gemeint.
Ich hoffe auf Gedanken.
ist "Wählerbeschimpfung", aber sachlicher. Es kann nicht sein, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten ständig die selben Parteien wählt und sich hinterher darüber ärgert. Ich verstehe wirklich nicht, wie jemand Parteien wie CDU oder SPD wählen kann. Ich erkläre es mir immer mit Traditionsdenken. Aber sehen diese Menschen denn nicht, wie Korrupt diese Parteien sind? Wie viel da im Hinterzimmer passiert? Wie wenig man von Inhalten und wie viel man von Macht hält? Zb sollte der Wähler doch endlich einmal sehen, dass Parteien wie CDU und SPD ständig Gesetze ablehnen, mit denen sie inhaltlich übereinstimmen, nur weil sie zB von der Linken ins Parlament gebracht wurden! Wie kann ein solche Verhalten mit ständiger Reigerungsbeteiligung gewürdigt werden?
Es ist an der Zeit, dass die Wähler erkennen, dass nur ein Land, in dem keine Partei einen sicheren Regierungsplatz hat genug Pluralismus erzeugen kann um wahre Demokratie entstehen zu lassen. CDU und SPD müssen ihre Dauerkarte abgeben. Piraten, Grüne, Linke oder auch ganz andere kleinere Parteien müssen sich als Konkurrenz stärker aufbauen und die Wähler müssen dafür sorgen.
Was schert man sich um Argumente gegen eine Partei mit einheitlichem Demokratieverständnis? Weil es einfacher ist die negative Kritik zu äußern, anstatt der des Positiven und da gibt es zuweilen viele..
.. Äußern von Lösungsansätzen anstatt von grenzenloser Unterstellungen
.. Innerparteiliches Praktizieren von Lösungsansätzen
.. Nur Äußerungen zu Themen mit denen man sich beschäfitgen und sich eine Meinung bilden konnte
= Nachplappern von Ausschussergebnissen kann ja wohl jeder
..
Es liegt hoffentlich auf der Hand, dass eine Partei wie die Piraten in absehbarer keine Regierungsmehrheit darstellen wird.
Allerdings stellt diese eine Opposition dar zu Vorgängen, die falsch laufen. Und das sollte hoffentlich auch klar sein.
Jeder, der der Politik verdrossen ist, soll die Piraten wählen um den letzten Funken von Hoffnung zum Glühen zu bekommen und nein, liebe Antwortende, euch habe ich nicht gemeint.
Ich hoffe auf Gedanken.
ist "Wählerbeschimpfung", aber sachlicher. Es kann nicht sein, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten ständig die selben Parteien wählt und sich hinterher darüber ärgert. Ich verstehe wirklich nicht, wie jemand Parteien wie CDU oder SPD wählen kann. Ich erkläre es mir immer mit Traditionsdenken. Aber sehen diese Menschen denn nicht, wie Korrupt diese Parteien sind? Wie viel da im Hinterzimmer passiert? Wie wenig man von Inhalten und wie viel man von Macht hält? Zb sollte der Wähler doch endlich einmal sehen, dass Parteien wie CDU und SPD ständig Gesetze ablehnen, mit denen sie inhaltlich übereinstimmen, nur weil sie zB von der Linken ins Parlament gebracht wurden! Wie kann ein solche Verhalten mit ständiger Reigerungsbeteiligung gewürdigt werden?
Es ist an der Zeit, dass die Wähler erkennen, dass nur ein Land, in dem keine Partei einen sicheren Regierungsplatz hat genug Pluralismus erzeugen kann um wahre Demokratie entstehen zu lassen. CDU und SPD müssen ihre Dauerkarte abgeben. Piraten, Grüne, Linke oder auch ganz andere kleinere Parteien müssen sich als Konkurrenz stärker aufbauen und die Wähler müssen dafür sorgen.
die Jugend muß was in unserer Politik ändern, denn unsere Enkel und Urenkel brauchen Zukunft und nicht nur geschminkte Statistikken.
Wieso wird in diesem Land der schwarze Peter immer den Jungen zugeschoben? Betätigen Sie sich doch selbst und versuchen Sie etwas in Ihrem Sinne in Bewegung zu setzen!
Wieso wird in diesem Land der schwarze Peter immer den Jungen zugeschoben? Betätigen Sie sich doch selbst und versuchen Sie etwas in Ihrem Sinne in Bewegung zu setzen!
wie der Stuhlkreis im Kindergarten...
Nur wird Frau Götz von der harten Realität eingeholt werden...
Ich hoffe für sie, dass dann noch genug MATE da ist...
Neuer Wind im Politik-Dschungel-Einerlei ist so gewünscht wie nie - doch ob diese Youngster dazu die nötigen "Accessoires" wie Tatkraft, Durchhaltevermögen und wirklich Sinn für das "VOLK" mitbringen - dass ist wohl die offene Frage...
Und die Piraten werden sie beantworten müssen - sonst sind sie schneller wieder in der Versenkung als sie "FDP" sagen können...
Freundliche Grüße
Der Artikel gefällt mir leider absolut nicht.
Hier meine Begründung:
Die Gründung einer Partei und der Aufbau ist sind keine Kleinigkeiten. Es wird so getan als wenn die Union und die anderen großen Parteien immer mit souveräner Flexibilität auf aktuelle Themen regieren und Lösungen anbieten.
Wie man akutell an ACTA sieht ist dies wieder mal nicht der Fall.
Transparenz ist nur sinnvoll wenn man die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Dies ist bei den 5 großen Parteien nicht der Fall. Daher wird sich die Piratenpartei auch in ihrer Struktur von den bisherigen Volksparteien unterscheiden damit sie noch attraktiver für die Bürger werden. Sich, wie hier im Artikel, darüber zu beschweren das die Piraten es nicht schaffen die Struktur und den Aufbau der großen Parteien schnell genug nach zu ahmen geht absolut am Thema vorbei.
Man sollte als Piratenpartei weiter unabhängig von der finanziellen Unterstützung großer Unternehmen bleiben. Wenn man dann auf seinen Kerngebieten erfolge vorweisen kann ist das schon ein großer Erfolg. Es wäre schön zu sehen wenn die Piraten in den Bundestag einziehen würden. Die Regierung wird sowieso von Schwarz oder Rot geführt , da niemand über 50 in diesem Land etwas anderes wählt, aber ich sehe keinen Grund warum die Piraten nicht stärkste Partei bei den 18-30 Jährigen werden sollte. DAfür muss sie aber erkennbar anders bleiben als die von Sponsoring und parteipolitischer Macht abhängigen großen PArteien...
Der Artikel gefällt mir leider absolut nicht.
Hier meine Begründung:
Die Gründung einer Partei und der Aufbau ist sind keine Kleinigkeiten. Es wird so getan als wenn die Union und die anderen großen Parteien immer mit souveräner Flexibilität auf aktuelle Themen regieren und Lösungen anbieten.
Wie man akutell an ACTA sieht ist dies wieder mal nicht der Fall.
Transparenz ist nur sinnvoll wenn man die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Dies ist bei den 5 großen Parteien nicht der Fall. Daher wird sich die Piratenpartei auch in ihrer Struktur von den bisherigen Volksparteien unterscheiden damit sie noch attraktiver für die Bürger werden. Sich, wie hier im Artikel, darüber zu beschweren das die Piraten es nicht schaffen die Struktur und den Aufbau der großen Parteien schnell genug nach zu ahmen geht absolut am Thema vorbei.
Man sollte als Piratenpartei weiter unabhängig von der finanziellen Unterstützung großer Unternehmen bleiben. Wenn man dann auf seinen Kerngebieten erfolge vorweisen kann ist das schon ein großer Erfolg. Es wäre schön zu sehen wenn die Piraten in den Bundestag einziehen würden. Die Regierung wird sowieso von Schwarz oder Rot geführt , da niemand über 50 in diesem Land etwas anderes wählt, aber ich sehe keinen Grund warum die Piraten nicht stärkste Partei bei den 18-30 Jährigen werden sollte. DAfür muss sie aber erkennbar anders bleiben als die von Sponsoring und parteipolitischer Macht abhängigen großen PArteien...
insofern sehe ich es nicht als allzu schlimm an, wenn die Piraten für Positionierungen länger brauchen als die etablierten Parteien, in denen die "Parteiposition" meist nur die Position eines knappen Dutzends von Menschen sind.
Hätte sich die etablierte Politik in den Krisen der nahen Vergangenheit etwas mehr Zeit bei der Entscheidungsfindung gelassen und die Basis involviert, wäre uns vielleicht die Riester-Rente ebenso erspart geblieben, wie die Beteilung an Kriegshandlungen in Afghanistan oder die völlig ins Leere gelaufenen Rettungspakete aus den Jahren 2008/2009 (Liste ließe sich fortsetzen).
Insofern empfinde ich es als unfair, die Piraten als lächerlich darzustellen, nur weil sie die Demokratie ab und zu mal ernst nehmen.
Und wenn man sich mal die parlamentarische Kultur in Berlin in diesem schönen Video (Grundsatzrede der Piraten in Berlin: http://www.youtube.com/wa... ) ansieht, merkt man, daß dies auch nötig ist.
...dann kann die Partei noch keine Meinung zu dem Thema haben, ist doch logisch.
Die Basis sagt den Gewählten wo es lang geht und nicht die Gewählten der Basis (wie in anderen Parteien).
Ich bin kein Piratenwähler, aber allein die Tatsache, dass sie eben nicht wie die anderen Parteien sind, lässt mich mehr und mehr aufhorchen.
Sicher, die Partei ist, wenn ich sie mit meinen +40 Lebensjahre betrachte, zu chaotisch um sie Ernst zu nehmen, aber wenn sich die Wellen glätten und sie gleichzeitig ihren Prinzipen treu bleiben, wer weis...
schien mir naivling immer einer der sargnägel von jeglicher form der demokartie zu sein.
schön, dass die piraten sich nur noch als abstimmungroboter ihrer basis deffinieren, denn die basis fasst ja immer reiflich überlegte und sorgfältig abgewogene beschlüsse.
dass konnte man schon immer in der geschichte beobachten.
schien mir naivling immer einer der sargnägel von jeglicher form der demokartie zu sein.
schön, dass die piraten sich nur noch als abstimmungroboter ihrer basis deffinieren, denn die basis fasst ja immer reiflich überlegte und sorgfältig abgewogene beschlüsse.
dass konnte man schon immer in der geschichte beobachten.
Wieso wird in diesem Land der schwarze Peter immer den Jungen zugeschoben? Betätigen Sie sich doch selbst und versuchen Sie etwas in Ihrem Sinne in Bewegung zu setzen!
Ihr Aufruf kommt mir sehr bekannt vor. Zu dem Thema habe ich der TAZ einen Aufsatz geschrieben; abgelehnt, nicht unser Thema und Genre.
Muss ich mehr sagen?
C
wir haben in unserer Jugend Veränderungen gebracht. Und das war schwer!
Aber die Beteiligten erinnern sich noch sehr wohl an Einzelheiten und die Gefahr von der Schule geworfen zu werden. ( 1967)
Ihr Aufruf kommt mir sehr bekannt vor. Zu dem Thema habe ich der TAZ einen Aufsatz geschrieben; abgelehnt, nicht unser Thema und Genre.
Muss ich mehr sagen?
C
wir haben in unserer Jugend Veränderungen gebracht. Und das war schwer!
Aber die Beteiligten erinnern sich noch sehr wohl an Einzelheiten und die Gefahr von der Schule geworfen zu werden. ( 1967)
"Eine Partei, die nicht zu kalkulieren ist."
Das ist tatsächlich der Grund, warum die aktuell herrschende Klasse Angst vor dieser Partei hat. Ich sage bewusst "Klasse", da es nicht nur Politiker der anderen Parteien sind, sondern auch hochrangige Medien- und Wirtschaftsvertreter, welche Kontakte zu diesen Politikern unterhalten um ihre Interessen besser vertreten zu sehen.
"Bei den Piraten bestimmt allein die Basis den Kurs, die Meinung Einzelner, egal, welche Funktion sie in der Partei haben, hat keine Bedeutung, wenn die Gruppe nicht mehrheitlich zugestimmt hat."
Und da interessierte Kreise eben die Meinung des Volkes fürchten erleben wir Gegenreaktionen wie ACTA, welches im Geheimen verhandelt werden musste weil man die Meinung der Öffentlichkeit fürchtet.
Ingesamt gesehen zeigt uns diese Partei, dass wir als Volk tatsächlich noch Macht haben. Und sie zeigt uns, dass die Demokratie in wenigen Punkten auch tatsächlich funktionieren kann, völlig unabhängig davon ob man nun die Ziele dieser Partei gut findet oder nicht.
Für Piratenanhänger ist jedoch wichtig zu begreifen, dass sie ihre Abgeordneten genauso kritisch beleuchten müssen wie die anderen. Diese wurden gewählt, um die Interessen der gesammelten Basis zu vertreten, nicht um deren Interessen der gesammelten Basis aufzuzwingen - dafür gibt es schließlich die Volksparteien.
...werden die Piraten auch erreichen. Die Köpfe, die im Vordergrund stehen, werden sich wahrscheinlich je mehr sie sich etablieren von der Basis entfernen. In unserer Demokratie machen Personen Politik, nicht die Basis. Ohne Köpfe werden die Piraten auf Dauer wahrscheinlich auch nicht wahrgenommen.
Ansonsten ist es schon ein interessantes Experiment, auch wenn es an Antworten fehlt. Als Alternative für mich derzeit zwar nicht wirklich wählbar. Aber interessiert verfolge ich es schon. "Mehr Demokratie wagen" kann nicht schaden. Mal sehen, was sich daraus entwickelt.
...werden die Piraten auch erreichen. Die Köpfe, die im Vordergrund stehen, werden sich wahrscheinlich je mehr sie sich etablieren von der Basis entfernen. In unserer Demokratie machen Personen Politik, nicht die Basis. Ohne Köpfe werden die Piraten auf Dauer wahrscheinlich auch nicht wahrgenommen.
Ansonsten ist es schon ein interessantes Experiment, auch wenn es an Antworten fehlt. Als Alternative für mich derzeit zwar nicht wirklich wählbar. Aber interessiert verfolge ich es schon. "Mehr Demokratie wagen" kann nicht schaden. Mal sehen, was sich daraus entwickelt.
... hat zum einem sicher mit dem Kindchenschema zu tun, das diese großäugigen Sympathen bei den meisten Betrachtern offenbar ansprechen. Sie ist aber weniger eine Aussage zu den (kaum bis nicht vorhandenen) politischen Ideen dieser Bewegung als vielmehr Ausdruck eines breiten und dringenden Bedürfnisses nach einer Alternative zum derzeitigen Politikbetrieb! Ob die Piratenbewegung diese Bedürfnis ernsthaft erfüllen kann, darf bezweifelt werden - ihr Vorhandensein jedoch markiert den Beginn eines neuen Kapitels in der deutschen Politikentwicklung. Denn eines wird immer klarer: Mit den lokalen Lobbynetzwerken vergleichbarer bisheriger "freier Bürger" und sonstiger Wahlalternativgruppierungen haben die Piraten definitiv nichts gemeinsam. Die strukturell neue Wirklichkeit des Medienzeitalters erreicht die Realität des deutschen Staatsapparats. Die Piraten wird es vielleicht irgendwann so nicht mehr geben; die Generation bzw. das Millieu jedoch, das sie vertritt, wird unsere Gesellschaft verändern (bzw. die Staatspolitik an die längst vorhandenen gesellschaftlichen Veränderungen anpassen).
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