Brettspiel Schach

Zum Auftakt des London Chess Classic gab es für uns Zaungäste eine lustige Szene: Der englische Großmeister Nigel Short nahm sich eine der Krücken des in England aufgrund seiner Wimbledon-Siege immer noch sehr beliebten, aber diesmal humpelnden Ehrengasts Boris Becker und erklärte diesem (und uns) auf einem Riesenbildschirm die Partien, indem er die Krücke über das Brett gleiten ließ und so wichtige Felder und Spielzüge besonders hervorhob. Boris nickte beifällig und verständnisinnig und meinte hinterher, dass Schach dem Tennis ähnlich sei, weil man es auch eins zu eins mit einem Gegner zu tun habe und vorausplanen müsse. Daraufhin waren alle zufrieden und nickten beifällig.

Doch auch ansonsten verlief das Turnier mit den ersten vier der Weltrangliste – Carlsen, Anand, Aronjan und Kramnik – zur vollen Zufriedenheit nahezu aller. Nur der andere Ehrengast, der 80-jährige, dreifache Vizeweltmeister Viktor Kortschnoi, meinte schon einmal, dass man bestimmte Züge doch nicht machen dürfe – auch im Schach war früher eben manches besser. Oder doch nicht?! Jedenfalls konnte ebenjener Kortschnoi sich, herzhaft lachend, mit den gerade Kritisierten an der gemeinsamen Analyse beteiligen.

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Der klare Turniersieger war schließlich der russische Exweltmeister Wladimir Kramnik, der just in London im Jahr 2000 Kasparow entthront hatte.

Als Weißer hatte er gegen den Engländer David Howell eine Dame weniger und gewann doch mit einem mächtigen Zug sofort. Wie?

Schachlösung

Lösung aus Nr. 5:

Mit welch ganz und gar unwahrscheinlichem Zug gewann Weiß schnell?

Nach 1.Db7!! war die Dame wegen 1...Dxb7 2.Tg8 matt tabu. Schwarz versuchte noch 1...Dxg6, gab aber nach 2.Dxb4+ (die verborgene Pointe) Ke8 3.f7+ wegen 3...Kd7 4.Dxd4+ nebst 5.Dxe3 auf

 
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