Islamische SchiedsgerichteScharia? Hier nicht
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Zu strafen ist allein Sache des Staates

Das gilt erst recht und mehr noch bei der Ahndung von Verbrechen. Beim Strafrecht hört die Rücksichtnahme auf, da endet Multikulti. Ehrenmord bleibt Mord, auch wenn sich der Täter auf irgendwelche verqueren Interpretationen seines Glaubens beruft. Und Urteile sprechen allein staatliche Richter.

Deshalb ist es alarmierend, wenn Polizisten und Staatsanwälte immer wieder von sogenannten Friedensrichtern berichten, die in deutschen Großstädten auch Gewalttaten – Raub, Messerstechereien, Vergewaltigungen – zwischen patriarchalisch geprägten muslimischen Familien regeln, in einem Schattenreich des Rechts, willkürlich und gezielt am deutschen Rechtsstaat vorbei. Wer diese »Friedensrichter« sind, wie einflussreich sie sind, wie viele Fälle sie der staatlichen Justiz entziehen, all das ist weithin unbekannt. Systematische Studien fehlen, Aufklärung im Milieu ist extrem schwierig und stößt an Mauern des Schweigens. Aber sie müssen niedergerissen werden.

Zu strafen ist allein Sache des Staates, Selbstjustiz darf es nicht geben. Nirgendwo, für niemanden. Der Staat, der diesen Anspruch aufgibt, verliert seine Existenzberechtigung. Das gilt für die Organisierte Kriminalität ebenso wie für die Hells Angels. Und auch für arabische Familienclans. Ohne Härte im Prinzipiellen gibt es keine Toleranz im alltäglichen Zusammenleben.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leserkommentare
  1. 25. Warum

    konnte die ZEIT die Empörung der Bürger über das Ansinnen des SPD-Politikers Hartloff, der Scharia in Deutschland mehr Raum zu geben, nicht akzeptieren oder sie einfach im Raum stehen lassen.

    Warum muß der ZEIT-Redakteur Wefing dem Naseweiß Hartloff beispringen. Ist das die Sache wirklich wert? Brauchen wir in Deutschland tatsächlich Elemente der Scharia um das Zusammenleben innerhalb der muslimischen Community besser gewährleisten zu können.

    Die ZEIT tut sich wirklich keinen Gefallen, wenn sie hier den Türöffner spielt. Sie bestätigt damit nur das oft zu lesende Geraune bzgl. ihrer unreflektierten Islamsympathie.

    Den Irrsinn des Ansinnens des Justizministers von Rheinland-Pfalz braucht man nicht diskutieren.

    Die Antwort ist a priori: nein, niemals!

    13 Leserempfehlungen
  2. Wer seine strengen islamischen Lebensregeln in diesem Lande nicht ausleben kann, hat genug Alternativen.

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Nein, nicht nur...."
    • th
    • 10.02.2012 um 20:40 Uhr

    bedeutet, wenn es durchgeführt wird, weniger Demokratie und mehr kulturelle Apartheid.

    11 Leserempfehlungen
    • th
    • 10.02.2012 um 20:43 Uhr

    auf einmal "rein polemisch" sein soll.

    Der Verfasser hatte nur darauf hingewiesen, dass bestimmte "biologistische" (c'est le cas de le dire) Kriterien in unserer Rechtsordnung nicht gültig sind.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "zabyn"
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    ich weiß auch nicht, warum der Hinweis, das in D keine Menstruationen gezählt werden, als polemisch gelten soll. Danke für Ihren Beitrag

    ich weiß auch nicht, warum der Hinweis, das in D keine Menstruationen gezählt werden, als polemisch gelten soll. Danke für Ihren Beitrag

    • th
    • 10.02.2012 um 20:47 Uhr

    ist die Ideologie des "Multikulturalismus" eben nicht ausschließlich menschenfreundlich, tolerant und harmlos.

    Allerdings bin ich mir bei Ihrem Betrag nicht sicher, ob es sich dabei nicht um eine Provokation handelt ...

    Zitat:
    "Fazit: Solange niemanden den anderen zwingt, sollte man in einer multikulturellen Welt auch multikulturelle Gesetze haben. Alles andere ist purer Nationalismus und imperiales westliches Gehabe."

    5 Leserempfehlungen
    • js.b
    • 10.02.2012 um 20:48 Uhr

    Es ist völlig egal, ob die Scharia ein Kinderliederbuch oder ein archaisches, traditionalistisches Regelwerk ist. Es geht nicht um den Inhalt, sondern in erster Linie ums Prinzip. Sogar wenn die Scharia inhaltlich völlig konform mit deutschem Recht wäre, allein entscheidend ist der Grundsatz, dass für ALLE dieselben Regeln gelten. Der Versuch, auf einzelne Bevölkerungsgruppen einzugehen (ob das "Minderheiten" sind oder nicht, ist im übrigen völlig wurscht), indem man ihnen eine gesellschaftliche Extrawurst serviert, ist ein fataler Irrtum. Mit "Integration" oder "Toleranz" hat das ganze schon gar nichts zu tun.

    Der Vorschlag des SPD-Menschen löst zurecht heftigste Reaktionen aus und wird hoffentlich niemals Realität werden. Ein fatales Signal einer westlichen "Appeasement-Politik", wie man sie gegenüber dem Islam so oft schon beobachten konnte, ist es leider dennoch allemal.

    Und wir beklagen uns über mangelnde Integration?

    9 Leserempfehlungen
    • th
    • 10.02.2012 um 20:51 Uhr

    eine republikanische, laizistische Partei war?

    Von Lassalle und Bebel bis zu Kurt Schumacher drehen sich die großen SPD-Führer im Grabe herum ...

    9 Leserempfehlungen
    • th
    • 10.02.2012 um 21:00 Uhr

    sollten sich die Justizpolitiker lieber darum kümmern, das Ausländer- und Asylrecht, und vor allem seine Ausführungsbestimmungen und seine Anwendung durch die Behörden zu humanisieren.

    Da liegt vieles im Argen, und z.B. die Unfähigkeit, so etwas wie Verjährung von Verstößen einzuführen, oder in gewissen Abständen Amnestien "Regularisierungen" vorzunehmen, oder auch den Schutz der Familie für Menschen in irregulärer Situation gelten zu lassen, machen, dass unser Land de facto keineswegs so menschenfreundlich und tolerant gegen Einwanderer ist, wie es in den großen Reden verkündet wird, sondern eher kleinlich und hartherzig.

    Hier gäbe es reichlich Anlaß für sinnvollere Betätigung eines sozialdemokratischen Justizministers.

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    "sollten sich die Justizpolitiker lieber darum kümmern, das Ausländer- und Asylrecht, und vor allem seine Ausführungsbestimmungen und seine Anwendung durch die Behörden zu humanisieren."

    Mit welchem Ziel, th? Um noch mehr Muslime nach Deutschland kommen zu lassen, die der Einführung der Sharia, gegen welche Sie ja sind, immer weitern Vorschub leisten?

    "Da liegt vieles im Argen, und z.B. die Unfähigkeit, so etwas wie Verjährung von Verstößen einzuführen, oder in gewissen Abständen Amnestien "Regularisierungen" vorzunehmen, oder auch den Schutz der Familie für Menschen in irregulärer Situation gelten zu lassen, machen, dass unser Land de facto keineswegs so menschenfreundlich und tolerant gegen Einwanderer ist, wie es in den großen Reden verkündet wird, sondern eher kleinlich und hartherzig."

    Die große Anzahl von Leuten in D, die sowohl Deutschland als auch seiner Werte- und Rechtsordnung gleichgültig bis ablehnend gegenüberstehen, straft Ihre Worte Lügen. Wie haben die es denn hierher geschafft, wenn D so intolerant und hartherzig hinsichtlich seiner Einwanderungspolitik sein soll, wie Sie behaupten?

    "sollten sich die Justizpolitiker lieber darum kümmern, das Ausländer- und Asylrecht, und vor allem seine Ausführungsbestimmungen und seine Anwendung durch die Behörden zu humanisieren."

    Mit welchem Ziel, th? Um noch mehr Muslime nach Deutschland kommen zu lassen, die der Einführung der Sharia, gegen welche Sie ja sind, immer weitern Vorschub leisten?

    "Da liegt vieles im Argen, und z.B. die Unfähigkeit, so etwas wie Verjährung von Verstößen einzuführen, oder in gewissen Abständen Amnestien "Regularisierungen" vorzunehmen, oder auch den Schutz der Familie für Menschen in irregulärer Situation gelten zu lassen, machen, dass unser Land de facto keineswegs so menschenfreundlich und tolerant gegen Einwanderer ist, wie es in den großen Reden verkündet wird, sondern eher kleinlich und hartherzig."

    Die große Anzahl von Leuten in D, die sowohl Deutschland als auch seiner Werte- und Rechtsordnung gleichgültig bis ablehnend gegenüberstehen, straft Ihre Worte Lügen. Wie haben die es denn hierher geschafft, wenn D so intolerant und hartherzig hinsichtlich seiner Einwanderungspolitik sein soll, wie Sie behaupten?

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