City Guide Zürich Röckli & Schoki

Von eigenwilliger Mode bis zu nostalgischem Genuss

Sissi Zoebelis Label "Thema Selection" besteht seit 1971 und ist beliebt bei der Zürcher Prominenz.

Sissi Zoebelis Label "Thema Selection" besteht seit 1971 und ist beliebt bei der Zürcher Prominenz.

Zum Anziehen/SIE: Früher, als Zürichs Jugend noch den Aufstand probte, besetzte Sissi Zoebeli zwar Häuser, aber schon damals schlug ihr Herz auch für Mode. Mit ein paar Genossinnen begann sie 1971, unter dem Label Thema Selection eigene Kreationen herzustellen. Seither hat sich die Alternativkultur, die aus der Hausbesetzerszene hervorgegangen ist, zu einer soliden und friedlichen Stütze des Zürcher Kulturlebens entwickelt. Und aus Sissi Zoebelis Boutique wurde eine Stütze der Zürcher Modeszene. Die einheimische Kreativwelt geht hier ein und aus; die Schriftstellerin Sibylle Berg gehört zu den Freundinnen des Hauses. Nebst ihrer entschlossenen Mode, die sich an eigenwillige Frauen richtet, verkauft Zöbeli auch Kleidung und Accessoires internationaler Labels sowie Entwürfe langjähriger Weggefährtinnen – der Zürcher Schuhdesignerin Stefi Talman etwa, der Schmuckkünstlerin Ma Schellenberg oder der Siebdruckerin Sonnhild Kestler.

Thema Selection, Spiegelgasse 16, 8001 Zürich (Kreis 1, Altstadt), Tramhaltestelle: Neumarkt oder Rathaus. Di–Fr 10–18.30 Uhr, Sa 10–16 Uhr, Montag geschlossen

Zum Anziehen/ER: Die Verweichlichung des modernen Mannes wird immer wieder gerne diskutiert. Wer sie fürchtet, sollte zur Konfrontationstherapie die Männermodeboutique Amok ansteuern. Hier nämlich verkauft die Modedesignerin Sandra Kuratle seit 16 Jahren ihre legendären Männerröcke. Kuratle sieht in ihnen eine der letzten Herausforderungen in der Mode. Männer in Röcken sind für viele Menschen noch immer so wenig akzeptabel wie früher Frauen in Hosen. Um die Trendwende herbeizuführen, warten bei Amok über 50 verschiedene, perfekt geschnittene, aus hochwertigen Stoffen gefertigte und kein bisschen feminine Modelle auf Herren, die genügend Arsch in der Hose haben, um sich auch mal in einen Männerrock zu wagen.

Anzeige

Amok Männermode, Ankerstrasse 61 (im Hof), 8004 Zürich (Kreis 4, Langstrassenquartier), Tramhaltestelle: Bezirksgebäude oder Helvetiaplatz. Mo–Fr 13.30–18.30 Uhr, Sa 12–16 Uhr

City Guide Zürich

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Von eigenwilliger Mode bis zu nostalgischem Genuss - Die Lieblingsläden der Redaktion

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Feinkostfachhandel seit 148 Jahren: Schwarzenbach Kolonialwaren in Zürich

Feinkostfachhandel seit 148 Jahren: Schwarzenbach Kolonialwaren in Zürich

Zum Auskosten: Wann genau war eigentlich dieses authentische »Früher«, nach dem man sich in der globalisierten Gegenwart so gerne sehnt? Im Zürcher Niederdorf gibt es einen Ort, an dem sich die Nostalgie zumindest ein wenig genauer datieren lässt. Seit 148 Jahren werden hier im gutbürgerlichen Traditionsfachhandel der Familie Schwarzenbach »Kolonialwaren« verkauft: Gewürze, »Teigwaren« (Nudeln), Tee, Trockenobst, Schokolade, Honig, Essige, Öle und mehr als ein Dutzend Sorten Kaffee, die alle direkt vor Ort geröstet werden. Natürlich ist das Sortiment immer auf dem neuesten Feinschmeckerstand des 21. Jahrhunderts. Präsentiert werden die Waren aber unverändert in Körbchen, Gläschen und Holzschubladen. Das ist, neben der enormen Auswahl, das Geheimnis dieses Geschäfts – und seine Besonderheit. Mag sein, dass früher nicht absolut alles besser war. Aber bei Schwarzenbach will man das sehr schnell gar nicht mehr so genau wissen.

Schwarzenbach Kolonialwaren, Münstergasse 19, 8001 Zürich (Kreis 1, Niederdorf) Tramhaltestelle: Rathaus. Di–Fr 8–18.30 Uhr, Sa 9–17 Uhr. Montag geschlossen

In Zürich gibt es viele Plattenläden, besonders empfehlenswert ist das 16 Tons.

In Zürich gibt es viele Plattenläden, besonders empfehlenswert ist das 16 Tons.

Zum Anhören: Zürich ist eine stil- und kulturbewusste Stadt. Ein Ort, an dem viele Menschen die Überzeugung teilen, dass Musik auf samtig schwarzes Vinyl gehört, nicht auf kantige, kalte Speichermedien. Dass man einander beim Musikkauf ansehen und miteinander sprechen sollte, anstatt nur einsam auf ein paar Tasten zu tippen. Darum gibt es in Zürich überdurchschnittlich viele Plattenläden. Sie bieten Raritäten aus einer Zeit, als mit der Abkürzung CD noch niemand etwas anzufangen wusste – ganz zu schweigen von MP3. Ein besonders empfehlenswertes Exemplar dieser Geschäftssparte ist das 16 Tons. Neben gut sortierter Musik, vorwiegend aus den fünfziger bis siebziger Jahren, werden hier auch Möbel und Kleidungsstücke aus diesen Epochen verkauft. 

16 Tons Schallplatten und Möbel, Anwandstrasse 25, 8004 Zürich (Kreis 4, Langstrassenquartier), Tram-/Bushaltestelle: Helvetiaplatz. Mo–Fr 12–18.30 Uhr, Sa 11–17 Uhr


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