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Menschen bekommen Namen im Säuglingsalter, Bäume erst, wenn sie alt werden. Solange sie jung sind, sagt man: "Ja, okay, ein Baum, macht Schatten, schön." Aber kaum jemand veranstaltet jungen Bäumen zu Ehren ein Picknick.

Wenn die Bäume alt sind, jahrhundertalt, macht man das schon, der Volksmund gibt ihnen einen Namen, und Bürgermeister verleihen Plaketten. Die Altbaumliebe befiel schon die Fürsten und hatte ihren Höhepunkt um 1900, als der Naturschutz als erste Schützlinge Bäume wählte.

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Inzwischen macht sich das Deutsche Baumarchiv die Mühe, die ältesten Bäume im Land zu erfassen, zu vermessen und ihr Alter zu schätzen. Linksrheinisch herrscht, die Kriege werden’s gewesen sein, Altbaumarmut. Geriatrisch betrachtet herrscht große Ungerechtigkeit zwischen Mensch und Baum: Die hochbetagten Bäume sind – wen freut es nicht? – fast alle noch gesund, das Waldsterben haben sie offenbar einfach ausgestanden. Lernen von den Bäumen heißt: die Jugend erdulden, im Alter dick und berühmt werden.