SchuldenkrisePandoras neue Büchse

Griechenlands Los ist unser Schicksal. Versuch einer Rettung.

Straßenszene in Athen

Straßenszene in Athen

Sisyphos ist nichts dagegen. Fast zwei Jahre nach ihrem Beginn, dutzende Krisentreffen und Hunderte Rettungsmilliarden später ist die europäische Schuldenkrise mal wieder genau dort angekommen, wo sie im Frühjahr 2010 ihren Ausgang nahm: in Griechenland. Wie in einer Endlosschleife erscheinen die immer gleichen Bilder aus Athen. Streikende Arbeiter, taktierende Politiker, Fäuste schwingende Demonstranten, ein überforderter Regierungschef. Der Eindruck: Nichts ist besser geworden.

Und der Kontrast zu den anderen Krisenstaaten wird größer. Während etwa Italien oder Irland ganz vorsichtig ein wenig Hoffnung schöpfen, haben sich die Wirtschaftsdaten für Griechenland noch einmal verschlechtert. Die Arbeitslosigkeit ist mit 18,8 Prozent auf einen Rekordwert gestiegen, vor allem die Jungen haben wenig Perspektiven. Fast jeder zweite Grieche unter 25 Jahren ist arbeitslos. Die Wirtschaftsleistung ist 2011 um 5,5 Prozent gesunken, zum vierten Mal in Folge. In diesem Jahr könnte es sogar noch schlimmer kommen. Die Experten der sogenannten Troika (Europäische Zentralbank, Internationaler Währungsfonds und EU) halten ein Minus von 6 Prozent für möglich. Dabei sollte dieses Jahr eigentlich zum Wendepunkt werden. Im Mai 2010, als die EU und der IWF das erste Hilfspaket schnürten, rechneten sie für 2012 wieder mit einem Anstieg des Bruttosozialprodukts.

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Etwas ist also gründlich schiefgegangen. Die Frage ist, wer dafür die Verantwortung trägt. Und ob es richtig ist, die bisherigen Hilfsmaßnahmen unter verschärften Auflagen einfach fortzusetzen.

Noch schwerer als die Zahlen wiegen für viele, die sich um Griechenland bemühen, die Erfahrungen der vergangenen Monate. Selbst die Gutwilligen in Brüssel können ihre Enttäuschung nicht verbergen. Vieles, was längst beschlossen ist, kommt in Athen nur mühsam voran. Gesetze werden zwar verabschiedet, aber nicht umgesetzt. Dringend notwendige Reformen versickern irgendwo zwischen Ministerbüro und Beamtenapparat. Über die »mangelnde Bereitschaft, ganz offensichtliche Schwächen der Behörden auszubügeln«, klagt ein ranghoher EU-Mitarbeiter. »Ohne Druck geschieht gar nichts.« Auch deshalb haben die übrigen Euro-Länder, voran Deutschland, zuletzt immer neue, härtere Auflagen formuliert.

Chronik
Die Euro-Krise seit 2009
Mai 2013

Europa wird unbeliebter: Laut einer Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Pew ist die Zustimmung zur EU im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 45 Prozent gesunken. Befragt wurden knapp 8.000 Bürger in acht EU-Staaten. In Deutschland wurden das europäische Projekt und die wirtschaftliche Lage noch in Deutschland bewertet, in Frankreich sank die Zustimmung am stärksten. Allerdings ergibt die Studie auch, dass eine Mehrheit der Bürger den Euro behalten will und dass etwa zwei Drittel der Befragten in Krisenländern die Sparpolitik großen Mehrausgaben vorziehen.

28. April 2013

Um sich zukünftige Hilfszahlungen der Troika zu sichern, verabschiedet die griechische Regierung ein neues Sparpaket. Unter anderem sollen bis Ende nächsten Jahres 15.000 Beamte entlassen werden. Ohnehin erreicht die Arbeitslosigkeit immer neue Rekord-Ausmaße: Schon Anfang des Jahres waren in der ganzen Euro-Zone 19 Millionen Menschen ohne Erwerb. In Griechenland und Spanien lag die Arbeitslosenquote bei über 26, bei unter 25-jährigen sogar über 55 Prozent. Immer wieder kommt es in den Krisenländern zu Streiks und heftigen Protesten.

April 2013

Die wissenschaftliche Basis der Sparpolitik bröckelt: Eine maßgebliche Studie von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart kam zu dem Schluss, dass Staatsschulden das Wachstum bremsen, sobald sie einen bestimmten Punkt überschreiten. Jetzt wird die Arbeit massiv angezweifelt. Neue Forschungen ergeben, dass der errechnete Zusammenhang zwischen Schulden und Wachstum weniger stark ausfällt. Das gibt den Kritikern der Sparpolitik neue Argumente.

14. April 2013

Der konservative Protest gegen den Euro formiert sich: Auf ihrem Gründungsparteitag hat die Alternative für Deutschland (AfD) beschlossen, zur Bundestagswahl anzutreten. Die Partei um den Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke fordert den Ausstieg aus dem Euro, die Wiedereinführung der D-Mark und das Ende der Rettungspakete. Die AfD gibt sich bürgerlich und versucht, sich von Rechtspopulismus-Vorwürfen abzusetzen. Zustimmung zum Euro-Austritt äußert unter anderem auch der frühere Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine. In Umfragen Anfang Mai erreicht die AfD drei Prozent.

März 2013

Zypern droht die Staatspleite. Ein erster Rettungsplan der Euro-Finanzminister sieht vor, auch die Bankkunden an den Kosten zu beteiligen, die vergleichsweise kleine Summen bei Zyperns Banken angelegt haben. Doch das Parlament in Zypern lehnt die Zwangsabgabe ab. Schließlich werden nur Konten mit über 100.000 Euro belastet, die Troika zahlt zehn Milliarden Euro, Zypern bleibt mit umstrukturiertem Finanzsektor im Euro. Am 28. März öffnen zyprische Banken nach einer zwölftägigen Pause wieder, der befürchtete Ansturm der Kunden auf die Institute bleibt aus.

Januar 2013

In Großbritannien legt die eurokritische Partei UKIP in Umfragen stark zu. In einer Grundsatzrede kündigt Premierminister David Cameron ein Referendum zum Austritt aus der EU an. Er spricht sich für den Verbleib in der Staatengemeinschaft aus – wenn diese sich "möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit" verändere. Die EU müsse flexibler, anpassungsfähiger und offener werden, die Schuldenkrise überwinden. Dazu müsste allerdings der Lissabon-Vertrag verändert werden, was für viele EU-Politiker nicht infrage kommt.

November 2012

Die Euro-Finanzminister, die EZB und der IWF einigen sich auf Maßnahmen gegen die griechische Staatsverschuldung. Aus dem zweiten Hilfspaket werden Notkredite in Höhe von 44 Milliarden Euro gewährt. Außerdem bekommt Athen mehr Zeit, um seine Schulden abzubauen – bis zum Jahr 2020 muss die Schuldenlast nun um 120 statt 124 Prozent gesunken sein, für die Rückzahlungen an den EFSF ist auch über 2020 hinaus Zeit. Einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland hatte unter anderem Deutschland zunächst kategorisch abgelehnt.

Oktober 2012

Der Rettungsschirm ESM tritt in Kraft. Insgesamt 500 Milliarden Euro können in Form von Hilfskrediten oder durch das Ankaufen von Anleihen an Krisenstaaten vergeben werden. Die Staaten müssen dazu bestimmte Auflagen erfüllen. In Deutschland lehnte das Bundesverfassungsgericht zuvor Klagen gegen den ESM ab. Geklagt hatten unter anderem Peter Gauweiler (CSU) und die Linke im Bundestag. Das Gericht stellte aber zugleich die Bedingung, dass die deutsche Haftung maximal 190 Milliarden Euro betragen dürfe.

September 2012

EZB-Chef Mario Draghi kündigt an, unbegrenzt Staatsanleihen von Spanien und Italien anzukaufen und so deren Zinsen für Neuverschuldungen zu senken. Bedingung ist, dass die Rettungsfonds EFSF und ESM beantragt und entsprechende Reformen zugesagt werden. Damit setzt die EZB ihre Bemühungen fort, die Kreditvergabe anzuregen und die Konjunktur in Krisenländern zu stärken. Im Juli hatte die Bank zu diesem Zweck den Leitzins von 1,0 auf einen Rekordwert von 0,75 Prozent gesenkt.

29. Juni 2012

In Brüssel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zum Krisengipfel. Spanien und Italien verlangen schnelle Hilfen. Merkel lehnt Euro-Bonds oder ein Eingreifen der EZB, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, ab. Spanien und Italien aber verhandeln hart. Am Ende wird ein Pakt für Wachstum und Beschäftigung beschlossen. Rettungsgeld soll zukünftig "flexibler" vergeben werden. Die spanischen Banken sollen direkt Geld aus Brüssel erhalten. Die Staatschef verabreden die Schaffung einer Bankenunion.

25. Mai 2012
bankia

Eine Zahl schreckt die Finanzwelt auf. In die Welt gesetzt hat sie José Ignacio Goirigolzarri, der Chef von Bankia, der viertgrößten Bank Spaniens. 19 Milliarden Euro braucht die Bank demnach an Staatshilfen, um zu überleben – weit mehr als bisher angenommen. Die Meldung untergräbt das Vertrauen in spanische Anleihen weiter, auch die Börsenkurse rutschen weltweit ab. Eine neue Debatte beginnt: Angela Merkel schlägt vor, Europas systemrelevante Banken unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen.

6. Mai 2012
hollande

Frankreich wählt einen neuen Präsidenten: Der Sozialist François Hollande weckt vor allem bei Frankreichs Linken die Hoffnung, die Krisenagenda in Europa verändern zu können. Hollande war im Wahlkampf mit der Forderung nach Euro-Bonds aufgetreten – anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Auch kritisierte er, Europas Politik setze zu sehr auf Sparen und zu wenig auf Wachstum.

6. Mai 2012
griechenland opposition

Die Parlamentswahl in Griechenland endet im Chaos: Mehr als eine Woche lang gelingt es den Parteichefs von Konservativen, Linksradikalen und Sozialisten sowie den kleineren Demokratischen Linken nicht, eine Koalition zu bilden. Am Ende fällt die Entscheidung für Neuwahlen im Juni. Die Unsicherheit in Griechenland beunruhigt nicht nur die Finanzmärkte in Europa, sondern auch die griechischen Bürger: Viele räumen ihre Konten und bringen das Geld außer Landes. In Europa wächst die Sorge vor einer Kapitalflucht im Süden.

8. März 2012
Griechenland

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

21. Februar 2012
Venizelos und Juncker

Die EU-Finanzminister bringen ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro; private Gläubiger sollen auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Euro-Gruppe bannt damit die Gefahr, dass Griechenland am 20. März endgültig zahlungsunfähig wird – an diesem Tag werden 14,5 Milliarden Euro an Zahlungen aus Anleihen fällig. Für die griechischen Staatseinnahmen soll ein Sperrkonto eingerichtet werden, das die vorrangige Bedienung der Kredite sichert.

31. Januar 2012
Evangelos Venizelos

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Beschlossen wird auch der dauerhafte Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.

13. Januar 2012
fillon-frankreich-rating

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

Mitte November 2011
Mario Monti

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.

Oktober 2011

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

29. September 2011

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

August/September 2011
Banken Frankfurt

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

31. August 2011

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August 2011

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

8. August 2011

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

21. Juli 2011

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

Juli 2011

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

7. April 2011

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staates darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

April 2011

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

11. März 2011

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakt verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

28. November 2010

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

21. November 2010

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.

30. September 2010

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

7. Juni 2010

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

10. Mai 2010

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

2. Mai 2010

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

11. Februar 2010

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

16. Dezember 2009

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

Oktober 2009

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

Doch so tief der Frust in Berlin und Brüssel auch sitzt, so wenig kann er von der eigenen Verantwortung ablenken. Nur unter Schmerzen hat die EU in den vergangenen Monaten gelernt, mit was für einem Land sie es eigentlich zu tun hat und vor welch großer Aufgabe sie steht. »Europa war es nicht gewohnt, Griechenland als ein unterentwickeltes Land zu betrachten«, sagt der griechische Ökonom Loukas Tsoukalis. Ein Land, in dem viele staatliche Strukturen, die für Reformen notwendig sind, gar nicht existieren. »In Griechenland wurde zu Anfang unterschätzt, wie tief die Probleme liegen«, sagte unlängst der Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, der Deutsche Thomas Mirow. Ohne Widerspruch zu ernten, stellte er fest: »Es fehlt an einem funktionsfähigen Staatswesen.« Hinzu kommt: Selbst griechische Firmen, die eigentlich gesund sind, leiden unter der Kreditklemme, die durch Entscheidungen der Euro-Zone verschärft wurde.

Leserkommentare
  1. Wie kann es sein, dass die reichsten Griechen die zusammen ca. 300 Milliarden Euro in die Schweiz "in Sicherheit" gebracht haben, von der Rettung ihres Vaterlandes vollkommen unbehelligt bleiben?

    Wie kann es sein, dass die Griechen sich immer noch Steuerhinterziehungen im Wert von 30 Milliarden jährlich leisten?

    Wie kann es sein, dass nichts gegen die Korruption unternommen wird, die dem Land 65 Milliarden Euro jährlich kosten?

    Wie kann es sein, dass Griechenland immer noch einer der größten Waffenimporteure der Welt ist, und sich "Verteidigungskosten" von jährlich 10 Milliarden Euro leistet?

    Wie kann es sein, dass wir alle dafür gerade stehen müssen, wenn wieder mal eine Elite sein Volk für die eigene Gier bluten lässt?

    39 Leserempfehlungen
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    • bugme
    • 08.02.2012 um 17:37 Uhr

    Korruption und Steuerhinterziehung ist nicht ein Privileg der sogenannten Eliten. Dies kommt auch bei den einfachen Arbeitern vor.

    laut der in diesem Punkt wohl unverfänglichen taz verdient eine Putzhilfe in einem Ministerium mehr als ein Zweigstellenleiter einer Bank.

    Selbst wenn Griechenland wieder einmal geredet wird auf Dauer passt dieses Land nicht zu den nöderlicher gelegenen EURO-Staaten.

    • mipebs
    • 08.02.2012 um 19:42 Uhr

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls

    • bugme
    • 08.02.2012 um 17:37 Uhr

    Korruption und Steuerhinterziehung ist nicht ein Privileg der sogenannten Eliten. Dies kommt auch bei den einfachen Arbeitern vor.

    laut der in diesem Punkt wohl unverfänglichen taz verdient eine Putzhilfe in einem Ministerium mehr als ein Zweigstellenleiter einer Bank.

    Selbst wenn Griechenland wieder einmal geredet wird auf Dauer passt dieses Land nicht zu den nöderlicher gelegenen EURO-Staaten.

    • mipebs
    • 08.02.2012 um 19:42 Uhr

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls

  2. > Und wenn nicht? War dann alles vergebens?

    Nein, war es nicht.

    Erstens löst sich das Geld nicht auf sondern taucht wieder auf dem Finanzmarkt auf. Als ungewollte Subvention für die Geldanlagen der Bürger, Aktien aber auch Rentenversicherungen vom Typ Riesterrente.

    Zweitens wurde in Griechenland eine Menge losgetreten. Schlechte Nachrichten sind im Moment gute Nachrichten.

    Wenn 60000 Phantomrentner gefunden werden, Äbte verhaftet werden und der Chef der Steuerfahndung wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt werden... und die staatlichen Statistiken sich als Luftnummern erweisen... dann zeigt das ein chaotisches Land. Aber das ist nicht neu.

    Neu ist, dass diese Dinge ans Licht kommen und die Verantwortlichen verhaftet werden. Es zeigt, dass die Zustände nicht mehr geduldet sondern bekämpft werden.

    Für diesen Kampf wird Zeit gekauft und er ist nicht verloren. Er fängt gerade erst an.

    10 Leserempfehlungen
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    "Zweitens wurde in Griechenland eine Menge losgetreten. Schlechte Nachrichten sind im Moment gute Nachrichten."

    Verstehe, wenn die restliche gr. Wirtschaft in der Rezession versumpft, die Jugendarbeitslosigkeit explodiert und die Fachkräfte abwandern, ist das eine gute Nachricht. So kann man sich die Welt zurechtdeuten. Du solltest hoffen, dass D nicht demnächst ähnlich gut/schlechte Nachrichten verkraften muss...

    • joG
    • 08.02.2012 um 19:38 Uhr

    ...war die Zeit genügend, damit die Banken genügend besser da stehen, um einen eventuellen Bankrott Griechenlands in großer Zahl zu überleben.

    Die Weigerung sofort einen Schutzwall genügender hohe einzuziehen bedeutet jedoch, dass wir eine tiefere Rezession befürchten müssen, als notwendig gewesen wäre. Der Dilettantismus der Spieler war krass und vergleicht sich mit Paulsons verhalten 2008 sehr schlecht, zumal mal viel Zeit hatte sich vorzubereiten. Man wollte kein bazooka, hat aber ohne es zuzugeben eines zwischenzeitlich aufbringen müssen. Deutschland hat vermutlich eine knappe Billion im Feuer und die EZB will eine weitere Billion tendern, damit die Banken Staatspapiere kaufen und liquide bleiben. Das wäre nicht notwendig gewesen.

    Auch wusste man, dass Griechenland keinesfalls und Portugal nur, wenn sich eine Rezession vermeiden liese, die Kredite zurück zählen konnten. Trotzdem schuf man eine rezession.

    "Zweitens wurde in Griechenland eine Menge losgetreten. Schlechte Nachrichten sind im Moment gute Nachrichten."

    Verstehe, wenn die restliche gr. Wirtschaft in der Rezession versumpft, die Jugendarbeitslosigkeit explodiert und die Fachkräfte abwandern, ist das eine gute Nachricht. So kann man sich die Welt zurechtdeuten. Du solltest hoffen, dass D nicht demnächst ähnlich gut/schlechte Nachrichten verkraften muss...

    • joG
    • 08.02.2012 um 19:38 Uhr

    ...war die Zeit genügend, damit die Banken genügend besser da stehen, um einen eventuellen Bankrott Griechenlands in großer Zahl zu überleben.

    Die Weigerung sofort einen Schutzwall genügender hohe einzuziehen bedeutet jedoch, dass wir eine tiefere Rezession befürchten müssen, als notwendig gewesen wäre. Der Dilettantismus der Spieler war krass und vergleicht sich mit Paulsons verhalten 2008 sehr schlecht, zumal mal viel Zeit hatte sich vorzubereiten. Man wollte kein bazooka, hat aber ohne es zuzugeben eines zwischenzeitlich aufbringen müssen. Deutschland hat vermutlich eine knappe Billion im Feuer und die EZB will eine weitere Billion tendern, damit die Banken Staatspapiere kaufen und liquide bleiben. Das wäre nicht notwendig gewesen.

    Auch wusste man, dass Griechenland keinesfalls und Portugal nur, wenn sich eine Rezession vermeiden liese, die Kredite zurück zählen konnten. Trotzdem schuf man eine rezession.

  3. Selbst wenn es jetzt zum Staatsbankrott kommt, sind die Folgen sehr viel weniger gravierend als noch vor zwei Jahren. Den Banken geht es mittlerweile zumindest so gut, dass sie einen Totalausfall der Griechischen Anleihen verdauen können. Das meiste wurde eh schon abgeschrieben. Statt eines Erdbebens gibt es nun nur noch leichte Erschütterungen.
    Schwieriger sieht es für die Griechen selbst aus. Ob man die Produktivität durch einen Austritt aus dem Euro oder aber durch massive Lohnkürzungen erhöht, kommt letztlich aufs selbe hinaus. Die fetten Jahre sind vorerst vorbei. Gegen einen Austritt aus dem Euro spricht vor allem, dass das Land dadurch in eine Hyperinflation gleiten würde, da jeder bestrebt wäre seine Neue Drachme sofort gegen Euro zu tauschen. Das neue Geld wäre vom ersten Tag an mehr oder minder wertlos. Der Euro würde weiterhin als Primärwährung benutzt, aber die Griechen würden davon sehr viel weniger bekommen. Dasselbe lässt sich auch mit Kosteneinsparungen oder Gehaltskürzungen erreichen. Im Endeffekt macht es keinen großen Unterschied.

    5 Leserempfehlungen
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    "Selbst wenn es jetzt zum Staatsbankrott kommt, sind die Folgen sehr viel weniger gravierend als noch vor zwei Jahren."

    Hoffst du? Oder kannst du belegen? Defakto wäre ja zum Bürger umgelastet worden, genau das ist auch bis jetzt geschehen. Für UNS hat sich gar nichts verbessert.

    "Schwieriger sieht es für die Griechen selbst aus. Ob man die Produktivität durch einen Austritt aus dem Euro oder aber durch massive Lohnkürzungen erhöht, kommt letztlich aufs selbe hinaus."

    In der neoklassischen Lehre vielleicht. In der Realität nicht. Wenn du für 100k ein Haus gebaut hast, dann bekommst du ernsthafte Probleme mit der Rückzahlung, wenn man dein Gehalt auf die Hälfte reduziert. Bekommst du hingegen Inflation, sieht es uU sogar besser aus.

    "aus dem Euro spricht vor allem, dass das Land dadurch in eine Hyperinflation gleiten würde"

    Ja klar, Mister Orakel.

    "da jeder bestrebt wäre seine Neue Drachme sofort gegen Euro zu tauschen."

    Eine Euro-Schattenwirtschaft wäre vorstellbar. Aber solange die Steuern in Drachme gezahlt wird und die Staatsgehälter und die lokalen Schulden, ist schon viel gewonnen.

    "re vom ersten Tag an mehr oder minder wertlos."

    Hallo? Das ist nicht die erste Währungsreform auf der Welt. Sowas kann schief gehen, muss aber nicht.

    "Kosteneinsparungen oder Gehaltskürzungen erreichen. Im Endeffekt macht es keinen großen Unterschied."

    Eben doch, siehe oben. Ein gigantischer Unterschied, der über sein oder nicht sein der gr. Wirtschaft entscheidet.

    "Selbst wenn es jetzt zum Staatsbankrott kommt, sind die Folgen sehr viel weniger gravierend als noch vor zwei Jahren."

    Hoffst du? Oder kannst du belegen? Defakto wäre ja zum Bürger umgelastet worden, genau das ist auch bis jetzt geschehen. Für UNS hat sich gar nichts verbessert.

    "Schwieriger sieht es für die Griechen selbst aus. Ob man die Produktivität durch einen Austritt aus dem Euro oder aber durch massive Lohnkürzungen erhöht, kommt letztlich aufs selbe hinaus."

    In der neoklassischen Lehre vielleicht. In der Realität nicht. Wenn du für 100k ein Haus gebaut hast, dann bekommst du ernsthafte Probleme mit der Rückzahlung, wenn man dein Gehalt auf die Hälfte reduziert. Bekommst du hingegen Inflation, sieht es uU sogar besser aus.

    "aus dem Euro spricht vor allem, dass das Land dadurch in eine Hyperinflation gleiten würde"

    Ja klar, Mister Orakel.

    "da jeder bestrebt wäre seine Neue Drachme sofort gegen Euro zu tauschen."

    Eine Euro-Schattenwirtschaft wäre vorstellbar. Aber solange die Steuern in Drachme gezahlt wird und die Staatsgehälter und die lokalen Schulden, ist schon viel gewonnen.

    "re vom ersten Tag an mehr oder minder wertlos."

    Hallo? Das ist nicht die erste Währungsreform auf der Welt. Sowas kann schief gehen, muss aber nicht.

    "Kosteneinsparungen oder Gehaltskürzungen erreichen. Im Endeffekt macht es keinen großen Unterschied."

    Eben doch, siehe oben. Ein gigantischer Unterschied, der über sein oder nicht sein der gr. Wirtschaft entscheidet.

    • asx
    • 08.02.2012 um 17:30 Uhr

    dazu brauche ich den Artikel nicht lesen. Das Land ist pleite. Und interessanter Weise stemmen sich die Regierungen Europas immer so lange gegen die Realität, bis es unbezahlbar wird.
    Fakt: Griechenland ist insolvent (Anfang 2010)

    "Kein Geld für Griechenland" (2010)
    "Kein zweites Rettungspaket" (2011)
    "Keine Gläubigerbeteiligung" (2011)
    "Keine Staatspleite" (2012)

    Hätten sie das, was in den letzten 2(!!!) Jahren zäh und häppchenweise umgesetzt wurde auf ein Mal und zu Beginn der Krise getan, sähe die Welt heute anders aus. Einfach CDS auf Griechenbonds kaufen und mitprofitieren, dazu muss man kein "Spekulant" sein...

    4 Leserempfehlungen
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    oder es zeigt anders herum, wie weit die Griechen noch vor der Pleite stehen, wenn sie sich die letzten 2 Jahre durchlaviert haben.

    Zum Vergleich: die USA waren Anfang August nur noch Stunden vor der Zahlungsunfähigkeit entfernt. Sie haben sich dann entschlossen, einfach mehr Geld zu drucken. Die fiskalen Probleme sind trotzdem im Kern nicht angetastet worden!
    Das kann ja wohl auch keine Lösung sein.

    oder es zeigt anders herum, wie weit die Griechen noch vor der Pleite stehen, wenn sie sich die letzten 2 Jahre durchlaviert haben.

    Zum Vergleich: die USA waren Anfang August nur noch Stunden vor der Zahlungsunfähigkeit entfernt. Sie haben sich dann entschlossen, einfach mehr Geld zu drucken. Die fiskalen Probleme sind trotzdem im Kern nicht angetastet worden!
    Das kann ja wohl auch keine Lösung sein.

  4. "Nur unter Schmerzen hat die EU in den vergangenen Monaten gelernt, mit was für einem Land sie es eigentlich zu tun hat und vor welch großer Aufgabe sie steht"

    Das haben aber viele Menschen die in der richtigen Welt leben gewusst.
    Das hätte man erfahren wenn man ein paar Auslandsgriechen gefragt hätte.

    Aber nicht nur in Griechenland ist das so.
    In Italien, in Spanien wussten halbwegs intelligente Menschen das etwas falsch läuft.
    In Irland gab es 2003(!) eine zweiteile Dokumentation im öffentlichen Fernsehen, wo Experten warnten das eine Immobilienblase entsteht und das die Banken ausser Kontrolle sind.
    In Deutschland gab es Warner das HarzIV und 1-Eurojobs die Gesellschaft spalten werden.
    Keiner wollte/will/wird zuhören.

    Politiker haben den Bezug zum wahren Leben verloren.
    Wieviele wissen wohl was ein liter Vollmilch kostet?

    18 Leserempfehlungen
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  5. Laut Handelsblatt kostet die Pleite von Griechenland dem
    Bundesbürger 475,-Euro,also 38Mrd.Euro Deutschland.Das die
    Bundesregierung nicht Rechnen kann,ist bekannt,aber unser
    Land ist auch mit fast neunundzwanzig Prozent an der EZB be-
    teiligt.Was waren das für Phrasen damals,man verdient an GR.
    Aus Bürgschaften werden jetzt Verluste,was sagten Merkel und
    Schäuble damals?Das wird erst der Anfang vom Ende des Euros
    sein,andere werden folgen,die Bürgschaften werden eingelöst.
    Aber Deutschland wird nicht zahlen,woher soll das Geld kom-
    men?Die Schuldenbremse wird Makulatur,darum jetzt nur 15 Mrd.Euro in ihrem Artikel.Es gibt bald neue Sondermeldungen,
    nur diesmal keine Erfreulichen,darum wird viel verschwiegen.

    8 Leserempfehlungen
  6. richtig - und nicht nur in Griechenland, Geld wandert nur von einer Hand in die andere. Es gibt Möglichkeiten der Rückabwicklung - auch legal - sofern die gesetzliche Vorausetzungen geschaffen werden.

    Eine Leserempfehlung
  7. ...zugegeben wird , dass das Geld für das Bankenrettungspaket II im perdu ist.
    Nach den privaten Gläubigern kann die EZB einen Großteil ihrer Forderungen bzw. GR Bonds ausbuchen. Die BuBa kann ihre Target " Salden gegen GR gleich hinterher werfen, finanziert wird das über eine erhöhte Kreditaufnahme, Sparen wurde der BRD ja von Fr. Lagarde und der Weltbank verboten.

    Umsonst war das alles nicht. GR wird bis mindestens 2020 alimentiert, wirkliche Veränderungen wird es in dem Land auch bis dahin nicht geben. Die BRD wird im Rahmen der "Politischen Union" eine von 32 oder 33 EU-Provinzen, die zentral von Brüssel verwaltet werden, die Finanzierung des Großeuropäischen Traumes übernimmt u.A. des ESM , da muss man sich um Parlamente und sonstiges Gedöns keine gedanken machen.

    Grüße

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