Fritz VahrenholtStörenfritz des Klimafriedens

Einst profilierte sich Fritz Vahrenholt als Umweltschützer, nun zieht er gegen die Klimawissenschaft zu Felde. Was treibt den Mann? Und finden seine Thesen Resonanz? von  und

Manches Buch vermarktet ein Verlag am wirkungsvollsten, indem er es mit der Aura eines Geheimnisses umgibt. Erst kurz vor dem Erscheinungstermin werden die Druckfahnen an ausgewählte Redakteure verschickt. Top secret! Definitive Deadline! Zitierverbot! Nichts stachelt die Neugier stärker an.

Darauf spekulierte der Hoffmann-und-Campe-Verlag auch bei seinem aktuellen Titel Die kalte Sonne, dessen Autoren Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning die Dramatik des Klimawandels kleinreden. Prompt ordnen sich die Medien zum großen Vahrenholt-Orchester , die Bild -Zeitung hat sogar eine mehrteilige Serie gestartet: "Die CO₂-Lüge". Darin will sie die These des Buches richtig ausbreiten, die drohende Klimakatastrophe sei bloß "Panikmache der Politik".

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Inszenierung geglückt – doch hinter dem Medienerfolg steckt mehr. Immerhin ist es kein Umwelt-Nobody, der hier eine Generalattacke auf die globale Klimawissenschaft reitet . Fritz Vahrenholt, langjähriger Manager der grünen RWE-Tochter Innogy, meint: "Der Weltklimarat irrt." Zugleich stellt sich der SPD-Politiker gegen den mittlerweile tief verankerten Konsens in der deutschen Gesellschaft, dass man den drohenden Gefahren des Klimawandels mit größter Dringlichkeit begegnen müsse. Was treibt ihn, warum dieses provozierende Buch? Und: Könnte es auch in Deutschland eine klimaskeptische Welle wie in den USA erzeugen, ja in der Folge womöglich ein Rollback der Energiewende einleiten?

Knapp zusammengefasst, behaupten die beiden Autoren, die globalen Temperaturen würden nur zum geringeren Teil vom CO₂-Ausstoß beeinflusst, "mindestens die Hälfte" der bisherigen Erderwärmung gehe auf eine verstärkte Aktivität der Sonne zurück. Und weil dieser Zyklus seit Beginn des Jahrtausends vorüber sei und unser Zentralgestirn auch noch für eine lang anhaltende Periode weniger strahle, werde der Temperaturanstieg deutlich geringer ausfallen, als die Forscher des Weltklimarats prophezeiten.

Infografik
Wie man den Trend zur globalen Temperatur umkehrt: Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu vergrößern.

Wie man den Trend zur globalen Temperatur umkehrt: Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu vergrößern.  |  © ZEIT-Grafik

Nun wäre ein Beweis dieser These – die seit Jahren in der Skeptikerszene zirkuliert – eine wissenschaftliche Sensation. Journale wie Science oder Nature würden sich darum reißen. Nur gelten diese Journale nicht ohne Grund als seriös; kein Artikel erscheint dort, der nicht von skeptischen Kollegen genauestens geprüft würde. Veröffentlichte Vahrenholt seinen ersten Aufsatz in einem anerkannten Qualitätsmedium, müsste ihn die Forschung ernst nehmen. Bis dahin aber haben die Einlassungen des Chemikers zur Klimaforschung aus wissenschaftlicher Sicht ähnlich viel Gewicht wie die Tiraden deutscher Hobbyhistoriker zum Zweiten Weltkrieg.

Aus publizistischer Perspektive liegt der Fall allerdings anders. Spätestens seit Thilo Sarrazin mit seinem Buch Deutschland schafft sich ab in die Bestsellerlisten vorstieß, kennen die Verlage ein neues Erfolgsrezept: Man nehme eine steile, politisch möglichst etwas unkorrekte These zu einem für Laien unüberschaubar komplexen Fachgebiet, einen halbwegs prominenten und Talkshow-tauglichen Autor und präsentiere ihn dem staunenden Publikum als einsamen Mahner, der sich tapfer gegen den publizistischen Mainstream stellt – schon winken wochenlanger Medienwirbel und eine Auflage von etlichen Hunderttausend. Beim Thema Klimawandel kommt hinzu, dass dieses Thema etwas immanent Ungemütliches hat: Wer lässt sich schon gerne sagen, dass der eigene Lebensstil im Grunde verantwortungslos ist? Vielflieger und Geländewagenfahrer werden Vahrenholts Buch daher mit Begeisterung aufnehmen.

Rauch steigt aus einem Kamin im nordfranzösischen Seclin im Februar 2012 auf.

Sieben Thesen aus dem Buch von Fritz Vahrenholt lassen sich sofort widerlegen. Klicken Sie auf das Bild, um den Faktencheck zu lesen.  |  © Philippe Huguen/AFP/Getty Images

Die wirklich wichtige Frage aber ist die nach der politischen Wirkung: Bleibt Vahrenholt ein wissenschaftlicher Esoteriker mit Ausstrahlung auf Seite zwei der Bild- Zeitung – oder wird er womöglich zur Galionsfigur einer neuen ökoreaktionären Bewegung? In Deutschland sind die "Klimaskeptiker", wie sie selbst sich nennen, bislang nahezu bedeutungslose Rabulisten am rechten Rand der etablierten Politik – dort, wo auch Islamhasser, deutsche Neocons und andere Verächter liberalen "Gutmenschentums" sich tummeln. Das Beispiel der USA und anderer Länder zeigt allerdings, dass es auch völlig anders geht. Mit tatkräftigem Beistand der Ölindustrie haben die hartnäckigen Leugner der Erderwärmung dort die Debatte vollständig gedreht und den Begriff des "Warmisten" als Schimpfwort etabliert – als Bezeichnung für einen, der noch an Klimaerwärmung glaubt.

Leserkommentare
    • peterha
    • 10. Februar 2012 18:53 Uhr

    Herrn Vahrenholt kann man wirklich kritisieren, und zwar deshalb, weil er nicht in die Höhle des Löwen gegangen ist, und sich den Interviewwünschen auf ZO gestellt hat. Das ist schwach, auch wenn die derzeitige Kampagne auf ZO einen Einxdruck davon vermittelt, was an übelsten Unterstellungen und Beleidigungen ihn erwartet hätte. Immerhin gibt es jetzt Prognosen, an denen sich die Propaganda wird messen lassen. Haben wir bis 2050 zurückgehende Temperaturen oder in Kürze ein Ende von Überlagerungen, die Temperaturanstiege und zunehmende Gletscherschmelze in den letzten 10 Jahren verhindert haben? Man merke auf: Experten sind häufig diejenigen, die hinterher ihre Irrtümer mit salbungsvollen Worten erklären können.

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    • joG
    • 10. Februar 2012 19:51 Uhr

    ....dass eine sehr, sehr kurze Web-Suche ergab, dass entgegen der Behauptung im Artikel, Es habe in Science keine Artikel zum Thema gegeben und keine Forschung, die das Forcing der Sonnenaktivitat untersucht darin, es solche Publikationen seit 1971 wiederkehrend gibt. Es zeigt sich auch, dass es eine ziemliche Unschärfe gibt in den Erkenntnissen. Allerdings ist sehr sicher, dass solare Aktivität und kosmische Strahlung einen erheblichen Einfluss haben. Wie viel Forcing diese Faktoren erzeugen, wissen wir noch nicht. Das braucht mehr Forschung.

    Wenn die Bewertung der "wissenschaftlichen" Qualität von Herrn Fahrenholts Buch richtig ist (ich habe es noch nicht gelesen), dann stellt das Buch von Herrn Vahrenholt in der Tat das allergrößte Übel dar. In diesem Fall hätte er nämlich den aktuellen Forschungsstand ignoriert und persönliche Meinungen dargelegt, die aber bereits zu einem ganzen Teil falsifiziert sind. Als Professor wäre das allerdings eine Schandtat.

    Hat er das getan, wäre der Schaden groß. Er hätte vermutlich zur Verunsicherung der Bevölkerung beigetragen und viele würden womöglich denken, dass man ja doch nicht mehr wisse, was man glauben solle. Denn was soll man anderes als Glauben (Kritiker und Befürworter) - bis ins Letzte überprüfen wohl nur sehr wenige alle wichtigsten Fachartikel. Ist aber der Glauben an die Qualität der wissenschaftlichen Ergebnisse und die internen Mechanismen zur Qualitätskontrolle der Wissenschaft erst einmal dahin, dann werden die Anstrengungen zur Minderung der CO²-Emissionen geringer. Und das könnte fatale Folgen haben - wenn einige der vermutlich intelligentesten Forscher der Erde mit ihren derzeitigen Prognosen recht behalten sollten. Könnte ja sein.

    Deshalb meine dringende Bitte an die Klimaforscher in Deutschland: Bitte setzen Sie sich schnellstmöglich fundiert und umfassend mit den Thesen Vahrenholts auseinander und publizieren Sie Ihre Bewertung des Buches gut nachvollziehbar, umfassend sowie präzise zusammengefasst und medienwirksam.

    Da der Klimawandel nur die nächsten Generationen trifft sollte sich jeder ehemelige Manager als Klimaspezialist engagieren.

    Ein Manager hat ja schließlich bewiesen, dass er führen kann also ist er auch ein Spezialist auf jedem anderen Gebiet, kein Generalist.

    Verwantwortung tragen nur Wissenschaftler. Wissenschaftler haben jedoch keinen Konzernen als Manager gedient und sollten daher auch keine Informationen zum Klimwandel verbreiten.

    Der Klimawandel kommt nur wenn wir ihn wählen. Da wir alle eine Wahl haben, wähle ich Manager und ehemalige Manager im Wohle der Gemeischaft den Klimawandel zu diskutieren und natürlich sachlich und korrekt festzustellen, dass dieser nur existiert wenn wir diesen auch wollen.

    Vielleicht sollten wir ein Gesetzt gegenden Klimawandel machen. Alternativ könne wir auch einfach an der Grenze den Klimawandel und was so mit ihm kommt wie Stürme einfach nicht mehr hereinlassen.

  1. ... für die den C02-Zirkus bekleidenden oder begleitenden spirituellen Marketender der ZEIT-Redaktion könnte helfen.

    Abkühlung tut Not. Wie wahr!

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    Die Politik sucht nach Mehrheiten. Wenn wir alle fest daran glauben, dass das Klima sich nicht ändert und nach jedem Sturm immer schön aufräumen wird alles gut.

    • serins
    • 10. Februar 2012 19:06 Uhr
    3. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische und beleidigende Beiträge. Danke, die Redaktion/jz

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    • serins
    • 11. Februar 2012 2:24 Uhr

    Entfernt. Bedenkliche Inhalte melden Sie bitte unter entsprechender Funktion. Danke, die Redaktion/mk

  2. Es ist einfach köstlich wie hier auf jemand eingedroschen wird, der sich der "allgemeingültigen Mainstreammeinung" der Bundesdeutschen Medien entzieht. Vahrenholt steht bei weitem nicht alleine da mit seiner Meinung. Natürlich kann man seine Thesen kritisieren, aber ich würde mir wünschen, dass die blauäugige Redakteurseliten dies auch bei den CO2 Thesen machen würden.

    Das Klima ändert sich keine Frage. Hat es übrigens schon immer getan. Das sich die Zeit mal hinstellt und beleuchtet, welche monetären Vorteile die CO2 Prediger unter den Klimaforschern haben?! Da fließen Millionensummen für Studien. Auch neigen vielen Wissenschaftler dazu Gefälligkeitsgutachten und Studien im Sinne der Auftraggeber zu erstellen. Verständlich oder? Wenn mir die UN oder andere Organisationen Millionen Euro an Forschungsgelder geben um den Zusammenhang von CO2 und Klimawandel zu belegen, dann werde ich entweder die Methoden oder die Statistik so hinbiegen, dass ich zu dem Ergebnis komme. Unabhängig ist allerdings etwas anderes.

    Es ist im übrigen Amüsant, dass man die CO2 Klimapäpste nicht einmal beim Wort nimmt und fragt, warum gelten eure Prognosen von 2000 für 2010 eigentlich nichts mehr? Euer Szenario ist nicht eingetreten, warum soll das Szenario für 2020 eintreten?

    Seriöse Wissenschaftler wissen schon lange, dass unser Klima stärker von Meeresströmungen, Vulkanaktivität und vor allem solaren Aktivitäten abhängig ist. Das ganze auf CO2 zu reduzieren ist lächerlich.

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    • an-i
    • 11. Februar 2012 10:47 Uhr

    die besten und genauesten bekommt man bei den Versicherungen, weil es einfach um viel Geld geht, und da sieht es sehr düster aus...

    Der schwedische Chemiker und Nobelpreisträger Svante August Arrhenius (1859-1927) berechnete die Temperaturerhöhung des Erdklimas bei einer Verdopplung der CO2-konzentration in der Atmosphäre zu vier bis fünf Grad. Man benötigt nur das Strahlungsgesetz von Max Planck und eine Quantifizierung der Absorption von Kohlendioxyd. Dann kann das jeder ganz einfach nachrechnen oder vom Physiklehrer der Kinder oder Enkel nachrechnen lassen!

    Damit hat man eine über 100 Jahre alte Größenordnung für den Einfluss des Kohlendioxyd, die nicht von heutigen Forschungsgeldern beeinflusst wurde. Leider kann man damit keine Aussage über Ort und Zeit der Auswirkungen treffen. Deshalb werden moderne, komplexe Klimamodelle konstruiert.

    Jedes Modell hat Vereinfachungen oder Lücken gegenüber der Realität, die abzuschätzen oder ggf. zu schließen sind.

    Auch deutsche Klimaforscher erschraken, als sie das global dimming erkannten. Ungefilterte Aschepartikel aus indischen und chinesischen Kohlekraftwerken verringern die solare Einstrahlung wie beim Vulkanausbruch des Krakatau. Diese Anlagen werden wie im Ruhrgebiet auch modernisiert, um die örtliche Lebensqualität zu verbessern. Bis jetzt verringern sie den Temperaturanstieg, um danach umso plötzlicher einzutreten!

    Die Physik spricht für ein global warming mit den Auswirkungen entsprechend unserer Handlungen, wie das IPCC differenziert darlegt. Und das beschränkt sich nicht auf das von sensationsgeilen Medien veröffentlichte worst case Szenario.

    Ist zu viel und unnoetiges CO2 auf denen manche Leute fettes Geld verdienen..

    • Thoth16
    • 15. Februar 2012 11:52 Uhr

    "Fakten Fakten Fakten" -- so hat Klimawissenschaft noch nie funktioniert. Ein Faktum, das ist eine unumstößliche Tatsache. Die gibt es aber nicht in der Klimaforschung. Die Klimamodellierung versucht, ein hoch-komplexes System und seine zeitliche Variabilität abzubilden. Auch für den Laien sollte leicht ersichtlich sein, dass keine zwei Klimamodelle die gleiche Vorhersage treffen können, denn: Es handelt sich um MODELLE. Kein studierter Klimawissenschaftler wird behaupten: "So wird unsere Zukunft aussehen." Das wäre ein Faktum. Stattdessen formuliert er es vorsichtiger: "Modelle tendieren dazu, dieses oder jenes zu simulieren" oder "Sie legen nahe, dass ..." Hinter diesen Worten steht kein Anspruch auf Gültigkeit, sondern eine begründete Vermutung. Das aber zählt in der Presse wenig. Auf einer internationalen Konferenz hieß es kürzlich von geladenen Journalisten: "Hören Sie auf, über Fehler zu reden, sagen Sie uns, was Sie wissen!" -- wie soll unter einer derartigen Prämisse Wissenschaft betrieben werden?

    In einigen Kommentaren wird verlangt, man solle kritisch sein und nicht nur auf Vahrenholt herum hacken. Überraschung: Skeptik gegenüber den eigenen Vorgehensweisen und Ergebnissen macht etwa 95% des wissenschaftlichen Alltags aus, aber sobald man sich darüber in der Öffentlichkeit äußert, heißt es: "Ach, du hast doch eh keine Ahnung." Gibt hingegen Herr Vahrenholt Halbheiten von sich, wird er als Rebell gefeiert.

    Diese Diskrepanz verstehe ich nicht.

    • Thoth16
    • 15. Februar 2012 12:05 Uhr

    "Euer Szenario ist nicht eingetreten, warum soll das Szenario für 2020 eintreten?" -- Richtig, Klimamodelle arbeiten mit Szenarien. Das heißt: Man verwendet eine begründete Annahme und rechnet damit. Wäre es besser, die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu tun? Und nur um des Interesses Willen: Auf welche Prognose beziehen Sie sich? Zitieren Sie den dritten IPCC-Bericht? Der ist über 10 Jahre alt, die Klimawissenschaft hat sich in der Zwischenzeit weiter entwickelt. Natürlich haben sich daraus Änderungen ergeben, daran ist nichts Verblüffendes, einige schwächen den Erwärmungstrend ab, andere legen physikalische Zusammenhänge nahe, die zuvor schlicht nicht erkennbar gewesen sind. Warum wird deshalb auf die Klimaphysik geschimpft? Jede Wissenschaft entwickelt sich im Verlauf der Zeit.

    "Das ganze [Klimaproblem] auf [erhöhte CO2-Emissionen] zu reduzieren ist lächerlich." -- Darin stimme ich Ihnen zu. Das Erdsystem ist komplex. Unglücklicherweise hilft diese Aussage dem Laien nicht weiter. Gerade in der Klimawissenschaft gibt es so gut wie keine leicht einzusehenden Zusammenhänge -- das muss dem Fachfremden vorkommen wie eine Black Box, die nur durch gründliche Aufklärung transparent gemacht werden könnte. Gründliche Aufklärung allerdings heißt: Studium. Wie also sollte dieses Problem aus der Welt geschafft werden?

  3. Die Klima "Apokalyptiker" verraten sich stets durch ihre Sprache. Kritiker der CO² Theorie werden sofort diffarmiert und lächerlich gemacht.

    http://www.welt.de/debatt...

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    • eazy-i
    • 10. Februar 2012 20:42 Uhr

    Den Kritikern der "Klimareligiösen" und "Apokalyptiker" geht es da ganz ähnlich wie den Kreationisten und Kritikern der Evolutions-"Theorie".
    Jeder hat das Recht auf seine Meinung, wenn diese aber erwiesenermaßen nichts mit der Realität zu tun hat, ist es peinlich und es darf gelacht werden.

    Man sollte seine "Religion" auch rational verteidigen
    können, wenn sie etwas taugt!

  4. bringt eigentlich Hundertschaften von Kommentatoren hier so in Rage? Dass Wissenschaftler empfehlen(!), weniger Treibhausgase in die Atmosphäre zu pusten?

    Irgendwie ist es wie mit einem Patienten, der zum Arzt geht und nach einer Routineuntersuchung erfährt, dies oder jenes besser behandeln zu lassen, weil es, unbehandelt, sich verschlimmern und vermutlich teuer wird.

    Wenn dieser Patient nun nichts Besseres zu tun hat, als von dem Arzt den "hunderprozentigen Beweis" für diese Diagnose zu verlangen, in der Doktorarbeit des Arztes nach Ungereimtheiten suchen zu gehen, oder dessen geheimbündlerische Verquickung mit anderen Ärzten (die dieselbe Diagnose stellen) aufdecken zu wollen - dann muss es sich wohl um einen "Skeptiker" handeln.

    Nur am Ende bleibt er krank - ok, seine Privatsache. Doch das Klima ist niemandes Privatsache.

    2 Leserempfehlungen
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    Was uns in Rage bringt, ist die Art und Weise der Diskussion. Kritiker werden sofort in eine Ecke gestellt, bevor man sich überhaupt mit deren Thesen auseinandersetzt.

    Ihr Arzt Bsp. ist naiv. Gebe es keine Kritiker die Doktorarbeiten nach Ungereimtheiten durchsuchen, wäre Guttenberg noch Minister!

    Wow, sehr guter Kommentar! Vielen Dank! Die Begründung in dem Verhalten scheint mir immer öfter eine ganz flache zu sein: man fühlt sich in seinem Stolz verletzt. Man lässt sich nicht von fremden Menschen sagen, dass man Fehler macht und das man das ein oder andere mal über sein Leben und seine Folgen für andere kritisch nachdenken sollte.
    Ihnen dennoch einmal mehr vielen Dank für den überaus zutreffenden Kommentar!

    • mabank
    • 12. Februar 2012 14:08 Uhr

    Ich sehe das eher so:

    Ein Mann geht zum Arzt, der sagt ihm er habe Krebs, müsse nicht nur mit dem Rauchen aufhören, sondern sofort eine Chemotherapie machen, sonst würde er keine 2 Jahre mehr leben. Das wird ihm auch von den Chemo-Ärzten bestätigt, die selber aber keine Untersuchung machen, sondern sich lediglich auf die Diagnose des Hausartzes stützen. Ein anderer Arzt, sagt nun, das sei gar kein Krebs, sondern eine seltene Erbkrankheit, die Chemo-Terapie würde nichts nützen und der Mann würde auch gar nicht sterben, er sollte aber trotzdem mit dem Rauchen aufhören.
    Die Chemo-Ärzte nennen diesen Arzt dann einen Lügner und wann immer es dem Patienten schlechter geht sagen Sie: "Sehen Sie, das sagen wir doch, das ist der Krebs!" und wenn es ihm besser geht sagen sie "Sehen Sie, das sagen wir doch, die Chemoterapie schlägt an" und selbst wenn es dem Patienten besser geht, nachdem er seine Therapie für einen Monat abgesetzt hat, sagen sie "Natürlich, das haben wir alles kommen gesehen, aber schon übermorgen wird ihr Krebs wieder zurückkommen"

    Auf wen würden Sie hören? Das Risiko eingehen, dass Sie tatsächlich Krebs haben aber die Chemo weglassen oder das Risiko, dass Sie die nächsten Jahre ihren Körper unnötig vergiften und zerstören oder womöglich gar daran sterben?

    Grundsätzlich sollte man sich mit beiden Diagnosen auseinander setzen. Wenn ein Arzt sagt, der andere Arzt sei ein Lügner, anstatt mit plausiblen Arumenten zu kommen, dann würde mir das wenig Zuversicht geben.

    Hier meine Version:
    Ein Politker geht zum Arzt und bekommt die Diagnose einer "pulmonalen Hyperfunktion" gestellt. Er versteht nicht, was das ist, aber ein befreundeter Hobbymediziner googelt und sagt ihm, dass das bedeuten würde, er würde einfach zu viel Ausatmen. Der Politiker geht wieder zu seinem Arzt und fragt ihn, wie lange er noch zu leben hätte, da das mit dem Atmen ja schon bedrohlich wäre. Der sagt ihm, er habe noch genau 13.23847598378397 Jahre zu leben, wenn er nicht endlich weniger ausatmen würde. Dies würde im Übrigen auch für den Rest seiner Wähler gelten. Also zieht der Politiker los und versucht alle Leute von der Bedrohung der pulmonalen Hyperfunktion zu heilen und setzt durch, dass die Behandlungskosten voll von der Krankenkasse getragen werden. Und so weiter und so fort....

    Aber mal im Ernst: Es ist genauso vermessen zu sagen, dass die Menschen die Macht hätten, die Klimaerwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, als zu sagen, es hätte alles nichts mit CO2 zu tun und wir müssten gar nichts machen.

  5. Was uns in Rage bringt, ist die Art und Weise der Diskussion. Kritiker werden sofort in eine Ecke gestellt, bevor man sich überhaupt mit deren Thesen auseinandersetzt.

    Ihr Arzt Bsp. ist naiv. Gebe es keine Kritiker die Doktorarbeiten nach Ungereimtheiten durchsuchen, wäre Guttenberg noch Minister!

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    • skeptik
    • 10. Februar 2012 21:29 Uhr

    Gerade in den USA wird massiv gegen Klimawissenschaftler, und dem aktuellen Wissenstand geschossen.
    Primär werden Fehlinformationen regelrecht mit dem Salzstreuer verteilt. Von plumpen Lügen über Leugnen bis hin zu geschickten Falschinformationen oder bewussten Fehlinterpretationen. Zum andern indem aktiv gegen die Forschung vorgegangen wird: http://globalklima.blogsp... .

    Und nun hörn sie den gleichen Mist immer und immer wieder und viele glauben den, auch in Deutschland.

    Viele sind da gefrustet, insbesondere mit dem Thema vertraute Wissenschaftler.

    Nehmen sie als Beispiel Die Leipziger Erklärung zur globalen Klimaänderung.
    Da sind Unterzeichner, die zB bei Instituten beschäftigt sind, die nicht mal existieren. Odr bei nachforschungen nicht aufzufinden sind, oder einfach nicht auf diesem Gebiet tätig sind.

    Aber ich muss ihnen in einem Punkt widersprechen.
    Es wird sich mit den Thesen auseinander gesetzt.
    http://www.scilogs.de/wbl...
    http://www.scilogs.de/wbl...
    http://www.scienceblogs.d...
    nur lassen faktenorientierte Menschen halt von Fakten leiten und somit kein gutes Haar an falschen Behauptungen.

    Sie schreiben:

    "Kritiker werden sofort in eine Ecke gestellt, bevor man sich überhaupt mit deren Thesen auseinandersetzt."

    Es heisst aber:

    "Kritiker werden sofort in eine Ecke gestellt, NACHDEM man sich mit deren Thesen auseinandersetzt."

    • joG
    • 10. Februar 2012 19:51 Uhr

    ....dass eine sehr, sehr kurze Web-Suche ergab, dass entgegen der Behauptung im Artikel, Es habe in Science keine Artikel zum Thema gegeben und keine Forschung, die das Forcing der Sonnenaktivitat untersucht darin, es solche Publikationen seit 1971 wiederkehrend gibt. Es zeigt sich auch, dass es eine ziemliche Unschärfe gibt in den Erkenntnissen. Allerdings ist sehr sicher, dass solare Aktivität und kosmische Strahlung einen erheblichen Einfluss haben. Wie viel Forcing diese Faktoren erzeugen, wissen wir noch nicht. Das braucht mehr Forschung.

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    • ibm
    • 10. Februar 2012 21:38 Uhr

    auf diese Artikel.

    • Pjotr_
    • 10. Februar 2012 22:11 Uhr

    Interessant ist vor allem, dass neuere Studien (die momentan allerdings noch umstritten sind) Vahrenholt Sonnenthese auf den Kopf stellen: diese weisen nämlich nach, dass erhöhte Sonnenaktivität die Erde abkühlt. Ich frage mich, wie Vahrenholt angesichts dieser Ergebnisse seine Thesen rechtfertigen will. Geht er in seiner Schrift überhaupt auf Haigh et al. ein?

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