Fusion Glencore–XstrataHochzeit in Weiß

Der Rohstoffgigant Glencore könnte durch seine Fusion mit Xstrata an Glaubwürdigkeit gewinnen.

Die Glencore-Firmenzentrale in Baar

Die Glencore-Firmenzentrale in Baar

Hört man sich am Schweizer Hauptsitz von Glencore, in Baar um, gibt es nur ein Wort, das die Gefühlswelt der Angestellten in diesen Tagen treffend beschreibt: Euphorie. Endlich scheint man es geschafft zu haben. Die schon lange geplante Hochzeit mit Xstrata ist die größte Firmenfusion des Bergbaus und auch die größte Firmenfusion der Schweizer Wirtschaftsgeschichte.

Sie ist zudem ein weiterer Schritt, die Welt der Rohstoffe gänzlich zu erobern, also Abbau, Transport und Handel in einer Hand zu halten. Mit Glencore Xstrata International plc entsteht ein Unternehmen mit fast 210 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Es wird die Nummer vier der globalen Rohstoffbranche sein.

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Beide Unternehmen waren schon länger verlobt: Sowohl Xstrata als auch Glencore sind Abkömmlinge aus dem Reich des legendären Rohstoffhändlers Marc Rich, und Glencore war bislang zu 34 Prozent an Xstrata beteiligt. Die eine Firma hat ihren Hauptsitz in Zug, die andere im Nachbardorf Baar, obendrein verbinden die beiden Unternehmen zahllose Abnahme- und Vermarktungsverträge. Schon heute, vor Vollendung der Fusion, bestreitet der Bergbaukonzern Xstrata etwa ein Drittel seines Umsatzes durch Verkäufe an Glencore.

Die enge Verbindung geht bis hinein in die Chefetagen: Glencore-Chef Ivan Glasenberg, geboren 1957, und Xstrata-Chef Mick Davis, geboren 1958, lernten sich schon zu Studienzeiten an der südafrikanischen Universität Witwatersrand kennen.

Die Fusion festigt also vor allem das, was schon lange angebahnt war. Aber nicht nur die Effizienz des neuen Rohstoffkonglomerats könnte durch den geplanten Zusammenschluss noch etwas gesteigert werden – sondern auch dessen Marktmacht.

Was wiederum kein zu unterschätzender Faktor ist in der Welt der Minen und Metalle, wo Preise nicht bloß einfach entstehen, sondern eben oft auch gemacht werden, indem man Güter etwas zurückhält, die Lagerbestände hochfährt und damit das Angebot künstlich verknappt.

Kurz: Dass der größte Kohleexporteur der Welt oder etwa der größte Zinkproduzent der Welt durch die Fusion seine Kunden dazu bringen will, etwas höhere Preise zu bezahlen, das gehört zur Logik des Geschäfts. Ob er das tatsächlich durchsetzen kann, hängt allerdings auch davon ab, ob die Nachfrage auf den Rohstoffmärkten weiter so stetig wächst wie im vergangenen Jahrzehnt.

Leserkommentare
  1. ..Xstrata als ein auch nur in Ansätzen nachhaltiges Unternehmen zu bezeichnen.
    Dazu ein paar Links:
    http://de.wikipedia.org/w...
    http://www.multiwatch.ch/...
    http://www.miningwatch.ca...
    http://www.zeit.de/2012/0...

    Mein Urteil:
    Glencore: skrupellos, aber bisher ohne PR-Bemühungen, deswegen ultradiskret.
    Xstrat: skrupellos, versucht mit symbolischen sozialen Initiativen, die deutlich unter den nicht geleisteten Entschädigungszahlungen liegen, und einer PR-Kampagne, ein paar Naive über seine Verbrechen hinwegzublenden.

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