Brettspiel Schach
Eintracht oder Zwietracht – das ist die Frage! Früher gehörten die Ungarn zu den weltbesten Mannschaften, obwohl sie untereinander ziemlich zerstritten waren. Doch als sie einen Psychologen für ein besseres Mannschaftsklima anheuerten, fielen die Ergebnisse gleich ab. Andererseits wurde Armenien in den letzten Jahren zweifelsohne dank seines prächtigen Mannschaftsgeists zweimal Olympiasieger, obwohl ihnen das kaum jemand zugetraut hätte. Bei der Europa-Mannschaftsmeisterschaft im griechischen Porto Carras »entschieden« sich die Deutschen eher für das ungarische Modell. Und siehe da – entgegen allen Prognosen wurden sie klarer und verdienter (!) Europameister vor den besten Mannschaften der Welt, der Favorit Russland landete gar unsanft auf dem fünften Platz. Mein 89-jähriger Schachfreund Horst Ewald dichtete begeistert:
Porto Carras – Aurum – Gold! / Ist noch einer da, der schmollt? /Das ist ja unglaublich fast! / Alles hat total gepasst! / Bravo, Jungs! Macht weiter so! / Deutschland wär’ von Herzen froh!
Einer, der wegen seiner Ehrlichkeit und Schnoddrigkeit allseits beliebt ist, ist der Hamburger Großmeister Jan Gustafsson. In seinem Blog schreibt er: »Drecks-Aberglaube, musste alle Weißpartien in derselben kaputten Jeans und alle Schwarzpartien in meiner weißen Malerhose spielen.« Tja, wenn’s hilft!
Mit welchem fantastischen Zug krönte Gustafsson als Weißer seine Opferpartie gegen den Ukrainer Efimenko, indem er die Dame eroberte (gleich 1.Lxf6 scheitert an 1...Txh5)?
Mit welchem starken Zug gewann Weiß trotz einer Dame weniger?
Nach 1.Tc8! gab Schwarz schon auf, weil auf 1...Db4 2.a8D entscheidet und sich bei 1...Txc8 2.Dxc8+ Kh7 3.a8D der weiße Freibauer in eine neue Dame verwandelt, andererseits auch 1...Df1+! 2.Kxf1 Da6+ 3.Kg2 Txc8 4.Sd4 auf Dauer verliert
- Datum 06.02.2012 - 15:15 Uhr
- Quelle ZEITmagazin, 9.2.2012 Nr. 07
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