AtommülllagerDie Illusion einer sauberen Lösung

Das niedersächsische Atommülllager Asse soll ausgeräumt werden. So wollen es Bürger und Politiker. Doch dieser Plan droht zu scheitern.

Nun ist der Geist aus der Flasche. Zwar beteuern alle politischen Instanzen, vom Bundesumweltministerium bis zur Opposition, dass man die radioaktiven Abfälle aus dem ehemaligen Salzbergwerk Asse II bergen wolle. Doch das hehre Versprechen gerät zunehmend in Widerspruch zur Realität: Anders als ihre Vorgesetzten in der Öffentlichkeit reden die zuständigen Experten intern längst darüber, warum die gigantische Operation »Rückholung« wohl ist, was einzelne Kritiker immer gemutmaßt haben – Wunschdenken.

Offen zu äußern wagt das allerdings niemand. Denn damit würde einer der größten Konflikte im Umgang mit der Kernkraft, den Deutschland je erlebt hat, wieder aufbrechen; ja die Verantwortlichen müssten riskieren, eine ganze Region in die offene Rebellion zu treiben. Die Einwohner des Landkreises Wolfenbüttel haben ohnehin das Gefühl, dass man sie über Jahrzehnte an der Nase herumgeführt hat. Immer wieder hörten sie: alles in Ordnung – auch als in der Asse längst nichts mehr in Ordnung war.

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Bereits in den sechziger Jahren, als das »Versuchsendlager« angeblich noch erkundet wurde, begann dort klammheimlich die Einlagerung. Heute weiß man, dass unter den Äckern in 500 bis 700 Meter Tiefe mehr als 120.000 Fässer mit radioaktiven Abfällen ruhen. Verschwiegen wurde zunächst auch der Einbruch von Wasser in die Asse. Zwar droht seitdem die Gefahr, dass das marode Bergwerk irgendwann mit großen Mengen Salzlauge vollläuft – und die Fässer durchrosten. Doch erst 2008, nachdem unter Tage auch radioaktives Cäsium-137 gemessen wurde, was als Indiz für bereits beschädigte Atommüllfässer gilt, entzog die Bundesregierung dem zuständigen Helmholtz-Zentrum die Aufsicht und übertrug sie dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Geschichte der Asse: 1900-1970

Zehn Kilometer südöstlich von Wolfenbüttel wird 1906 der erste Schacht des Bergwerks Asse in die Tiefe getrieben. 1964 endet die Förderung von Steinsalz aus wirtschaftlichen Gründen. Im selben Jahr wird die Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF) in München gegründet. Sie kauft im Auftrag des Bundes die Schachtanlage für umgerechnet etwa 45.0000 Euro. 1965 wird die Asse vom Salz- zum Forschungsbergwerk erklärt.

1971-1980

Von 1967 an erforscht die GSF die Eignung der Asse als Atommülllager. Zugleich werden in der Schachtanlage in Niedersachsen (Bild links) schon leicht und mittelradioaktive Abfälle eingelagert. Bis zum Ende der Einlagerung 1978 sind es 126.000 Fässer mit leicht radioaktivem Material in mehr als 700 Metern Tiefe und 1300 Fässer mit mittelradioaktivem Material in 511 Metern Tiefe.

1981-2000

1988 entdeckt man erstmals, dass ins sogenannte Versuchsendlager Asse Salzlauge einsickert. Die Öffentlichkeit wird darüber nicht informiert.1995 läuft die Forschung in der Asse aus. Im selben Jahr wird die Helmholtz-Gemeinschaft gegründet, deren Mitglied die GSF ist. Im August 1998 wird ein täglicher Zufluss von elf Kubikmetern Lauge gemessen.

2001-2010

Seit 2005 eskaliert der Streit um die Asse. 2008 wird unter Tage radioaktiv strahlendes Cäsium-137 gemessen. Dem Helmholtz-Zentrum entzieht man die Aufsicht. Seit dem 1. Januar 2009 ist das Bundesamt für Strahlenschutz verantwortlich für die Asse. Am 15. Januar 2010 empfiehlt das Bundesamt, den radioaktiven Müll aus dem Bergwerk zu holen.

Dessen Präsident Wolfram König versucht seither, das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen. Mit viel Dialog und Bürgerbeteiligung will er die Sünden der Vergangenheit ausbügeln. Und die misstrauischen Bürgerinitiativen wollen vor allem eines: alle Abfälle aus der Asse wieder an die Oberfläche holen. Alles andere, etwa eine »Verfüllung« der Schächte mit Betonsperren, gilt in der Region als Verrat. Damit, so die einhellige Meinung der Anwohner, solle nur wieder vertuscht werden, was im Dunkel des Salzes so alles liege.

Obwohl die Rückholung in unzähligen Diskussionsveranstaltungen beschworen wurde, war nie klar, ob diese Option auch wirklich durchführbar ist. Ausgerechnet Mitglieder des Fachbereichs »Sicherheit nuklearer Entsorgung« im BfS waren es, die den Geist des Zweifels aus der Flasche ließen. In einem fünfseitigen Memorandum, datiert vom 14. November 2011, zerpflückten sie das Multimilliardenprojekt. Angesichts der technischen Schwierigkeiten und der erforderlichen Genehmigungen werde die Rückholung viel länger dauern als gedacht; dadurch steige das Risiko eines »unbeherrschbaren Lösungszutritts« – sprich: Wassereinbruchs. Es sei damit zu rechnen, dass bald »eine Sachlage eintreten wird, die eine weitere Verfolgung der Stilllegungsoption ›Rückholung‹ als sicherheitstechnisch nicht mehr vertretbar erscheinen lässt«. Für die Bürgerinitiativen ein Stich ins Herz.

Leserkommentare
    • bugme
    • 20.02.2012 um 7:36 Uhr

    Kann man alle noch lebende verantwortlichen, die mitspielten beim "Gift verbuddeln", wegen versuchten Todschlags vor Gericht bringen?

    17 Leserempfehlungen
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    Irgendwer muss doch die wahnwitzige Einlagerung in den '70ern genehmigt haben, während die 'Erkundung' lief.
    Irgendwer hat über sieben Jahre die Leckage gegenüber der Bevölkerung vorsätzlich vertuscht.
    Lässt sich so weiterführen, die Liste...

    • joG
    • 20.02.2012 um 11:09 Uhr

    ...der Politik haben auch hier unsere Kontrollsysteme mit denen wir uns gegen Machtmissbrauch und grobe Fahrlässigkeit bürokratischer und politischer Stellen d.h. der betreffenden Personen sehr ungenügend geschützt haben.

    Da auch vermutlich bestehende Gesetze genügen würden um die Befehlskette von Sachbearbeiter bis hoch zu den entsprechenden Ministern wegen Betrug usw zu verklagen und Verurteilungen zu erreichen, dies aber nicht tun, sind wir selbst Schuld. Wir nennen uns stolz Demokratie und können so die Verantwortung nicht auf Andere schieben.

    Nein, kann man nicht.
    Die meisten Straftatbestände wären innzwischen wohl auch verjährt.
    Ausserdem hat die deutsche Justiz doch schon alle Hände voll zu tun, die fiesen Atomkraftgegner abzuurteilen:

    http://blog.eichhoernchen...

    Da zeigt sich der Staat schön hartnäckig, und verhängt Bußgelder für Protestaktionen die 4 Jahre her sind...

    • xpeten
    • 05.04.2012 um 15:52 Uhr

    da zum Zeitpunkt, als der strahlende Müll in die Asse hineingeworfen wurde,

    "bedauerlicherweise versäumt wurde, einen für den Betrieb der Asse Verantwortlichen zu benennen."

    Man müsste einmal prüfen, wer genau die Benennung eines Verantwortlichen versäumt hat, weil es ja kaum vorstellbar ist, dass man sich in unserem Rechtssystem mit einer solch billigen Ausrede aus der Verantwortung stehlen kann.

    Zudem gilt ja im Zweifel auch hier das Verursacherprinzip, sprich: Wessen Müll dort unten liegt ist für die Räumung und Zwischen-/Endlagerung zur Verantwortung zu ziehen. Und wessen Müll dort liegt, ist zumindest teilweise klar.

    • xelo
    • 08.05.2012 um 11:58 Uhr

    "Kann man die Verantwortlichen vor Gericht ziehen?"
    Das dies nicht längst passierte ist mir unbegreiflich.

    Interessant ist in dieser Hinsicht auch dieser Artikel aus dem Spiegel von 2008 über das Endlager Morsleben und der Ignoranz der beteiligten Politiker:
    http://www.spiegel.de/spi...

    Irgendwer muss doch die wahnwitzige Einlagerung in den '70ern genehmigt haben, während die 'Erkundung' lief.
    Irgendwer hat über sieben Jahre die Leckage gegenüber der Bevölkerung vorsätzlich vertuscht.
    Lässt sich so weiterführen, die Liste...

    • joG
    • 20.02.2012 um 11:09 Uhr

    ...der Politik haben auch hier unsere Kontrollsysteme mit denen wir uns gegen Machtmissbrauch und grobe Fahrlässigkeit bürokratischer und politischer Stellen d.h. der betreffenden Personen sehr ungenügend geschützt haben.

    Da auch vermutlich bestehende Gesetze genügen würden um die Befehlskette von Sachbearbeiter bis hoch zu den entsprechenden Ministern wegen Betrug usw zu verklagen und Verurteilungen zu erreichen, dies aber nicht tun, sind wir selbst Schuld. Wir nennen uns stolz Demokratie und können so die Verantwortung nicht auf Andere schieben.

    Nein, kann man nicht.
    Die meisten Straftatbestände wären innzwischen wohl auch verjährt.
    Ausserdem hat die deutsche Justiz doch schon alle Hände voll zu tun, die fiesen Atomkraftgegner abzuurteilen:

    http://blog.eichhoernchen...

    Da zeigt sich der Staat schön hartnäckig, und verhängt Bußgelder für Protestaktionen die 4 Jahre her sind...

    • xpeten
    • 05.04.2012 um 15:52 Uhr

    da zum Zeitpunkt, als der strahlende Müll in die Asse hineingeworfen wurde,

    "bedauerlicherweise versäumt wurde, einen für den Betrieb der Asse Verantwortlichen zu benennen."

    Man müsste einmal prüfen, wer genau die Benennung eines Verantwortlichen versäumt hat, weil es ja kaum vorstellbar ist, dass man sich in unserem Rechtssystem mit einer solch billigen Ausrede aus der Verantwortung stehlen kann.

    Zudem gilt ja im Zweifel auch hier das Verursacherprinzip, sprich: Wessen Müll dort unten liegt ist für die Räumung und Zwischen-/Endlagerung zur Verantwortung zu ziehen. Und wessen Müll dort liegt, ist zumindest teilweise klar.

    • xelo
    • 08.05.2012 um 11:58 Uhr

    "Kann man die Verantwortlichen vor Gericht ziehen?"
    Das dies nicht längst passierte ist mir unbegreiflich.

    Interessant ist in dieser Hinsicht auch dieser Artikel aus dem Spiegel von 2008 über das Endlager Morsleben und der Ignoranz der beteiligten Politiker:
    http://www.spiegel.de/spi...

  1. Es ist ja schon länger klar, dass die Rückholung ein völlig Wahnwitziges Unternehmen währe. Wie will man vor allem Atommüll in halb durchgerosteten Fässern da raus holen? Mit einem großen Löffel?
    Man kann ja auch von niemandem verlangen, dass er das Zeug unter Einsatz seines Lebens da raus holt (obwohl Der Gedanke die Verantwortlichen dafür anzustellen schon verlockend wäre).

    Das alle Politiker noch von Rückholunge sprechen liegt einfach daran das bis 2030 sowieso keiner von ihnen im Amt bleiben wird. Die beste Lösung wird man mit ignorieren aller Tatsachen kaum finden.

    9 Leserempfehlungen
  2. Irgendwer muss doch die wahnwitzige Einlagerung in den '70ern genehmigt haben, während die 'Erkundung' lief.
    Irgendwer hat über sieben Jahre die Leckage gegenüber der Bevölkerung vorsätzlich vertuscht.
    Lässt sich so weiterführen, die Liste...

    7 Leserempfehlungen
  3. Warum macht sich eigentlich keiner die Mühe mal die gesamten Kosten die so anfallen neben und nach der Atomstromproduktion zu berechnen? Die Mär vom billigen Atomstrom dürfte sich dann doch ganz schnell in Luft auflösen.

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    • bayert
    • 20.02.2012 um 9:23 Uhr

    die meisten PV-Subventionen schon beendet. Was die Rückholung wohl kosten wird?

    P.S.: Wie soll ein "Endlager" eine Eiszeit überstehen?

    • joG
    • 20.02.2012 um 10:58 Uhr

    ...obwohl Atomstrom ursächlich natürlich ist, ihm zuschreiben. Dem widerspricht die Zahl bedrohlicher Probleme, denen wir uns momentan gegenübersehen.

    Wir wissen schließlich aus unserer Erfahrung mit dem Euro, transrapid, Wulff oder Schröder, dass wir ein großes Defizit in unseren politischen Motivations- und Kontrollsystemen haben. Wir vergeben Macht ohne uns gegen ihren Missbrauch adäquat zu schützen. Die Folgen akkumulieren sich seit nunmehr ein paar Jahrzehnten und sind entsprechend vielfältig und groß.

    • mudd
    • 11.04.2012 um 13:34 Uhr

    Es gab dazu bereits im letzten Jahr eine Studie der Versicherungsforen Leipzig GmbH. Die Studie ist hier verfügbar:

    http://www.bee-ev.de/_dow...

    Abbildung 6.8 fasst den Aufschlag auf den kWh Preis für bestimmte Szenarien zusammen....

    • galbum
    • 18.05.2012 um 0:00 Uhr

    In Asse lagert kein Atommüll aus Kernkraftwerken. Dort wurde Atommüll aus Forschungseinrichtung und Krankenhäusern eingelagert.

    • bayert
    • 20.02.2012 um 9:23 Uhr

    die meisten PV-Subventionen schon beendet. Was die Rückholung wohl kosten wird?

    P.S.: Wie soll ein "Endlager" eine Eiszeit überstehen?

    • joG
    • 20.02.2012 um 10:58 Uhr

    ...obwohl Atomstrom ursächlich natürlich ist, ihm zuschreiben. Dem widerspricht die Zahl bedrohlicher Probleme, denen wir uns momentan gegenübersehen.

    Wir wissen schließlich aus unserer Erfahrung mit dem Euro, transrapid, Wulff oder Schröder, dass wir ein großes Defizit in unseren politischen Motivations- und Kontrollsystemen haben. Wir vergeben Macht ohne uns gegen ihren Missbrauch adäquat zu schützen. Die Folgen akkumulieren sich seit nunmehr ein paar Jahrzehnten und sind entsprechend vielfältig und groß.

    • mudd
    • 11.04.2012 um 13:34 Uhr

    Es gab dazu bereits im letzten Jahr eine Studie der Versicherungsforen Leipzig GmbH. Die Studie ist hier verfügbar:

    http://www.bee-ev.de/_dow...

    Abbildung 6.8 fasst den Aufschlag auf den kWh Preis für bestimmte Szenarien zusammen....

    • galbum
    • 18.05.2012 um 0:00 Uhr

    In Asse lagert kein Atommüll aus Kernkraftwerken. Dort wurde Atommüll aus Forschungseinrichtung und Krankenhäusern eingelagert.

    • genrik
    • 20.02.2012 um 9:19 Uhr

    Seit die damalige Umweltministerin Merkel gestattete, die Fässer (statt zu stapeln) schlicht abzukippen, so daß sie durch die Fall-Energie bereits deformiert und undicht wurden, ist schon der Gedanke an Rückholbarkeit illusorisch. Aber nun wird ja weiter an der Gesundbetung des Salzstockes in Gorleben gearbeitet...

    13 Leserempfehlungen
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    • bugme
    • 20.02.2012 um 21:31 Uhr

    Frau Merkel war evtl. damals noch in der FDJ, sicherlich aber noch keine Umweltministerin

    • bugme
    • 20.02.2012 um 21:31 Uhr

    Frau Merkel war evtl. damals noch in der FDJ, sicherlich aber noch keine Umweltministerin

    • bayert
    • 20.02.2012 um 9:23 Uhr

    die meisten PV-Subventionen schon beendet. Was die Rückholung wohl kosten wird?

    P.S.: Wie soll ein "Endlager" eine Eiszeit überstehen?

    4 Leserempfehlungen
  4. Der Steuerzahler natürlich, die Atomindustrie, die mit ihrem Atomstrom den Reibach gemacht hat, nur machen konnte, weil die Kosten der Endlagerung fein herausgerechnet werden konnten, die ist fein raus.

    9 Leserempfehlungen
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    Der Reibach ist nicht nicht nur direkt auf die Atomindustrie zurückzuführen.
    Die Atomenergie wurde von der Politik forciert und gefördert, u.a. Franz Josef Strauß - dem 'Atom'-Minister - der auch in späteren Ämtern wiederholt Auffällig wurde.
    Die Bundesregierung erklärte sich damals großzügig bereit, für die Entsorgung des Mülls aufzukommen, als die Energiekonzerne den Aufwand mal durchrechneten und feststellten, dass sich Atomenergie vorne und hinten nicht lohnt.

    Der Reibach ist nicht nicht nur direkt auf die Atomindustrie zurückzuführen.
    Die Atomenergie wurde von der Politik forciert und gefördert, u.a. Franz Josef Strauß - dem 'Atom'-Minister - der auch in späteren Ämtern wiederholt Auffällig wurde.
    Die Bundesregierung erklärte sich damals großzügig bereit, für die Entsorgung des Mülls aufzukommen, als die Energiekonzerne den Aufwand mal durchrechneten und feststellten, dass sich Atomenergie vorne und hinten nicht lohnt.

  5. Da alles was ´´Atom´´ auf dem Label stehen hat mit Weltuntergangsszenarien verbunden Ist: die Abfälle , die in die Asse verbracht worden sind, sind schwach bis mittel
    Aktiv, d.h. Abfall aus Medizin und Labor, da wurde von den bösen Atomkraftwerken keine Brennstäbe eingelagert.also keine Panik.
    Übrigens, in Hiroshima und Nagasaki leben seit zig Jahren Menschen, viele Menschen , ohne atomares Restrisiko, Strahlenschäden oder sonstiges.
    Die Gegend ist also nicht auf Jahrtausende verstrahlt gewesen, wie so gern behauptet wird.
    Dass wir mit unseren Politikern unsere Sorgen haben, da kann man nicht widersprechen, hat mit der Asse aber nichts zu tun. Immerhin liegt der Dreck in 750 m Tiefe und wie ein Forist so richtig bemerkte , die nächste Eiszeit kommt bestimmt, Vulkanausbruch in der Eifel, Meteoreinschlag in der Nordsee, ja , das Leben endet schon meistens tötlich.

    3 Leserempfehlungen
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    • Atan
    • 20.02.2012 um 10:38 Uhr

    in der Asse lagern sehr wohl hochradioaktive Abfälle, u.a. Plutonium und Uran.
    http://www.n-tv.de/politi...

    Nur weiss eben niemand genau, wo und wie. Sie haben natürlich schon recht, dass zu Ihren Lebzeiten der Dreck wohl nicht überkochen sollte, aber leider war bisher in Bezug auf die Asse fast jede "wissenschaftliche" Prognose schlicht falsch.
    Ob eine Technik mit "Millionen-Jahre-Risiko" wirklich so unendlich Schlamperei & Opportunismus-tolerant ist, wie menschliches Wirtschaften nun mal überwiegend funktioniert?

    das Problem bei der Asse ist weniger in den eingelagerten Nuklidklassen (sofern die Dokumentation auch zuverlässig ist!), als in dem problematischen gebirgsmechanischen Eigenschaften eines Diapirs zu sehen.

    M. E. sind Diapire schon wegen der begrenzt einschätzbaren Halokinese nicht eignungshöffig; nichtmal für Schwermetalle.

    Dazu kommen noch komplizierte Korrosionsvergänge und eine immer in Fluss befindliche Änderung der inneren Struktur sowei der Gebirgsdurchlässigkeit im Kontaktbereich zum Nachbargestein.

    Die Frage stellt sich einfach: wie weit sind in absehbarer Zeit die Schutzgüter Boden und Grundwasser betroffen und giebt es adäquate Kontrollmethoden (die dazu auch eingesetzt werden müssen!)

    MfG Karl Müller

    • bugme
    • 20.02.2012 um 21:36 Uhr

    Sie haben schon im Zeitraum 2002-2010 mehr als Doppelt so viele Leukämiefälle in direkter Umgebung der Asse!

    Darüber hinaus wird in 50 Jahren durch das Methan zu Blow-Outs führt, bei dem die Gase zur die Oberfläche strömen und dabei radioaktiv kontaminierte Flüssigkeiten und Schlämme mit sich nehmen.

    Also worst case in der Generation unserer Kinder. Ich wäre aber zufrieden, wenn alle AKW befürworteter dort ein Altenheim spendiert bekommen, in dem das Helmholz-Zentrum gern auch eine Krebs-Versuchsstation anlegen darf.

    Aktuell hat sich Herr Gawel, Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Infrastruktur und Ressourcenmanagement an der Universität Leipzig und tätig für das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, als Autor eines Artikels, in der Zeit-Online, zum Thema Wassersparen geäußert. Es wäre interessant zu erfahren, welche Gedanken man sich bei der Helmholtz Gesellschaft zum konkreten Problem Asse 2 macht.

    nur in der Sache nicht ganz richtig.
    Erstens: Asse beinhaltet nicht nur schwachstrahlende
    Abfälle!
    Zweitens: Fukoshima und Hiroshima ist der Vergleich Äpfel
    mit Birnen.
    Und die Panikabwehr wird sich nur solange aufrechterhalten
    lassen bis die Spätfolgen nicht mehr abzuleugnen sind.
    Verfechter dieser Technik sind entweder total ahnungslos
    oder Menschenverächter.
    Selbst das Märchen von der kostengünstigen Energie ist
    bei Kenntnis der wahren Kosten nicht haltbar.
    Gewinnbringend für die Betreiber, aber nicht für die
    Gesellschaft!
    Und der eigentliche Grund für diese Technik ist entfallen,
    denn es gibt heute mehr Plutonium als jemals zuverbraten
    ist, für den mehrfachen Overkill. Es ist wie es ist.

    • Atan
    • 20.02.2012 um 10:38 Uhr

    in der Asse lagern sehr wohl hochradioaktive Abfälle, u.a. Plutonium und Uran.
    http://www.n-tv.de/politi...

    Nur weiss eben niemand genau, wo und wie. Sie haben natürlich schon recht, dass zu Ihren Lebzeiten der Dreck wohl nicht überkochen sollte, aber leider war bisher in Bezug auf die Asse fast jede "wissenschaftliche" Prognose schlicht falsch.
    Ob eine Technik mit "Millionen-Jahre-Risiko" wirklich so unendlich Schlamperei & Opportunismus-tolerant ist, wie menschliches Wirtschaften nun mal überwiegend funktioniert?

    das Problem bei der Asse ist weniger in den eingelagerten Nuklidklassen (sofern die Dokumentation auch zuverlässig ist!), als in dem problematischen gebirgsmechanischen Eigenschaften eines Diapirs zu sehen.

    M. E. sind Diapire schon wegen der begrenzt einschätzbaren Halokinese nicht eignungshöffig; nichtmal für Schwermetalle.

    Dazu kommen noch komplizierte Korrosionsvergänge und eine immer in Fluss befindliche Änderung der inneren Struktur sowei der Gebirgsdurchlässigkeit im Kontaktbereich zum Nachbargestein.

    Die Frage stellt sich einfach: wie weit sind in absehbarer Zeit die Schutzgüter Boden und Grundwasser betroffen und giebt es adäquate Kontrollmethoden (die dazu auch eingesetzt werden müssen!)

    MfG Karl Müller

    • bugme
    • 20.02.2012 um 21:36 Uhr

    Sie haben schon im Zeitraum 2002-2010 mehr als Doppelt so viele Leukämiefälle in direkter Umgebung der Asse!

    Darüber hinaus wird in 50 Jahren durch das Methan zu Blow-Outs führt, bei dem die Gase zur die Oberfläche strömen und dabei radioaktiv kontaminierte Flüssigkeiten und Schlämme mit sich nehmen.

    Also worst case in der Generation unserer Kinder. Ich wäre aber zufrieden, wenn alle AKW befürworteter dort ein Altenheim spendiert bekommen, in dem das Helmholz-Zentrum gern auch eine Krebs-Versuchsstation anlegen darf.

    Aktuell hat sich Herr Gawel, Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Infrastruktur und Ressourcenmanagement an der Universität Leipzig und tätig für das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, als Autor eines Artikels, in der Zeit-Online, zum Thema Wassersparen geäußert. Es wäre interessant zu erfahren, welche Gedanken man sich bei der Helmholtz Gesellschaft zum konkreten Problem Asse 2 macht.

    nur in der Sache nicht ganz richtig.
    Erstens: Asse beinhaltet nicht nur schwachstrahlende
    Abfälle!
    Zweitens: Fukoshima und Hiroshima ist der Vergleich Äpfel
    mit Birnen.
    Und die Panikabwehr wird sich nur solange aufrechterhalten
    lassen bis die Spätfolgen nicht mehr abzuleugnen sind.
    Verfechter dieser Technik sind entweder total ahnungslos
    oder Menschenverächter.
    Selbst das Märchen von der kostengünstigen Energie ist
    bei Kenntnis der wahren Kosten nicht haltbar.
    Gewinnbringend für die Betreiber, aber nicht für die
    Gesellschaft!
    Und der eigentliche Grund für diese Technik ist entfallen,
    denn es gibt heute mehr Plutonium als jemals zuverbraten
    ist, für den mehrfachen Overkill. Es ist wie es ist.

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