Seat Alhambra Im Brummi

Ralph Geisenhanslüke fährt den Seat Alhambra 2.0 TDI Ecomotive.

Seat Alhambra

Seat Alhambra

Alhambra – ein glanzvoller Name, Weltkulturerbe. Seat ließ seine Autos immer stolz erstrahlen. Käme ein deutscher Hersteller auf die Idee, einen Opel Neuschwanstein herauszubringen? Ich weiß nicht, wie viele Marbellas, Malagas, Cordobas ich als Mietwagen unter der Sonne Spaniens bewegt habe. Sie galten als die iberischen Trabis. Dabei waren auch sie immer ein wenig fremd im eigenen Land; Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund. Seit ihrer Gründung unter der Franco-Diktatur baut die Sociedad Española de Automóviles de Turismo Autos anderer Hersteller in Lizenz nach. Unterm Blech der frühen Jahre knatterten Motoren von Fiat.

Heute basieren die Modelle auf denen des VW-Konzerns, der Seat schrittweise übernahm. Manche sind sogar komplett baugleich, nur billiger – wie der Seat Alhambra, er ist identisch mit dem VW Sharan. Look and feel waren beim Alhambra früher zweitrangig, mittlerweile sind ihm sämtliche Chromosomen aus dem Konzernlabor eingebaut worden. Aber er ist immer noch kein Kandidat für Designpreise.

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Ich bin mit Lkw aufgewachsen. Mein Vater fuhr sie, ich saß auf dem Beifahrersitz. Manchmal durfte ich den Starterknopf drücken, meine Füße reichten noch nicht an die Pedale. Daher habe ich bis heute eine starke Affinität zu Nutzfahrzeugen. Im Alhambra sind es die Knöpfe für die Schiebetüren. Schönes Gefühl, wenn man daraufdrückt und sie elektrisch nach hinten fahren. Das spart Platz in engen Parklücken, die bei einem Wendekreis von über zwölf Metern zum Problem werden können. Da kommt man selbst mit einem Truck besser um die Ecke. Auch deshalb vergeht mir die Lust auf wendige Manöver. Ich werde zum Reinlasser, Vorfahrtgewährer, Geduldigwarter.

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Wie entspannend diese uneitle Form der Fortbewegung sein kann, zeigt sich bei einer vollbesetzten Reise in den Ski-Urlaub. Fünf raumgreifende Erwachsene, Gepäck bis unters Dach, Ski-Box obendrauf. Keiner steigt mit Rückenschmerzen aus. Nein, sie hüpfen nach stressfreien 800 Kilometern wie Kinder hinaus in den Schnee. Der Allradantrieb braucht keine Schneeketten, nicht mal auf zugeschneiten Pass-Straßen, wo selbst mit Kuhfängern bewehrte Angeber-Jeeps ins Schlittern geraten. Ein rasender Hütten-Toni ist aus mir nicht geworden da droben im Zillertal. Eher ein gemütlicher Brummifahrer. Mein Vater war nie in der Alhambra, aber der Wagen hätte auch ihm gefallen.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 103 kW (140 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 10,9 s
Höchstgeschwindigkeit: 194 km/h
CO2-Emission: 143 g/km
Durchschnittsverbrauch: 5,5 Liter
Basispreis: 32.950 Euro

Ralph Geisenhanslüke ist ZEIT-Autor.

 
Leser-Kommentare
  1. "Manchmal durfte ich den Starterknopf drücken, meine Füße reichten noch nicht an die Pedale." – wo ist da bitte der Zusammenhang?
    "Im Alhambra sind es die Knöpfe für die Schiebetüren. Schönes Gefühl, wenn man daraufdrückt und sie elektrisch nach hinten fahren." Das heiß, wenn man draufdrückt, fahren die Knöpfe nach hinten, oder?
    Und die Mär vom physikalische Gesetze auße Kraft setzenden Allradantrieb hätte man sich auch besser gespart.

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    ... sollte weder "das heiß" noch "auße Kraft" schreiben ;-)

    ... sollte weder "das heiß" noch "auße Kraft" schreiben ;-)

  2. ... sollte weder "das heiß" noch "auße Kraft" schreiben ;-)

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