FachwissenDas Zitat... und Ihr Gewinn

Wilhelm von Humboldt sagt: Denken und Wissen sollten immer gleichen Schritt halten. Das Wissen bleibt sonst tot und unfruchtbar. von 

Der kostbarste Rohstoff der Gegenwart wird an keiner Börse gehandelt, und doch will ihn jeder haben: das Wissen. Wenn eine Firma ein Produkt einführen, Märkte erschließen, neue Strategien fahren will, dann gelingt das nur mit dem Wissen ihrer Mitarbeiter. Heißt das: Je mehr ein Mitarbeiter weiß, desto höher steht er im Kurs? Ist Wissen tatsächlich Macht? Steigen das Gehalt, das Ansehen und die Karrierechancen proportional mit dem Wissen? Eben nicht!

Mit dem Wissen ist es wie mit dem Öl: Interessant für die Firmen ist nicht der Rohstoff an sich, sondern das, was er in Bewegung bringt. Öl treibt Maschinen an. Und Wissen wird nur dann für Ihre Karriere kostbar, wenn es von Denken begleitet wird (wie Wilhelm von Humboldt sagt) – und zu Handlungen führt.

Anzeige

Die Frage lautet: Was kann das Unternehmen mit Ihrem Wissen am Markt bewegen? Wie können Sie den Kunden einen Mehrwert verschaffen? Keine leichte Übung!

Martin Wehrle
Martin Wehrle

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher und gibt jede Woche Karrieretipps in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn".

Ich kenne Fachgenies, die auf großen Vorräten an Wissen sitzen , diesen Rohstoff für ihre Firmen aber nicht nutzbar machen. Da ist der Redakteur, der sein Fachthema besser als jeder andere durchdringt – aber nur dröge, weil er allzu detaillierte Artikel schreibt. Da ist der Lebensmittelchemiker, der absoluter Fachmann für eine Produktkategorie ist – aber weniger Innovationen als seine Kollegen zustande bringt. Und da ist der Außendienstler, der über jeden seiner Kunden eine Biografie schreiben könnte – aber dennoch weit hinter den Verkaufszahlen seiner Kollegen zurückbleibt.

Wer wenig weiß und viel daraus macht, überrundet im Beruf diejenigen, die viel wissen und wenig daraus machen. Der Erfolg, die Karriere, der Aufstieg hängen davon ab, wie viel Aufmerksamkeit Sie mit Ihrem Wissen erregen – und welche zählbaren Erfolge Sie erzielen. Wer als Chef seine Abteilung zu Spitzenergebnissen führt, steht auch mit wenig Führungswissen besser da als ein erstklassiger Theoretiker, der sich mehr mit neuen Führungstheorien als mit seinen Mitarbeitern beschäftigt.

Fragen Sie sich immer: Wie kann mein Wissen der Firma am meisten dienen? Vielleicht, indem Sie hausinterne Fortbildungen geben, anspruchsvolle Kunden beraten und binden oder eine innovative Idee mit Umsatzpotenzial entwickeln. Erst in einer solchen Verbindung wird Ihr Wissen zu einem Öl der besonderen Art, nennen wir es Karriere-Treibstoff.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. und den Begriff des Wissens dem der Kompetenz untergeordnet. Wissen alleine ist absolut unnütz. Die Fähigkeit Wissen anzuwenden, es zu teilen, gemeinsam zu denken usw. Das ist echtes Kapital. Leider verstehen das zu wenige. Wenn es um Studium und Lehre geht wollen die Menschen Fachwissen anhäufen als könne man damit allein irgendetwas anfangen.

  2. Zu viel Wissen weiterzugeben ist immer eine Gratwanderung. Es kann einem passieren, dass redegewandte Selbstdarsteller das Wissen der Gruppe abgreifen und so Karriere machen, während man selbst als "fleissiges Lieschen" nicht voran kommt.

  3. 'Und wenn sie dann ihr wissen an ihre Firma weitergegeben haben werden sie gekündigt da ein andere ihre arbeit für 10 cent die Woche Billiger macht und nun auch das söebe wissen hat.

    Es ist chon komisch warum grad die Bereitschaft sein Wissen weiterzugeben dei Arbeitern mit nur 1/4 Jahresverträgen recht gering ist.

  4. Wer sein "Gewußt wie" weitergibt verringert seinen Marktwert.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Monopolwissen unter den Mitarbeitern ist nicht nur schlecht für das Unternehmen, sondern auch für die Mitarbeiter selbst. In einer Unternehmenskultur geprägt von Spezialisten und Monopolwissen, hat man nur begrenzte Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Man hat kaum Möglichkeiten sein Hauptsachgebiet zu wechseln und auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Kollegen ist beschränkt. Ständig schmort man im eigenen Saft und ist aufgrund von Betriebsblindheit verdammt die eigenen Fehler zu wiederholen.

    Für Arbeitnehmer ist Monopolwissen eigentlich nur vorteilhaft, wenn sie dadurch andere Defizite verdecken können. FürUNternehmen nur dann, wenn Spezialisten keine Wechselabsichten hegen und nie längere Zeit ausfallen.

  5. Monopolwissen unter den Mitarbeitern ist nicht nur schlecht für das Unternehmen, sondern auch für die Mitarbeiter selbst. In einer Unternehmenskultur geprägt von Spezialisten und Monopolwissen, hat man nur begrenzte Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Man hat kaum Möglichkeiten sein Hauptsachgebiet zu wechseln und auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Kollegen ist beschränkt. Ständig schmort man im eigenen Saft und ist aufgrund von Betriebsblindheit verdammt die eigenen Fehler zu wiederholen.

    Für Arbeitnehmer ist Monopolwissen eigentlich nur vorteilhaft, wenn sie dadurch andere Defizite verdecken können. FürUNternehmen nur dann, wenn Spezialisten keine Wechselabsichten hegen und nie längere Zeit ausfallen.

  6. Wer einfach nur exklusives Wissen weitergibt, ohne ein Mandat dafür zu haben, dass der betreffenden Person auch im Gegenzug Schutz gibt, tut sich nicht unbedingt einen Gefallen.

    Und die Nerds der jeweiligen Bereiche brauchen das auch gar nicht zu tun - sie brauchen bloß eine Teambildung mit Kommunikatoren.

    Aber auch die brauchen ein Mandat.
    Es ist eben immer das gleiche Spielchen: kein Innovator ohne Promotor - und umgekehrt.

    Aber das Schöne ist ja, dass die demographische Wippe sich zu neigen beginnt, es wird immer wichtiger für Unternehmen, gute Leute zu halten und Wissen zu vernetzen.

    Ich halte es bloß für Käse, irgendwelchen Fachfreaks auf Deubel komm raus jetzt Sozialkompetenz beibringen zu wollen.
    Diese Leute wollen respektiert werden, wenn man ihnen das bietet und jemand, der mit ihnen gut und fair zusammenarbeitet, kann man viel bewegen.

    Eines der krassesten Negativbeispiele habe ich gerade bei einem Freund mitbekommen, der sicher seine Macken hat, aber ein brillianter Kopf ist, der seinem Unternehmen richtig viel Geld gebracht hat.
    Dafür hätte er nicht mehr als ein bißchen Anerkennung gebraucht, stattdessen wurde er für eine kritische Bemerkung an der falschen Stelle (dass er auch noch recht hatte, machte es nicht besser) abgemahnt.
    Da wundert es dann nicht, dass der Pleitegeier über dem fraglichen Haus schon kreist, mit seiner Motivation ging da ein wirklich grosser Geldbetrag den Bach runter.

    Aber manche Läden lernen eben nicht mal im freien Fall.

  7. man kann alles wissen. Aber erst wenn die konkrete frage auftaucht, ist da wissen was wert. Die Kunst besteht manchmal darin auf die frage zu warten ;)
    Wer nicht viel weiß hat zumindest die Kunst gelernt, sich bei jede frage irgendwie durchzumogeln.

    Aber grundsätzlich gilt: jedem geht's nur um sich selbst.. Und wenn du wissen freimütig weitergibst, wirst du oft als Trottel angesehen. Danken wird dir das nie einer.

    • HSCHEID
    • 25. Februar 2012 15:31 Uhr

    hat da was Fundamentales gesagt.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Serie Das Zitat und Ihr Gewinn
  • Schlagworte Biografie | Börse | Chef | Gehalt | Innovation | Karriere
Service