GymnasiumEine Schule lernt dazu

Türkisch als Leistungskurs, Förderkurse zum Deutschlernen und Ganztagsbetrieb – sieht so das Gymnasium der Zukunft aus?

Wer am Ricarda-Huch-Gymnasium in Gelsenkirchen zu unterrichten beginnt, den erwartet eine außergewöhnliche Fortbildung. In einem speziellen Seminar lernen neue Lehrer hier, weshalb einige muslimische Mädchen Kopftuch tragen und andere nicht. Sie erfahren, was Machosprüche pubertierender Migrantenschüler mit dem Islam zu tun haben oder wie man reagiert, wenn ein Vater einen als Rassisten beschimpft, weil man seinem Sohn eine Fünf gegeben hat.

Der Kurs, eine Art kleine Islamkunde für Gymnasiallehrer, gehört zu den neuesten Initiativen, mit denen sich die Schule auf ihre Klientel einstellt. »Türkenschule« nennen manche in Gelsenkirchen das Ricarda-Huch-Gymnasium (RHG). Die Lehrer selbst sprechen lieber von einer »deutschen internationalen Schule«. Rund 40 Prozent der 850 Schüler des Gymnasiums haben eine Einwanderungsgeschichte. Wer in der großen Pause auf dem Schulhof herumfragt, kommt auf 28 Herkunftsländer.

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Am Ricarda-Huch-Gymnasium steht neben Englisch und Latein als Wahlfach auch Türkisch auf dem Stundenplan. Wer in Deutsch Defizite zeigt, muss in der fünften und sechsten Klasse Sprachkurse belegen. Ein »Gütesiegel für individuelle Förderung« zeugt von dem Bemühen der Lehrer, starken wie schwachen Schülern gerecht zu werden. »Wir geben niemanden verloren und nehmen die Schüler, wie sie sind«, sagt die Rektorin Ursula Klee.

Informationsabende auf Türkisch, verpflichtende Sprachförderung, ein Unterricht im Ganztagsbetrieb – das kennen viele Schulen im Ruhrgebiet wie anderswo. An Gymnasien jedoch sind diese Phänomene bis heute eine Ausnahme. Denn das Gymnasium gilt vielen Eltern, Lehrern und Politikern als Bastion gegen den Leistungsverfall und Festung gegen flüchtige Reformmoden. Vor mehr als 200 Jahren von Wilhelm von Humboldt in seinem klassischen Zuschnitt gegründet, hat es seine Rolle als Leitinstitution des Bildungswesens bis heute bewahren können. Mit dem Gymnasium verbinden die Deutschen traditionell ihre zentralen Tugenden: Fleiß, Ordnung und Aufstiegswillen, vor allem aber Beständigkeit.

Lange Zeit schien das Gymnasium allen Stürmen der Zeit zu trotzen. Doch nun sieht sich die beliebteste Schule der Deutschen mit grundlegenden Veränderungen konfrontiert. Das nationale Monument wankt. Es wird einer neuen Schülerklientel und neuen pädagogischen Ideen ausgesetzt, es wird erschüttert von den großen Umbrüchen in der deutschen Bildungslandschaft: Der Rückgang der Geburtenzahlen trifft alle Schulformen. Auch Gymnasien müssen in Zukunft stärker um die Gunst der Eltern werben. Nur wenn sie sich neuen Schülern öffnen, lässt sich die Gefahr eines Stellenabbaus oder gar einer Schließung bannen. Schon jetzt ist zu beobachten, dass der Anteil der Schulwechsler und Sitzenbleiber trotz steigender Gymnasialquote sinkt. In Nordrhein-Westfalen etwa sank die Wiederholerquote seit 2002 um mehr als die Hälfte. Zum einen weil die Politik Druck macht, sich besser um die schwächeren Schüler zu kümmern. Zum anderen weil »der demografische Druck flexibel macht«, wie der Tübinger Bildungsforscher Ulrich Trautwein sagt. Dennoch schaffen bislang nur wenige Schüler mit Zuwanderungsgeschichte den Sprung aufs Gymnasium, im bevölkerungsbunten Nordrhein-Westfalen sind es 14 Prozent.

Leserkommentare
  1. gehört meiner Meinung nach nicht auf ein Gymnasium.

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    Was ein Unfug! Wer definiert denn bitteschön, was es heißt, Deutsch gelernt zu haben? Sie? Die Fähigkeit, den korrekten Artikel zu setzen (was, ganz nebenbei, ein völlig arbiträres System ist, dessen vollständige Beherrschung für Nicht-Muttersprachler_innen kaum möglich ist, was übrigens auch für die meisten Muttersprachler_innen gilt)? Wenn man, statt einem türkischen, arabischen, polnischen etc. Akzent die Spuren eines deutschen Dialekts hören kann? Wenn man "wegen" mit Genitiv verwendet?
    Wenn ich mir so angucke, was viele Germanistik-Studierende (mit dem Wunsch, später Lehrer_in zu werden!) an sprachlichen Missständen aufweisen, ist es mir ein völliges Rätsel, dass es überhaupt noch 5.Klässler gibt, die Deutsch regelkonform anwenden können.

    Wer ein Bastian Sick'sches Sprachverständnis hat, ist m.E. kaum berechtigt, über die Deutschfähigkeiten seiner Mitmenschen zu urteilen...

    Ich habe denArtikel anders verstanden:

    >Ein »Gütesiegel für individuelle Förderung« zeugt von dem Bemühen der Lehrer, starken wie schwachen Schülern gerecht zu werden. »Wir geben niemanden verloren und nehmen die Schüler, wie sie sind«, sagt die Rektorin Ursula Klee.<

    Also was brauchen wir noch Haupt- oder Realschulen?
    Machen wir das Gymnasium zur einzigen Regelschule und gut(??) ist's.

    ... als einer dieser großen, ernsthaften Leute einmal darüber nachdenken, dass von den ca. 7.000.000.000 Menschen auf der Erde gerade mal 1,2% in Deutschland leben.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Wäre es da nicht sinnvoller, vernünftig Englisch zu lernen?

    Und ich muss zugeben: Ich arbeite sehr oft auch mit ausländischen Technikern, Ingenieuren und Wissenschaftlern zusammen. Die sprechen zwar oft nicht besonders gut Deutsch, aber es sind ganz viele exzellente Fachleute dabei.

    um. Wir leben in einer globalisierten Welt, in anderen Ländern ist so ein Quereinstieg auch besser organisiert, weil das dreigliedrige Schulsystem ein Fremdwort ist

    Was ein Unfug! Wer definiert denn bitteschön, was es heißt, Deutsch gelernt zu haben? Sie? Die Fähigkeit, den korrekten Artikel zu setzen (was, ganz nebenbei, ein völlig arbiträres System ist, dessen vollständige Beherrschung für Nicht-Muttersprachler_innen kaum möglich ist, was übrigens auch für die meisten Muttersprachler_innen gilt)? Wenn man, statt einem türkischen, arabischen, polnischen etc. Akzent die Spuren eines deutschen Dialekts hören kann? Wenn man "wegen" mit Genitiv verwendet?
    Wenn ich mir so angucke, was viele Germanistik-Studierende (mit dem Wunsch, später Lehrer_in zu werden!) an sprachlichen Missständen aufweisen, ist es mir ein völliges Rätsel, dass es überhaupt noch 5.Klässler gibt, die Deutsch regelkonform anwenden können.

    Wer ein Bastian Sick'sches Sprachverständnis hat, ist m.E. kaum berechtigt, über die Deutschfähigkeiten seiner Mitmenschen zu urteilen...

    Ich habe denArtikel anders verstanden:

    >Ein »Gütesiegel für individuelle Förderung« zeugt von dem Bemühen der Lehrer, starken wie schwachen Schülern gerecht zu werden. »Wir geben niemanden verloren und nehmen die Schüler, wie sie sind«, sagt die Rektorin Ursula Klee.<

    Also was brauchen wir noch Haupt- oder Realschulen?
    Machen wir das Gymnasium zur einzigen Regelschule und gut(??) ist's.

    ... als einer dieser großen, ernsthaften Leute einmal darüber nachdenken, dass von den ca. 7.000.000.000 Menschen auf der Erde gerade mal 1,2% in Deutschland leben.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Wäre es da nicht sinnvoller, vernünftig Englisch zu lernen?

    Und ich muss zugeben: Ich arbeite sehr oft auch mit ausländischen Technikern, Ingenieuren und Wissenschaftlern zusammen. Die sprechen zwar oft nicht besonders gut Deutsch, aber es sind ganz viele exzellente Fachleute dabei.

    um. Wir leben in einer globalisierten Welt, in anderen Ländern ist so ein Quereinstieg auch besser organisiert, weil das dreigliedrige Schulsystem ein Fremdwort ist

  2. Der Anspruch wird für die Statistik geopfert. Wer fordert 50% eines Jahrgangs sollen Abitur machen, der opfert eine große Menge Wissen und das in einer Welt, in der sich Wissen immer schneller anhäuft und konzentriert. Die Rechnung zahlen die Schüler und die Gesellschaft, wenn an der Uni dann Probleme auftauchen und Professoren plötzlich elementarste Dinge vermitteln sollen. Die Schule ist inzwischen einfach zu soft um die Leute auf das Leben vorzubereiten. Hier wird systematisch auf Basis von Ideologie die Zukunft von Kindern verschlechtert.

    Es sind einfach viele nicht für ein Studium geeignet. Eine duale Ausbildung ist besser als jeder Bachelor aus den USA.

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    "»Wir geben niemanden verloren und nehmen die Schüler, wie sie sind«, sagt die Rektorin Ursula Klee.....»Das Größte ist für mich, wenn ich einem Schüler, der nur mit eingeschränkter Gymnasialempfehlung zu uns kam, das Abiturzeugnis übergebe.«"
    .
    Wäre ich Leiter einer Schule, wäre es für mich das Größte, wenn den Schülern was nützliches beigebracht wird. So, dass sie später mal studieren können.
    .
    Aber das ist wohl eine sehr altmodische Sicht der Dinge.

    Die Gymnasien versuchen, den Wünschen der Eltern ("Wahlfach Türkisch", das ist doch ein Witz!) zu entsprechen, buhlen wegen der politischen Auflagen um Schüler - und so verkommt das Gymnasium, das den besten Schülern, der Zukunft des Landes, die beste Bildung vermitteln soll, zur Gesamtschule.

    "»Wir geben niemanden verloren und nehmen die Schüler, wie sie sind«, sagt die Rektorin Ursula Klee.....»Das Größte ist für mich, wenn ich einem Schüler, der nur mit eingeschränkter Gymnasialempfehlung zu uns kam, das Abiturzeugnis übergebe.«"
    .
    Wäre ich Leiter einer Schule, wäre es für mich das Größte, wenn den Schülern was nützliches beigebracht wird. So, dass sie später mal studieren können.
    .
    Aber das ist wohl eine sehr altmodische Sicht der Dinge.

    Die Gymnasien versuchen, den Wünschen der Eltern ("Wahlfach Türkisch", das ist doch ein Witz!) zu entsprechen, buhlen wegen der politischen Auflagen um Schüler - und so verkommt das Gymnasium, das den besten Schülern, der Zukunft des Landes, die beste Bildung vermitteln soll, zur Gesamtschule.

  3. Was ein Unfug! Wer definiert denn bitteschön, was es heißt, Deutsch gelernt zu haben? Sie? Die Fähigkeit, den korrekten Artikel zu setzen (was, ganz nebenbei, ein völlig arbiträres System ist, dessen vollständige Beherrschung für Nicht-Muttersprachler_innen kaum möglich ist, was übrigens auch für die meisten Muttersprachler_innen gilt)? Wenn man, statt einem türkischen, arabischen, polnischen etc. Akzent die Spuren eines deutschen Dialekts hören kann? Wenn man "wegen" mit Genitiv verwendet?
    Wenn ich mir so angucke, was viele Germanistik-Studierende (mit dem Wunsch, später Lehrer_in zu werden!) an sprachlichen Missständen aufweisen, ist es mir ein völliges Rätsel, dass es überhaupt noch 5.Klässler gibt, die Deutsch regelkonform anwenden können.

    Wer ein Bastian Sick'sches Sprachverständnis hat, ist m.E. kaum berechtigt, über die Deutschfähigkeiten seiner Mitmenschen zu urteilen...

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    Ich muss ihnen widersprechen:
    theuropean schrieb keineswegs, dass die Fähigkeit Deutsch zu sprechen als Indikator für Intelligenz steht. Lediglich ist es ein Grundkriterium welches erfüllt sein sollte, um nunmal in die "höchste" weiterführende Schulform, die in Deutschland existiert, eintreten zu können bzw. zu dürfen.

    besitzt vermutlich nicht die nötige Sprachbeherrschung, um die Probleme nachzuvollziehen, die anderen hier Sorgen machen.

    "Wenn man "wegen" mit Genitiv verwendet?" Halten Sie das für einen Fehler? Oder verwechseln Sie Genitiv und Dativ?

    "Wer ein Bastian Sick'sches Sprachverständnis hat, ist m.E. kaum berechtigt, über die Deutschfähigkeiten seiner Mitmenschen zu urteilen..." Wie meinen Sie das?

    Ich muss ihnen widersprechen:
    theuropean schrieb keineswegs, dass die Fähigkeit Deutsch zu sprechen als Indikator für Intelligenz steht. Lediglich ist es ein Grundkriterium welches erfüllt sein sollte, um nunmal in die "höchste" weiterführende Schulform, die in Deutschland existiert, eintreten zu können bzw. zu dürfen.

    besitzt vermutlich nicht die nötige Sprachbeherrschung, um die Probleme nachzuvollziehen, die anderen hier Sorgen machen.

    "Wenn man "wegen" mit Genitiv verwendet?" Halten Sie das für einen Fehler? Oder verwechseln Sie Genitiv und Dativ?

    "Wer ein Bastian Sick'sches Sprachverständnis hat, ist m.E. kaum berechtigt, über die Deutschfähigkeiten seiner Mitmenschen zu urteilen..." Wie meinen Sie das?

  4. Ich muss ihnen widersprechen:
    theuropean schrieb keineswegs, dass die Fähigkeit Deutsch zu sprechen als Indikator für Intelligenz steht. Lediglich ist es ein Grundkriterium welches erfüllt sein sollte, um nunmal in die "höchste" weiterführende Schulform, die in Deutschland existiert, eintreten zu können bzw. zu dürfen.

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    was heißt es für Sie, Deutsch zu beherrschen? Wer legt fest, ab welchem Punkt man "Deutsch sprechen" kann? Ich würde mal vermuten, dass das auf einen ganz überwältigenden Großteil der Menschen mit Migrationshintergrund zutrifft, wenn man die Sprachbefähigung von einem sprachwissenschaftlichen Standpunkt beurteilt.
    Wenn "Deutsch sprechen" für Sie heißt, im Duden-Sinne regelkonform zu schreiben, dann müssten m.E. sehr dringend alle Lehrpläne dahingehend verändert werden, dass dt. Grammatik, Stilbewusstsein, sprachliche Varietäten und sowas auch tatsächlich unterrichtet werden. Denn ich versichere Ihnen aus semesterlanger Korrekturerfahrung, 50% der Germanistik-Studierenden mit Wunsch Lehramt (an Gymnasien!) beherrschen das nicht. Und wenn die Lehrer_innen von morgen das nicht können, wie soll man es da den Schüler_innen vorwerfen, dass es ihnen an der entsprechenden Fähigkeit mangelt?

    ... haben sich verschoben. Vor 20-30 Jahren wurde gefordert, Englisch und Französisch, eventuell noch Latein oder Griechisch zu beherrschen. Heute muss man exzellent Englisch können, und eine weitere Sprache (oder zwei) ist von großem Vorteil. Die zweite Sprache darf aber beliebig gewählt sein.
    .
    Es ist also konsequent, dass ein Leistungskurs Türkisch eingeführt wird. Nur ist es schade, dass ausschließlich die Türken in den Genuss kommen, dass ihre Muttersprache als Leistung im Abitur gewertet wird (siehe auch mein K40):
    http://www.zeit.de/2012/0...

    im Schulsystem, die die sprachliche Intergration der Migrantenkinder bremst

    was heißt es für Sie, Deutsch zu beherrschen? Wer legt fest, ab welchem Punkt man "Deutsch sprechen" kann? Ich würde mal vermuten, dass das auf einen ganz überwältigenden Großteil der Menschen mit Migrationshintergrund zutrifft, wenn man die Sprachbefähigung von einem sprachwissenschaftlichen Standpunkt beurteilt.
    Wenn "Deutsch sprechen" für Sie heißt, im Duden-Sinne regelkonform zu schreiben, dann müssten m.E. sehr dringend alle Lehrpläne dahingehend verändert werden, dass dt. Grammatik, Stilbewusstsein, sprachliche Varietäten und sowas auch tatsächlich unterrichtet werden. Denn ich versichere Ihnen aus semesterlanger Korrekturerfahrung, 50% der Germanistik-Studierenden mit Wunsch Lehramt (an Gymnasien!) beherrschen das nicht. Und wenn die Lehrer_innen von morgen das nicht können, wie soll man es da den Schüler_innen vorwerfen, dass es ihnen an der entsprechenden Fähigkeit mangelt?

    ... haben sich verschoben. Vor 20-30 Jahren wurde gefordert, Englisch und Französisch, eventuell noch Latein oder Griechisch zu beherrschen. Heute muss man exzellent Englisch können, und eine weitere Sprache (oder zwei) ist von großem Vorteil. Die zweite Sprache darf aber beliebig gewählt sein.
    .
    Es ist also konsequent, dass ein Leistungskurs Türkisch eingeführt wird. Nur ist es schade, dass ausschließlich die Türken in den Genuss kommen, dass ihre Muttersprache als Leistung im Abitur gewertet wird (siehe auch mein K40):
    http://www.zeit.de/2012/0...

    im Schulsystem, die die sprachliche Intergration der Migrantenkinder bremst

  5. zum Gymnasium ist stärker als je zuvor, heute werden über 50% der Kinder zum Gymnasium angemeldet.
    Offensichtlich vertrauen die Elterm dem , wenn auch gesunkenem , Bildungsanspruch des Gymnasiums mehr als denm von Stadtteilschule, Gesamtschule oder wie immer die parallele Eintichtung auch heissen mag.
    Vielleicht ist auch der Wunsch nach einem gefestigtem sozialen Umfeld mit dabei.
    Das die Kinder dem früher üblichen Gymnasium Anspruch nicht erfüllen, das ist nun schon seit 30 Jahren der Fall , es ist aber auch nicht mehr die Regel, dass ein Studium sich an das Abitur anschliesst .
    Da in Hamburg die Zahl der Wiederholer dadurch
    drastisch redutiert wurde, dass eine Wiederholung eines Schuljahres verboten ist und die Kinder dann mit Mittleren Reife Zeugnissen mit 5 und schlechter dastehen, ist auch ein Resultat der von Bildungpolitikrtn nicht zu Ende gedachten ´´Reformen´´.
    Hauptsache die Statistik stimmt.

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    Das die Kinder dem früher üblichen Gymnasium Anspruch nicht erfüllen, das ist nun schon seit 30 Jahren der Fall , es ist aber auch nicht mehr die Regel, dass ein Studium sich an das Abitur anschliesst .

    Ja, uns sagte man früher, dass das Abitur die Vorbereitung zum Studium wäre. Schließlich habe man mit der individuellen Kursplanung und der Semesterzählung schon etwas das Gefühl dafür vermittelt. Leider sind heute schon für einige Ausbildungsberufe Abitur notwendig, zum Beispiel der Erzieherberuf in Berlin. Es erscheint mir so als sei das Abitur eine Maßnahme geworden, um Jugendliche und Heranwachsende von der Straße auf die Schulbank zu holen, um sie nicht als Ausbildungssuchende in der Statistik auftauchen zu lassen.

    -- Ab hier themenfremd --

    Ein gut gemeinter Tipp am Rande: Satzzeichen berühren in der EDV immer das Wort vor dem sie stehen, d.h. es wird kein Leerzeichen gemacht, damit sie bei einem automatischen Zeilenumbruch nicht in die nächste Zeile rutschen. Ein Komma oder ein Punkt am Zeilenanfang sähe doof aus. ;-)

    Das die Kinder dem früher üblichen Gymnasium Anspruch nicht erfüllen, das ist nun schon seit 30 Jahren der Fall , es ist aber auch nicht mehr die Regel, dass ein Studium sich an das Abitur anschliesst .

    Ja, uns sagte man früher, dass das Abitur die Vorbereitung zum Studium wäre. Schließlich habe man mit der individuellen Kursplanung und der Semesterzählung schon etwas das Gefühl dafür vermittelt. Leider sind heute schon für einige Ausbildungsberufe Abitur notwendig, zum Beispiel der Erzieherberuf in Berlin. Es erscheint mir so als sei das Abitur eine Maßnahme geworden, um Jugendliche und Heranwachsende von der Straße auf die Schulbank zu holen, um sie nicht als Ausbildungssuchende in der Statistik auftauchen zu lassen.

    -- Ab hier themenfremd --

    Ein gut gemeinter Tipp am Rande: Satzzeichen berühren in der EDV immer das Wort vor dem sie stehen, d.h. es wird kein Leerzeichen gemacht, damit sie bei einem automatischen Zeilenumbruch nicht in die nächste Zeile rutschen. Ein Komma oder ein Punkt am Zeilenanfang sähe doof aus. ;-)

  6. was heißt es für Sie, Deutsch zu beherrschen? Wer legt fest, ab welchem Punkt man "Deutsch sprechen" kann? Ich würde mal vermuten, dass das auf einen ganz überwältigenden Großteil der Menschen mit Migrationshintergrund zutrifft, wenn man die Sprachbefähigung von einem sprachwissenschaftlichen Standpunkt beurteilt.
    Wenn "Deutsch sprechen" für Sie heißt, im Duden-Sinne regelkonform zu schreiben, dann müssten m.E. sehr dringend alle Lehrpläne dahingehend verändert werden, dass dt. Grammatik, Stilbewusstsein, sprachliche Varietäten und sowas auch tatsächlich unterrichtet werden. Denn ich versichere Ihnen aus semesterlanger Korrekturerfahrung, 50% der Germanistik-Studierenden mit Wunsch Lehramt (an Gymnasien!) beherrschen das nicht. Und wenn die Lehrer_innen von morgen das nicht können, wie soll man es da den Schüler_innen vorwerfen, dass es ihnen an der entsprechenden Fähigkeit mangelt?

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    • th
    • 17.02.2012 um 14:20 Uhr

    wenn das Hochdeutsche langsam erodiert (wird ja auch schon nicht mehr so genannt).

    Zu den erforderlichen Fähigkeiten für eine akademische Berufsausbildung (Vorbereitung darauf = eigentlicher Sinn des "Gymnasiums") gehört es, sich mündlich und schriftlich angemessen ausdrücken zu können - nicht aus "Arroganz" von "Eliten", sondern um Berichte und Artikel zu verfassen, Fachdiskussionen zu führen, Vorträge zu halten, oder z.B. Kindern Deutsch beizubringen.

    Wenn nicht einmal die Lehrer gut deutsch können, wie sollen es dann die Kinder lernen?

    Zitat:
    "Wenn "Deutsch sprechen" für Sie heißt, im Duden-Sinne regelkonform zu schreiben, dann müssten m.E. sehr dringend alle Lehrpläne dahingehend verändert werden, dass dt. Grammatik, Stilbewusstsein, sprachliche Varietäten und sowas auch tatsächlich unterrichtet werden." ... "50% der Germanistik-Studierenden mit Wunsch Lehramt (an Gymnasien!) beherrschen das nicht. Und wenn die Lehrer_innen von morgen das nicht können, wie soll man es da den Schüler_innen vorwerfen, dass es ihnen an der entsprechenden Fähigkeit mangelt?"

    Man hat das einst auch "Bildungskatastrophe" genannt ...

    Kleiner Tipp:
    "nichtsdestotrotz" ist eine Verballhornung aus "nichtsdestoweniger" und "trotzdem".

    Entsprechende Ausdrücke in anderen europäischen Sprachen sind:
    "nevertheless", "neanmoins", "niemniej" etc.

    Leider hat sich der Blödelausdruck "nichtsdestotrotz" (s.a. "zum Bleistift", "höchste Eisenbahn") inzwischen eingebürgert.

    Ich weiß nicht, ob Ihnen dieser Begriff bekannt ist, aber eine jede Sprache verändert sich, vollkommen unabhängig davon, ob das wandelresistenten Sprachpuristen (ich empfehle Ihnen die Lektüre von Campes Schriften über den Verfall der deutschen Sprache, der ganz offenbar schon vor 200 Jahren von Konservativisten als enorme Bedrohung empfunden wurde) gefällt oder nicht.
    Woran bitte machen Sie fest, dass die deutsche Sprache einer Erosion ausgesetzt ist? Auf welcher Grundlage maßen Sie sich an, den Wandel einer Sprache als gut oder schlecht zu bewerten? Wenn Sie noch heute im Stande sind, fließend Althochdeutsch zu lesen, ausschließlich starke Verben (denn diese schwachen Verben waren ja wohl eine Unverschämtheit gegenüber dem wunderschönen Klang unseres indogermanischen Ablautsystems!) nutzen und ein jedes Substantiv entsprechend seiner ordentlich geregelten alten Flexionsklassen beugen, dann schwingen Sie meinetwegen Ihr puristisches Sprachfähnchen. Wenn nicht (was selbstverständlich eine enorme Überraschung wäre), überdenken Sie doch evtl. ein klein wenig ein solch naiv-verklärtes Bild eines statischen, wandelresistenten Sprachbegriffs. Auch wenn das Lamentieren über den furchtbaren Verfall des Deutschen à la Bastian Sick furchtbar en vogue ist, wird es dadurch nicht substanzhaltiger.

    Übrigens ist Hochdeutsch selbstverständlich auch heute noch ein völlig gebräuchlicher Begriff. Sollten Sie darunter ein sprachpolitisches Statement verstehen, ist diese Begriffsauffassung schlicht und ergreifend nicht korrekt. Hochdeutsch wurde und wird seit der Schöpfung dieses Begriffs als Überbegriff für die nicht-niederdeutschen Mundarten (namentlich das Mittel- und Oberdeutsche) gebraucht. Das Standard-Hochdeutsche, das uns so gerne als richtiges, natürlich gewachsenes Deutsch präsentiert wird, ist nichts anderes als eine künstliche Kreation einer Hochsprache (hier im sprachpolitischen Sinn) zu frühneuhochdeutscher Zeit, auch bekannt als Kanzleisprache. Als eine solche ist sie ein Kunstprodukt, das nichts mit der Sprachwirklichkeit im Land zu tun hatte oder hat.

    • th
    • 17.02.2012 um 14:20 Uhr

    wenn das Hochdeutsche langsam erodiert (wird ja auch schon nicht mehr so genannt).

    Zu den erforderlichen Fähigkeiten für eine akademische Berufsausbildung (Vorbereitung darauf = eigentlicher Sinn des "Gymnasiums") gehört es, sich mündlich und schriftlich angemessen ausdrücken zu können - nicht aus "Arroganz" von "Eliten", sondern um Berichte und Artikel zu verfassen, Fachdiskussionen zu führen, Vorträge zu halten, oder z.B. Kindern Deutsch beizubringen.

    Wenn nicht einmal die Lehrer gut deutsch können, wie sollen es dann die Kinder lernen?

    Zitat:
    "Wenn "Deutsch sprechen" für Sie heißt, im Duden-Sinne regelkonform zu schreiben, dann müssten m.E. sehr dringend alle Lehrpläne dahingehend verändert werden, dass dt. Grammatik, Stilbewusstsein, sprachliche Varietäten und sowas auch tatsächlich unterrichtet werden." ... "50% der Germanistik-Studierenden mit Wunsch Lehramt (an Gymnasien!) beherrschen das nicht. Und wenn die Lehrer_innen von morgen das nicht können, wie soll man es da den Schüler_innen vorwerfen, dass es ihnen an der entsprechenden Fähigkeit mangelt?"

    Man hat das einst auch "Bildungskatastrophe" genannt ...

    Kleiner Tipp:
    "nichtsdestotrotz" ist eine Verballhornung aus "nichtsdestoweniger" und "trotzdem".

    Entsprechende Ausdrücke in anderen europäischen Sprachen sind:
    "nevertheless", "neanmoins", "niemniej" etc.

    Leider hat sich der Blödelausdruck "nichtsdestotrotz" (s.a. "zum Bleistift", "höchste Eisenbahn") inzwischen eingebürgert.

    Ich weiß nicht, ob Ihnen dieser Begriff bekannt ist, aber eine jede Sprache verändert sich, vollkommen unabhängig davon, ob das wandelresistenten Sprachpuristen (ich empfehle Ihnen die Lektüre von Campes Schriften über den Verfall der deutschen Sprache, der ganz offenbar schon vor 200 Jahren von Konservativisten als enorme Bedrohung empfunden wurde) gefällt oder nicht.
    Woran bitte machen Sie fest, dass die deutsche Sprache einer Erosion ausgesetzt ist? Auf welcher Grundlage maßen Sie sich an, den Wandel einer Sprache als gut oder schlecht zu bewerten? Wenn Sie noch heute im Stande sind, fließend Althochdeutsch zu lesen, ausschließlich starke Verben (denn diese schwachen Verben waren ja wohl eine Unverschämtheit gegenüber dem wunderschönen Klang unseres indogermanischen Ablautsystems!) nutzen und ein jedes Substantiv entsprechend seiner ordentlich geregelten alten Flexionsklassen beugen, dann schwingen Sie meinetwegen Ihr puristisches Sprachfähnchen. Wenn nicht (was selbstverständlich eine enorme Überraschung wäre), überdenken Sie doch evtl. ein klein wenig ein solch naiv-verklärtes Bild eines statischen, wandelresistenten Sprachbegriffs. Auch wenn das Lamentieren über den furchtbaren Verfall des Deutschen à la Bastian Sick furchtbar en vogue ist, wird es dadurch nicht substanzhaltiger.

    Übrigens ist Hochdeutsch selbstverständlich auch heute noch ein völlig gebräuchlicher Begriff. Sollten Sie darunter ein sprachpolitisches Statement verstehen, ist diese Begriffsauffassung schlicht und ergreifend nicht korrekt. Hochdeutsch wurde und wird seit der Schöpfung dieses Begriffs als Überbegriff für die nicht-niederdeutschen Mundarten (namentlich das Mittel- und Oberdeutsche) gebraucht. Das Standard-Hochdeutsche, das uns so gerne als richtiges, natürlich gewachsenes Deutsch präsentiert wird, ist nichts anderes als eine künstliche Kreation einer Hochsprache (hier im sprachpolitischen Sinn) zu frühneuhochdeutscher Zeit, auch bekannt als Kanzleisprache. Als eine solche ist sie ein Kunstprodukt, das nichts mit der Sprachwirklichkeit im Land zu tun hatte oder hat.

  7. Der Rückgang der Geburtenzahlen trifft alle Schulformen.

    Ich kann es langsam nicht mehr hören (bzw. lesen). Schulen sind immer schlechter besucht, weil es nicht genügend Kinder gibt, aber im Bereich der Betreuung von Kinder im Alter von 1+ Jahren gibt es so akuten Mangel an Plätzen, dass die Politik wild mit Maßnahmen umherschießt.

    Dieses System ist so ambivalent.

  8. Wer in der fünften Klasse Nachhilfe braucht um sich seiner Umwelt verständlich mitteilen zu können, der hat wohl die vergangenen Jahre über keinerlei Ehrgeiz an den Tag gelegt etwas daran zu ändern. Die Bereitschaft zu lernen ist aber ein wichtiges Kriterium um am Gymnasium bestehen zu können. Von Intelligenz war nie die Rede.

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    In der Grundschule ist die Struktur, die die Eltern vorgeben entscheidend. Wenn die Eltern sich nicht darum kümmern, dass das Kind seine Hausaufgaben macht und immer pünktlich in der Schule ist, hat das Kind keine Chance.
    Ein Kind kann mit 10 Jahren kein Ehrgeiz haben, weil es noch kaum Verantwortung für sein Leben hat.

    In der Grundschule ist die Struktur, die die Eltern vorgeben entscheidend. Wenn die Eltern sich nicht darum kümmern, dass das Kind seine Hausaufgaben macht und immer pünktlich in der Schule ist, hat das Kind keine Chance.
    Ein Kind kann mit 10 Jahren kein Ehrgeiz haben, weil es noch kaum Verantwortung für sein Leben hat.

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