Autoritäre Chefs : Alles klar, Boss?

Autoritäre Chefs setzen bewusst Angst als Führungsinstrument ein. Wir zeigen, wie Mitarbeiter mit autoritären Chefs fertigwerden.

Der Chef oder die Chefin steht in der Tür, und schon werden die Hände feucht. Was will er, was will sie dieses Mal? Meckern, verunsichern, Druck machen? Mitarbeitern Angst einzujagen ist sowohl schlecht für das Betriebsklima als auch für die Leistung – trotzdem können es manche Leute nicht lassen. So kann man den Angstmachern entgegentreten.

Sich austauschen

Wer am Arbeitsplatz Angst hat , sollte zuerst herausfinden, ob es anderen auch so geht. Vielleicht zittern alle Kollegen vor dem Abteilungsleiter. Das zu wissen kann die Angst bereits verringern. »Suchen Sie auch das Gespräch mit Unbeteiligten«, rät Christian Dormann, Arbeitspsychologe und Professor für Wirtschaftspsychologie in Bochum . Der Partner oder Freunde können helfen, die Situation richtig einzuschätzen.

Vorwürfe prüfen

Kritik und Vorwürfe sollte man ernst nehmen und prüfen. Lässt man den Kunden tatsächlich warten? Hat man die Arbeit schlecht erledigt? Wer sich sicher fühlt, fürchtet sich weniger. Manchmal liegt das Problem beim Kritiker. »Es gibt Chefs, die können einfach nicht loben«, sagt Borwin Bandelow, Angstforscher und Psychiatrieprofessor an der Universität Göttingen . Er weiß aber auch: »Als Chef muss man oft pingelig sein.« Sich dies bewusst zu machen könne dabei helfen, das unangenehme Verhalten nicht zu persönlich zu nehmen.

Nichts überstürzen

Manche Menschen fühlen sich schnell verunsichert oder angegriffen. Gerade für sie ist es wichtig, nicht sofort zu handeln. »Konflikte sind immer schlecht«, sagt Dormann. Spreche man sie erst einmal an, müsse man sie auch austragen. Er rät deshalb zur Ruhe: »Manche Konflikte verschwinden wieder von allein.« Wann der Punkt gekommen ist, um ein Gespräch zu bitten, muss jeder selbst entscheiden. Spätestens aber, wenn im Kopf die ersten Rachepläne entstehen, so Dormann.

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Kommentare

34 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Unbefriedigend

Der Titel ist doch völlig irreführend. Ein Chef der mit Angst agiert, aber er könnte doch recht haben. Was ist denn das für ein alberner Artikel.
Diese Sorte Vorgesetzte wird hier überhaupt nicht angesprochen, sondern es wird empfohlen erst mal bei sich selbst zu schauen.
Es gibt diese Menschen, aber leider handelt der Artikel fast gar nicht davon.
Bitte nochmal.

"Konflikte sind immer schlecht" ??

Ich muss Christian Dormann widersprechen. Konflikte sind nicht IMMER schlecht! Im Gegenteil. Meistens sind sie gut und ebnen den Weg für neue Handlungsmuster ihm Führen und in der Kommunikation.
Ich finde, dass wir ohnehin schon viel zu vorsichtig erzogen werden - nämlich Konflikten aus dem Weg zu gehen. Ein konstruktiv aufgearbeiteter Konflikt gibt in der Regel allen daran beteiligten Parteien enormes Weiterentwicklungspotential in die Hand.
Natürlich gibt es Vorgesetzte mit denen es nicht möglich ist konstruktiv an einer Meinungsverschiedenheit/Konflikt zu arbeiten, aber Konflikte pauschal als "schlecht" darzustellen um dann noch den Killersatz "Manche Konflikte verschwinden von allein" lässt den Leser in einer passiven Rolle. Meiner Meinung nach sollte man aber eher Handlungsoptionen aufzeigen!

Ich stimme Simon Fritz zu

und bin auch der Meinung, dass den Ängstlichen hier nicht gerade geholfen wird mit Tipps wie: "Ein gutes Gespräch sollte geplant und vorbereitet sein." Ich denke, wer vor seinem Vorgesetzten Angst hat, der schafft es ohnehin kaum, denjenigen anzusprechen und wird automatisch das, was er sagen will, x-mal und immer wieder und immer wieder vorher im Kopf durchgehen. Ich bin aber der Meinung, dass das nicht viel nützt. Man kann ohnehin nur seinen ersten Satz oder die ersten paar Sätze planen. Alles andere hängt von der Reaktion des Chefs ab. Ich denke, den Chef spontan darauf anzusprechen, hängt dem geplanten Gespräch in nichts nach. Natürlich sollte man dabei genauso direkt und freundlich bleiben. Das hinzubekommen, erfordert natürlich Selbstbewusstsein, ist aber durchaus machbar. Es ist aber sicher leichter, beim spontanen Gespräch natürlich zu wirken und damit glaubhafter.

Angst zu versagen...

...hat jeder, die Qualität ist aber einer andere, wenn der Chef mit Angst arbeitet. Etwa der ständigen Drohung den Job zu verlieren. Wenn du nur mit sowas arbeiten kannst, bist du vermutlich eine Ausnahme, die allermeisten Leute die ich bisher kennengelernt habe, versuchen von sich aus einen guten Job zu machen. Und natürlich für positives Feedback und die nächste Lohnerhöhung ;-)

und wenn es komplizierter ist?

Chefin der Abteilung hat ein hohes maß an "Ansehen" beim Personalrat, Kollegen sind auch schon eingeschüchtert, alle sagen, da kann man ja nichts machen und keiner die Stirn hat, etwas zu sagen... und man selber mit einem Zeitvertrag da steht und man damit eigentlich keine Chance hat? - Nur kurz angedeutet, was in mir beim lesen des Artikels an eigener Erfahrung in den Sinn kam. - es ist halt manchesmal auch viel kommplizierter. Und, warum fiel in diesem Artikel nicht das Wort "Mobbing"? Denn das gibt es nicht nur unter "Kollegen", sondern auch von seiten der Vorgesetzten (auch aus Erfahrungen mancher Bekannten).

Ich will auch damit deutlich machen, dass ich mittlerweile diese Artikelserie als das schlechteste an der ZEIT finde. Das wird so oft in den Leserbriefen betont, aber es nützt nichts. Schade.

Konflikte sind OK

Ich sehe den Satz "Konflikte sind immer schlecht" ebenso kritisch wie @2. Wer sich vor jedem Konflikt wegduckt, hat Angst, und das ist in der Regel ein richtig schlechter Ratgeber. Ich lege mir doch nicht tagelang ein "konstruktives Gespräch" zurecht, das u. U. in der konkreten Gesprächssituaion dann trotzdem in der Luft zerrissen wird. Selbstverständlich darf ich nicht ausfällig werden, wenn mich ein Chef oder Kunde ungerechtfertigt angeht, aber dass ich sauer reagiere und das auch zeige, und zwar sofort, lasse ich mir bestimmt nicht nehmen.