Aktienmarkt 7.500 Punkte sind drin

Der Deutsche Aktienindex steigt und steigt. Experten erwarten, dass der Höhenflug vieler Unternehmen in diesem Jahr anhält.

Es ist eine erstaunliche Erfolgsgeschichte, die der deutsche Aktienmarkt in den vergangenen Wochen geschrieben hat. Noch Mitte Dezember stand der Deutsche Aktienindex bei rund 5.700 Punkten. Dann aber begann der Dax, der die 30 wichtigsten börsennotierten Konzerne Deutschlands umfasst, zu steigen – zeitweilig bis auf fast 6.800 Punkte. So stark war der Dax schon lange nicht mehr in ein neues Jahr gestartet. Zuletzt zeigten sich die Anleger selbst von Krisenmeldungen aus Griechenland nur kurz beeindruckt. Dass die Rating-Agentur Moody’s am Dienstag die Bonität mehrerer europäischer Länder herabstufte, schien die Investoren kaum zu kümmern.

Geht es mit den Aktien nun immer weiter aufwärts? Oder kommt bald doch ein Rückschlag, gar die Kehrtwende nach unten?

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Glaubt man Experten, handelt es sich bei dem jüngsten Hoch des deutschen Aktienmarkts um mehr als ein vorübergehendes Phänomen. Sophia Wurm betreibt im Investmentbanking der Commerzbank die technische Analyse von Börsendaten und Trends. Sie rechnet zwar kurzfristig mit Widerständen bei 6.800 oder 7.000 Punkten: »Die Aufwärtsdynamik wird sich in der Form nicht durchhalten lassen.« So könne der Dax in den nächsten Wochen und Monaten auf der Stelle treten oder auch mal kleine Rückschläge erleiden, der Sommer werde »vielleicht schwierig«. Auf das ganze Jahr betrachtet, sieht Wurm aber »eindeutig noch Potenzial nach oben«. Ihr Urteil, wie groß dieses Potenzial ist, deckt sich mit dem von Hans-Jörg Naumer, Leiter der Kapitalmarktanalyse beim Anlageriesen Allianz Global Investors: »Die 7.000 wird der Dax auf Jahressicht höchstwahrscheinlich überschreiten. Ich kann mir auch vorstellen, dass er die Marke von 7.500 erreicht.«

Dividenden

Erzielen Unternehmen einen Gewinn, schütten sie meist einen Teil davon aus – genannt Dividende. Während Dividenden in einigen Ländern halb- oder vierteljährlich ausgezahlt werden, geschieht das in Deutschland in der Regel nur einmal im Jahr, nach der Hauptversammlung. Viele Konzerne halten diese erst in den nächsten Monaten ab. Beobachter schätzen, dass die 30 Konzerne des Dax 2012 gut 25 Milliarden Euro an ihre Aktionäre zahlen

Zu solch optimistischen Einschätzungen tragen mehrere Faktoren bei. Zunächst einmal ist das Vertrauen der Märkte in die Stabilität der Banken gewachsen. Die Europäische Zentralbank leiht Europas Kreditinstituten derzeit auf drei Jahre so viel Geld, wie sie möchten. Diese Entscheidung beseitigte fürs Erste die Gefahr, dass sich ein Haus nicht refinanzieren kann und deshalb pleitegeht. Gebannt scheint für den Moment auch die Gefahr, dass Banken ins Wanken geraten, weil sie Staatsanleihen in ihrem Besitz massiv abschreiben müssen. Die Europäische Bankenaufsicht hatte jüngst Dutzende Institute aufgefordert, ihre Kapitalpolster für diesen Fall vorsorglich zu erhöhen – und beurteilte die von den Banken daraufhin vorgelegten Pläne in einer ersten Einschätzung positiv.

Die Ruhe in der Finanzwelt lässt viele Investoren wieder aufmerksamer auf die Konjunktur schauen. Was sie erblicken, erfreut sie, trotz Problemen im Detail. Deutschland selbst? Könnte um eine Rezession herum- und mit einer kleinen Delle davonkommen. »Die Wirtschaft läuft rund«, hieß es dieser Tage beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Die USA? Sind Beobachtern zufolge dabei, sich zu fangen und wieder an Fahrt zu gewinnen. China? Sei bei aller Inflationsgefahr weiter eine Lokomotive des weltweiten Wachstums. Auch andere Schwellenländer böten Absatzchancen für Deutschlands exportorientierte Wirtschaft. Dass der deutsche Export 2011 erstmals die Marke von 1.000 Milliarden Euro überschritt, scheint den meisten Experten signifikanter als der Rückgang im Dezember, als der Export gegenüber November um 4,3 Prozent fiel. Gestützt sehen Optimisten sich auch dadurch, dass der deutsche Arbeitsmarkt sich stabil zeigt und der Konsum sich nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts GfK erfreulich entwickelt. »Der Export und die Binnennachfrage ergeben zusammen derzeit ein gutes, gesundes Bild«, sagt Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors.

Stabilere Banken, Chancen für den Handel und Exporteure wie Siemens, Spitzengewinne bei Autokonzernen wie Daimler und gute Zahlen beim Baukonzern Bilfinger Berger – in Deutschland sieht es derzeit an vielen Stellen gut aus. »Der Markt ist in der Breite stark, er wird nicht nur von einzelnen Unternehmen oder Branchen getragen. Das ist sehr, sehr positiv«, sagt Robert Greil, der als Firmenanalyst bei der Bank Merck Finck mehrere Branchen im Blick hat. Die Stimmung hat sich insgesamt aufgehellt. Dies lässt Naumer zufolge aktuell die Handelsumsätze am Aktienmarkt zunehmen, die Kursausschläge hingegen abnehmen. »Die Risikobereitschaft der Anleger nimmt wieder zu – und damit das Interesse an Aktien«, sagt der Kapitalmarktexperte. Viele Anleger befänden sich in einer Art Notstand: »Wer in sichere Staatsanleihen investiert, erzielt derzeit nach Abzug der Inflation negative Zinsen – das ist auf Dauer ein Problem.«

Leser-Kommentare
  1. ...eine prima Idee, in der Nähe eines 5 Jahres Hochs langfristig in Aktien einzusteigen, weil die Party vielleicht noch weiter geht und die Notenbanken weiteres Geld in den Markt pumpen. Am Besten auf Grund einer technischen Analyse. Bei solchen Kursen steigt man - wenn überhaupt - kurzfristig(!) ein, um dann schnell Gewinne mitnehmen zu können.

  2. Das Geld ist ja nicht weg, es hat nur jemand anderes.

  3. Das ewige Schielen auf den DAX als Barometer für die Lage der Wirtschaft, der Stimmung oder der kollektiven Paranoia ist eine zu grobe Vereinfachung der Betrachtung der Welt.

    Das Steigen oder Fallen eines Aktienindex sagt nichts aus. Zu viele Ursachen wirken auf eine Zahl. Heute ist es der Schuldenschnitt für die Griechen und morgen sind es die Konjunkturerwartungen die die Kurse treiben.

    Um die Seriösität solcher Einschätzungen zu zeigen möchte ich Ihnen ein kleines Rechenbeispiel geben:

    a*b*(c+d)^x = 47

    Bestimmen Sie c

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    c = xte Wurzel aus (47/ab) - d

    Also sollte man jetzt in Aktien (a) investieren, da die Ratingagenturen (b) mal wieder irgendwas machen und der Dax (d) aus der Wurzel ausgeschlossen ist. Wenn nun noch der Kontostand der Wirtschaftsanalysten (x) hoch genug ist, kann also eigentlich nichts schief gehen. Außer es ist Donnerstag oder das Wetter in Kuala Lumpur (47) ändert sich, es sei denn, die Temperatur in Kelvin entspricht einer Primzahl.

    Ich glaube, ich werde Wirtschaftsanalyst.

    c = xte Wurzel aus (47/ab) - d

    Also sollte man jetzt in Aktien (a) investieren, da die Ratingagenturen (b) mal wieder irgendwas machen und der Dax (d) aus der Wurzel ausgeschlossen ist. Wenn nun noch der Kontostand der Wirtschaftsanalysten (x) hoch genug ist, kann also eigentlich nichts schief gehen. Außer es ist Donnerstag oder das Wetter in Kuala Lumpur (47) ändert sich, es sei denn, die Temperatur in Kelvin entspricht einer Primzahl.

    Ich glaube, ich werde Wirtschaftsanalyst.

  4. 4. c ist

    c=exp(1/x * ln(47/ab))-d

  5. c = xte Wurzel aus (47/ab) - d

    Also sollte man jetzt in Aktien (a) investieren, da die Ratingagenturen (b) mal wieder irgendwas machen und der Dax (d) aus der Wurzel ausgeschlossen ist. Wenn nun noch der Kontostand der Wirtschaftsanalysten (x) hoch genug ist, kann also eigentlich nichts schief gehen. Außer es ist Donnerstag oder das Wetter in Kuala Lumpur (47) ändert sich, es sei denn, die Temperatur in Kelvin entspricht einer Primzahl.

    Ich glaube, ich werde Wirtschaftsanalyst.

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    Allerdings nicht in diesem Jahr, da der Februar diesmal 29 Tage hat.
    Eine gewisse Prognoseschwäche sehe ich noch in der völligen Vernachlässigung der Mondphasen, deren Auswirkungen gerade auf die Kursentwicklung immer noch völlig unterschätzt werden.
    Aktuelle Analystenmeinungen klammern selbst weltweite Monopausenentwicklungen nicht völlig aus.
    Ansonsten stimmt Ihre Rechnung aber!

    Allerdings nicht in diesem Jahr, da der Februar diesmal 29 Tage hat.
    Eine gewisse Prognoseschwäche sehe ich noch in der völligen Vernachlässigung der Mondphasen, deren Auswirkungen gerade auf die Kursentwicklung immer noch völlig unterschätzt werden.
    Aktuelle Analystenmeinungen klammern selbst weltweite Monopausenentwicklungen nicht völlig aus.
    Ansonsten stimmt Ihre Rechnung aber!

  6. der Aktienindex steigt in dem Maße, wie Menschen ins Elend gestürzt werden. Hat irgendein Wirtschaftsnobelpreisträger das schonmal in eine griffige Formel gebracht?

    Eine Leser-Empfehlung
  7. Allerdings nicht in diesem Jahr, da der Februar diesmal 29 Tage hat.
    Eine gewisse Prognoseschwäche sehe ich noch in der völligen Vernachlässigung der Mondphasen, deren Auswirkungen gerade auf die Kursentwicklung immer noch völlig unterschätzt werden.
    Aktuelle Analystenmeinungen klammern selbst weltweite Monopausenentwicklungen nicht völlig aus.
    Ansonsten stimmt Ihre Rechnung aber!

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    :)

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