HauspreiseMonopoly Neukölln

Nirgendwo in Deutschland steigen die Immobilienpreise so stark wie in Berlin-Neukölln. Hier schlagen Käufer blind zu. von Marcus Pfeil

Ein Wohnhaus im Berliner Distrikt Kreuzberg-Neukölln (Archivbild)

Ein Wohnhaus im Berliner Distrikt Kreuzberg-Neukölln (Archivbild)  |  © Kaveh Rostamkhani/AFP/Getty Images

Vor drei Wochen haben sich die Kaufinteressenten fast geprügelt, nur um einen Platz für die Auktion zu ergattern. Dieses Mal ist alles friedlich, als Rechtspfleger Jürgen Kruse um 8.45 Uhr die Eichentür zum Saal 128 aufschließt. Kruse legt die Akte 70K11/11c für das Objekt Lichtenrader Straße 55 in Berlin-Neukölln auf den Sekretär aus der Gründerzeit und steckt seine Schreibtischlampe in die Steckdose. Während Kruse seine Akten sortiert, füllt sich der Saal allmählich. Kurz nach neun, als Kruse mit dem Protokoll beginnt, sind alle Plätze besetzt.

Jürgen Kruse arbeitet seit 25 Jahren als Rechtspfleger am Amtsgericht Neukölln , gleich gegenüber vom Rathaus in der Karl-Marx-Straße. Dieses Jahr geht er in den Ruhestand. Er kennt in Neukölln jede Straße und fast jedes Haus. "Furchtbar viel hat sich hier eigentlich nicht verändert", sagt er.

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Nur sein Job. Der hat sich sehr verändert, und das auch noch schnell. Seit zwei Jahren erlebt Kruse in seinem Viertel einen Immobilienboom, wie es ihn noch nie gegeben hat. Erklären kann Kruse ihn nicht.

Zwar rufen die Berliner Stadtmagazine seit fast 20 Jahren regelmäßig aus, dass "Neukölln kommt". Nur wollte Berlins hässliches Entlein bisher einfach nicht kommen. Bis heute eben.

Warum aber steigen die Immobilienpreise und Mieten hier zurzeit noch stärker als anderswo in der Hauptstadt und im Rest der Republik? Auch die Experten wissen keine klare Antwort. Als möglichen Grund führen sie fast immer die Inflationsangst der Deutschen an. Dabei ist die Teuerungsrate zuletzt stetig gesunken; einige Ökonomen warnen sogar vor einer Deflation, also sinkenden Preisen.

Klar sind die Zinsen niedrig und die Kredite billig, für Bundesanleihen gibt es nicht mal mehr zwei Prozent. Vielleicht kann sich auch deshalb jeder vierte Deutsche laut einer Forsa-Umfrage vorstellen, in Immobilien zu investieren. Jeder dritte Berufstätige, der seine Altersvorsorge aufbessern möchte, plant einer Allensbach-Erhebung zufolge den Bau oder Kauf eines Eigenheims, 50 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Zunächst profitieren davon Immobilien in wirtschaftlich starken Ballungsräumen wie München oder in Szenevierteln wie dem immer noch hippen Berlin-Mitte. Schwabing, Eimsbüttel und Prenzlauer Berg sind allerdings längst gentrifiziert (und damit teuer), und Kreuzberg ist auf dem besten Weg dahin – trotz des Widerstands der Alteingesessenen.

Also ziehen die Galeristen in Berlin nach Neukölln und die Studenten hinterher. Mit dem stillgelegten Flughafen Tempelhof hat der Stadtteil nun sogar ein Naherholungsgebiet vor der Haustür. Wenn Schnee liegt wie in diesen Tagen, sind dort Langlaufloipen gespurt.

In der Nähe des ehemaligen Flugfelds, am Richardplatz in Rixdorf und im Weserkiez ist Neuköllns lange herbeigeredeter Aufschwung tatsächlich schon zu spüren. Berlins Stadtmagazine bemühen bereits den Vergleich mit New Yorks Lower East Side in den Achtzigern.

Aber so weit ist es noch nicht. Neukölln bleibt bislang billig. Das lässt sich schon am Publikum bei der Zwangsversteigerung durch den Rechtspfleger Kruse erkennen. Es sind fast nur Privatpersonen, Leute, die Berlin kennen, "Insider", wie sie Reiner Braun von der Beratungsfirma Empirica nennt, die "sich Prenzlauer Berg oder Kreuzberg nicht mehr leisten wollen und in Neukölln auf ein Schnäppchen im Hauptstadtboom hoffen". Ziemlich normale Leute wie Wolfgang Schäfer* aus Wiesbaden . Ein unaufgeregter Typ, Augenbrauen wie Boris Becker , in Fjällräven-Kleidung. Er weiß, warum es neulich zur Rangelei bei der Zwangsversteigerung gekommen ist, schließlich kommt er regelmäßig in das Amtsgericht, heute zu seiner 20. Versteigerung. Vor drei Wochen sei der historische Saal mit seinen 45 Plätzen noch nicht fertig renoviert gewesen, die Kaufinteressenten seien in einen kleinen Raum mit vier Bänken gepfercht worden, erzählt der 46-Jährige.

Schäfer hat vor 20 Jahren schon einmal in Neukölln gewohnt. Seit sieben Jahren verbringt er ein Drittel seiner Arbeitszeit in Berlin. Jetzt will er nicht länger zur Untermiete wohnen, hätte gerne etwas Eigenes. Seit zwei Jahren sucht er schon, die Preisentwicklung in Prenzlauer Berg und Kreuzberg hat er verschlafen. "So langsam habe ich ein wenig Torschlusspanik", sagt er. Mehr als 1.300 Euro für den Quadratmeter will er trotzdem nicht bezahlen.

Auch Malte Seghers*, Mitte 50, aus Osnabrück , hat früher in Neukölln gearbeitet. Seghers ist Lehrer, seine Kinder studieren in Berlin. Seine Frau und er können sich vorstellen, im Alter wieder dort zu leben.

Ganz anderes hat hingegen Zwangsversteigerungsgast Manfred Röttger* im Sinn. Er wohnt schon seit Ewigkeiten in der Neuköllner Weserstraße, war bereits auf mehr als 100 Zwangsversteigerungen, hat aber nie den Zuschlag bekommen. Den wollte er auch nicht. Röttger geht auf die Versteigerungen, um den Preis nach oben zu treiben. So will er Menschen wie Schäfer und Seghers, "die aus dem Westen einfallen und die Mieten erhöhen", den Spaß verderben.

Ausländische Immobilieninvestoren versprechen sich viel von Berlin

Tatsächlich sind die Mieten in Neukölln zwischen 2007 und 2010 im Schnitt um 23 Prozent gestiegen, mehr als in allen anderen Bezirken Berlins. Auch wenn die Quadratmeterpreise in München immer noch drei- bis viermal so hoch liegen, ist die Veränderung auf dem Wohnimmobilienmarkt nirgendwo so sichtbar wie in Neukölln. Der Immobilienumsatz stieg im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent. "Dabei waren fast alle unsere Grundstücke und Objekte in Neukölln bis 2009 noch Ladenhüter", sagt Holger Lippmann, Geschäftsführer des Berliner Liegenschaftsfonds. "Heute geben sich die Bieter die Klinke in die Hand." Allein in den vergangenen drei Jahren haben sich die Kaufpreise für den Quadratmeter verdoppelt, zum Teil verdreifacht. Eine Folge: selbst Premiummakler überlegen, demnächst Niederlassungen in Neukölln zu eröffnen.

Rechtspfleger Kruse findet das viel zu teuer. Er hat noch erlebt, wie 110 Quadratmeter in der Neuköllner Sonnenallee für 5.000 Euro über seinen Tresen gingen. "Nicht für den Quadratmeter, für die ganze Wohnung. Und zwar noch vor vier Jahren." Damals seien zu den Versteigerungen drei Makler gekommen, und die hätten den Preis zuvor unter sich ausgemacht. Kruse, 63 Jahre, silbergrauer Schnauzer, trägt Röhrenjeans und ein auf Falte gebügeltes Hemd. Zwischen jungen Eltern, Studenten, Lebenskünstlern und den paar dick bebrillten Hipstern wirkt er fast so anachronistisch wie das mit Intarsien verzierte Eichenpaneel. So langsam würde er gerne zum ersten Gebot kommen, doch noch immer strömen potenzielle Bieter in den Saal.

Jahrelang wurde in Neukölln kaum neu gebaut, jetzt ist Wohnraum knapp

Es sind keine Makler mehr, aber auch noch nicht die ausländischen Investoren, die deutsche und vor allem Berliner Immobilien für sich entdeckt haben. Der Immobilienumsatz ist im vergangenen Jahr nach Hochrechnungen des Immobilienverbandes IVD um ein Fünftel auf über 150 Milliarden Euro gestiegen. In Ballungszentren wie München, Hamburg und Stuttgart sind Eigentumswohnungen in guten Lagen auch deshalb bis zu 60 Prozent teurer als noch vor drei Jahren.

In Berlin ist die Zuversicht gerade von ausländischen Kapitalanlegern dabei am größten. Das jedenfalls ist beim Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2012 der Ernst & Young Real Estate herausgekommen. Die 550 befragten Unternehmen und Investoren favorisieren den Wohnungsmarkt der deutschen Hauptstadt vor allen anderen europäischen Städten. Passend dazu, rechnet der IVD auf seiner Homepage vor, dass eine 80-Quadratmeter-Wohnung in Berlin nur halb so viel koste wie in Brüssel. In Stockholm würden im Schnitt 496.000 Euro für eine Wohnung bezahlt, in Berlin nur 112.000 Euro.

An diesem Morgen versteigert Jürgen Kruse die Wohnung 11/3 im Vorderhaus, dritte Etage, 58 Quadratmeter, Kaltmiete 288 Euro, mit unverbautem Blick auf das Tempelhofer Feld. Verkehrswert: 35.000 Euro. Das entspräche einem Quadratmeterpreis von 600 Euro und einer Mietrendite von fast zehn Prozent. Der Abgesandte der Gläubigerbank DKB weist aber gleich darauf hin, dass unter 44.000 Euro nichts zu machen sei.

Geplänkel könne man sich also sparen, sagt Gentrifizierungsgegner Manfred Röttger zu seinem Sitznachbarn in Reihe zwei und treibt den Wiesbadener Wolfgang Schäfer dann in Hunderterschritten bis auf 58.100 Euro – und dessen Rendite auf unter sechs Prozent. Hinter ihm flüstert Malte Seghers seiner Frau zu, dass sie eigentlich auch später hätten kommen können, und schaltet sich entschlossen mit seinem ersten Gebot von "59.000!" ein.

Schäfer in Reihe eins kontert abgebrüht mit "60.000". Seghers verkündet zuversichtlich "61.000!" Röttger erhöht mal wieder um 100. Das Spiel wiederholt sich, bis Seghers sein Gebotsschild noch einmal zückt, aber schon hörbar zögerlicher "66.000!" ruft. Doch auch Schäfer lässt sich nicht lumpen, dann erhöht Röttger noch einmal um 100, ehe Schäfer ihn mit 73.000 Euro abzuschütteln versucht. Die Mietrendite ist zu diesem Zeitpunkt auf unter fünf Prozent gefallen.

Da klinkt sich erstmals Benjamin Wille mit 73.500 Euro in das Bietergefecht ein. Mit seinen wilden Locken sieht er eher aus wie einer, der sich mit Röttger gegen steigende Mieten solidarisieren müsste. Tut er aber nicht. Der Ludwigsburger arbeitet seit sieben Jahren in Berlin, als Architekt in der Stadtentwicklung. Er hat gespart, versteht nichts von Aktien oder Gold, kennt sich aber mit Immobilien aus. Wille glaubt an Neukölln, als Stadtentwickler kennt er die Planwerke der Stadt, so etwas wie die nicht öffentlichen Flächennutzungspläne. "Der Südosten Berlins, also die Achse Tempelhof–Neukölln–Treptow–Adlershof bis zum neuen Flughafen, ist einer der wichtigsten Entwicklungskorridore der Stadt", sagt Wille.

Auch Reiner Braun von der Beratungsfirma Empirica ist optimistisch: "Es sprechen eine Reihe rationaler Gründe für den Kauf einer Immobilie in Berlin und Neukölln. Berlins Einwohnerzahl steigt seit elf Jahren kontinuierlich, die Zahl der Haushalte wächst noch stärker, bis 2020. Es wollen immer mehr Menschen alleine in einer Wohnung leben."

Das Wohnungsangebot habe in den vergangenen Jahren mit dieser Nachfrage nicht mitgehalten, sagt Braun: "Der Leerstand wurde abgebaut, jahrelang gab es kaum Neubauten." Wurden 1997 noch 30.000 Wohneinheiten fertiggestellt, waren es nach 2006 nur knapp 3.000 pro Jahr. Und in Neukölln entstanden so wenige Neubauten wie in kaum einem anderen Stadtteil.

Argumente, die auch Wille kennt. Er will bis 1.300 Euro pro Quadratmeter gehen. Das wären 75.400 Euro. Er ist eigentlich einer, der sich nicht hinreißen lässt, zumal er die Wohnung nicht von innen gesehen hat. Wie alle hier im Saal vertraut er allein auf das Gutachten. Er hat sich aber wenigstens den Innenhof und das Treppenhaus angeschaut und überbietet Malte Seghers aus Osnabrück bei 76.500 Euro ein letztes Mal. Auch Wolfgang Schäfer wollte eigentlich nicht so viel Geld für die Zweizimmerwohnung ausgeben. Während der Versteigerung hat er seine Meinung geändert. "Wegen des Andrangs", sagt er. Vielleicht hat er auch einfach keine Lust mehr auf weitere Versteigerungen. Bei 77.000 Euro erteilt ihm Jürgen Kruse den Zuschlag. Schäfer zahlt 1.328 Euro für den Quadratmeter.

Ein Münchner könnte darüber nur lachen.

* Name von der Redaktion geändert

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Leserkommentare
  1. ...Kreuzberg-Neukölln. Wir hätten Kreuzberg-Friedrichshain (woher auch Ihr Bild stammt, genauer: vom NeuenKreuzbergZentrum, einer architektonischen 'Perle' der Kahlschlagsanierung der 70er Jahre rund ums Kottbusser Tor) und Neukölln anzubieten.

    Es hat sich zwar der Begriff Kreuzkölln eingebürgert und zwar für den Bereich zu beiden Seiten des Landwehrkanals - dort ist aber die im Artikel beschriebene Preisentwicklung bereits seit mindestens 5 Jahren vollzogen. Mit dem Effekt, daß die Bewohner ausgetauscht werden. Leider hält nämlich das Lohnniveau nicht mit den sich aus den Kaufpreisen ergebenden Mieten mit. Von Arbeitslosigkeit und den vom A-Amt zugebilligten 378€ als Warmmiete für eine Person ganz zu schweigen.

    Aber - 'Ein Münchner könnte darüber nur lachen.' Na denn.

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    Als Kreuzberger fällt es mir schwer, aber es heißt Fhriedrichshain-Kreuzberg. So wurde es bei der Bezirksfusion gemacht. Und das obwohl Kreuzberg größer von der Fläche und der Bevölkerung ist. Und obwohl Kreuzberg westlicher ist und es auf Stadtplänen wegen der Einnordung wiederspruchsfreier abzudrucken ist.

    Der einzige Grund könnte gewesen sein, das es in Friedrichshain mehr Wahlberechtigte gibt, aufgrund der hohen Quote von Einwohnern ohne deutschen Pass in Kreuzberg.

  2. Es war schon immer einfach auf dem Feuer der Angst sein Süppchen zu kochen. Hier nutzt dies den Maklern und Alteigentümern.

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  3. Der Altbaubereich von Neukölln ist die schönste Gegend von Berlin.
    Deshalb wollen Menschen aus der ganzen Welt hier wohnen.

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  4. ... ist kein Geheimnis. Wie bei allen Blasen der letzten Jahrzehnte jagt zu viel Liquidität, zuviel billiges Geld zu wenigen rentablen und sicheren Anlagemöglichkeiten hinterher. Nachdem jetzt sogar Staatsanleihen nicht mehr als sicher gelten--oder wie im Falle Deutschlands kaum Rendite bringen)--sind Immobilien eine der attraktiveren Anlagen. Volkswirtschaftlich ist das katastrophal: Blasen platzen irgendwann, und hohe Immobilienpreise senken den Lebensstandard für die breite Masse. Sie sind volkswirtschaftlich totes Kapital, helfen weder Unternehmen oder Unternehmern noch Arbeitnehmern. Nur Kapitalanleger profitieren von Ihnen.

    Nicht nur in Europa existieren gewaltige Privatvermögen--in Deutschland stehen über 6 Billionen Euro Vermögen 2,5 Billionen Schulden gegenüber. Die Zentralbanken pumpen zudem gewaltige Mengen Liquidität in die Märkte, um eine weltweite Depression zu verhindern. Den Preis werden Normalverdiener ohne Immobilienbesitz, ohne Investitionen in Edelmetalle und andere robuste Anlagen zahlen, über hohe Inflationsraten durch steigende Rohstoff- und Immobilienpreise (d.h. die Profite der Anleger) und die Abwertung des Euro. Der Wechsel von Deflation zu Inflation wird abrupt stattfinden. Am Ende dieses Wirtschaftszyklus wird sich wieder mehr Kapital in den Händen von weniger Menschen konzentriert haben.

    Man muss kein "Experte" sein, um dies zu erkennen. Es ist ja schon Dutzende Male zuvor passiert. Die Politik unterstützt diesen Prozess nach Kräften.

    13 Leserempfehlungen
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    Ich versth nichts von Inflation und Deflation, aber ich verstehe, wenn ich ein Haus oder eine Wohnung kaufe, dann hab ich am Ende der abbezahlten Raten die ich statt Miete zahle etwas sehr nützliches in der Hand was mich vor der Brücke schützt: ein Dach über dem Kopf und Platz für Kinder...

    Die Immobilienblase in Spanien ist nicht geplatzt - Sie ist umgezogen.

    Warum haben die Leute angst vor der Inflation?

    Wegen der Wirtschaftskriese.

    Warum gibt es eine Wirtschaftskriese [Eurokriese]?

    (Auch) Wegen zu vielen zu teuren Immobilien in [Spanien], [Irland] und den USA.

    Und was machen wir?

    Wir kaufen für fast 100.000 Euro Zweizimmerwohnungen in dem Bundesland Deutschlands mit der höchsten Arbeitslosigkeit. In dem Bezirk (Aquivalent: Landkreis) mit der höchsten Arbeitslosigkeit. In dem Teil (Nordneukölln) mit der höchsten Arbeitslosigkeit.

    Die Renditen sind im Keller. Und ENTGEGEN DER BERECHNUNG in Artikel muss man das HAUSGELD noch mal abziehen. Das macht so 1-4 Euro pro qm. Je älter das Haus, desto teurer (tendenziell). Nicht alles davon kann man in die Nebenkosten schieben.

    Dann Prost! Auf die nächste Bankenrettung :-)

    • Medley
    • 24. Februar 2012 0:03 Uhr

    @redshring

    Sehr gut analysiert, Redshring! In der Tat. Ohne diese fatale Niedrigzinspolitik der FED und der EZB inclusive all der vielen anderen nationalen staatlichen Notenbanken die die gleiche Geldpolitik betrieben haben, ohne diese hätte es weder die Immobilienblase auf dem nordamerikanische Kontinent gegeben(plus dem ganzen Suprimehypotheken- und den Hypothekenversicherungsderivateschrott), noch die Immoblase in Südeuropa(besonders in Spanien), noch die in Skandinavien, GB, den Beneluxländern, noch die sich nun abzeichnende Immobilienblasenkatastrophe, ja, -KATASTROPHE!!!! in Deutschland. In Deutschland müssten sich die Preise entsprechend der alternden und schrumpfenden Bevölkerung, der sich in den nächsten Jahrzehnten verschlechtern Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, plus der mehr oder minder dramatisch steigenden Staatsverschuldung mit den dann daraus sich ergebenden höheren Steuerbelastungen für den Bürger, eigentlich kontinuierlich nach unten anpassen, sprich: sie müssten sinken. Stattdessen steigen sie aber absurderweise! Und wenn dann die Blase in 5 bis 10 Jahren platzt, ja, dann wird das Gejammere, das dann in höchsten Tönen und Lautstärken anschwellen wird, dramatisch sein, und alle werden "es" natürlich schon lange vorher besser gewusst haben, dass das "so ja nie gut gehen kann", usw, usf. Naja. Jeder ist halt seines Unglückes Schmied.

    • Afa81
    • 21. März 2012 12:47 Uhr

    "Sie sind volkswirtschaftlich totes Kapital, helfen weder Unternehmen oder Unternehmern noch Arbeitnehmern. Nur Kapitalanleger profitieren von Ihnen."

    Das kann man so nicht stehen lassen.

    Also, ich habe in erster Linie eine Wut auf große Immobilienvereinigungen, die Immobilien relativ "billig" kaufen, modernisieren und damit einen Markt schaffen, der in Berlin einfach nicht existiert.

    Für viele Menschen, die eine private Altersvorsorge haben und jetzt auf einmal sehr viel Geld, welches für den Rest des Lebens reichen muss, anlegen MÜSSEN (weil Inflation) bleibt nichts anderes übrig, als in Immobilien zu investieren.

  5. Als Kreuzberger fällt es mir schwer, aber es heißt Fhriedrichshain-Kreuzberg. So wurde es bei der Bezirksfusion gemacht. Und das obwohl Kreuzberg größer von der Fläche und der Bevölkerung ist. Und obwohl Kreuzberg westlicher ist und es auf Stadtplänen wegen der Einnordung wiederspruchsfreier abzudrucken ist.

    Der einzige Grund könnte gewesen sein, das es in Friedrichshain mehr Wahlberechtigte gibt, aufgrund der hohen Quote von Einwohnern ohne deutschen Pass in Kreuzberg.

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    Es ist doch egal. Es ging damals bei der Bezirksforum darum, möglichst viele Ost-West-Kombinationen zu schaffen, um evtl. regierende Linke (damals PDS) abzuschaffen, da die Westbezirke im wesentlichen Rechts wählen.
    In einem großen Teil der Bezirke, die an den Osten grenzen, wählte man CDU, in Kreuzberg Grüne.
    Dadurch verdrängten genannte rechte Parteien die PDS aus den Bezirksregierungen.
    Kein echter Berliner sagt, er würde statt im Fhain in KB-FH wohnen. Nur die Zugezogenen. Daher ist es Wurscht, welcher Bezirk als erstes im Namen steht.

  6. Ich versth nichts von Inflation und Deflation, aber ich verstehe, wenn ich ein Haus oder eine Wohnung kaufe, dann hab ich am Ende der abbezahlten Raten die ich statt Miete zahle etwas sehr nützliches in der Hand was mich vor der Brücke schützt: ein Dach über dem Kopf und Platz für Kinder...

    2 Leserempfehlungen
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    zum nahmen ;)
    es geht hier nicht um 1 famillienhäuschen oder qualitativhochwertige neubauten sondern um 20jh beton, den selbst seine liebhaber mitlerweile abzureissen bereit sind, und altbauten unterstem baustandards die dazu noch seit der wasserprivatisierung zunehmend nasse füsse bekommen.
    oh ja sie werden für genau das - bilde eigentum um dich abzusichern - angepriesen, von spekulanten die nat. mehr am scheibchenweisen verkauf der häuser verdienen als am kompletten, da die käufer ganzer häuser meist zumindest grundlegende infos einholen.
    aber es wird sicher lustig in einem alten rotten haus etwas reparieren zu wollen in dem die wohnungen südamerikanern, honkongern,
    resteuropäischen steuerflüchtlingen und darauf sitzengebliebenen schwäbischen gschäftlmachern gehören von denen sie innerhalb des ersten monats vlt einen telefonisch erreichen
    wers braucht...

  7. ... ob es dort ist, wo ich denke, aber wenn es das ist.... wow ! Ich war auf Durchfahrt dort und habe schnell die Knöpfe im Auto heruntergedrückt !
    1.382,-Euro pro qm ? Da ziehe ich doch lieber auf einen Campingplatz ! Wie hauptstadtbesoffen muss man sein, um dort hinzuziehen ? Das sieht dort aus wie eine Filmkulisse für Sozialdramen oder "scripted-reality"-Serien über HARZ IV-Bezieher !
    Na ja, wieder eine hochspekulative Anlage ! Gehts nur mir so oder war das alles schon mal da ?

    3 Leserempfehlungen
  8. Es ist doch egal. Es ging damals bei der Bezirksforum darum, möglichst viele Ost-West-Kombinationen zu schaffen, um evtl. regierende Linke (damals PDS) abzuschaffen, da die Westbezirke im wesentlichen Rechts wählen.
    In einem großen Teil der Bezirke, die an den Osten grenzen, wählte man CDU, in Kreuzberg Grüne.
    Dadurch verdrängten genannte rechte Parteien die PDS aus den Bezirksregierungen.
    Kein echter Berliner sagt, er würde statt im Fhain in KB-FH wohnen. Nur die Zugezogenen. Daher ist es Wurscht, welcher Bezirk als erstes im Namen steht.

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    die beschränkung auf die linke als opfer
    bitte
    mit der fh-kb zusammenlegung waren rechnerisch linke und grüne marginalisiert
    mit mitte tiergarten und wedding währe aus einem roten einem rotgrünen und einem pds-bezirk ein cdu bezirk geworden
    da hatt nur einer gewonnen
    aber was?
    die berliner bezirke
    immerhinn bevölkerungsreicher als eine durchschnittliche deutsche stadt
    können über das aufstellen von fahradständern entscheiden - wenn die senatsverwaltung nicht wiederspricht und sind ansonsten gerademal als übungsplattform für jungpolitiker brauchbar.

    Kein echter Friedrichshainer würde sagen, er wohne IM Friedrichshain.

    Im Friedrichshain = im Volkspark Friedrichshain
    In Friedrichshain = im Stadtbezirk Friedrichshain

    Es ging nicht darum möglichst viele Ost-West Bezirke zu schaffen. nur Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg hat man fusioniert.

    Es ging darum die Bezirke so zu gestalten das die Anzahl der Einwohner möglichst gleich ist. Und das ist -unter der Beachtung das man kein Altbezirk zerteilt hat- gut gelungen. Ost-West war egal. Auch die "Abschwächung" der PDS war sicher kein Ziel, das würde ich in das Reich der legenden schieben. Die Stadträte (5 pro Bezirk) werden sowieso proportional verteilt.

    Das mit dem Bezirksnamen ist nun mal eine offizielle Sache. Es heißt ja auch Nordrhein-Westfalen und nicht Westfalen-Nordrhein. Und die Namenszuteilung wurde -ich vermute- nach wahlberechtigter Bevölkerung gemacht. Zumindest in den Bezirken bei den man die Bindestrichlösung genommen hat.

    Das die Leute den Altbezirk nennen ist natürlich eine andere Sache, die Angabe ist ja auch genauer. Teilweise sagt man auch den Unterbezirk (z.B. Nikolaussee), die gibt es aber in Fh-Kb nicht. Außer die alten Postleituzahlen, aber das ist wieder eine andere Sache...

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