Jemen "Wir werden dich kriegen!"
Jemens Revolution ist unvollendet geblieben, denn der Ex-Diktator genießt Straffreiheit. Die Jugend des Landes will das nicht hinnehmen.
© MOHAMMED HUWAIS/AFP/Getty Images

Anti-Regierungsproteste in Sanaa, 16. Februar 2012
Eine Demonstration von Frauen im Jemen ist wie eine schwarze Wand, aus der sich plötzlich ein Schrei erhebt. »Bismillah«, im Namen Gottes! Hoch und hell, wie bei einem dissonanten Mädchenchor, fliegen die Stimmen durch die doppelte Kunststoffgaze der Gesichtsschleier, die Worte so scharf herausgestoßen, als könnten sie noch jenen Mann erreichen, der gerade das Land verlassen hat, im Schutze völliger Immunität: Präsident Ali Abdullah Salih. »Salih«, hebt der schwarze Chor an, »wir schicken dir diese Botschaft: Wir werden dich vor Gericht kriegen! Jugend! Es ist Zeit zum Reinemachen! Das Volk will einen neuen Jemen!«
Der Zug setzt sich in Marsch, einige Tausend schwarze Gestalten, zornig und grazil. Vorne eine junge Frau mit Mikrofon, sie trägt Handschuhe, verbirgt sogar ihre Hände.
Welch ein seltsamer clash of civilizations: Internationale Diplomatie, gedeckt auch von Europa, hat dem scheidenden jemenitischen Präsidenten eine Straffreiheit verschafft, die pauschal seine 33 Amtsjahre abdeckt, diverse Kriege im Inneren und einige Massaker während der jüngsten Revolution inbegriffen. Und diese bis zur Wimper verschleierten Jemenitinnen, denen der Westen demokratisches Denken (und Emanzipation) erst beibringen möchte, verlangen Recht, Rechenschaft, Strafe.
Sanaa, Jemens Hauptstadt, gleicht in diesen Tagen einer Bühne, auf der Szenen von Hoffnung und von Bitterkeit in rasender Folge wechseln. Hoffnung, die Präsidenten-Wahl kommende Woche könne die Tür zu friedlichem Neubeginn öffnen. Bitterkeit, weil dies eine Wahl ohne Wahl ist, mit einem vorab diktierten Sieger, Salihs Vize, dessen Beiname wichtiger ist als sein Name: der Mann, der immer nickte. Er traut sich, Anschläge fürchtend, kaum aus dem Haus.
Tage eines Umbruchs ohne Titel; was bricht wohin? Salih ist weg und doch geblieben. Seine Verwandtschaft kontrolliert Militär, Polizei und Staatsschutz, das Militär beherrscht die zivilen Apparate. Abends, wenn Sanaa wegen Strommangels im Dunkeln versinkt, strahlt Salihs gewaltige Präsidentenmoschee einsam durch die Nacht; die Minarette funken rote Lichtsignale, wie zur Warnung. Unter den arabischen Revolutionen ist Jemen das Schmuddelkind. Arm, wild, weit weg, unverständlich. In Sanaa, zwischen den Sandsäcken der letzten Checkpoints und den Einschusslöchern, beginnt man zu begreifen, dass sich Jemens Revolution vor allem durch Tragik auszeichnet. Eine gewaltfreie Jugendbewegung wird bekämpft wie eine Kriegspartei, dann zur Geisel genommen vom abtrünnigen Armee-Flügel, missbraucht für den Machtkampf der alten Eliten, schließlich erstickt von Realpolitik.
Und trotzdem weigert sich diese Revolution zu sterben.
Ihre Zeltstadt am Universitätsplatz wird größer statt kleiner, dehnt sich aus wie ein übervölkertes Stadtviertel, halb Basar, halb Camp, mit Friseurläden, fliegenden Ständen, Popcorn, Parfümverkäufern. Seit einem Jahr harren viele hier aus, das größte und längste Occupy der Welt. Zur besten Zeit war dies ein Ort der Utopie, des freien Austauschs. Seminare, Foren, Debatten. Nun überwuchert alte patriarchale Kultur die Pflänzchen des Neuen; Stämme und Parteien infiltrieren den Platz, bauen sich VIP-Zelte, mit Ziegeln und gaffenden Männerbünden. Neben Gandhi-Plakaten lungern Soldaten aus den abtrünnigen Einheiten herum, in staubigen braunen Militärmänteln wie Söldner eines vergangenen Jahrhunderts.
- Datum 19.02.2012 - 08:30 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 16.2.2012 Nr. 08
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Es geht also doch nicht um "Freiheit und Demokratie", sondern um "Mord und Totschlag".
[...]
Gekürzt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema sachlich. Danke, die Redaktion/lv
Die USA ziehen sich aus dem Middle East-IRAK-Afghanistan teilweise z.G. der Einhegung der VRChina zurück.
ISRAEL und Saudi-Arabien, die Tankstelle des Westens soll gtrotzdem gestärkt und geschützt bleiben.
Die Arabellion schwächt die Staaten im Inneren; denn die Eliten bleiben am Drücker und werfen der arbeits- und perspektivlosen Jugend nur ein paar blutige Hoffnungshappen vor die Füße.
Israel und Saudi Arabien tun jetzt alles um den IRAN und die shiitische Bevölkerung in den Arab-staaten zurückzuschneiden, alles i.S. des weichenden Westens.
Die entstandene Achse: Beirut-Damaskus-GAZA-Bagdad-Teheran soll zum Wohle Israels und Saudi Arabiens zerschlagen werden
und dafür brauchts Öl ins Feuer zum Angriff auf Teheran.
Yemen-Ägypten-Libyen-Tunesien sind nur noch scheinbar wichtig bis ISRAEl endlich ungefährdet in Middle East existiert und das Öl weiter für den Westen sicher ist, oder?
Die USA ziehen sich aus dem Middle East-IRAK-Afghanistan teilweise z.G. der Einhegung der VRChina zurück.
ISRAEL und Saudi-Arabien, die Tankstelle des Westens soll gtrotzdem gestärkt und geschützt bleiben.
Die Arabellion schwächt die Staaten im Inneren; denn die Eliten bleiben am Drücker und werfen der arbeits- und perspektivlosen Jugend nur ein paar blutige Hoffnungshappen vor die Füße.
Israel und Saudi Arabien tun jetzt alles um den IRAN und die shiitische Bevölkerung in den Arab-staaten zurückzuschneiden, alles i.S. des weichenden Westens.
Die entstandene Achse: Beirut-Damaskus-GAZA-Bagdad-Teheran soll zum Wohle Israels und Saudi Arabiens zerschlagen werden
und dafür brauchts Öl ins Feuer zum Angriff auf Teheran.
Yemen-Ägypten-Libyen-Tunesien sind nur noch scheinbar wichtig bis ISRAEl endlich ungefährdet in Middle East existiert und das Öl weiter für den Westen sicher ist, oder?
für die bisherigen reinen Wechsel der kleinen Grüppchen an der Spitze unverändert dysfunktionaler Systeme ist doch völlig verfehlt.
Im Grunde handelt es sich hier bestenfalls um Umstürze mit illusionsgetriebener Massenbeteiligung.
Es mag sein, dass die tatsächlichen Revolutionen noch kommen, wenn die enttäuschten Massen merken, dass die alten Mißstände unter neuer Herrschaft die gleichen blieben. Wer diese Revolutionen dann anführt und welches System siegt, ist noch offen, aber aus dem Umfeld heraus fast absehbar. Das mag so ähnlich ablaufen wie bei den beiden Revolutionen in Russland 1917 und das Ergebnis mag genausowenig mit Demokratie und Freiheit zu tun haben, auch wenn der Titel anders sein wird.
Man sollte zu diesem Thema etwas vorsichtiger mit solchen Äusserungen sein. Eine Demokratiehaube nach unserem Verständnis kann man solchen Ländern nicht einfach überstülpen oder Dinge einfordern. Dazu sind sie einfach viel zu weit in ihrer Grundstruktur von uns entfernt.
Denken Sie ernsthaft dass man in Ländern in denen es nicht mal das Recht auf Trinkwasser gibt, Frauen rechtlos sind und z.T. noch archaische Strukturen herrschen von Anfang an so hohe Forderungen stellen kann ? Wohl kaum.
Wir haben Jahrhunderte gebraucht um unsere jetzige Zivilgesellschaft zu bilden, von unserem demokratischen Verständnis ganz zu schweigen. Nun sollen diese Länder das in 5 Jahren schaffen ?
Geben Sie diesen Ländern eine Chance, diese "Revolutionen" sind für sie erst ein Anfang. Und ihren Weg müssen sie schon alleine rausfinden, wir hatten dieses Recht schließlich auch (auch mit Irrwegen).
Man sollte zu diesem Thema etwas vorsichtiger mit solchen Äusserungen sein. Eine Demokratiehaube nach unserem Verständnis kann man solchen Ländern nicht einfach überstülpen oder Dinge einfordern. Dazu sind sie einfach viel zu weit in ihrer Grundstruktur von uns entfernt.
Denken Sie ernsthaft dass man in Ländern in denen es nicht mal das Recht auf Trinkwasser gibt, Frauen rechtlos sind und z.T. noch archaische Strukturen herrschen von Anfang an so hohe Forderungen stellen kann ? Wohl kaum.
Wir haben Jahrhunderte gebraucht um unsere jetzige Zivilgesellschaft zu bilden, von unserem demokratischen Verständnis ganz zu schweigen. Nun sollen diese Länder das in 5 Jahren schaffen ?
Geben Sie diesen Ländern eine Chance, diese "Revolutionen" sind für sie erst ein Anfang. Und ihren Weg müssen sie schon alleine rausfinden, wir hatten dieses Recht schließlich auch (auch mit Irrwegen).
Die USA ziehen sich aus dem Middle East-IRAK-Afghanistan teilweise z.G. der Einhegung der VRChina zurück.
ISRAEL und Saudi-Arabien, die Tankstelle des Westens soll gtrotzdem gestärkt und geschützt bleiben.
Die Arabellion schwächt die Staaten im Inneren; denn die Eliten bleiben am Drücker und werfen der arbeits- und perspektivlosen Jugend nur ein paar blutige Hoffnungshappen vor die Füße.
Israel und Saudi Arabien tun jetzt alles um den IRAN und die shiitische Bevölkerung in den Arab-staaten zurückzuschneiden, alles i.S. des weichenden Westens.
Die entstandene Achse: Beirut-Damaskus-GAZA-Bagdad-Teheran soll zum Wohle Israels und Saudi Arabiens zerschlagen werden
und dafür brauchts Öl ins Feuer zum Angriff auf Teheran.
Yemen-Ägypten-Libyen-Tunesien sind nur noch scheinbar wichtig bis ISRAEl endlich ungefährdet in Middle East existiert und das Öl weiter für den Westen sicher ist, oder?
Man sollte zu diesem Thema etwas vorsichtiger mit solchen Äusserungen sein. Eine Demokratiehaube nach unserem Verständnis kann man solchen Ländern nicht einfach überstülpen oder Dinge einfordern. Dazu sind sie einfach viel zu weit in ihrer Grundstruktur von uns entfernt.
Denken Sie ernsthaft dass man in Ländern in denen es nicht mal das Recht auf Trinkwasser gibt, Frauen rechtlos sind und z.T. noch archaische Strukturen herrschen von Anfang an so hohe Forderungen stellen kann ? Wohl kaum.
Wir haben Jahrhunderte gebraucht um unsere jetzige Zivilgesellschaft zu bilden, von unserem demokratischen Verständnis ganz zu schweigen. Nun sollen diese Länder das in 5 Jahren schaffen ?
Geben Sie diesen Ländern eine Chance, diese "Revolutionen" sind für sie erst ein Anfang. Und ihren Weg müssen sie schon alleine rausfinden, wir hatten dieses Recht schließlich auch (auch mit Irrwegen).
soll ich gestellt haben?
Ich habe nur darauf hingewiesen, dass man nicht von Revolution sprechen kann und der Ausgang der Umsturzbewegungen noch offen ist.
Richten Sie Ihre Ermahnungen bitte an die richtigen Adressaten, z.B, an die vom arabische Frühling, von Demokratie und von was weiß ich noch alles jubelnden Medien und Politiker.
soll ich gestellt haben?
Ich habe nur darauf hingewiesen, dass man nicht von Revolution sprechen kann und der Ausgang der Umsturzbewegungen noch offen ist.
Richten Sie Ihre Ermahnungen bitte an die richtigen Adressaten, z.B, an die vom arabische Frühling, von Demokratie und von was weiß ich noch alles jubelnden Medien und Politiker.
..ist das nicht das Merkmal der Demokratie, dass die Oberen Narranfreiheit geniessen?
Wieviel musste er denn zahlen 20.000€?
soll ich gestellt haben?
Ich habe nur darauf hingewiesen, dass man nicht von Revolution sprechen kann und der Ausgang der Umsturzbewegungen noch offen ist.
Richten Sie Ihre Ermahnungen bitte an die richtigen Adressaten, z.B, an die vom arabische Frühling, von Demokratie und von was weiß ich noch alles jubelnden Medien und Politiker.
Ständig wird man hier mit Deutungen konfrontiert, die einer kurzen kritischen Betrachtung einfach nicht stand halten. Der Jemen ist eines der waffenverseuchtesten Gebiete der Erde, droht auseinander zu fallen und hat x weitere fundamentale Probleme. Unter diesen Umständen eine strikte Trennung von Gut und Böse vorzunehmen und dann auch ständig auf hoher politischer Ebene Reformen im Sinne einer westlichen Gesellschaft anzumahnen, befeuert die Konflikte nur und ist ausserdem interessengesteuert. Das führt dann nicht zur, in westlichen Feuilletons, erträumten Demokratie, sondern zu Mord und Totschlag, zum Verlust der Souveränität, oder beidem. Dies bedeutet für die Zivilgesellschaften Rückschritt, denn Fortschritt kann sich nur unter solchen Bedingungen nicht einstellen.
Der Westen verfolgt seine eigene geostrategische Agenda, allen voran die USA, welche den nationalen Interessen der Staaten entgegen steht. Es ist ja gerade das Problem, dass die Staaten eben nicht "ihren eigenen Weg gehen dürfen", weil irgendwer ständig dazwischen funkt. Unsere Berichterstattung und auch das verschwurbelte Gerede von Demokratie sind Teil von diesem Problem.
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