Liebeskolumne Soll er seiner Frau ihre Träume lassen?

Die Frage: »Ich hab Peter lieb, aber ich bin nicht verliebt. Immer wieder hat mein Herz verrücktgespielt. Es ist zwar nie etwas Ernsteres passiert. Aber es hätte mehr werden können. Ich will das nicht. Ich finde keinen Ausweg. Einerseits bin ich zu schwach, um ohne ihn zu leben. Andererseits schaffe ich es nicht, mich richtig zu binden, und das müsste ich doch jetzt unbedingt tun.«

Diese Sätze findet Peter im Tagebuch seiner Frau Isolde, das sie auf ihrem Schreibtisch liegen ließ. Er ist schockiert. Sie ist die zärtlichste, aufmerksamste Frau der Welt, und er hat immer gedacht, er hätte das große Los gezogen. Und gegenwärtig ist sie auch noch schwanger! Was soll er nur tun?

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Wolfgang Schmidbauer antwortet: Verliebtsein ist ein Antidepressivum, nach dem sich eher schwermütige und liebesbedürftige Menschen ebenso sehnen, wie sie es fürchten. Isolde ist in ihrem Problem ganz und gar nicht allein. Wenn wir den treuesten Eheleuten an der Nase ansehen könnten, ob sie sich insgeheim die große Verliebtheit des Melodrams wünschen, gäbe es in sehr vielen Partnerschaften Streit.

Liebeskolumne
Lesen Sie hier alle bisherigen Ratschläge von unserem Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer

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Peter sollte die Tagebuchnotiz ebenso schnell vergessen, wie er sie sich durch seine törichte Neugier angeeignet hat. Es geht jetzt darum, das geschwächte Vertrauen seiner Frau in ihre Liebesfähigkeit zu stärken, nicht es durch Vorwürfe weiter zu schwächen. Isolde will doch nur träumen!

Die Liebeskolumne

Wolfgang Schmidbauer ist einer der bekanntesten deutschen Paartherapeuten. Was er in seiner täglichen Praxis erfährt, lesen Sie im Interview mit ZEIT ONLINE. Sein neues Buch Das kalte Herz. Von der Macht des Geldes und dem Verlust der Gefühle ist im Murmann Verlag erschienen.

Haben Sie auch eine "große Frage der Liebe"? Schicken Sie eine Mail an liebeskolumne@zeit.de

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Liebe

    ... die ewige Sehnsucht nach der Liebe! Manche Dinge ändern sich nie

  2. wir wissen ja garnicht wann Sie das geschreiben hat, die hormone sind doch wohl schon durcheinader, oder?
    Und zu allen Partnern, augen weg von Tagebuechern

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