Heidi KlumHK 38

Mit 38 steht sie auf dem Gipfel des Erfolgs. Und vor neuen Entscheidungen

Heidi Klum in Lacoste

Heidi Klum in Lacoste

Einmal, ganz am Anfang ihrer Modelkarriere, wurde Heidi Klum für Hochzeitsmode-Aufnahmen in Las Vegas gebucht. »Da habe ich also einen jungen Herrn ein Dutzend Mal geheiratet«, sagt sie, »und ich musste jedes Mal aufs Neue überglücklich sein. Aber ich habe dem Fotografen nicht gefallen.« Warum nicht? »Er hat sich aufgeregt über mein Lachen, es sei zu künstlich. Er wurde richtig ungehalten. Davon wurde es natürlich nicht besser.«

Als die Aufnahmen beendet waren, ist Heidi Klum nach Hause gefahren und hat alleine vor dem Spiegel geübt, so lange, bis sie das perfekte Lachen draufhatte. »Es gibt ja viele Leute, die beim Lachen die Zähne zusammenbeißen, das sieht nicht gut aus. Und es ist ja auch nicht wie bei einem Pferd, nach dem Motto: Zeig deine Zähne.« Nein, fügt sie hinzu, »das perfekte Lachen strahlt über das ganze Gesicht, dann wirkt es authentisch.« Dieses Lachen, das sie damals vor dem Spiegel erfunden hat, ist praktisch, weil sie es jederzeit in der Öffentlichkeit einsetzen kann, wenn sie es braucht, auch an anstrengenden Tagen wie diesen – nach der im Januar öffentlich gewordenen Trennung von ihrem Ehemann, dem Sänger Seal.

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Downtown Los Angeles, im Dezember, noch ist von der Trennung nichts bekannt. Heidi Klum sitzt in einem gemieteten Van, der vor dem John Ferraro Building geparkt ist. Sie macht heute Aufnahmen für das ZEITmagazin mit dem amerikanischen Fotografen Todd Cole. Er ist für seine besondere Art bekannt, Mode zu inszenieren, auf der Straße, mit natürlichem Licht, wie ein Reportagefotograf.

Pünktlich um 8 Uhr morgens ist Heidi Klum am Set aufgetaucht, »Hallo, ich bin Heidi«, hat sie jeden einzeln begrüßt. Die Stimme weicher als im Fernsehen, ein sanfter Händedruck, ein Lächeln. Es ist ein Auftritt ganz ohne Getöse. Hier kommt kein Star, der umjubelt werden will, hier kommt ein Model, das arbeiten will. Sie ist ungeschminkt, trägt die Haare offen. Die Natürlichkeit steht ihr gut. Und sie ist ganz in Grau gekleidet, Pulli, Hose, Schuhe: grau. Auch der Mantel: grau.

Die Arbeit kann beginnen, Haare, Make-up, Maniküre, verschiedene Röcke, Blusen, Anzüge anprobieren. Die ersten Fotos werden auf der Straße gemacht, dann geht sie zurück in den Van.

Zwanzig Jahre ist es her, dass sie entdeckt wurde, in einem Modelwettbewerb von Thomas Gottschalk und der Zeitschrift Petra, die Heidi Klum damals so beschrieb: »Entspannt ruht sie auf dem Kissen ihres Kinderzimmerbetts, rechts und links Stofftiere, Puppen, im Nebenzimmer wartet der Freund (Marcel, ein Barkeeper). Perfektes Glück? Ja.« Heidi Klum lacht ihr perfektes Lachen, als sie darauf angesprochen wird. »Das ist so lange her. Manchmal, wenn ich mich an diese Zeit erinnere, frage ich mich, bin ich das überhaupt gewesen?«

Heute hat sie gleich zwei erfolgreiche Fernsehshows, Project Runway in Amerika, Germany’s Next Topmodel in Deutschland, dazu kommen ihre Werbeverträge. 96 Prozent aller Deutschen kennen sie, das Magazin Time zählt sie zu den »100 einflussreichsten Menschen der Welt«. Laut Vogue sind ihre Beine für 1,6 Millionen Euro versichert, laut Forbes hat sie zuletzt knapp 20 Millionen Dollar Jahresumsatz gemacht. »Dabei habe ich am Anfang immer gedacht, für mich ist kein Platz in diesem Geschäft«, sagt sie. »Ich habe keine Jobs bekommen. Ich war einfach zu normal und zu fraulich. Damals gab es den Heroin-Chic, die extrem dünnen Mädchen. Mein Gesicht, mein Körper sind ganz anders.« 

Nachdem sie 1992 den Modelwettbewerb gewonnen hatte, ging sie nach Paris und nach Mailand – und wurde überall abgelehnt. »Es hieß: Du musst dich verändern, die Haare abschneiden, du brauchst einen cooleren Look, runter mit dem Gewicht.« Dem amerikanischen Fernsehsender CBS hat sie einmal erzählt, dass die Tipps auch konkreter wurden, es ging um Pillen: »Sie sagten: Warum tust du das nicht in deinen Drink, vielleicht bist du dann nicht mehr so hungrig.« Sie hat diesem Druck nicht nachgegeben, »ich wollte meine Gesundheit nicht opfern. Ich dachte, entweder die Leute mögen mich, oder ich muss mir einen anderen Job suchen.«

Leserkommentare
    • Atan
    • 16.02.2012 um 13:28 Uhr

    langsam auf den Senkel! Das heutige "Zeit"-Journal hat noch zwei lesbare Seiten, der Rest waren Anzeigen für Luxus-Klamotten und das gewünschte werbefeldfreundliche Gebrabbel.
    Ich habe auch sehr viel Verständnis für die Notwendigkeit dafür, dass man diese Werbung braucht, im Internet volles Rohr "Cross-over"-Nutzen für die Kunden generiert und ich dann halt das "Zeit-Journal" gleich mit den ganzen anderen Werbebeilagen in die Altpapiertonne schüttle - obwohl es um den "Martenstein" wirklich schade gewesen wäre; vielleicht könnte man diese Seite mit ein leserfreundliche Perforation versehen?
    Na ja, jedenfalls jetzt noch auf die Totelvermarktungskampagne die Klum-Tante mit einzusteigen, die mit ihrem Unterschichten-TV vielen jungen Mädchen absurde Grillen in den Kopf setzt - jetzt reicht's!

    Vorne gibt Giovanni di L. die Moralsprechstunde, dass der Wulff nicht edel genug für uns sei (obwohl er dem Guttenberg genauso unbegründet Generalabsolution gab und die Reinvestitur pushte), hinten wird Werbung und Inhalt dermaßen auffällig aufeinander abgestimmt, dass man den Journalismus mit der Lupe suchen muss....

    Ich weiss auch, dass Ihr leben müsst und sollt, aber die Savonarola-Arien und den Kommerz dermaßen krass zu konstrastieren, strapaziert irgendwann das flexibelste Gemüt - man fühlt sich schlicht vera...

    14 Leserempfehlungen
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    http://meedia.de/print/ne...
    "Zeit-Chef Esser legt eindrucksvolle Bilanz vor
    "Neues Rekordjahr bei Umsatz und Gewinn"
    Print lebt: Im MEEDIA-Interview erklärt der Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser die "sehr auskömmliche" Zeit-Bilanz für 2011. "Wir konnten den Umsatz auf 151,4 Millionen steigern." Das bedeutet ein Plus von 13 Prozent. Seit 2003 wurde der Umsatz verdoppelt. So wurde 2011 zu einem "neuen Rekordjahr bei Umsatz und Gewinn". Wichtigster Einnahme-Posten ist noch immer die gedruckte Zeit. Aber Online holt auf. Auch die Apps entwickeln sich prächtig: "Die Einkünfte übersteigen die Investitionen"."

    Von nix kütt nix ...

    http://meedia.de/print/ne...
    "Zeit-Chef Esser legt eindrucksvolle Bilanz vor
    "Neues Rekordjahr bei Umsatz und Gewinn"
    Print lebt: Im MEEDIA-Interview erklärt der Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser die "sehr auskömmliche" Zeit-Bilanz für 2011. "Wir konnten den Umsatz auf 151,4 Millionen steigern." Das bedeutet ein Plus von 13 Prozent. Seit 2003 wurde der Umsatz verdoppelt. So wurde 2011 zu einem "neuen Rekordjahr bei Umsatz und Gewinn". Wichtigster Einnahme-Posten ist noch immer die gedruckte Zeit. Aber Online holt auf. Auch die Apps entwickeln sich prächtig: "Die Einkünfte übersteigen die Investitionen"."

    Von nix kütt nix ...

    • an-i
    • 16.02.2012 um 14:15 Uhr
    2. Warum

    wird diesen künstlichen Menschen (alles unecht, nur getue)
    so eine große Plattform geboten?

    11 Leserempfehlungen
  1. das German-Girl, das in Lattermanns Show einfach losjodelte.
    Ihre Karriere ist amerikabezogen. Sie hat sich nicht bei Lagerfelf hinten angestellt.
    Sie blieb so , wie sie war und hat sich nicht abgehungert.

    Sie war auf den Titelseiten bekannter Modeblätter.
    Vom einstigen Kataloggirl zum Unterwäschengirl, wo sie es bis zum Engelsgirl schaffte.

    German- Next - Topmodel ist doch nur ein kleiner Bereich ihrer Karriere. Die meisten Millionen hat sie in den Staaten verdient.

    In Amerika scheint sie mehr akzeptiert zu sein, als hier in Deutschland.

    Die Trennung von Seal sollte auch immer Privatsache bleiben.

    3 Leserempfehlungen
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    Und was wollen Sie damit nun aussagen?

    als Sie in einem Satz ausdrücken können.

    reicht das als Satz? ich denke Karl hat dazu alles gesagt.

    Und was wollen Sie damit nun aussagen?

    als Sie in einem Satz ausdrücken können.

    reicht das als Satz? ich denke Karl hat dazu alles gesagt.

  2. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf beleidigende und herabwürdigende Kommentare. Danke, die Redaktion/jz

  3. 5. Schön

    Und was wollen Sie damit nun aussagen?

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Heidi der Body"
  4. http://meedia.de/print/ne...
    "Zeit-Chef Esser legt eindrucksvolle Bilanz vor
    "Neues Rekordjahr bei Umsatz und Gewinn"
    Print lebt: Im MEEDIA-Interview erklärt der Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser die "sehr auskömmliche" Zeit-Bilanz für 2011. "Wir konnten den Umsatz auf 151,4 Millionen steigern." Das bedeutet ein Plus von 13 Prozent. Seit 2003 wurde der Umsatz verdoppelt. So wurde 2011 zu einem "neuen Rekordjahr bei Umsatz und Gewinn". Wichtigster Einnahme-Posten ist noch immer die gedruckte Zeit. Aber Online holt auf. Auch die Apps entwickeln sich prächtig: "Die Einkünfte übersteigen die Investitionen"."

    Von nix kütt nix ...

    • Chrina
    • 16.02.2012 um 16:19 Uhr

    Es waren zwei männliche Studenten, die die Texte protokolliert haben, so viel zum Gender Bias.

    Übrigens würde ich mich auch über weniger Mode in Text und Bildstrecken sehr freuen. Das mag für die Redaktion praktisch sein, weil es schnell Seiten füllt, langweilt aber (übrigens auch Frauen).

    Eine Leserempfehlung
  5. finde ich ganz in Ordnung. Die Macht ihr Ding. Als Frau habe ich Respekt vor ihr was ihre Karriere anbelangt, auch wenn es nicht gerade Entwicklungshilfe ist ;) Im amerikanischen Fernsehen wirkt sie gelöster - wie in Project Runway (ganz hübsche Sendung). Ich finde sie keineswegs künstlich. Eine gewisse Professionalität und Schutzmantel muss man sich im Umgang mit den Medien zulegen. Die Kommentatoren scheinen das zu vergessen - die Frau ist Medienstar und nicht ihre eigene Ehefrau ;)

    5 Leserempfehlungen

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