Stimmt's?Enthalten Teebeutel minderwertigen Tee?

...fragt Jürgen Rizzo aus Beilstein.

Einen wirklich passionierten Teetrinker graust bereits die Vorstellung, seine geliebten Teeblätter in ein kleines Papiersäckchen einzuzwängen. Er zelebriert seinen Genuss, Bequemlichkeit hin oder her. Von solchen subjektiven Vorbehalten abgesehen – ist der Beuteltee selbst denn schlechter als derjenige, der lose verkauft wird?

Grundsätzlich gibt es im Teebeutel gute und weniger gute Sorten, genauso wie beim losen Tee. Auf jeden Fall ist die Vorstellung irrig, die Hersteller würden die Abfälle, die bei der Teeproduktion übrig bleiben, zusammenkehren und in Beutel füllen. Nein, der Tee ist im Prinzip derselbe.

Anzeige

Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Die Teekrümel im Beutel sind kleiner als die in der Tüte. Die ließen sich nämlich gar nicht auf so kleinem Raum zusammenquetschen. Es handelt sich bei den Krumen um Fannings, so heißen in der Fachsprache die kleinen Bruchstücke.

Kleinere Partikel verhalten sich aber auch anders beim Aufbrühen. Je kleiner die Blättchen, umso größer ist die Oberfläche im Vergleich zum Volumen. Das heißt insbesondere, dass die Inhaltsstoffe gründlicher herausgezogen werden – für eine Tasse braucht man eine geringere Menge Tee im Beutel als lose Teeblätter.

Serie: Stimmt's?
Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild

Allerdings gibt es im Beutel vor allem die gängigen, preiswerten Teesorten zu kaufen anstatt der großen Auswahl an Spitzentees, welche die Kenner schätzen. Und noch ein Argument spricht gegen die Bequemlichkeit: Aufs Gramm gerechnet, ist Beuteltee teurer.

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leserkommentare
  1. Ich zitiere einfach mal aus dem Absatz darüber: "für eine Tasse braucht man eine geringere Menge Tee im Beutel als lose Teeblätter"

    Wenn man für eine Portion eine geringere Menge braucht, ist eine Preisberechnung auf Gewichtsbasis, gelinde gesagt, nicht besonders hilfreich; einzig interessant ist die Preisberechnung pro Portion. Allzu oft wird eine solch falsche Basis der Preisgrundlage zur Irreführung des Verbrauchers missbraucht; das ist hier natürlich nicht das Ziel. Gerade bei Reinigungsmitteln und -konzentraten findet man dieses Vorgehen oft.

    11 Leserempfehlungen
  2. Für einen sehr ordentlichen Assam Second Flush zahle ich lose 3,40 für 100g. Im Supermarkt kostet Allerwelts-Beuteltee 2,79 je 25g. Das sind 11,16 für 100g.

    Der Beuteltee ist mehr als 3 mal so teuer - und deutlich schlechter. Schon deshlab, weil er nicht aromadicht verpackt ist - bis er in der Tasse landet, ist das meiste Aroma schon verdunstet (wenn er den je eines hatte...).

    Wahnsinn.

    Übrigens derselbe Wahnsinn wie die Kaffee-Pads.

    7 Leserempfehlungen
  3. aufs Gramm gerechnet teurer wäre und Kommentar 1 nicht zutreffen würde, bliebe immer nach der Umstand, dass man beim händischen Dosieren eher zum Überdosieren neigt und somit der Verbrauch (und der Preis) pro Portion auch dadurch steigt.

    3 Leserempfehlungen
  4. da natürlich bei mehr oberfläche pro volumen auch ein schnellerer qualitätsverlust auftritt womit wiederum die wirkstoffmenge pro gramm pflanzenmasse deutlich sinkt was wiedrum zur herstellung der selben masse/qualität heisgetränk mehr grundmasse erfordert
    im endefekt mehr als bei blatt schon als überdosierung empfunden wird

    3 Leserempfehlungen
  5. Die Frage war: Ist der Tee in Teebeuteln von minderer Qualität. Die Antwort ist eindeutig: Kommt darauf an.

    Der Teebeutel ist für Menschen gedacht die Tee schnell konsumieren und nicht für den langsamen Genießer. Denen wird also auch eine schlechtere Qualität nicht den Magen verderben. Den Unterschied feststellen werden sie wohl auch kaum und es wird ihnen letztlich auch egal sein. Wie bei allen industriell hergestellten Lebensmitteln.

    Ich bezweifle außerdem, Erfahrung aus zahlreichen Blindversuchen, das selbst die selbsternannten Teekenner am Ende einen gut zubereiteten Beuteltee nicht von einem losen Tee unterscheiden können, wenn er erstmal in Tasse gelandet ist.

    3 Leserempfehlungen
  6. aufs Gramm gerechnet wenn man den Tee nicht "zelebrieren", sondern ganz einfach stinknormal trinken möchte, speziell wenn's kalt ist und es pressiert...

    2 Leserempfehlungen
  7. Schon vor Jahrzehnten wurden Teebeutel untersucht.
    Das damalige Ergebniss war erschreckend.
    Teeabschnitte die auf den Boden gefallen sind wurden durch Teebeutel weiter verwertet. So fand man in Teebeutel sogar Rattenkot.
    Die Lebensmittelindustrie hat immer auch ihre Schwarzen Schafe.

    2 Leserempfehlungen
  8. der zusammengefegt wird.

    Die Qualitätsstufen sind folgende:

    Pekoe
    Broken
    Fannings
    Dust

    Ich habe mir als Student mit schmalem Geldbeutel immer den guten Tee (das heißt ganzes Blatt, Flowery Orange Pekoe) gegönnt und ich bereue nichts. Nun habe ich mir seit etlichen Jahren mal zu Broken gegriffen. Er ist eine Katastrophe. In der Firma trinke ich Teebeuteltee... ich bereue es.

    Was die Preise angeht: Loser Tee, selbst wenn es der qualitative ist, ist günstiger gegenüber Teebeuteltee. Die 50 Teebeutel für 2 € reichen für 50 Tassen. Wenn ich für 8 Euro 250 g losen Tee kaufe (den guten), dann reicht das für 25 Kannen, das heißt für ca. 100 Tassen! Der Tee schmeckt auch besser.

    2 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service