Range Rover EvoqueIn Flammen

Marc Brost fährt das Range Rover Evoque Coupé

Range Rover Evoque

Range Rover Evoque

Mitte der siebziger Jahre besaß mein Vater einen Ford Consul, grasgrün, mit Zierleisten aus Chrom. Ich erinnere mich, dass wir in den Skiurlaub fahren wollten. Der Ford parkte in der Garage, mein Vater wuchtete das Gepäck in den Kofferraum, ich stand daneben und schaute zu. Oben in der Wohnung schmierte meine Mutter Brote für die Fahrt. Als mein Vater das Auto aus der Garage fahren wollte, fing der Motor an zu brennen. Mein Vater rannte aus der Garage und schrie: »Wasser! Wasser!« Meine Mutter öffnete ein Fenster, streckte ihren Kopf raus und fragte: »Heißes oder kaltes?«

Daran muss ich denken, wenn mich heute jemand fragt, ob ich bei einem Auto Feuer gefangen habe.

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Der Range Rover Evoque ist ein Auto, bei dem es scheint, als ob seine Entwickler sich nicht entscheiden konnten. Genauso wenig wie damals meine Mutter bei der Löschwassertemperatur für unseren Ford. Der Evoque ist ein Geländewagen mit Allradantrieb und extremer Bodenfreiheit. Er ist aber auch ein Sportcoupé mit niedrigem Dach, hochgezogener Seitenlinie und schmalen Fenstern, ein Rennwagen mit sehr direkt umgesetzter Lenkung. Und ein luxuriöser Reisewagen mit großem Kofferraum und einer Heckklappe, die per Knopfdruck automatisch schließt. Es ist, als trage ein britischer Lord obenrum Smoking und unten Gummistiefel. Als wisse er nicht, ob er ins Kasino will oder auf die Jagd.

Vor der Markteinführung des Evoque in Deutschland gab es eine Werbeaktion, bei der 275 Grafikdesigner ihre Gestaltungsentwürfe einreichen durften. Eine hübsche Idee. Bloß sieht das Resultat so aus, als wären tatsächlich alle Entwürfe eingeflossen.

Das heißt nicht, dass mich der Wagen nicht auch begeistert. Witzig finde ich, das Getriebe nicht über einen Hebel in der Mittelkonsole zu bedienen, wie das bei den meisten Automatikwagen üblich ist, sondern per Drehknopf. Dieser verschwindet in der Mittelkonsole, sobald der Motor aus ist. Und wenn man den Tempomaten einschaltet, erscheint im Display ein kleines Schaubild, das den CO₂-Ausstoß für die jeweilige Geschwindigkeit anzeigt.

Habe ich am Ende doch noch Feuer gefangen? Sagen wir es so: Der Evoque lässt mich nicht kalt. Aber er ist overdesigned. Statt Evoque müsste er eigentlich Provoque heißen.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 140 kW (190 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 8,5 s
Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
CO2-Emission: 174 g/km
Durchschnittsverbrauch: 6,5 Liter
Basispreis: 38.700 Euro

Marc Brost ist Leiter des Hauptstadtbüros der ZEIT

 
Leserkommentare
    • Shrek
    • 23.02.2012 um 14:41 Uhr
    1. Lustig

    "Ein Wagen, der nicht weiß, was er sein will."

    Vielleicht will er ja auch bloß nicht von einem einfallslosen Menschen in eine Schublade gesteckt werden.

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