Ministerin Schavan: "Die Politik hat Fehler gemacht"
Bildungsministerin Annette Schavan über Versäumnisse bei der Bologna-Reform, ihr Verständnis von Bildung und die Zukunft des deutschen Wissenschaftssystems
DIE ZEIT: Frau Ministerin, ist Humboldt tot?
Annette Schavan: Nein, wenn damit die Überzeugung gemeint ist, wonach Bildung durch Wissenschaft auch im 21. Jahrhundert zum Selbstverständnis der Universität gehört.
ZEIT: Die Gegner der Studienreform sehen das anders. Sie sagen, Bologna habe Humboldt auf dem Gewissen.
Schavan: Das ist mir zu einfach. Richtig ist: Es ist an der Zeit, eine neue gesellschaftliche Debatte über den Wert und das Wesen von Bildung zu beginnen, und zwar unabhängig von ihrer Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt. Man hat sich beim Umbau der Studiengänge zu lange auf formale Aspekte konzentriert und versäumt, die entscheidende Frage zu beantworten: Was bedeutet Bildung durch Wissenschaft, das alte Humboldtsche Ideal, für die Hochschule des 21. Jahrhunderts?
ZEIT: Und, was bedeutet es?
Schavan: Neu hinzugekommen ist der Anspruch, die Studenten auf ihr Berufsleben vorzubereiten. Das ist die Anforderung an jedes akademische Studium, und das ist gut so. Doch ein Hochschulstudium muss eben, und jetzt komme ich zum klassischen Teil, vor allem Raum geben zur Gestaltung der eigenen Bildungsbiografie. Bildung führt nicht nur zur Ansammlung von Wissen und Kenntnissen; Bildung prägt die Persönlichkeit und führt zur Veränderung von Einstellungen, Bildung führt zu Urteilskraft. Was passiert, wenn nur noch Fakten und Fertigkeiten vermittelt werden, konnten wir unlängst bei den Absolventen einiger wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge und ihrem Verhalten in der Finanzkrise sehen.
ZEIT: Und das aus Ihrem Munde. Ihre Kritiker sahen Sie bislang eher an der Vorfront einer immer weiter gehenden Ökonomisierung des Hochschulstudiums. Vor drei Jahren, auf dem Höhepunkt des Bildungsstreiks, haben Sie jene, die gegen die Bologna-Reform protestierten, als »Gestrige« bezeichnet.
Schavan: Zu Recht. Erst die Reform hat die Studierneigung spürbar erhöht, Abiturienten gerade aus bildungsfernen Elternhäusern haben mehr Lust auf ein Hochschulstudium bekommen. Die technischen Fächer haben wieder Zulauf. Kurzum: Bologna war die richtige Antwort auf die Herausforderungen einer Gesellschaft, in der nahezu 50 Prozent eines Jahrgangs studieren und die nur durch eine möglichst hohe akademische Qualifikation möglichst vieler international bestehen wird. Alles in allem ist die Bologna-Reform eine Erfolgsgeschichte. Aber das hindert uns nicht, die noch vorhandenen Defizite anzugehen. Wir haben zu viel über Strukturen und zu wenig über Inhalte und Ziele von Bildung diskutiert. Wir haben bei all der Spezialisierung den Raum für das große Ganze eingeengt. Es geht um die Begeisterung für das Neue, das Unbekannte.
ZEIT: Eine späte Erkenntnis.
Schavan: Die Hochschulen haben von Anfang an Wert darauf gelegt, die Reform möglichst eigenständig zu gestalten. Und natürlich gibt es auch viele gute Beispiele für neue Studiengänge, in denen Bildung und Ausbildung zusammengebracht worden sind. Mir aber geht es darum, dass wieder klarer wird: Zur Universität im 21. Jahrhundert gehört der Anspruch von Bildung durch Wissenschaft. Es geht nicht um Einzelbeispiele, es geht um das Kernverständnis der Universität.
ZEIT: Verantwortlich für die Missstände sind also die anderen, nicht die Bildungspolitiker?
Schavan: Auch die Politik hat Fehler gemacht. Es ist Ende der neunziger Jahre, also ganz am Anfang der Reform, die Chance verpasst worden, die inhaltliche Dimension von Bologna gleichberechtigt in der Agenda zu verankern. Als der Umbau dann losging, war es erst mal zu spät. Die Hochschulen waren mit den Strukturfragen vollauf beschäftigt – und sie haben diese große Aufgabe gut bewältigt. Jetzt sind 85 Prozent der Studiengänge auf die neuen Abschlüsse umgestellt, und die Gelegenheit zur inhaltlichen Debatte ist wieder da.







In welchem Bereich hat die Politik keine Fehler gemacht? EURO, Afghanistan, Griechenland, Ungarn, Energiewende, Hartz IV, Wulff... Bitte um einen Beispiel, wo die Politik keine Fehler gemacht hat!
Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls
...das war alles - auch in seinen Auswirkungen - politisch gewollt. Vielen in UNION und FDP steckt noch heute der "Schock von 1968" in den Knochen - und nicht nur das: seitdem es keinen Ostblock und keinen "Kampf der Systeme" mehr gibt, braucht man auch kein "Schaufenster nach Osten" mehr. Deshalb gab's auch auf vielen, vielen Politikfeldern den Versuch der "Rolle rückwärts".
Machen wir uns nichts vor: die Bologna-Reform war eine Reform, die massiven Forderungen aus der Wirtschaft nach kam. Man wollte "Billig", "Willig" - v.a. aber keine Hochschulabsolventen, die "dumme Fragen" stellen. Es reicht, so glaubte man, wenn die Absolventen der neuen Hochschulstudiengänge die "Leitfäden", "Bibeln" und "Lehrsätze" irgendwelcher "Gurus", "Päpste" oder "Götter" auswendig lernen - und vor allem: bar jedweder Kritik und jedweder Reflexion - herunterbeten. Alles andere ist politisch verdächtig.
....argumentiert und glaubt es gäbe genügend Dummköpfe, die sich durch solchen Unfug überzeugen lassen den Politiker zu wählen: "Was passiert, wenn nur noch Fakten und Fertigkeiten vermittelt werden, konnten wir unlängst bei den Absolventen einiger wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge und ihrem Verhalten in der Finanzkrise sehen."
Das ist schaurig in seiner Aussage, hetzerisch und nach gängiger Definition rassistisch. Das ist nicht gut.
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...das war alles - auch in seinen Auswirkungen - politisch gewollt. Vielen in UNION und FDP steckt noch heute der "Schock von 1968" in den Knochen - und nicht nur das: seitdem es keinen Ostblock und keinen "Kampf der Systeme" mehr gibt, braucht man auch kein "Schaufenster nach Osten" mehr. Deshalb gab's auch auf vielen, vielen Politikfeldern den Versuch der "Rolle rückwärts".
Machen wir uns nichts vor: die Bologna-Reform war eine Reform, die massiven Forderungen aus der Wirtschaft nach kam. Man wollte "Billig", "Willig" - v.a. aber keine Hochschulabsolventen, die "dumme Fragen" stellen. Es reicht, so glaubte man, wenn die Absolventen der neuen Hochschulstudiengänge die "Leitfäden", "Bibeln" und "Lehrsätze" irgendwelcher "Gurus", "Päpste" oder "Götter" auswendig lernen - und vor allem: bar jedweder Kritik und jedweder Reflexion - herunterbeten. Alles andere ist politisch verdächtig.
....argumentiert und glaubt es gäbe genügend Dummköpfe, die sich durch solchen Unfug überzeugen lassen den Politiker zu wählen: "Was passiert, wenn nur noch Fakten und Fertigkeiten vermittelt werden, konnten wir unlängst bei den Absolventen einiger wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge und ihrem Verhalten in der Finanzkrise sehen."
Das ist schaurig in seiner Aussage, hetzerisch und nach gängiger Definition rassistisch. Das ist nicht gut.
Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls
... warum geifern Sie so ? Ihr Vorkommentator hat doch recht. Er hat eine konkrete Aufzählung begonnen und weil der Platz in diesem Forum für die vielen Fehler der sogenannten Politikelite in Deutschland nicht ausreicht die Aufzählung mit drei Punkten beendet. Ich hätte diese drei Punkte noch auf ein gelbes Band gegeben, dann wäre der Zustand der Politiker für die Bürgerinteressen auch noch dokumentiert.
Ihr Stil erinnert sehr an die Angriffe, die Politiker immer dann in dieser Form führen, wenn sie keine Argumente haben und den Gegner mit persönlichen Angriffen mundtot machen wollen. Insoweit sollten Sie andere nicht belehren, sondern sich selbst an ihre Regeln halten.
Im übrigen ist auch diese misslungene Reform ein Spiegelbild dafür, dass man den Einfluss der Berater aus Industrie, Wirtschaft und Unternehmensberatung sehr gering halten sollte, denn eine nur nach monetären, institutionalistischen und arbeitsökonomischen Bedürfnissen ausgerichtete Gesellschafts- und Bildungspolitik wird nie funktionieren.
Der Mensch ist wesentlich mehr als nur ein Parameter auf dem Arbeitsmarkt.
... warum geifern Sie so ? Ihr Vorkommentator hat doch recht. Er hat eine konkrete Aufzählung begonnen und weil der Platz in diesem Forum für die vielen Fehler der sogenannten Politikelite in Deutschland nicht ausreicht die Aufzählung mit drei Punkten beendet. Ich hätte diese drei Punkte noch auf ein gelbes Band gegeben, dann wäre der Zustand der Politiker für die Bürgerinteressen auch noch dokumentiert.
Ihr Stil erinnert sehr an die Angriffe, die Politiker immer dann in dieser Form führen, wenn sie keine Argumente haben und den Gegner mit persönlichen Angriffen mundtot machen wollen. Insoweit sollten Sie andere nicht belehren, sondern sich selbst an ihre Regeln halten.
Im übrigen ist auch diese misslungene Reform ein Spiegelbild dafür, dass man den Einfluss der Berater aus Industrie, Wirtschaft und Unternehmensberatung sehr gering halten sollte, denn eine nur nach monetären, institutionalistischen und arbeitsökonomischen Bedürfnissen ausgerichtete Gesellschafts- und Bildungspolitik wird nie funktionieren.
Der Mensch ist wesentlich mehr als nur ein Parameter auf dem Arbeitsmarkt.
Entfernt wegen Polemik. Die Redaktion/sc
, das Bestehen im internationalen Wettbewerb, ...
;-)
, das Bestehen im internationalen Wettbewerb, ...
;-)
"Es mag in sieben oder acht Semestern leichter sein, mehr Raum für Reflexion unterzubringen. Doch das kann im Umkehrschluss nicht heißen, dass sechssemestrige Bachelorprogramme eine bildungsfreie Zone sein dürfen."
auf dem schwafelniveau bewegt sich in etwa die bidungskompetenz eines ministeriums. entsprechend sieht unsere ausbildung aus. geht bei de schule los, zehnte klasse geschafft, kenntnis des kleinen einmaleins, glückssache, genau wie deutsch.
einfach mal bei ihk und handwerkskammer nachfragen, wie die bewerber für lehrlingsstellen aufgestellt sind.
Recht mit der 10ten Klasse, aber bei den Gymnasialen siegt es leider genauso aus.
Das ist jedoch nicht der Fehler der Politik, sondern der Lehrer und im Rahmen des Artikels der Hochschulen.
Im letzteren Fall scheitert die ganze Sache an der Kompetenz und der Ingnoranz der Hochschulen, die leider von der internatonalen Bildungslandschaft keine Ahnung haben. Und selbst Angebote sich an ausgewiesenen Eliteunis zu informeren, wie man Unis und HSen aufbaut, werden abgelehnt. Denn da müsste ein Sinneswandel im Selbstverständnis besonders der Profs.stattfinden, die sich als Dienstleister zu verstehen hätten. Denn wenn man sieht das Ing. Studiengänge auf 3 Jahre zusammengeachrumpft wurden ohne am Lehrplan etwas zu ändern,dann ist dies Faulheit der Profs..
Man muss sich auch davon verabschieden, dass jeder Schmock einen Master macht,dafür ist dieser nicht ausgelegt. Leider ist es auch da mit der Kenntnis der internationalen Bildungslandschaft nicht weit her. Denn die Frage ist nicht Master, sondern Master und wo haben sie denn gemacht.Deswegen steht bei den meisten im Angloraum auch dahinter, an welcher Einrichtung er gemacht wurde.
Also nicht auf die Politk ein schimpfen, sondern das Übel an der Quelle angehen und das sind die Einrichtungen.
Bestes Mittel Studiengebühren flächendeckend einführen (damit werden die HS/Uni zum Dienstleister im Bachelorbereich), gleichzeitig den Prof. Status von unkündbar auf jederzeit kündbar ändern und man bekommt die gewünschten Ergebnisse.
Recht mit der 10ten Klasse, aber bei den Gymnasialen siegt es leider genauso aus.
Das ist jedoch nicht der Fehler der Politik, sondern der Lehrer und im Rahmen des Artikels der Hochschulen.
Im letzteren Fall scheitert die ganze Sache an der Kompetenz und der Ingnoranz der Hochschulen, die leider von der internatonalen Bildungslandschaft keine Ahnung haben. Und selbst Angebote sich an ausgewiesenen Eliteunis zu informeren, wie man Unis und HSen aufbaut, werden abgelehnt. Denn da müsste ein Sinneswandel im Selbstverständnis besonders der Profs.stattfinden, die sich als Dienstleister zu verstehen hätten. Denn wenn man sieht das Ing. Studiengänge auf 3 Jahre zusammengeachrumpft wurden ohne am Lehrplan etwas zu ändern,dann ist dies Faulheit der Profs..
Man muss sich auch davon verabschieden, dass jeder Schmock einen Master macht,dafür ist dieser nicht ausgelegt. Leider ist es auch da mit der Kenntnis der internationalen Bildungslandschaft nicht weit her. Denn die Frage ist nicht Master, sondern Master und wo haben sie denn gemacht.Deswegen steht bei den meisten im Angloraum auch dahinter, an welcher Einrichtung er gemacht wurde.
Also nicht auf die Politk ein schimpfen, sondern das Übel an der Quelle angehen und das sind die Einrichtungen.
Bestes Mittel Studiengebühren flächendeckend einführen (damit werden die HS/Uni zum Dienstleister im Bachelorbereich), gleichzeitig den Prof. Status von unkündbar auf jederzeit kündbar ändern und man bekommt die gewünschten Ergebnisse.
, das Bestehen im internationalen Wettbewerb, ...
;-)
Wir HATTEN ein sehr gutes Bildungssystem mit dem einzigen Fehler, daß es unterfinanziert war. Sein besonderer Vorteil war die zweigliedrige berufliche Bildung und die Durchlässigkeit, während andere Länder ihren Berufsnachwuchs für anspruchsvollere Berufe an der Uni ausbilden mußten.
Unsere Unis konnten sich daher auf die Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses konzentrieren. Ein äußerst erfolgreiches Bindeglied zwischen Praxis und Wissenschaft waren die Fachhochschulen.
Jetzt machen wir den Unsinn nach, möglichst viele an der Universität ausbilden zu wollen. Das senkt notgedrungen das jetzt verschulte Niveau und bildet diejenigen, die keinen wissenschaftlichen Beruf ergreifen wollen, schlechter d.h. praxisferner aus als die früheren Fachhochschulen.
Ein Bekannter von mir hat es vom Volksschüler über den Werkzeugmacher und Techniker zum Fachhochschulingenieur und zu einer leitenden Position gebracht. Genau diese Verzahnung von Praxis und Theorie hat unserer Wirtschaft den Erfolg gebracht.
Lange Studienzeiten hätte man durch mehr Lehrpersonal und straffere Organisation vermeiden können, aber bezüglich der Finanzen bewegten wir uns lieber in der Nachbarschaft armer Staaten als in der unserer Konkurrenten auf dem Weltmarkt.
Die Bildungsaspekte habe ich außer acht gelassen, damit der Text nicht zu lang wird.
Studierende im Rahmen der Occupy-Bewegung auf die Straße und demonstrieren für Bildung an Universitäten, weil diese häufig "nur" noch effektive berufsorientierte Kurse anbieten.
Der westdeutsche Universität mangelelte es massiv an Personal und studienbegleitender Betreuung, deshalb konnte sie die Öffnung des Bildungssystems in den 70zigern nicht verkraften.
Aber was solls: Generationen von Studenten haben immer wieder auf die Mißstände aufmerksam gemacht.
Hat nichts genutzt.
Der Begriff "Bildung" geschichtlich in der deutschen Ideegeschichte verankert.
So wie die Verhältnisse sind sollte er aus den pädagogischen Lehrbüchern gestrichen werden.
Auch ich bin ein Gegner der sog. Bologna-Reform. Das Diplom wurde abgeschafft um - Verzeihung für diese Ausdrucksweise, aber es fällt mir nichts Anderes dazu ein - in der ach so schicken Politikerwelt auch mal mitschwafeln zu können.
Besonders im technischen Bereich war der Titel Dipl.-Ing. ein absolut anerkanntes "Qualitätssiegel" - mit dem Titel konnten die InhaberInnen - entspr. Sprachkenntnisse vorausgesetzt - auch im afrikanischen Busch Arbeit finden.
Nun darf man natürlich nicht auf der Stelle treten, das Bessere ist der Feind des Guten. Daher kann sicher auch aus einem Bachelor ein/e gute/r Mitarbeiter/in erwachsen, ganz klar. Aber im Moment sieht die Realität ganz anders aus: Frau Schavan hat Ihre Verantwortung nicht wahrgenommen, die sogenannte Bologna-Reform ist ein einziges Desaster. Was nicht verwundert, denn das Ziel waren billige Arbeitskräfte und eine Reduzierung der Bildungskosten pro Studierenden.
Mein Anspruch ist: Für JEDE Studentin und JEDEN Studenten ist ein Masterstudienplatz bereitzuhalten. Es darf keiner Person diese Weiterführung des Studiums verwehrt werden. Und es muss endlich wieder in die Bildung investiert werden, nicht nur darüber schavanelt werden.
Anständig wäre auch ein zügiger Rücktritt der Truppe, die dieses Desaster verursacht hat - besonders die verantwortliche Ministerin sollte sich ganz aus der Politik zurückziehen: Unter ihrer Führung sind die Lebenswege tausender Studentinnen und Studenten negativ beeinflusst worden.
...während unserer am Boden lag. M.E. ist das der einzige Grund, warum man sich am angloamerikanischen Vorbild orientiert hat.
Der damalige Boom war freilich der Immobilienblase geschuldet. Für die Londoner City konnte der Bachelor-Nachwuchs nicht schnell genug kommen. Heute nach er Finanzkrise wissen wir, dass das ganze herzlich wenig mit dem dortigen Bildungssystem zu tun hatte.
3 Jahre sind m.E. zu wenig, um brauchbare Kompetenzen zu vermitteln. Wenn man bedenkt, dass man 12-13 Jahre in der Schule hockt (und dort viel überflüssiges lernt), zwischen Abi und Studium sowie zwischen Studium und erstem Job viele Wartezeiten hat, dann schadet es doch auch nicht, wenn man statt 3 Jahre, vielleicht 4 oder 5 Jahre studiert. Dann ist man nach G8 und Wegfall der Wehrpficht auch erst 24-25 Jahre alt. Bologna war der Fehler!
Beate Scharf schreibt: "Jetzt machen wir den Unsinn nach, möglichst viele an der Universität ausbilden zu wollen. Das senkt notgedrungen das jetzt verschulte Niveau und bildet diejenigen, die keinen wissenschaftlichen Beruf ergreifen wollen, schlechter d.h. praxisferner aus als die früheren Fachhochschulen."
In Brandenburg geht man sogar noch einen Schritt weiter (http://www.zeit.de/wissen...). Man schmeißt die beiden Hochschultypen einfach zusammen. Dabei versucht man kurioserweise, sich auf ein Gutachten zu berufen, das gerade die in Ihrem Kommentar aufgeführten Vorteile der Verschiedenheit von FH und Uni in Forschung und Ausbildung hoch bewertet.
Ich bin gespannt, was den Politikern noch so alles einfällt, um die Stärken des Deutschen Wissenschafts- und Bildungssystems auszuhebeln.
Studierende im Rahmen der Occupy-Bewegung auf die Straße und demonstrieren für Bildung an Universitäten, weil diese häufig "nur" noch effektive berufsorientierte Kurse anbieten.
Der westdeutsche Universität mangelelte es massiv an Personal und studienbegleitender Betreuung, deshalb konnte sie die Öffnung des Bildungssystems in den 70zigern nicht verkraften.
Aber was solls: Generationen von Studenten haben immer wieder auf die Mißstände aufmerksam gemacht.
Hat nichts genutzt.
Der Begriff "Bildung" geschichtlich in der deutschen Ideegeschichte verankert.
So wie die Verhältnisse sind sollte er aus den pädagogischen Lehrbüchern gestrichen werden.
Auch ich bin ein Gegner der sog. Bologna-Reform. Das Diplom wurde abgeschafft um - Verzeihung für diese Ausdrucksweise, aber es fällt mir nichts Anderes dazu ein - in der ach so schicken Politikerwelt auch mal mitschwafeln zu können.
Besonders im technischen Bereich war der Titel Dipl.-Ing. ein absolut anerkanntes "Qualitätssiegel" - mit dem Titel konnten die InhaberInnen - entspr. Sprachkenntnisse vorausgesetzt - auch im afrikanischen Busch Arbeit finden.
Nun darf man natürlich nicht auf der Stelle treten, das Bessere ist der Feind des Guten. Daher kann sicher auch aus einem Bachelor ein/e gute/r Mitarbeiter/in erwachsen, ganz klar. Aber im Moment sieht die Realität ganz anders aus: Frau Schavan hat Ihre Verantwortung nicht wahrgenommen, die sogenannte Bologna-Reform ist ein einziges Desaster. Was nicht verwundert, denn das Ziel waren billige Arbeitskräfte und eine Reduzierung der Bildungskosten pro Studierenden.
Mein Anspruch ist: Für JEDE Studentin und JEDEN Studenten ist ein Masterstudienplatz bereitzuhalten. Es darf keiner Person diese Weiterführung des Studiums verwehrt werden. Und es muss endlich wieder in die Bildung investiert werden, nicht nur darüber schavanelt werden.
Anständig wäre auch ein zügiger Rücktritt der Truppe, die dieses Desaster verursacht hat - besonders die verantwortliche Ministerin sollte sich ganz aus der Politik zurückziehen: Unter ihrer Führung sind die Lebenswege tausender Studentinnen und Studenten negativ beeinflusst worden.
...während unserer am Boden lag. M.E. ist das der einzige Grund, warum man sich am angloamerikanischen Vorbild orientiert hat.
Der damalige Boom war freilich der Immobilienblase geschuldet. Für die Londoner City konnte der Bachelor-Nachwuchs nicht schnell genug kommen. Heute nach er Finanzkrise wissen wir, dass das ganze herzlich wenig mit dem dortigen Bildungssystem zu tun hatte.
3 Jahre sind m.E. zu wenig, um brauchbare Kompetenzen zu vermitteln. Wenn man bedenkt, dass man 12-13 Jahre in der Schule hockt (und dort viel überflüssiges lernt), zwischen Abi und Studium sowie zwischen Studium und erstem Job viele Wartezeiten hat, dann schadet es doch auch nicht, wenn man statt 3 Jahre, vielleicht 4 oder 5 Jahre studiert. Dann ist man nach G8 und Wegfall der Wehrpficht auch erst 24-25 Jahre alt. Bologna war der Fehler!
Beate Scharf schreibt: "Jetzt machen wir den Unsinn nach, möglichst viele an der Universität ausbilden zu wollen. Das senkt notgedrungen das jetzt verschulte Niveau und bildet diejenigen, die keinen wissenschaftlichen Beruf ergreifen wollen, schlechter d.h. praxisferner aus als die früheren Fachhochschulen."
In Brandenburg geht man sogar noch einen Schritt weiter (http://www.zeit.de/wissen...). Man schmeißt die beiden Hochschultypen einfach zusammen. Dabei versucht man kurioserweise, sich auf ein Gutachten zu berufen, das gerade die in Ihrem Kommentar aufgeführten Vorteile der Verschiedenheit von FH und Uni in Forschung und Ausbildung hoch bewertet.
Ich bin gespannt, was den Politikern noch so alles einfällt, um die Stärken des Deutschen Wissenschafts- und Bildungssystems auszuhebeln.
Für den Einwand "Lassen sich Form und Inhalt, denn überhaupt trennen" hätte ich Sie küssen können.
Gerade der Begriff "Bildung" schließt die Erkenntnis ein, daß das "Wie" immer auch einen Einfluß auf das "Was" hat.
"Es ist an der Zeit, eine neue gesellschaftliche Debatte über den Wert und das Wesen von Bildung zu beginnen, und zwar unabhängig von ihrer Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt." meint Frau Schavan,
nachdem die Universitäten erst einmal gewaltig ackern mußten um ihre Studiengänge den ökonomischen Verhältnissen an zu passen.
Es hätte auch alles anders gestaltet werden könnnen: das trationelle Studium hätte so bleiben können wie es ist, und dann hätte man 1 jährige berufsqualifizierende Aufbaustudiengänge mit Praxisanteilen daran anschließen können.
2 Module: freie Bildung plus Berufspraksis.
Zuerst vernichten und dann wieder aufbauen wollen, so spielen Kinder im Sandkasten.
Und: haben diejenigen die immer die Zweckfreiheit der Bildung beschworen haben einen gehörig auf den Deckel bekommen?
Wenn es kurzes Studieren und Berufsausbildung geht, waren die Fachhochschulen doch sowieso immer effektiver.
Aber Universitäten zu Fachhochschulen degradieren, und dann ihnen nach dem Prozeß die Aufgabe stellen, so jetzt überlegt Euch mal, wie ihr wieder Universität werdet,
das ist nicht nur absurd, das ist schon ein Hohn.
Studierende im Rahmen der Occupy-Bewegung auf die Straße und demonstrieren für Bildung an Universitäten, weil diese häufig "nur" noch effektive berufsorientierte Kurse anbieten.
Der westdeutsche Universität mangelelte es massiv an Personal und studienbegleitender Betreuung, deshalb konnte sie die Öffnung des Bildungssystems in den 70zigern nicht verkraften.
Aber was solls: Generationen von Studenten haben immer wieder auf die Mißstände aufmerksam gemacht.
Hat nichts genutzt.
Der Begriff "Bildung" geschichtlich in der deutschen Ideegeschichte verankert.
So wie die Verhältnisse sind sollte er aus den pädagogischen Lehrbüchern gestrichen werden.
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