Gaskraftwerke: Teurer Einstieg
Nach dem Abschied von der Atomkraft sollen Gaskraftwerke die Energieversorgung sichern. Geht das?
Auf den ersten Blick ist die Sache einfach: Steigt Deutschland aus der Atomenergie aus, wird die fehlende Kapazität zur Stromerzeugung durch Wind- und Sonnenkraft ersetzt. Dort, wo das nicht ausreicht, helfen neue Gaskraftwerke aus. Die blasen relativ wenig klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft, sind flexibel einsetzbar und damit gut geeignet, im Zusammenspiel mit den Erneuerbaren für einen ständigen Stromfluss zu sorgen. Bis zu 26 zusätzliche Meiler, findet die schwarz-gelbe Bundesregierung, müssen ans Netz, um Ersatz für die bis 2022 vollständig wegfallende Kernkraft zu schaffen.
Nur: Die Stromerzeuger sperren sich und lamentieren über angeblich zu geringe Renditen. »Die Voraussetzung für eine wirtschaftliche Investitionsentscheidung ist nicht gegeben«, heißt es beispielsweise bei den Stadtwerken München. Die Gaspreise seien zu hoch, die Strompreise zu niedrig, ließ sich auch Ewald Woste, der Chef der Stadtwerke-Holding Thüga, vernehmen.
Im Klartext heißt das: Neue Gaskraftwerke werfen derzeit zu wenig Profit ab. »Bei den heutigen Marktpreisen sind Neubauten kaum rentabel«, sagt Patrick Hummel, Energieexperte bei der Großbank UBS. »Das A und O«, sagt der Sprecher des Stadtwerke-Bündnisses Trianel, Elmar Thyen, sei dabei der Gasliefervertrag. Der Brennstoff ist bei einem Gaskraftwerk der wesentliche Kostenblock, und wegen langfristiger Lieferverträge und der noch immer bestehenden Bindung an den Ölpreis ist Gas derzeit teuer. Weil künftig die Nachfrage nach Gas weiter zunehmen wird, dürfte sich daran auch nicht viel ändern.
Dazu kommt die besondere Rolle, die Gaskraftwerke künftig übernehmen sollen. Wenn in wenigen Jahrzehnten ein großer Teil des Stroms »grün« erzeugt wird, dürften fossil befeuerte Stromfabriken überwiegend nur noch als Reserve gebraucht werden – für die Zeiten, in denen nicht genug Wind weht oder keine Sonne scheint. Gegenüber Kohlemeilern können Gaskraftwerke dann zwar ihre Vorteile ausspielen; sie sind nicht nur effizienter und wesentlich weniger klimaschädlich, sondern schaffen auch das Anheizen nach tagelangem Stillstand besser und schneller. Allerdings wird der Vorrang für den Ökostrom auch Gaskraftwerken zu schaffen machen. Wer seinen Meiler nicht rund um die Uhr laufen lassen kann, wird auch seine Investitionskosten nur schwer erwirtschaften.
Schon heute rechnen sich Gaskraftwerke selbst bei voller Auslastung wegen der hohen Brennstoffkosten kaum. Sie würden es nur tun, wenn die Stromkosten weiter stiegen. Profitabel wären Gasmeiler nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge wohl erst bei einem Preis von 80 Euro pro Megawattstunde, ergab eine Studie der Universität Stuttgart. An der Strombörse in Leipzig kostet die Megawattstunde derzeit aber nur etwa 50 Euro, selbst im Rekordjahr 2008 stieg der Preis nicht über 65 Euro.
Um Investoren den Bau neuer Kraftwerke dennoch schmackhaft zu machen, haben einige Staaten Prämien eingeführt. Ökonomen sprechen hier von der Schaffung sogenannter Kapazitätsmärkte. Die Idee dahinter: Kraftwerksbesitzer werden nicht mehr ausschließlich für den tatsächlich erzeugten Strom bezahlt, sondern zusätzlich auch für den Bau und Unterhalt von Meilern, die als Reservekapazitäten vorgehalten werden. Die Stromkunden zahlen also eine Art Versicherungsprämie gegen Stromausfälle.




..teurer und absolut unsinniger Ausstieg muss es heißen.
Das ist nicht rational. Aber Menschen sind eben auch auch nur sehr bedingt vernünftige Wesen. Und unvernünftig zu sein, war leider schon immer ein bisschen teurer. Wobei das im Sinne des Wohlbefindens nur dann aufgeht, wenn man sich am Ende unter dem Strich (also trotz höherer Kosten oder Verzicht auf andere Annehmlichkeiten) auch besser fühlt.
@ xdenker #2:
Ein typisches Beispiel der Brüsseler Politik nach Gefühl war der soeben erfreulicherweise fehlgeschlagene Versuch, europäische Unternehmen zu bestrafen, die Öl aus kanadischem Ölsand verwenden. Abgesehen davon, dass Kanada ja überhaupt kein solches Öl nach Europa exportiert, hätte diese sinnnlose Gesetzgebung lediglich die Vorbereitungen einer Freihandelszone erschwert.
@ xdenker #2:
Ein typisches Beispiel der Brüsseler Politik nach Gefühl war der soeben erfreulicherweise fehlgeschlagene Versuch, europäische Unternehmen zu bestrafen, die Öl aus kanadischem Ölsand verwenden. Abgesehen davon, dass Kanada ja überhaupt kein solches Öl nach Europa exportiert, hätte diese sinnnlose Gesetzgebung lediglich die Vorbereitungen einer Freihandelszone erschwert.
das hab ich am 4.7.2011 hier an anderer Stelle schon mal gepostet:
Der Mechanismus der diesem Subventionwahnsinn mit den sogenannten Erneuerbaren inne wohnt, haben noch nicht alle begriffen. Wenn der Zubau so weiter geht, kommen die absolut notwendigen konventionellen Backup Kraftwerke wegen immer längeren Stillstandszeiten nicht mehr in den Bereich des Geld verdienen. Dann wird sich kaum mehr ein Betreiber finden, der in diesen notwendigen Backup investiert. Will man das ganze Stromkartenhaus nicht zusammen brechen lassen, brauchen die konventionellen Erzeugungseinheiten auch Geld zum Ausgleich. Ergebnis wird sein, das wir nur noch unprofitable Kraftwerke haben die ohne Subventionen nicht zu betreiben sind.
Schöne neue Planwirtschaft.
Besser: Brave green world.
Ich habe unsere Energiepolitik in #2 deutlich kritisiert. Dennoch bin ich für den konsequenten Ausstieg aus der Nutzung fossiler und damit endlicher und immer teurer werdender Energieträger. Ich habe auch grundsätzlich nichts dagegen, den Aus- und Umstieg mit Geld aus der Gemeinschaftskasse aller Steuerzahler zu unterstützen, sofern dies mit Sinn und Verstand, effizient und wettbewerbsneutral geschieht, was leider ganz und gar nicht der Fall ist. Aber Hals über Kopf, anders als kurz zuvor noch geplant, einer Stimmung des Augenblicks folgend aus der Atomkraft zu fliehen, halte ich im Hinblick auf die jetzt zunehmend bewusst werdenden Probleme eindeutig für falsch.
wird der gesamte Strommarkt zu einem Subventionsmarkt! Statt einer "Anschubfinanzierung" für EE endet das grüne Gesellschaftexperiment im kompletten Subventionsbetrieb für alle Kraftwerke! Irrsinn!
Besser: Brave green world.
Ich habe unsere Energiepolitik in #2 deutlich kritisiert. Dennoch bin ich für den konsequenten Ausstieg aus der Nutzung fossiler und damit endlicher und immer teurer werdender Energieträger. Ich habe auch grundsätzlich nichts dagegen, den Aus- und Umstieg mit Geld aus der Gemeinschaftskasse aller Steuerzahler zu unterstützen, sofern dies mit Sinn und Verstand, effizient und wettbewerbsneutral geschieht, was leider ganz und gar nicht der Fall ist. Aber Hals über Kopf, anders als kurz zuvor noch geplant, einer Stimmung des Augenblicks folgend aus der Atomkraft zu fliehen, halte ich im Hinblick auf die jetzt zunehmend bewusst werdenden Probleme eindeutig für falsch.
wird der gesamte Strommarkt zu einem Subventionsmarkt! Statt einer "Anschubfinanzierung" für EE endet das grüne Gesellschaftexperiment im kompletten Subventionsbetrieb für alle Kraftwerke! Irrsinn!
Besser: Brave green world.
Ich habe unsere Energiepolitik in #2 deutlich kritisiert. Dennoch bin ich für den konsequenten Ausstieg aus der Nutzung fossiler und damit endlicher und immer teurer werdender Energieträger. Ich habe auch grundsätzlich nichts dagegen, den Aus- und Umstieg mit Geld aus der Gemeinschaftskasse aller Steuerzahler zu unterstützen, sofern dies mit Sinn und Verstand, effizient und wettbewerbsneutral geschieht, was leider ganz und gar nicht der Fall ist. Aber Hals über Kopf, anders als kurz zuvor noch geplant, einer Stimmung des Augenblicks folgend aus der Atomkraft zu fliehen, halte ich im Hinblick auf die jetzt zunehmend bewusst werdenden Probleme eindeutig für falsch.
„Den Verbrauch nach und nach senken...“ Die technischen Unzulänglichkeiten der „Energiewende“ sollen durch Askese ausgeglichen werden. Dazu passt dann der „Bewusstseinswandel“ ohne den das „smart-grid“ (Euphemismus für Stromratonierung) ebenfalls nicht funktioniert. Hier geht es sich letztendlich nur um den gesellschaftlichen Umbau; die „Energiewende“ ist nur Kulisse.
....lassen sich Große Ideen nicht umsetzen. Und es ist doch auch nicht so schlimm, nachher. Nach nur einer Generation kennt man nur noch in den Haushalten der Reichen die morgendliche Dusche. Und Kinder, die mit so viel (überflüssigem) warmem Wasser nicht verwöhnt werden, bemerken dessen Fehlen im Alter nicht.
....lassen sich Große Ideen nicht umsetzen. Und es ist doch auch nicht so schlimm, nachher. Nach nur einer Generation kennt man nur noch in den Haushalten der Reichen die morgendliche Dusche. Und Kinder, die mit so viel (überflüssigem) warmem Wasser nicht verwöhnt werden, bemerken dessen Fehlen im Alter nicht.
Dann macht er die passenden Gesetze und verdient dabei noch prächtig, außerdem sollte das Gleichstromkabel nach Norwegen endlich gebaut werden, dann haben wir soviel Strom wie wir brauchen und auchnoch zu günstigen Preisen. Planwirtschaften die auch zu planen sind, sind dem Markt überlegen, bei der Wasserwirtschaft funktioniert es doch Bestens!
http://www.taz.de/!78831/
Deutschland wird seine selbstgeschaffenen Probleme durch die unsinnige "Energiewende" nicht mit Heilsversprechen aus dem Wunderland Norwegen lösen können....
http://www.taz.de/!78831/
Deutschland wird seine selbstgeschaffenen Probleme durch die unsinnige "Energiewende" nicht mit Heilsversprechen aus dem Wunderland Norwegen lösen können....
wird der gesamte Strommarkt zu einem Subventionsmarkt! Statt einer "Anschubfinanzierung" für EE endet das grüne Gesellschaftexperiment im kompletten Subventionsbetrieb für alle Kraftwerke! Irrsinn!
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