Bundespräsident: Stellvertreter auf Erden
Der Freiheitsprediger und ehemalige Pastor Joachim Gauck überzeugt auch Atheisten. Was ist sein Geheimnis?
© Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Joachim Gauck (Archivbild)
Der wahre Prediger braucht zum Predigen keine Kanzel. Denn er steht auf keinem höheren Standpunkt als seine Gemeinde, er beugt sich aber auch nicht huldvoll herab. Wer Joachim Gauck jemals live in Aktion erlebt hat, wie er den Deutschen die Freiheit verkündet, der kann bezeugen, dass der politische Erfolg dieses Pfarrers auch auf seiner Fähigkeit beruht, in der Wüste zu predigen. Das war in den letzten Jahren sein Ort: der Konferenzsaal, das Vereinshaus, das Foyer, die Firmenzentrale und, ja, manchmal auch die Theaterbühne oder das Kirchenschiff. Er selber bezeichnete sich einmal als Handlungsreisender in Sachen Freiheit. Tatsächlich ist er ein Demokratieprediger, der am liebsten auf flachem Podest steht.
»Kinder, lasst uns erst mal was singen«, sagte er statt einer Begrüßung zu den mehreren Tausend Zuhörern in Dresdens größter Messehalle. Es war auf dem Evangelischen Kirchentag im letzten Sommer, und auch wenn auf solchen Veranstaltungen dauernd gesungen wird, erwartete man von dem Promiprotestanten Gauck natürlich die große staatstragende Rede. Die Kanzlerin im Saal nebenan forderte schließlich auch niemanden zum Singen auf. Doch Gauck wollte seine »Bibelarbeit«, die Auslegung eines Verses aus der Heiligen Schrift, nicht pfarrherrlich dekretieren, sondern gleich klarstellen: Liebe Leute, ich bin hier nicht der Wahrheithaber. Auch wenn ich als Redner geladen wurde, halte ich hier keinen Monolog.
Der Präsident soll uns nicht an die eigene Gewöhnlichkeit erinnern
Das gehört zu Gaucks besonderer Sprachfähigkeit: Er weiß, wie schwierig es ist, in einer herausgehobenen Position gleichberechtigt von Bürger zu Bürger zu sprechen. Die klassische Aufgabe des Pastors, die autoritäre Wort-Gottes-Auslegung, vergrößert diese Schwierigkeit noch. Wahrscheinlich war ihm das bewusst, als er vor der Dresdner Rede so nebenbei sagte, er sei »das eigentliche Predigen« gar nicht mehr gewohnt und habe mit dieser Bibelarbeit ziemlich gekämpft. Gern hätte er viel mehr Zeit investiert. Aber er war, wie immer, auf der Durchreise von Konferenz zu Konferenz, hatte seine Rede (die am Ende Begeisterungsstürme auslösen sollte) die Nacht durch bis vier Uhr früh fertig gefeilt. Man darf sich den Wanderprediger Gauck ja nicht inmitten einer redenschreibenden Referentenschar vorstellen. Bis letzten Sonntag hatte er nicht einmal eine eigene Sekretärin. Als wir ihn in Dresden auf dem Weg zur Messehalle zufällig trafen, da war er allein unterwegs, und am Eingang versperrten ihm zwei jugendliche Ordner den Weg (die Halle sei überfüllt), bis jemand rief: Das ist doch Joachim Gauck!
Ja, aber wer ist dieser Theologe Gauck, der auch die Atheisten für sich zu gewinnen vermag? Wieso erscheint ein gelernter Pastor plötzlich besonders geeignet, das höchste Amt eines säkularen Staates zu bekleiden? Und war es Zufall, dass auch der Bischof a. D. Wolfgang Huber als vielversprechender Kandidat genannt wurde? Anders gefragt: Wie kommt es, dass einerseits die Kirchen über leere Gottesdienste klagen und andererseits alle Herzen einem Prediger zufliegen?
»Wir suchen jetzt Züge des Andersseins«, glaubt der Katholik Wolfgang Thierse. »Nachdem der letzte Bundespräsident das Amt fast kaputtgewirtschaftet hat, ist die Not besonders groß, jemanden zu finden, der auf eine ganz andere Art Glaubwürdigkeit, Überzeugungskraft und moralische Integrität ausstrahlt.« Dass mit Gauck nun ein vorzüglicher Redner auf einen durchschnittlichen Redner folgt, ist für Thierse nicht das Entscheidende. Wichtiger sei das christliche »Reservoir« der Normen und Maßstäbe, aus dem der Redner schöpfe. Wieso aber entsteht kein Widerspruch zwischen Christentum und demokratischer Politik für die Nichtchristen? »Wieso sollte da ein Widerspruch sein? Den gab es vor hundert oder zweihundert Jahren mit Gewissheit. Inzwischen sind christliche Grundüberzeugungen jedoch Inhalt einer gemeinsamen säkularen Zivilreligion geworden, die unsere Demokratie grundiert.«
Wenn Thierse recht hat, dann ist Gauck der geniale Übersetzer, der christliche Traditionen für die profane zivilreligiöse Debatte fruchtbar macht. »Unsere heutige Vorstellung von Menschenwürde fußt ja auf der Idee von der Geschöpflichkeit und Gottesebenbildlichkeit des Menschen. Die Gleichheit aller Menschen vor Gott passt zur gleichen Würde aller Menschen.« Deshalb sei es für ihn selbst, sagt Thierse, auch kein Problem, zugleich Christ und Politiker zu sein. »Wir haben in Deutschland die Trennung von Kirche und Staat, aber nicht die Trennung von Religion und Politik – nur deren Unterscheidung. Die beiden Sphären haben sich ausdifferenziert, aber es gibt Zusammenhänge zwischen ihnen, und diese Zusammenhänge werden von den Menschen gelebt.« Gaucks Religiosität kann seinem politischen Reden eine geschichtliche Dimension verleihen. »Ohne Geschichte aber gibt es kein Pathos der Freiheit. Und ohne dieses Pathos gibt es kein Bundespräsidentenamt.« Denn auch eine säkulare und plurale Gesellschaft komme nicht ohne gemeinsame Überzeugungen aus. Wieso diese anhaltende Zustimmung zu Gauck? »Doch nicht weil er nichts sagt, was anstößig wäre, sondern genau weil er anstößig und kantig ist.« Das Verheerende an der Wulff-Affäre sei gewesen, dass sie die gesamte politische Klasse in Verdacht gezogen habe: Die bescheißen doch alle! So sind die halt! »Nein, so sind wir eben nicht alle. Wir wollen einen Präsidenten, der nicht so gemein ist, wie wir gern voneinander denken. Wir wollen auf ihn schauen, ohne dauernd an die eigene Gewöhnlichkeit denken zu müssen. Die Bürger haben das legitime Bedürfnis nach Politikern, denen man glauben kann.«
Geht es jetzt also darum, einen Heiligen für Schloss Bellevue zu finden? Nein. Präsidiale Glaubwürdigkeit heißt nicht Unfehlbarkeit, sondern nur, dass der Präsident Überzeugungen hat, die nicht von einer Partei geborgt sind, dass er an etwas glaubt, ohne dogmatisch zu sein, und, nun ja, dass er selber zu denken wagt. Der Rostocker Theologieprofessor Thomas Klie, dessen Fakultät dem jetzigen Präsidentschaftskandidaten 1999 die Ehrendoktorwürde verlieh, schätzt vor allem Gaucks Geistesgegenwart: »Geistesgegenwart ist eine Kernkompetenz des Predigers. Es ist die Gegenwart des Geistes in seiner Zeit. Es ist die Fähigkeit, die Zeichen der Zeit zu lesen und daraufhin das Richtige zur richtigen Zeit zu tun. Wir Theologen nennen es auch den Kairos.« Deshalb hat die Universität den gebürtigen Rostocker Gauck im vergangenen Jahr eingeladen, eine Gesprächsreihe zu eröffnen über das Thema Vertrauen – und wie man es wiedergewinnt. Vertrauenswürdig sei dieser Redner auch deshalb, weil er sich immer wieder auf Konflikte eingelassen habe: mit kulturprotestantischer Beharrlichkeit, weltoffenem Konservatismus und mecklenburgischer Dickköpfigkeit.
Wer die Demokratie erstreiten musste, kann euphorisch davon reden
Gaucks intellektuelle Brillanz erzeugt natürlich auch Abwehr. »Populär ist heute das unmittelbar Eingängige«, sagt Klie, »provozierend ist das Komplexe. Deshalb gibt es so wenig intellektuelle Redner im Bundestag. Gauck dagegen kann pointierte Aussagen über die komplexe Wirklichkeit machen, ohne in Politsprech zu verfallen. Er kann predigen, ohne abzukanzeln und zu salbadern. Seine Predigt ist immer säkulare Rede, weil sie sich im Säkulum am Aeternum orientiert.« Will sagen: Der Pastor betrachtet die Gegenwart vor dem Horizont der Ewigkeit. »Aber er haut den Leuten nicht seinen Glauben um die Ohren. Seine Predigt ist eine freie Offerte an alle.« Diese theologische Freiheit ist ein Erbe aus DDR-Zeiten, als das Christentum nicht mehr das Selbstverständliche war. Sie könnte auch jetzt wieder nützlich sein, wenn wir uns in wirtschaftlichen Krisenzeiten auf moralische Maßstäbe unseres Handelns einigen wollen.
»Den Leuten ist es erst mal egal, aus welcher Kraft heraus Joachim Gauck spricht«, sagt die Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Petra Bahr. »Sie merken, dass sein Plädoyer für die Freiheit durch eine innere Freiheit beglaubigt ist. Deshalb strahlt er Authentizität aus.« Die Sehnsucht nach Authentizität ist in einer Mediendemokratie allerdings nicht unproblematisch. »Denn das vermeintlich Authentische wird ja permanent inszeniert.« Das werde eine Herausforderung für Gauck. »Er erweitert den Raum des Politischen und nimmt uns alle in Anspruch. Er entfesselt in seinen Reden die Demokratie als etwas, was alle betrifft. Vielleicht ist er darin noch am ehesten als protestantischer Pfarrer erkennbar, dass er nicht wie ein säkularer Priester das Heil repräsentiert, sondern die Gemeinde zum Handeln und Selberdenken bewegt.« Angst vor einem leicht pastoralen Ton in der Politik habe sie nicht, sagt Bahr. »Ein Korrektiv zum Technokratendeutsch ist eine gute Predigt allemal. Pastoral ist nicht Besserwisserei, sondern Ermutigung zur Mündigkeit, die für Überzeugungen etwas riskiert, dem Pastor auch mal kräftig widerspricht und anders mit dem Scheitern umgehen kann.«
Für den Bürgerrechtler Tom Sello gehört zum Scheiternlernen auch der kritische Umgang eines Bundespräsidenten mit der eigenen Lebensleistung. Das jedenfalls wünscht er sich von Joachim Gauck. »Er könnte zum Beispiel in der Rückschau die Fehler der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen während seiner Amtszeit einräumen. Die Beschäftigung von Stasi-Offizieren oder die mangelnde Einbeziehung der Opfer oder die übermäßige Schwärzung relevanter Akten. Das würde seine große Leistung für die Geschichtsaufarbeitung kein bisschen schmälern.« Sello, der in der Berliner Havemann-Gesellschaft arbeitet, befürchtet, dass der neue Kandidat erst unreflektiert als Widerständler hochgejubelt und dann demontiert wird. Er wünscht sich, dass das wirklich Hoffnungsvolle an Gaucks Kandidatur ohne Übertreibungen gewürdigt wird. »Er bringt ja nicht nur seine Erfahrungen aus dem Pfarramt, sondern auch aus der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR mit. Damals haben wir Demokratie eingeübt. Und Joachim Gauck sorgte im Streit um die Stasi-Akten mit dafür, dass die Vergangenheit nicht weggeschlossen wurde, wie es viele Politiker in Ost und West wollten. Er hat die Aufklärung verteidigt gegen alle Unkenrufe.« Deshalb sei schließlich auch der wahre Schatz, der in den Akten verborgen war, zutage getreten: dass es Menschen gab, die unter Druck widerstanden und niemanden verrieten.
Der Theologe Ehrhart Neubert, der auch zur DDR-Opposition gehörte und später das Standardwerk Unsere Revolution schrieb, nennt das »gelebte Freiheitserfahrung«. Sie mache die Stärke des Präsidentschaftskandidaten aus, denn sie treffe auf unser aller Sehnsucht nach einer Begründung von Freiheit. Weil Joachim Gauck die Freiheit als Geschenk erlebt habe, könne er überzeugend davon reden. »Die Leute spüren, dass hier Wort und Tat übereinstimmen, deshalb stört sie auch nicht die religiöse Überzeugung, die sie vielleicht nicht teilen.« Gaucks Stärke als Redner sei übrigens nicht der Predigtton, sondern dass man in seinen Reden den Kirchenmann kaum höre. »Er hält nicht jedes Mal eine fromme missionarische Rede, sondern das Religiöse bleibt implizit. Zum Beispiel die Forderung, Verantwortung für die Mitmenschen zu übernehmen. Das ist eine zentrale Essenz christlicher Ethik. Da lockt er seine Zuhörer hin.«
Die Theologie sei ja überhaupt ein großes Sprachspiel. »Joachim Gauck ist nicht einfach ein guter Rhetoriker, sondern er ermöglicht Verstehen, Übereinstimmung, kritische Solidarität.« Er öffne durch seine Sprache Räume und sei sich zugleich bewusst, welchen Schaden Sprache anrichten könne. Gegen die Versuchung des Sprachkünstlers, demagogisch zu werden, sei er gewappnet, denn er habe die Demagogen ja selbst lange genug erlebt.
Müssen wir uns also nicht fürchten vor einer feindlichen Übernahme durch die evangelische Kirche? Vor einem »Bundespastorat« Gauck, wie es böse Zungen prophezeien? Ehrhart Neubert sagt, er bleibe da ganz gelassen, zumal die Befürchtung sich schon 1989 nicht bewahrheitet habe. Damals titelte die taz: Wird die DDR eine Pastorenrepublik? »Vielleicht kann die christlich tradierte Rede aber helfen gegen eine sinnentleerte Funktionärssprache, die sich in der Politik eingebürgert hat. Und gewiss kann ein Kirchenmann das ethische Verantwortungsgefühl der Politiker stärken. Insofern schadet es auch nicht, wenn Joachim Gauck ein Bundespastorat eröffnet.«






Ich gebe zu, ich bin priveligierte Ossi. Ich habe 5 Jahre meiner Kindheit in Moskau verbracht und habe mit Lothar Löwe zusammen in einem Plattenbau für Ausländer gelebt. Der gute Herr Löwe hat seine Lektüre nicht einfach in den Müllschlucker entsorgt, sondern fein säuberlich daneben gelegt: Spiegel, Stern und auch die ZEIT. Was war ich froh, wenn ich ich das abgelegte ergattern konnte.
Im November 1989 habe ich mir vom Begrüßungsgeld u.a. die ZEIT gekauft, die seit mich seit dem mehr oder weniger begleitet hat.
Was habe ich mir seit dem in Billigfliegern mit dem Format gequält oder wurde von ihr auf der couch gut gewärmt, wenn ich eingeschlafen bin. Im ICE bin ich dem Müllmann hinterher gerannt, wenn er sie entsorgen wollte.
Dieses Wochenende ist für mich eine ZEITenwende.
ah ja!
gut, in aller kürze:
- keine-briefmraken-sammeln ist so sehr ein hobby wie nicht-glauben eine mit religion vergleichbare weltanschauung ist.
ein, pardon, stümperhafter versuch die erhaltenden privilegien als normalfall darzustellen.
- dass religionsunterricht freiwillig ist kann so nicht behauptet werden. dazu gibt es zuviele unterschiede in den regelungen der bundesländer als auch schulmodelle. denn eigentlich ist im gg verankert dass religion nicht freiwillig ist....
nur, raten sie doch mal wer sich z.b. in berlin besonders gegen ausnahmeregelungen gewehrt hat.
http://www.zeit.de/online...
- und wenn sie sich mit dieser materie beschäftigt haben werden sie natürlich nicht mehr auf angebliches gemecker der atheisten schimpfen sondern feststellen dass es alternativen gibt, stichwort bekenntnisfrei schulen....
p.s. mit ihrem letzten punkt sprechen sie sicher die erzwungene ruhe am z.b. karfreitag oder totensonntag an, richtig?
"- keine-briefmraken-sammeln ist so sehr ein hobby wie nicht-glauben eine mit religion vergleichbare weltanschauung ist."
Nein, denn dem Nicht-Briefmarken-Sammler ist das Briefmarken-Sammeln schlicht egal. Ganz anders sieht es aber bei diversen Atheisten aus, die sich nicht selten ganz explizit über die Ablehnung des Glaubens der anderen definieren. Aber Menschen wie Richard Dawkins begnügen sich nicht mit einem fehlenden Glauben, sondern sie glauben aktiv daran, das der Glaube der anderen falsch ist und versuchen sich dann auch schon mal an einer negativen Form des Gottesbeweises.
Und zu der Quelle auf die amRande schon verwiesen hat:
http://www.tagesspiegel.d...
"stichwort bekenntnisfrei schulen...."
Wenn Sie sich genau mit der Materie beschäftigen, werden Sie feststellen, das sich eigentlich alle Verfassungsrechtler einig sind, das es nicht zulässig ist, die Garantie des Religionsunterrichts dadurch auszuhebeln, ausschließlich bekenntnisfreie Schulen einzurichten. Was Sie aber machen können: Einzelne bekenntnisfreie Schulen einrichten. In manchen Bundesländern kann das, so weit mir bekannt ist, sogar lokal an einer einzelnen Schule erreicht werden; Sie brauchen ledig die Unterstützung von 2/3 der Eltern um die Schule in eine bekenntnisfreie umzuwandeln. Ich bezweifle aber ganz stark, das dies tatsächlich von vielen Eltern gewünscht wird.
Lieber kannnichtsein,
Atheismus ist selbstverständlich eine Weltanschauung. Die Vergleichsebene ist nicht die Bezugnahme auf Gott oder sonstwas, sondern die Weltanschaulichkeit an sich - und hier werden auf beiden Seiten Briefmarken gesammelt.
Aber das kann dem neutralen Staat egal sein, denn er hat sich eines Werturteils ja zu enthalten.
Es ist wie bei den Parteien: Welche Partei "die richtige" ist, kann ein weltanschaulich neutraler Staat nicht entscheiden. Gleiches bei den Weltanschauungsgemeinschaften.
Ich habe damit kein Problem. Mehr habe ich nicht gesagt.
Es gibt nur eine Grenze: Im politischen Bereich ist sie dort, wo eine politische Richtung total gesetzt werden soll & man allem anderen nur noch im stillen Kämmerlein nachgehen soll.
Im weltanschaulichen Bereich ist die Grenze dort, wo eine Weltanschauung für das öffentliche Leben absolut & totalitär proklamiert wird.
Der Laizismus tut dies zuweilen, indem er vorgibt, wenn keiner mehr öffentlich seine Meinung sagt, dann stört sich ja auch logischerweise keiner an der Meinung des anderen.
Eine solche Position überschreitet aber jede demokratische Grenze.
Aber - back to topic - ich bin zuversichtlich, dass die weltanschauliche Freiheit demnächst im Bundespräsidenten einen nicht zu unterschätzenden Streiter hat.
Ihre übrigen Provokationen - zu angeblichen kirchlichen Privilegien usw. usf. - lasse ich dieses mal links liegen. Das Thema ist ja Herr Gauck.
Sie sehen mir das sicher nach!
Herzlichst
am Rande
"- keine-briefmraken-sammeln ist so sehr ein hobby wie nicht-glauben eine mit religion vergleichbare weltanschauung ist."
Nein, denn dem Nicht-Briefmarken-Sammler ist das Briefmarken-Sammeln schlicht egal. Ganz anders sieht es aber bei diversen Atheisten aus, die sich nicht selten ganz explizit über die Ablehnung des Glaubens der anderen definieren. Aber Menschen wie Richard Dawkins begnügen sich nicht mit einem fehlenden Glauben, sondern sie glauben aktiv daran, das der Glaube der anderen falsch ist und versuchen sich dann auch schon mal an einer negativen Form des Gottesbeweises.
Und zu der Quelle auf die amRande schon verwiesen hat:
http://www.tagesspiegel.d...
"stichwort bekenntnisfrei schulen...."
Wenn Sie sich genau mit der Materie beschäftigen, werden Sie feststellen, das sich eigentlich alle Verfassungsrechtler einig sind, das es nicht zulässig ist, die Garantie des Religionsunterrichts dadurch auszuhebeln, ausschließlich bekenntnisfreie Schulen einzurichten. Was Sie aber machen können: Einzelne bekenntnisfreie Schulen einrichten. In manchen Bundesländern kann das, so weit mir bekannt ist, sogar lokal an einer einzelnen Schule erreicht werden; Sie brauchen ledig die Unterstützung von 2/3 der Eltern um die Schule in eine bekenntnisfreie umzuwandeln. Ich bezweifle aber ganz stark, das dies tatsächlich von vielen Eltern gewünscht wird.
Lieber kannnichtsein,
Atheismus ist selbstverständlich eine Weltanschauung. Die Vergleichsebene ist nicht die Bezugnahme auf Gott oder sonstwas, sondern die Weltanschaulichkeit an sich - und hier werden auf beiden Seiten Briefmarken gesammelt.
Aber das kann dem neutralen Staat egal sein, denn er hat sich eines Werturteils ja zu enthalten.
Es ist wie bei den Parteien: Welche Partei "die richtige" ist, kann ein weltanschaulich neutraler Staat nicht entscheiden. Gleiches bei den Weltanschauungsgemeinschaften.
Ich habe damit kein Problem. Mehr habe ich nicht gesagt.
Es gibt nur eine Grenze: Im politischen Bereich ist sie dort, wo eine politische Richtung total gesetzt werden soll & man allem anderen nur noch im stillen Kämmerlein nachgehen soll.
Im weltanschaulichen Bereich ist die Grenze dort, wo eine Weltanschauung für das öffentliche Leben absolut & totalitär proklamiert wird.
Der Laizismus tut dies zuweilen, indem er vorgibt, wenn keiner mehr öffentlich seine Meinung sagt, dann stört sich ja auch logischerweise keiner an der Meinung des anderen.
Eine solche Position überschreitet aber jede demokratische Grenze.
Aber - back to topic - ich bin zuversichtlich, dass die weltanschauliche Freiheit demnächst im Bundespräsidenten einen nicht zu unterschätzenden Streiter hat.
Ihre übrigen Provokationen - zu angeblichen kirchlichen Privilegien usw. usf. - lasse ich dieses mal links liegen. Das Thema ist ja Herr Gauck.
Sie sehen mir das sicher nach!
Herzlichst
am Rande
@66
da stimme ich ihnen zu!
wartet doch erst mal.
Und Die Zeit wird das neue, noch schönere Goldene Blatt.
Dann singen wir gemeinsam den neuen Text unseres Deutschlandliedes:
Freiheit und Freiheit und Freiheit für das deutsche Vaterland!
Gott schütze den Bundespräsidenten!
ZEIT 01-1957
Der Witz der Woche
Der Sowjetjournalist Charjow berichtete aus der Bundesrepublik: „. Ich habe nichts bemerkt von einem deutschen Wirtschaftswunder. Der Westdeutsche ist arm und wird immer ärmer. Er kann sich nur noch selten Kino oder Theater leisten und ist gezwun- gen, seine Freizeit zu Hause vor seinem Fernsehapparat (Internet) zu verbringen.
man die mediale Komödie um Gauck als das sieht was sie ist - eine Komödie. Warum versucht man den Menschen einen Mann schmackhaft zu machen, der so gar nichts mit dem Alltagsleben der einfachen Menschen zu tun hat? Mann kann noch in höchsten Tönen von jemanden singen, dabei wird aber übersehen, dass je mehr Lob und Ehrerbietung jemand bekommt, umso zweifehlhafer wird diese Person. Vielleicht hilft die Einsicht?
Es gibt auch die literarische Gattung "Groteske". Die muss unbedingt lustig sein.
Es gibt auch die literarische Gattung "Groteske". Die muss unbedingt lustig sein.
gegen die euphorische Welle der Gauckomanie anzuschwimmen wird langsam zu anstrengend. Obama ist auch mal als Messias gestartet. Und wofür steht er jetzt? Ich möchte den deutschen Wähler nur davor warnen, seinen kritischen Verstand anzuschalten, nur weil die Medien jetzt offenbar nur noch jubeln möchten. Auch das wird schnell so langweilig wie Wulffs Sylt-Urlaube...
@111
es ist immer eine herausforderung, sich seine meinung zu bilden!
also, ich bilde mir meine meinung und kaue nicht wider, was ich nur lese (als artikel oder als kommentar).
es gilt, niemanden zu unterschätzen.
und schwarz-weiß-malerei, wie sie hier auffällig oft zu lesen ist (von den online-ZEIT-lesern), schätze ich nicht. auch nicht im alltag. in gesprächen.
wer so donnert gegen einen kandidaten (im übrigen gibt es keine alternative, und wulff war es für mich vor 2 jahren auch nicht), stelle sich gern selbst zur wahl!
@111
es ist immer eine herausforderung, sich seine meinung zu bilden!
also, ich bilde mir meine meinung und kaue nicht wider, was ich nur lese (als artikel oder als kommentar).
es gilt, niemanden zu unterschätzen.
und schwarz-weiß-malerei, wie sie hier auffällig oft zu lesen ist (von den online-ZEIT-lesern), schätze ich nicht. auch nicht im alltag. in gesprächen.
wer so donnert gegen einen kandidaten (im übrigen gibt es keine alternative, und wulff war es für mich vor 2 jahren auch nicht), stelle sich gern selbst zur wahl!
@111
es ist immer eine herausforderung, sich seine meinung zu bilden!
also, ich bilde mir meine meinung und kaue nicht wider, was ich nur lese (als artikel oder als kommentar).
es gilt, niemanden zu unterschätzen.
und schwarz-weiß-malerei, wie sie hier auffällig oft zu lesen ist (von den online-ZEIT-lesern), schätze ich nicht. auch nicht im alltag. in gesprächen.
wer so donnert gegen einen kandidaten (im übrigen gibt es keine alternative, und wulff war es für mich vor 2 jahren auch nicht), stelle sich gern selbst zur wahl!
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