Stilkolumne: Falten und Walten
Der Faltenrock galt lange als konservativ, nun ist er in der High Fashion angekommen und zeigt seine Vielseitigkeit: Die Trägerin wirkt sexy und akkurat zugleich.

Rock von Céline
Es ist noch gar nicht lange her, da galt der Faltenrock als so konservativ, dass man seine Trägerinnen reflexhaft den Landfrauen zuordnete. Der Faltenrock war wie eine Rüstung, er hing ungerührt am Körper – und wenn er einmal durch einen Windhauch aufgewirbelt wurde, legte er sich gleich eilfertig wieder in akkurate Falten. Der Faltenrock war förmlich, unsportlich und geeignet, einer Frau das letzte bisschen Erotik auszutreiben. Wohl deswegen ist er in England Teil der Schulmädchen-Uniform. Denn ein Mensch, der einen Faltenrock trägt, kann eigentlich nur brav sein.
Das mag daran liegen, dass der Faltenrock ursprünglich dazu diente, eine Frau vor allem breiter zu machen. Falten sind Bestandteil vieler Volkstrachten. Plissieren ist eine Technik, die das Gewebe voluminöser und ihre Trägerin stattlicher erscheinen lässt. In Zeiten, als es nicht selbstverständlich war, dass es jeden Winter genug zu essen gab, war eine solche Silhouette ein Statussymbol. Wer wohlhabend war, war auch breit. Und wer schön sein wollte, versuchte, so viel Stoff um sich herum zu sammeln wie nur irgend möglich.
Da die Falte dem Stoff gleichsam architektonische Eigenschaften verleiht, war sie auch für die Mode immer wieder von Bedeutung. Einer der wichtigsten Falten-Experimentierer war in den Siebzigern Issey Miyake. Seine Kollektion »Pleats Please« beispielsweise verschaffte Kleidungsstücken durch aufwendige Faltungen eine völlig neue Silhouette. Auch der Designer Roy Halston machte seine Entwürfe vor allem durch plissierte Stoffe zu einem Ereignis – und die Serie Sex and the City, in der man Sarah Jessica Parker bevorzugt in Halston-Kleidern sah, trug später ein Übriges dazu bei.
Mit Falten kann eine Frau sexy wirken und gleichzeitig akkurat. Sie kann eine Andeutung von Stoff tragen, der dennoch Struktur hat und nicht billig wirkt. Deswegen sind Falten jetzt in Kollektionen von Céline über Carven bis hin zu Chanel vertreten. Und vielleicht hat auch das Schulmädchen-Image geholfen, Falten wieder populär zu machen. Heute signalisiert ein gefältelter, knielanger Rock etwas Mädchenhaftes. Er macht jünger. Es war ein langer Weg, den der Faltenrock gehen musste, bis er High Fashion wurde. Aber dank seiner beharrlichen Formtreue hat er es geschafft.











dass die Plisseebrennereien eine aussterbende Dienstleistung anbieten - weit gefehlt und es gibt wundervolle Plissees, wie man hier aus Berlin sehen kann...
http://www.modesearch.de/...
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