Bundespräsident: Keine Frage der Ehre
Ex-Bundespräsident Christian Wulff soll seinen Ehrensold bekommen – das Ende seiner Karriere ist Strafe genug.
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Christian Wulff während seiner Rücktrittsrede
Es steckt, man muss es deutlich sagen, etwas Hämisches, geradezu Rachsüchtiges in der Forderung, Christian Wulff den Ehrensold zu verweigern, der Bundespräsidenten nach ihrem Rücktritt zusteht – 199.000 Euro im Jahr, bis ans Lebensende, plus Büro, Dienstwagen und persönlichem Referenten. Ein notorischer Schnäppchenjäger und Upgrader wie Wulff, so geht der Gedanke, habe diese üppige Versorgung nicht verdient, einem Mann, gegen den wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt wird, stehe aus Gründen der politischen Hygiene kein Sold vom Staat zu, schon gar nicht ehrenhalber. Sogar Altbundespräsident Walter Scheel hat Wulff aufgefordert, auf das Geld zu verzichten – nachdem er selbst mehr als 30 Jahre die Apanage dankbar verzehrt hat.
Ob er tatsächlich verzichten will, muss Wulff allein entscheiden. Ihm das Geld zu verweigern ließe sich hingegen kaum rechtfertigen, weder juristisch noch staatspolitisch. Nach dem »Gesetz über die Ruhebezüge des Bundespräsidenten« von 1953 erhält der Bundespräsident einen Ehrensold, wenn er »mit Ablauf seiner Amtszeit oder vorher aus politischen oder gesundheitlichen Gründen aus dem Amt« scheidet. Natürlich war Christian Wulffs Rücktritt ein politischer Akt. Er hat auf sein Amt nicht aus persönlichen Motiven verzichtet, etwa weil er sich der Rosenzucht verschrieben hätte oder auswandern wollte, sondern weil er von Vorwürfen derart umstellt war, dass er seine Aufgaben als erster Repräsentant der Republik nicht mehr erfüllen konnte, im Inland nicht und auch nicht im Ausland, wie seine letzte Reise, der Staatsbesuch in Italien, drastisch gezeigt hat.
Und das Ermittlungsverfahren gegen ihn, das die Staatsanwaltschaft Hannover jetzt betreibt? Könnte durchaus eingestellt werden, ganz so wie die meisten Ermittlungsverfahren in Deutschland. Aber selbst wenn es, was keineswegs feststeht, zu einer Anklage kommen sollte, womöglich gar zu einer Verurteilung, dann müsste Wulff allenfalls mit einer Geldstrafe rechnen – eine Aberkennung der Ruhestandsversorgung sieht das deutsche Strafrecht nicht vor.
Eine solche Sanktion ist auch gar nicht nötig. Gestraft ist Christian Wulff genug, schon jetzt, ganz gleich, wie das Ermittlungsverfahren gegen ihn ausgeht. Gerade erst 52 Jahre alt, liegt seine politische Karriere in Trümmern. Ob er noch einmal neu beginnen kann, in einem Unternehmen oder in einer Kanzlei, ist ganz ungewiss. Seine Anwälte werden ihm saftige Rechnungen schreiben, mutmaßlich im sechsstelligen Bereich, Schulden, an denen er jahrelang wird abzahlen müssen.
Hastig hat er mit seiner Familie das Schloss Bellevue und die Dienstvilla in Dahlem verlassen, vor den Augen der Nation und den Objektiven der Paparazzi musste er zurückkehren nach Großburgwedel, in das vermaledeite Gelbklinkerhaus, mit dem die Affäre ihren Anfang genommen hat. Die Hypothek, die die Republik erregt hat wie kaum je ein Immobiliengeschäft, ist längst nicht abbezahlt, und mehr noch als die offenen Forderungen der Bank lasten symbolische Kosten auf dem Haus. Tag für Tag muss der Ex-Bundespräsident nun mit seiner Frau in dem Eigenheim leben, das ihm das eigene Scheitern vor Augen führt.
Nein, nichts von den Vorwürfen, die gegen Wulff erhoben worden sind, ist einstweilen zurückzunehmen. Christian Wulff hat das Vertrauen der Menschen verloren und folgerichtig auch sein Amt. Ehrlos geworden ist er nicht.





Man muß ihm den Ehrensold aber wohl aufdrängen ! Er selber hat sich ja 2010 gegen den Ehrensold ausgesprochen, gerade auch in der Höhe.
http://www.youtube.com/wa...
Das alles ist Realsatire !
"Ein weiteres Geldgeschenk über 2500 Euro soll seine spätere Frau von ihrer Mutter laut deren schriftlicher Erklärung Weihnachten 2007 erhalten haben - in bar. Die Scheine habe sie bis zu einem weiteren Sylt-Urlaub im August 2008 aufbewahrt, den ebenfalls Groenewold buchte und vorfinanziert haben soll. Auch in diesem Fall will Wulff die Kosten von 1540 Euro bar erstattet haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft erscheint eine so lange Aufbewahrung des Bargelds "zumindest wirtschaftlich als unvernünftig", da Wulffs Konto jedenfalls im Juli 2008 um mehr als 10.000 Euro überzogen war."
http://forum.spiegel.de/f...
Die Schwiegermama hat's bezahlt? Dann ist ja alles gut.
Die politische Landschaft zeigt sich verrucht, korrupt, vertrauensunwürdig, unehrlich, hämisch, bürgerfremd, insolent, impertinent, absolut unstet........
Unsere Gesetzgebung spricht von Rechte................ diesbezüglich zeugt sie von allem anderen für den betrügerischen Herrn W. - Skandal
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sc
wäre er erst gar nicht Bundespräsident geworden. Das Präsidentenamt war bei den bisherigen Amtsinhabern der Höhepunkt und gleichzeitig der Abschluss der politischen Laufbahn. Wie man sieht, fühlt sich Wulff schon läger von einer Welt angezogen, in der nicht nur mit Peanuts gehandelt wird. Und seine vielen Freunde aus dieser Welt werden ihn schon nicht hängen lassen. Mitleid ist daher nicht angebracht. Ein lebenslanger Ehrensold steht ihm natürlich nicht zu, denn nicht alles Private ist auch politisch.
...dass die ZEIT mit der Befürwortung des Ehrensolds für CW nur provozieren wollte. Niemand, der die Affaire Wulff über die Monate verfolgt hat, kann ernsthaft eine zukünftige Alimentierung von CW verteidigen (ausser Lena65, natürlich!).
Rechtlich mag Herrn Wulf der Ehrensold zustehen.
Es fällt nur auf, das unsere Politiker hier keine rechtlichen Änderungen vornehmen. Im Gegensatz zu den Kürzungen im Bereich der Sozialversicherung etc.. Da findet sich immer schnell eine Mehrheit.
So ist es. Das Problem liegt nicht bei Wulff.
So ist es. Das Problem liegt nicht bei Wulff.
Über die Ehre von Herrn Wulff kann man nicht diskutieren, über die Vergütung doch. Wenn sich der Bundestag über Wochen mit der Erhöhung von Hartz 4 beschäftigen dürfte, es ging um etwa 60 € pro Kopf und Jahr, wäre für die politische Elite doch möglich sich einem Problem von etwa 200.000 € zu widmen. Es wäre auch Schade, dass die Arbeitskraft von Herrn Wulff bis zu seinem 66 Lebensjahr der deutschen Volkswirtschaft nicht zur Verfügung stünde. Als politischer Berater einer Imbissbude konnte ich mir diese Kapazität gut vorstellen, seiner Frau wäre in unserem Kulturkreis ein Tuch als Kopfbedeckung zumutbar. Von einem gesponserten Urlaub bei Freunden in Pakistan wäre aber abzuraten!
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