Buchcover-Gestaltung: Titelhelden
Warum sehen eigentlich so viele Bücher gleich aus?
Leere Stühle fallen einem im Alltag meistens ja gar nicht auf. Wenn, dann eher negativ: Ein Restaurant, in dem zu viele Stühle frei sind, wird gemieden, man will da nicht rein. In der Buchwirtschaft ist das ganz anders: Da sind leere Stühle ein Renner. So sehr sind sie Renner, dass sie sogar mit den Beinen im Meer fotografiert werden wie Hollywood-Diven.
Wir haben dutzendfach Bücher gefunden, die sich mit leeren Stühlen schmücken, die rechte Seite zeigt nur eine Auswahl. Ebenfalls sehr beliebt sind leere Bänke, leere Ruderboote, leere Stege und, mit etwas Abstand und ebenso leer, Schaukeln, Strandkörbe und Hängematten. Zusammengenommen machen Leerstellen-Cover wahrscheinlich zwanzig Prozent des deutschen Buchmarktes aus.
Ob Kafka, wenn er noch leben würde, wohl dagegen protestieren würde, dass die »Verwandlung« mit Leerstuhl erscheint? Würde er seinen Verleger anrufen: »Ich will nicht mit Laura Brodie in einer Reihe stehen«? Oder würde er schweigen und denken: »Die machen die Titelseiten, ich schreibe. So ist das halt.«
Ebenfalls sehr beliebt sind, wie die folgenden Seiten zeigen, Frauen und Häuser, jeweils einsam in der Landschaft stehend. Vögel hingegen müssen nicht einsam sein, sie dürfen schwarmweise vorkommen, um Melancholie zu verbreiten. Offenbar hält die Buchbranche ihre Kunden für wahnsinnig melancholische Typen – und hat irgendwann den Satz »Wem dieses Buch gefällt, dem gefällt auch...« falsch verstanden.








"Warum sehen eigentlich so viele Bücher gleich aus?"
Sehen Autos, Querflöten, Jeans etc. untereinander nicht auch alle gleich aus?
Früher gab es Buchcover aus Leder, aus Lederimitat, aus gemustertem Papier mit Eckenschützern und so.
Die sahen auch alle gleich aus. Das war auch schön.
Das gemusterte Papier hieß natürlich "marmoriertes Papier".
Also Bücher mit einem Einband aus Stein sozusagen!
Auch lustig.
Dabei hatte ich den Begriff doch noch in der Schule gelernt.
Frau Ludena ihre Frage "Warum sehen eigentlich so viele Bücher gleich aus?" zu beantworten, mache ich es halt.
Den Hinweis mit den Autos hatte ich ja schon vorher gegeben.
In der Tat sind Autos einander viel ähnlicher als sie es sein müssten.
Ab und zu gibt es dann mal Autos mit "polarisierenden" Designs oder Konzepten wie Ford Edsel, Tatra 700 oder Renault Avantime. ... und dann kauft sie kaum einer.
Die Menschen wollen nämlich gar nichts anders oder auffällig aussehendes haben.
Autos müssen so trist aussehen, als kämen sie von VW, Jeans müssen blau sein, und auf Büchern erwarten wir Motiv, das so langweilig ist, dass wir im Kunstmuseum vor einem solchen Bild garantiet nicht stehen bleiben würden.
(Außer wir wüssten, dass es von Caspar David Friedrich ist. Denn der ist traditionell einer der ganz wenigen, dem wir langweilige Bilder ernsthaft abnehmen.)
So wollen es die Menschen haben, und so kriegen sie es auch.
Das gemusterte Papier hieß natürlich "marmoriertes Papier".
Also Bücher mit einem Einband aus Stein sozusagen!
Auch lustig.
Dabei hatte ich den Begriff doch noch in der Schule gelernt.
Frau Ludena ihre Frage "Warum sehen eigentlich so viele Bücher gleich aus?" zu beantworten, mache ich es halt.
Den Hinweis mit den Autos hatte ich ja schon vorher gegeben.
In der Tat sind Autos einander viel ähnlicher als sie es sein müssten.
Ab und zu gibt es dann mal Autos mit "polarisierenden" Designs oder Konzepten wie Ford Edsel, Tatra 700 oder Renault Avantime. ... und dann kauft sie kaum einer.
Die Menschen wollen nämlich gar nichts anders oder auffällig aussehendes haben.
Autos müssen so trist aussehen, als kämen sie von VW, Jeans müssen blau sein, und auf Büchern erwarten wir Motiv, das so langweilig ist, dass wir im Kunstmuseum vor einem solchen Bild garantiet nicht stehen bleiben würden.
(Außer wir wüssten, dass es von Caspar David Friedrich ist. Denn der ist traditionell einer der ganz wenigen, dem wir langweilige Bilder ernsthaft abnehmen.)
So wollen es die Menschen haben, und so kriegen sie es auch.
Ich wittere eine Verschwörung; bei den nur zehntausenden Büchern lassen sich doch tatsächlich jeweils 6 mit einem sehr ähnlichen Cover finden; und dann auch noch mit so ungewöhnlichen Objekten wie Häuser oder Vögel.
Liebe Leser,
leider können wir online die Buchcover nicht anders darstellen. Im aktuellen ZEITmagazin finden Sie allerdings zu jedem Bildmotiv jeweils 20 Buchcover, die eine auffällige Ähnlichkeit aufweisen. Viele davon sind von derselben Werbeagentur gestaltet worden.
Beste Grüße aus der Redaktion!
Liebe Leser,
leider können wir online die Buchcover nicht anders darstellen. Im aktuellen ZEITmagazin finden Sie allerdings zu jedem Bildmotiv jeweils 20 Buchcover, die eine auffällige Ähnlichkeit aufweisen. Viele davon sind von derselben Werbeagentur gestaltet worden.
Beste Grüße aus der Redaktion!
Die Büchercover sehen alle gleich aus, weil irgendjemand dafür sorgt, dass sie gleich aussehen; bzw. die "Gleichheit" ergibt sich aus einem Gestaltungsriterium, welches wohl als das richtige angesehen wird. Ein Buchcover ist eine Verpackung die zum Kauf animieren soll, und irgendwie ist die Meinung der betreffenden Marketingbranche wohl die, dass Stühle, Möwen und Frauen in wehenden Gewändern stimulierend wirken könnten. Darüber gibt es sicher großangelegte Untersuchungen, Auswertungen usw.
Und nachdem der Verlag einem "Cover-Berater" für seine "Studie" und den Vorschlag viel Geld gezahlt hat, will er sich keine großen Gedanken mehr darüber machen, ob das Cover seines potentiellen Bestsellers evtl. nicht besonders originell ist.
Das gemusterte Papier hieß natürlich "marmoriertes Papier".
Also Bücher mit einem Einband aus Stein sozusagen!
Auch lustig.
Dabei hatte ich den Begriff doch noch in der Schule gelernt.
Bei der Flut an Veröffentlichungen steht ja häufig auch das gleiche in den Büchern, also kann man nicht erwarten, dass das Ganze noch anders verpackt wird.
Häufig ähneln sich die Klappentexte (Krimis & Romane einschlägiger AutorInnen) so sehr, dass auch immer das gleiche Buchcover passen würde.
Liebe Leser,
leider können wir online die Buchcover nicht anders darstellen. Im aktuellen ZEITmagazin finden Sie allerdings zu jedem Bildmotiv jeweils 20 Buchcover, die eine auffällige Ähnlichkeit aufweisen. Viele davon sind von derselben Werbeagentur gestaltet worden.
Beste Grüße aus der Redaktion!
dem seinem Kern beraubt wurde muss dann auch nicht veröffentlicht werden...
dem seinem Kern beraubt wurde muss dann auch nicht veröffentlicht werden...
dem seinem Kern beraubt wurde muss dann auch nicht veröffentlicht werden...
Frau Ludena ihre Frage "Warum sehen eigentlich so viele Bücher gleich aus?" zu beantworten, mache ich es halt.
Den Hinweis mit den Autos hatte ich ja schon vorher gegeben.
In der Tat sind Autos einander viel ähnlicher als sie es sein müssten.
Ab und zu gibt es dann mal Autos mit "polarisierenden" Designs oder Konzepten wie Ford Edsel, Tatra 700 oder Renault Avantime. ... und dann kauft sie kaum einer.
Die Menschen wollen nämlich gar nichts anders oder auffällig aussehendes haben.
Autos müssen so trist aussehen, als kämen sie von VW, Jeans müssen blau sein, und auf Büchern erwarten wir Motiv, das so langweilig ist, dass wir im Kunstmuseum vor einem solchen Bild garantiet nicht stehen bleiben würden.
(Außer wir wüssten, dass es von Caspar David Friedrich ist. Denn der ist traditionell einer der ganz wenigen, dem wir langweilige Bilder ernsthaft abnehmen.)
So wollen es die Menschen haben, und so kriegen sie es auch.
"Die Menschen wollen nämlich gar nichts anders oder auffällig aussehendes haben."
Gehen sie da von sich aus?
"Außer wir wüssten, dass es von Caspar David Friedrich ist. Denn der ist traditionell einer der ganz wenigen, dem wir langweilige Bilder ernsthaft abnehmen."
Auf wen bezieht sich das "wir"?
"So wollen es die Menschen haben, und so kriegen sie es auch."
Nochmal: Von welchen "Menschen" sprechen sie?
"Die Menschen wollen nämlich gar nichts anders oder auffällig aussehendes haben."
Gehen sie da von sich aus?
"Außer wir wüssten, dass es von Caspar David Friedrich ist. Denn der ist traditionell einer der ganz wenigen, dem wir langweilige Bilder ernsthaft abnehmen."
Auf wen bezieht sich das "wir"?
"So wollen es die Menschen haben, und so kriegen sie es auch."
Nochmal: Von welchen "Menschen" sprechen sie?
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