Private Geräte im JobFirewall im Gehirn

Sind private Smartphones eine Gefahr für die Sicherheit von Unternehmen? Ja, sagt IT-Fachmann Frank Pieper im Interview. von Leonie Achtnich

DIE ZEIT: Herr Pieper, Sie sind Vizepräsident von Juniper Networks im deutschsprachigen Raum, Ihr Unternehmen sichert virtuelle Netzwerke. Wie viele smarte Geräte besitzen Sie?

Frank Pieper: Ein dienstliches Smartphone und ein privates iPad. Eigentlich telefoniere ich nur auf dem Smartphone und surfe privat auf dem iPad. Aber das verwischt sich. Mit Sicherheit ziehe ich auch mal Daten vom Firmennetzwerk auf mein Smartphone, weil es eben gerade zur Hand ist, oder schaue mit dem iPad in meine beruflichen Mails. Das lässt sich nicht vermeiden. Wenn Sie einen Gedanken haben, dann nutzen Sie eben das, was zur Hand ist. Es ist ein fließender Übergang , so wie bei vielen meiner Kollegen auch.

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ZEIT: Alle wollen immer verbunden sein. Für die Unternehmen ist das gut, oder?

Pieper: Für Unternehmen ist es unverzichtbar, dass die Mitarbeiter erreichbar sind. Smart Devices sind ja deswegen smart, weil sie uns schnell, einfach und vor allem jederzeit eine Datenverarbeitung an die Hand geben. Solche Entwicklungen gehen schneller, als die EDV-Abteilungen reagieren können. Die stellen gerade mal von Windows XP auf Windows 7 um, da kommen die Mitarbeiter mit dem iPad um die Ecke und sind total begeistert. Natürlich locken Unternehmen ihre Arbeitskräfte auch mit der bring your own device policy – das heißt, nutze im Job, was du an Geräten zu Hause hast. Das hat seinen Reiz.

Frank C. Pieper
Frank C. Pieper

Frank C. Pieper ist Area Vice President für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Juniper Networks.

ZEIT: Wie verbreitet ist diese Vorgehensweise?

Pieper: Bisher erlaubt das erst eine Minderheit der Unternehmen offiziell. Aber auch die anderen müssen mitziehen, daran führt kein Weg vorbei. Je rascher sich ein Unternehmen darum kümmert, desto eher kann es sich die Vorteile zunutze machen. Es geht nicht um die Frage, ob, sondern wie man die Geräte sicher einbindet.

ZEIT: Sicher einbinden – was meinen Sie damit?

Pieper: Ein Smartphone ist ein voll ausgereifter PC mit Betriebssystem, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und so weiter. Das macht die Geräte ebenso anfällig für Viren, Hacker oder Spyware wie jeden Rechner. Die Probleme sind nicht neu, nur kommen sie auf neuen Wegen. Deswegen müssen die Geräte geschützt werden. Nehmen Sie an, ich ziehe ein Dokument der Firma auf das Smart Device, schon bin ich mitten in der Sicherheitsdiskussion. Wenn ich nicht geschützt bin, können andere mitlesen. So verrate ich, ohne es zu wollen, möglicherweise vertrauliches Material.

Leserkommentare
    • strlcp
    • 02. März 2012 16:49 Uhr

    Dass bei Juniper Networks eine erhöhte Sensibilität für Sicherheit im Unternehmen in jeder Abteilung, und nicht nur der IT, vorhanden ist, scheint mir einleuchtend.

    Aber viel Spass, wenn Sie als IT-Verantwortlicher versuchen die zweifellos möglichen und technisch vorhandenen Resourcen zu implementierten.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es recht kompleziert ist einem Kollegen im Sales zu erzählen, dass die dringende Mail, welche er erwartet nicht ankommen wird, weil:
    a.) die mail geblockt wurde weil sie virenverseucht ist (sender und empfänger wurden in einer automatisch generierten mail informiert) und
    b.) das eigentliche attachment, ein word document, schon längst keins mehr ist, weil es durch ein vbs ersetzt wurde, welches den virus beinhaltet.

    ein mauelles zeigen des codes der mail half da auch nicht viel...

    und das war nur ein beispiel, also:

    viel spass

  1. "Außerdem haben wir ein ganzes Paket an Anti-Virus-Programmen und Firewalls, die auf den privaten Geräten installiert werden müssen."

    Vermutlich so viel, dass das Gerät danach so langsam ist das es sich für Hacker gar nicht mehr lohnt darauf Zugriff zu kriegen, weil der Mensch hinter dem Gerät schon wieder auf ein anderes umgestiegen ist.

    Es gibt doch diesen schönen Satz, dass der größte Fehler immer vor dem Bildschirm sitzt. Vielleicht sollte man den Menschen erstmal erklären, warum und wozu das alles gut ist und wie sie sich am besten Verhalten sollen. Das ist im Endeffekt auch vermutlich günstiger als jedes Jahr eine neue Version der Anti-Viren-Software zu kaufen.

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