Katastrophe in JapanMein Leben nach Fukushima
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Eine Situation wie im Film

Meine Schriftstellerkollegin Randy Taguchi hat mir erzählt, wie sehr die in Tschernobyl zurückgebliebenen Menschen, vor allem alte, an ihrer Heimat hängen und dass das Ackerland sich in ihrer Obhut – weil keinerlei Pestizide versprüht werden – ironischerweise zu einem der saubersten Flecken der Erde zurückverwandeln wird. Sie hat diesen Ort mehrmals besucht und sich dessen vergewissert. Ich hoffe sehr, dass auch in Japan die verseuchten Gebiete eines Tages wieder gesunden. Vielleicht bin ich zu optimistisch, aber ich glaube, dass wir Menschen die Fähigkeit der Natur unterschätzen, sich zu regenerieren; man denke zum Beispiel nur an Schadstoffe, die gefiltert beziehungsweise umgewandelt werden, oder an die ungeheure Zersetzungskraft von Bakterien.

Sicher, eine Zeit lang müssen wir mit vielem leben, was stark radioaktiv verseucht ist: mit Fischen, Muscheln, Meeresalgen, Gemüse, dem Erdreich an der Oberfläche, gefallenen Blättern, den Vordächern und Außenwänden der Häuser, Trümmern. Aber wer weiß, ob sich alles nicht doch schneller erholen wird, als wir geglaubt haben.

Als Mutter mache ich mir natürlich besondere Sorgen um mein Kind. Wir haben zu Hause einen Wasserfilter installiert, außerdem achte ich darauf, nur Gemüse und Eier zu kaufen, die nicht radioaktiv belastet sind. Das ist mir wichtig, viel mehr kann ich aber nicht tun. Wir versuchen einfach, ein möglichst normales Leben zu führen.

Ich bin ein Fan guter Horrorfilme. Mein Lieblingsstreifen ist der in den siebziger Jahren von Romero und Argento produzierte Film Dawn of the Dead 3.

Durch mysteriöse Strahlung aus dem All werden Tote wieder lebendig und fallen über die Menschen her. Sobald diese von einem Zombie gebissen werden, verwandeln sie sich ebenfalls in Zombies. Um sie endgültig zu töten, gibt es nur ein Mittel: ihr Gehirn zu zerstören. Zunächst gelingt es mithilfe von Armeegewalt und Bürgerwehren, die Menschheit vor der Ausrottung zu retten, doch die Zombies werden immer mehr.

Japans Katastrophe
Tage am Abgrund nach Beben, Tsunami und GAU
11. März 2011, 14.46 Uhr
Satellitenbild von Japan

Satellitenbild von Japan  |  © Nasa/Goddard/SeaWiFS/ORBIMAGE

Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans erschüttert rund sechs Minuten das Land mit einer Stärke von 9,0. Das Epizentrum liegt rund 130 Kilometer vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu. Die Auswirkungen sind dramatisch: Auf dem Meeresgrund reißt die Erdkruste auf 400 Kilometern Länge, Teile der Küste verlagern sich ruckartig um bis zu 50 Meter nach Osten. Eine Fläche so groß wie Schleswig-Holstein hebt sich um einige Meter an.

11. März 2011, ca. 15.40 Uhr
Zerstörung in der Stadt Natori

Zerstörung in der Stadt Natori  |  © STR/AFP/Getty Images

Ein Tsunami rast mit 800 Kilometern pro Stunde auf die Küste zu. Über zehn Meter sind die Flutwellen mancherorts hoch, an einzelnen Stellen erreichen sie fast 40 Meter. Kilometerweit dringen die Wassermassen landeinwärts. Mehr als 18.000 Menschen sterben. Ganze Städte werden ausgelöscht. Im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi fällt der Strom aus. Das Beben hat die Leitungen gekappt, der Tsunami Dieselgeneratoren überspült.

11. März 2011, 16.30 bis 20.30 Uhr
Das AKW Fukushima am 12. März 2011

Das AKW Fukushima am 12. März 2011  |  © STR/AFP/Getty Images

Die Wasserkühlung zweier Reaktoren des Kraftwerks Fukushima-Daiichi ist ausgefallen. Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sagt, die Lage in den 54 Reaktoren des Landes sei stabil, weil sie sofort nach dem Beben automatisch heruntergefahren wurden. Um 20.30 Uhr muss die Regierung dann für Fukushima-Daiichi den atomaren Notfall verkünden. Etwa 2.000 Bewohner in der Umgebung werden aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen.

12. März 2011, morgens
Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.

Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.  |  © STR/AFP/Getty Images.jpg

Nach Strahlenmessungen am Kernkraftwerk wird die Evakuierungszone vergrößert. Mindestens 60.000 Personen sind auf der Flucht. Ministerpräsident Kan fliegt im Hubschrauber nach Fukushima, um sich ein Bild der Lage zu machen. Im AKW lassen Ingenieure Dampf durch die Notventile ab, um den Druck in den Reaktorbehältern zu senken. Inzwischen kocht das Wasser in den Notkühlbecken.

12. März 2011, 15.36 Uhr
Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.

Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.  |  © Park Ji-Hwan/AFP/Getty Images

In Fukushima-Daiichi entzündet sich Wasserstoff und zerfetzt die Außenhülle von Reaktor 1. Ohne Strom für die Pumpen, die den Kühlkreislauf antreiben, waren Temperatur und Druck zu stark angestiegen. Trotz Abschaltung des Blocks begannen so die Brennstäbe zu glühen, Wasser verdampfte und Wasserstoffgas bildete sich, während der Reaktorkern schmolz. Japan und die Welt fürchten die atomare Apokalypse.

13. März 2011
Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.

Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.  |  © JIJI PRESS/AFP/Getty Images

In der Nähe des von Reaktor 1 in Fukushima-Daiichi wird eine vierhundertfach erhöhte Radioaktivität gemessen. Ministerpräsident Kan räumt erstmals ein, dass eine Kernschmelze möglich sei. Simulationen und Messdaten von außen bestätigen die Schmelze in den Wochen nach der Havarie. Heute ist die Ruine, die von Block 1 übrig ist, luftdicht in Plastik eingehüllt.

14. März 2011
Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.

Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.  |  © Paula Bronstein/Getty Images

Allein in der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans werden 2.000 Tote gefunden. 390.000 Menschen sind auf der Flucht aus dem Tsunami-Katastrophengebiet, mehr als 1.400 Notlager werden eingerichtet. Inzwischen gibt es an vielen Orten kein Heizöl mehr, die Menschen frieren. Rund 400.000 Häuser sind zerstört weitere Huntertausende Gebäude beschädigt, Straßen, Zugstrecken und ganze Landstriche unpassierbar.

14. März 2011
Fallout nahe der Küste

Fallout nahe der Küste  |  © ZEIT-Grafik

Obwohl die AKW-Arbeiter die Reaktoren verzweifelt mit Meerwasser kühlen, gibt es eine weitere Wasserstoffexplosion, im Reaktor 3 von Fukushima-Daiichi. Radioaktives Material dringt nach draußen, der Großteil wird in den kommenden Tagen auf den Pazifik geweht. Doch ein Teil verbreitet sich auch über dem Festland. Die Abbildung zeigt, wo sich langlebiges Cäsium konzentriert hat (rot steht für die höchsten Strahlenwerte).

15. März 2011
Strahlenuntersuchung

Strahlenuntersuchung  |  © Issei Kato/AFP/Getty Images

Eine dritte und vierte Explosion ereignen sich in Fukushima. Das Gebäude von Reaktor 2 bleibt intakt, Wasserstoff aus Block 3 sprengt das Dach von Reaktor 4. Von vorher 800 Arbeitern bleiben etwa 40 im stockfinsteren Kraftwerk. Vergeblich hatten sie versucht, weitere Detonationen zu verhindern. Das Unglück wird als nukleares Ereignis der Stufe 6 bewertet. Einen Monat später erhält es wie Tschernobyl die Höchststufe 7: GAU.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie

Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie  |  © Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images

In einem der sechs Reaktorblöcke ereignete sich offenbar eine komplette Kernschmelze, in zwei weiteren verflüssigten sich die Brennstäbe wohl mindestens zur Hälfte. Die Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage von Fukushima-Daiichi mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Eine Stadt in Trümmern

Eine Stadt in Trümmern  |  © Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

Die Strahlenbelastung der Menschen war weit geringer als für die Bewohner von Tschernobyl. Das Strahlenschutz-Komitee der UN schätzt, dass die Zunahme der Krebsfälle nicht messbar sein wird. Das liegt vor allem daran, dass kaum radioaktives Jod von Menschen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen worden ist. Der Tsunami hingegen tötete mehr als 18.000 Menschen. Bis heute wohnen Überlebende in provisorischen Wohnungscontainern.

Hauptpersonen des Films sind ein Schwarzer und sein weißer Freund, beide ehemalige Polizisten einer Spezialeinheit, sowie ein Reporter und dessen schwangere Freundin, die beim selben Fernsehsender arbeiten und auch einen Hubschrauber fliegen können.

Auf ihrer Flucht vor den Zombies verbarrikadieren sie sich in einem riesigen Einkaufszentrum und beginnen dort ein abgeschottetes Leben in Saus und Braus. Der Film ist in einer Zeit wirtschaftlichen Wachstums entstanden. Zwar hat der Vietnamkrieg die amerikanische Gesellschaft tief verunsichert, aber es herrscht materieller Überfluss, und die Menschen kümmern sich vor allem um ihr eigenes Wohlergehen.

In der Welt draußen haben sich die Zombies rasant vermehrt, es ist unmöglich, das Gebäude zu verlassen. Obwohl das Gefühl des Eingesperrtseins immer unerträglicher wird, versuchen die Protagonisten mit der Situation klarzukommen – bis eines Tages eine marodierende Rockerbande in ihr Revier eindringt.

Am Ende leben nur noch der Schwarze – damals waren Schwarze noch viel häufiger Opfer von Diskriminierung als heute – und die Schwangere. Mit anderen Worten: schwache, verletzliche Menschen.

Der Schwarze, der seinen Freund verloren hat, sieht keine Zukunft mehr und will sich umbringen. Von Zombies umzingelt, hält er sich den Lauf seiner Pistole an den Kopf. Aber plötzlich packt ihn wieder der Überlebenswille, und er schießt nicht sich, sondern einem Zombie in den Kopf. Er schüttelt alle anderen Zombies ab, steigt aufs Dach und rennt zum Helikopter, den die Schwangere bereits gestartet hat. Der Helikopter hebt ab und fliegt davon. Auf die Frage, wie viel Treibstoff denn noch im Tank sei, antwortet sie: "Nicht viel." Darauf er: "Na gut." Das klingt weder resigniert noch besonders optimistisch, aber mit diesen Worten gibt er uns zu verstehen: Solange wir leben, ist noch nicht alles verloren.

Als ich diesen Film zum ersten Mal sah, besuchte ich noch die Grundschule und war so beeindruckt, dass sich meine Sicht auf die Welt veränderte. Ein geliebter Verstorbener wird wieder lebendig, ohne ein Mensch zu sein. Mit gefühllosem Blick – wie ein Hai – kommt er auf dich zu und will dich fressen. Um das eigene Leben zu retten, bleibt dir nichts anderes übrig, als diesem einst geliebten Menschen mitten in den Kopf zu schießen.

Direkte Strahlenschäden

Die Strahlenschutzexperten unterscheiden zwischen deterministischen und stochastischen Strahlenschäden. Mit dem ersten sind Symptome gemeint, die unmittelbar nach einer Strahlenexposition auftreten, wie Übelkeit und verbrennungsartige Hautrötungen. Solche Schäden treten fast immer nur dann auf, wenn ein bestimmter Schwellenwert überschritten wurde, wenn zu viele Zellen eines Gewebes beschädigt worden sind. Experten sprechen von einer Schwellendosis, die im schlimmsten Fall zum Tode führen kann.

Indirekte

Durch die Nahrung kann eine solch lebensgefährliche Schwelle kaum überschritten werden. Essen wir radioaktiv belastetes Gemüse, wird das eher später nach Jahren oder Jahrzehnten negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben – wenn überhaupt.

Diese Strahlenschäden lassen sich nur in Wahrscheinlichkeiten ausdrücken: Wie wahrscheinlich ist es nach einer Strahlenexposition X im Zeitraum Y an der Krankheit Z zu erkranken? Zu den möglichen Symptomen zählen etwa Unfruchtbarkeit, Trübungen der Augenlinsen oder Krebs, die auch erst Jahre nach einer erhöhten Belastung auftreten können. Auch Schäden an Neugeborgenen fallen darunter.

Wie schädlich eine Strahlung ist, lässt sich also nicht genau festlegen: Person A hat im März 2011 die Strahlendosis B abbekommen und wird im Jahr C an Krebs erkranken – solche Aussagen sind unmöglich! Es gibt keine Regel anhand der sich sagen lässt, ab welcher Dosis eine Person erkrankt und ob das überhaupt jemals der Fall sein wird.

Erbgut
Grafik Radioaktivität
Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen.

Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen.  |  © Julika Altmann

Die Strahlen, die von radioaktiven Stoffen ausgehen, können direkt bestimmte Zellbestandteile verändern oder indirekt freie Radikale aus dem Wasser in der Zelle bilden, die dann das Gewebe beschädigen können. Am empfindlichsten ist das Erbgut (DNA). Die Strahlung kann etwa die DNA-Kette brechen oder den Code verändern. Nicht nur Radioaktivität, sondern auch Hitze, mechanische Kräfte oder chemische Stoffe können solche Mutationen auslösen. Das körpereigene Reparatursystem des Menschen ist gut darauf trainiert: es behebt jeden Tag zig Billionen Erbgutschädigungen.

Gelingt eine Reparatur nicht, kann der Körper immer noch die Möglichkeit ergreifen, die betroffene Zelle abzutöten. Gelingt das nicht, kann das bei den folgenden Zellteilungen schwerwiegende Folgen haben, da sich die Mutation auf die Nachkommen dieser Zelle übertragen. Krebs ist eine mögliche Spätfolge davon.

Für die Mediziner ist es im Nachhinein aber kaum möglich, zu rekonstruieren, ob der Auslöser für eine Tumorerkrankung eine erhöhte Strahlenbelastung oder ein sonstiger Faktor gewesen ist.

Medizin

Radioaktivität wird nur selten mit Gesundheit in Verbindung gebracht. Und doch nutzt die Medizin sie vielfach. Die Strahlung von Radionukliden wird etwa eingesetzt, um das Wachstum von Tumoren zu hemmen oder um die Durchblutung von Gewebe sichtbar zu machen.

In der Geschichte finden sich auch einige Negativbeispiele zur medizinischen Anwendung von radioaktiven Stoffen, die es so heute sicher nicht mehr geben würde: So sollten etwa Hüftgürtel mit Radium gegen Rheuma helfen, eine Zahnpasta mit dem Element sollte für gesundes Zahnfleisch sorgen, radioaktive Einlegesohlen sollten die Füße pflegen und ein radiumhaltiges Haarwasser gegen Haarausfall vorbeugen.

Ist in einer solchen extremen Welt gegenseitige Achtung und Menschenwürde überhaupt noch möglich? Diese Frage ist, denke ich, das eigentliche Thema des Films, und er gibt darauf eine klare Antwort: Ja, es ist möglich, dass der Mensch bis zum bitteren Ende nicht zum Monster wird und seine Würde bewahrt.

Im Film wiederholen sich die Nachrichten von der Welt draußen ununterbrochen. Die Fernsehmoderatoren, die ihr Studio nicht mehr verlassen, berichten über die immergleichen furchtbaren Ereignisse und führen sinnlose Diskussionen.

Schon kurz nach der Erdbebenkatastrophe wurden im japanischen Fernsehen genau wie im Film ununterbrochen sich ähnelnde Bilder gezeigt und kommentiert, immer wieder der furchtbare Tsunami, immer wieder das havarierte Atomkraftwerk. Ich erschrak. Ich dachte: Genau so eine Situation wie im Film erlebe ich jetzt.

In diesem einen Jahr seit dem Erdbeben bin ich vielen Menschen begegnet, die jeglichen Glauben an die Zukunft verloren und resigniert haben. Wenn Menschen sich entscheiden, an einem neuen Ort ein neues Leben anzufangen, haben sie wenigstens noch Hoffnung. Ich treffe auf Menschen, die sich mit ausdrucksloser Miene durch den Alltag bewegen; Menschen, die plötzlich ausrasten und mit wildfremden Leuten zu streiten anfangen; die nicht mehr aus dem Haus gehen; die nur noch an radioaktive Strahlung und ihre Folgen denken können – solche Menschen gibt es viele.

Leserkommentare
  1. Sehr persönlich, vielen Dank dafür.

    Ich für meinen Teil würde mit dem Wissen um und der Angst vor der Radioaktivität nicht umgehen können und wäre sofort aus dem Land geflohen, Kosten und Aufgabe von Eigentum wären mir egal gewesen.

    Diese uneinschätzbare Gefahr, die Abart sie nicht wahrnehmen zu können, das Dahinsiechen durch Krebs, die Schädigung meines Erbgutes, ich könnt es nicht ertragen.
    Mit jeder Meldung über das Versagen der Regierung und des Betreibers würde zudem meine Wut steigen, hätte ich nichts zu verlieren, und das hatten nicht wenige Japaner nach der Katastrophe, wäre ich wohl potentieller Amokläufer.

    Nochmals danke für diesen Bericht, auch wenn man sich den wahren Horror, das selbst erleben nur schwer vorstellen und nachfühlen kann.

    Eine Leserempfehlung
    • Crest
    • 07. März 2012 13:01 Uhr

    Dürfen wir im Laufe der "Feierlichkeiten" (ein anderes Wort fällt mir nicht ein, pardon) zum Jahrestag des Erdbebens/Tsunamis (und der sich allen daraus ergebenden Sekundärfolgen) damit rechnen, auch Beiträge lesen zu dürfen von Menschen, die sich nicht notwendig "gerne mit Okkultismus beschäftigt" und sich einen rationalen Blick auf die Kernkraft bewahrt haben?

    Herzlichst Crest

    4 Leserempfehlungen
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    Dürfen wir im Laufe des Erinnerns an eine sehr große Naturkatastrophe die eine Atomkatastrophe nach sich zog, damit rechnen, auch von Ihnen Beiträge zu lesen, die sich nicht nur darin erschöpfen, die kerngesunde Kernkraft als quasi göttlichen Antrieb der menschlichen Gesundung zu feiern?

  2. Dürfen wir im Laufe des Erinnerns an eine sehr große Naturkatastrophe die eine Atomkatastrophe nach sich zog, damit rechnen, auch von Ihnen Beiträge zu lesen, die sich nicht nur darin erschöpfen, die kerngesunde Kernkraft als quasi göttlichen Antrieb der menschlichen Gesundung zu feiern?

    8 Leserempfehlungen
  3. auf die Kernkraft dürften wir eigentlich erst sprechen, wenn in mehreren Jahrzehnten auch die Langzeitfolgen von Fukushima bekannt sein werden. Auch die Menschen in Tschernobyl sind nicht gleich alle tot umgefallen - aber nach Jahren ist z.B. Schilddrüsenkrebs bei Kindern wesentlich gestiegen und es würde mich nicht wundern, wenn das in einigen Jahren auch in Japan der Fall wäre.

    2 Leserempfehlungen
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    • Crest
    • 07. März 2012 14:15 Uhr

    (hin und wieder fragte ich mich, was wohl aus Ihnen geworden ist, schön, dass es Sie noch gibt. :-))

    Zur Sache:

    Im Gegensatz zu Tschernobyl hat es in Fuksuhima eine rechtzeitige Jodprophylaxe gegeben, bzw. einen Verzicht auf den Genuss jodhaltiger Lebensmittel insbes. von Milchprodukten.

    Die Belastung der Bevölkerung kann mit hinreichenden Fehlertoleranzen hochgerechnet werden, so dass man schon heute feststellen kann, dass epedimiologisch auch in Zukunft keine Zunahme an Krebserkrankungen festzustellen sein wird.

    Zu apodiktisch formuliert?

    Nun, dann legen Sie es für sich in 5 Jahren auf Wiedervorlage. (Das ist die typische Latenzzeit für Schilddrüsenkrebs.)

    ad Messier51: Meine Kommentare des letzten Jahres hatten - da empfinden Sie korrekt - einen Schwerpunkt im "Kulturkampf" (ein Begriff aus unserer Tageszeitung) um die friedliche Nutzung der Kernenergie. Warum ich das tue? Es gehört zu meiner beruflichen Rolle, die Welt ein wenig zu verbessern (und in dieser Rolle fühle ich mich überdies wohl.)

    Eine nähere Betrachtung zeigt aber, dass ich mich auch in anderen "Kulturkämpfen" des letzten Jahres intensiv beteiligt habe, insbesondere wenn es um Fragen des religiösen Glaubens (im engeren Sinne) geht.

    Diesen Kampf hier mag ich (in Deutschland) verlieren. Das spielt aber keine Rolle, denn der Standpunkt wird - das bin ich ihm als rationalem Standpunkt schuldig - verteidigt. (Und manchmal heißt es dabei "Don't take (intellectual) prisoners".)

    Herzlichst Crest

    • Crest
    • 07. März 2012 14:15 Uhr

    (hin und wieder fragte ich mich, was wohl aus Ihnen geworden ist, schön, dass es Sie noch gibt. :-))

    Zur Sache:

    Im Gegensatz zu Tschernobyl hat es in Fuksuhima eine rechtzeitige Jodprophylaxe gegeben, bzw. einen Verzicht auf den Genuss jodhaltiger Lebensmittel insbes. von Milchprodukten.

    Die Belastung der Bevölkerung kann mit hinreichenden Fehlertoleranzen hochgerechnet werden, so dass man schon heute feststellen kann, dass epedimiologisch auch in Zukunft keine Zunahme an Krebserkrankungen festzustellen sein wird.

    Zu apodiktisch formuliert?

    Nun, dann legen Sie es für sich in 5 Jahren auf Wiedervorlage. (Das ist die typische Latenzzeit für Schilddrüsenkrebs.)

    ad Messier51: Meine Kommentare des letzten Jahres hatten - da empfinden Sie korrekt - einen Schwerpunkt im "Kulturkampf" (ein Begriff aus unserer Tageszeitung) um die friedliche Nutzung der Kernenergie. Warum ich das tue? Es gehört zu meiner beruflichen Rolle, die Welt ein wenig zu verbessern (und in dieser Rolle fühle ich mich überdies wohl.)

    Eine nähere Betrachtung zeigt aber, dass ich mich auch in anderen "Kulturkämpfen" des letzten Jahres intensiv beteiligt habe, insbesondere wenn es um Fragen des religiösen Glaubens (im engeren Sinne) geht.

    Diesen Kampf hier mag ich (in Deutschland) verlieren. Das spielt aber keine Rolle, denn der Standpunkt wird - das bin ich ihm als rationalem Standpunkt schuldig - verteidigt. (Und manchmal heißt es dabei "Don't take (intellectual) prisoners".)

    Herzlichst Crest

    Eine Leserempfehlung
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    kulturkampf = bismark
    und darf ich ihnen etwas verraten?
    er hatt ihn verloren
    denn es war keine lösungsorientierte strategie
    und ist es immer noch nicht
    aber wenn es ihnen freude macht
    nur
    rational
    ist daran gar nichts

    "Im Gegensatz zu Tschernobyl hat es in Fuksuhima eine rechtzeitige Jodprophylaxe gegeben, bzw. einen Verzicht auf den Genuss jodhaltiger Lebensmittel insbes. von Milchprodukten."

    Nach den von mir gesichteten Unterlagen waren zwar die Vorbereitungen für eine Jodprophylaxe angelaufen, jedoch kam diese nicht zur Anwendung, da die Masse der Bewohner noch vor den Freisetzungen aus der unmittelbaren Gefahrenzone evakuiert worden war.

    Cäsium sammelt sich entgegen den routinemäßig verbreiteten Gerüchten nicht dauerhaft im Körper an, sondern wird nach einiger Zeit wieder ausgeschieden. Diese Ausscheidung kann massiv beschleunigt werden, wenn man dem Patienten "Giese-Salz" verabreicht: Ammoniumeisenhexacyanoferrat (AEHCF). Diese billig herzustellende Substanz passiert den Darm, ohne vom Körper aufgenommen zu werden, und bindet dabei chemisch alles vorhandene Cäsium, so daß dieses nicht vom Darm aufgenommen wird. Zuvor bereits aufgenommenes Cäsium wird vom Körper in verschiedene Verdauungssekrete (insbesondere Gallenflüssigkeit) eingebaut und in den Darm geleitet, später aber wieder resorbiert. Giese-Salz unterbricht diese Kette und führt das Cäsium aus dem Körper ab. Die Dissertation der Tierärztin Katja Meinel untersucht dieser Thema.

  4. Manchmal frage ich mich wirklich wie wenig Demut bezahlte Forenguerilla besitzt und wie sie selbst bei den größten Katastrophen immer noch fröhlich ins Horn der Lobbyverbände blasen kann.

    Dies wirft auch die Frage auf, wie die Zeit hier zensiert. Bei manchem offensichtlich vor Dummheit und Beleidigungen strotzenden Kommentar ist dies ja offensichtlich, dass es sich bei den bezahlten Inhalten oftmals ebenfalls um das Verbreiten von Dummheiten handelt("Jodprophylaxe" bei Super Gau), die zudem auch noch schwer beleidigend den Opfern gegenüber sind(der Krebs kommt wohl eher vom ungesunden Lebensstil als vom in der Nachbarschaft havarierten Kernkraftwerk), bzw die Fliehenden als feige Hinterwälder abstempelt, sollte hier darüber nachgedacht werden, in Zukunft härter gegen solche Kommentare vorzugehen.

    3 Leserempfehlungen
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    • Crest
    • 07. März 2012 14:57 Uhr

    wie sehen Sie das denn, Herr/Frau Redaktion, or to whom it may concern.

    Da stecken ja doch einige harte Vorwürfe drin. Und wenn die zuträfen, dann müsste man ohne Zweifel etwas dagegen unternehmen.

    Was aber, wenn sie nicht zutreffen, etwa die Behauptung eines "des ungesunden Lebensstils" oder die Behauptung es gäbe hier "feige Hinterwäldlers"?

    Irgendeine Idee in diesem Fall? :-)

    Herzlichst Crest

    Jodprophylaxe. Was sonst? Man muss nicht von fiktiven Verschwörern bezahlt werden, man muss nur wissen, wovon man spricht, um Ihnen verdächtig vorzukommen. Das überrascht mich nicht, ehrlich gesagt.

    • eeee
    • 08. März 2012 4:11 Uhr

    Beiträge z.B. eines gewissen "Herzlichst Crest" und alle sich darauf beziehenden einfach auszufiltern.

  5. Bei aller aufrichtigen Diskussion, das Ausmaß der Katastrophe ist für uns gar nicht zu fassen und die Notwendigkeit zum Umdenken ist auch alles andere als konsequent.
    http://youtu.be/7TyKkEwpcPQ

    Eine Leserempfehlung
    • Crest
    • 07. März 2012 14:57 Uhr

    wie sehen Sie das denn, Herr/Frau Redaktion, or to whom it may concern.

    Da stecken ja doch einige harte Vorwürfe drin. Und wenn die zuträfen, dann müsste man ohne Zweifel etwas dagegen unternehmen.

    Was aber, wenn sie nicht zutreffen, etwa die Behauptung eines "des ungesunden Lebensstils" oder die Behauptung es gäbe hier "feige Hinterwäldlers"?

    Irgendeine Idee in diesem Fall? :-)

    Herzlichst Crest

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    sondern Aufklärung ist gefragt. Sie werden mir zustimmen.

    ... und da ist natürlich verwunderlich, dass Sie diesmal nicht den Artikel selbst aufklärerisch berichtigen:

    Z.B. zum Zitat:
    "Aber wer weiß, ob sich alles nicht doch schneller erholen wird, als wir geglaubt haben."

    könnten Sie doch mal erläutern, dass die Erholung durch Halbwertszeiten fesgelegt ist und nicht durch das Prinzip Hoffnung beschleunigt werden kann.

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