1(1) Mike Nicol: Payback
Aus dem Englischen von Mechthild Barth; btb, 574 S., 9,99 €

Kapstadt/Luanda. Im Befreiungskampf waren Mace und Pylon Waffenhändler, jetzt, in der Demokratie, verdienen sie friedliches Geld. Bis ihnen alte Schulden präsentiert werden. Die Entführung von Mace’ Tochter ist nur der Anfang. Erster Band der Rache- Trilogie. Unbarmherzig rauer Wind aus Südafrika. Gnadenlos gut.

2(-) Arne Dahl: Gier
Aus dem Schwedischen von Antje Rieck-Blankenburg; Piper, 512 S., 16,99 €

Den Haag/Riga/London/Stockholm. Opcop – streng geheim ist die neue operative Truppe von Europol. Ist sie den Verbrechen von heute gewachsen? Umweltverseuchung, Finanzspekulation, Kinderhandel, koordiniert mit Geld und Macht der Mafia. Ganze Staaten usurpiert. Dahl stellt sich globalen Aufgaben. Wie keiner.

3(-) Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels
Aus dem Englischen von Peter Torberg; Liebeskind, 304 S., 19,80 €

Meade, Ohio/Coal Creek, West Virginia. Mit 10 hungert und betet Arvin Russell gegen das Sterben seiner Mutter an. Mit 18 hat er vier Menschen erschossen. Dann haben ein Vergewaltiger, zwei Serienmörder, ein mörderischer Sheriff und ein Prediger-Paar seinen Weg gekreuzt. Wüstes, grandioses Romandebüt.

4(10) Georg M. Oswald: Unter Feinden
Piper, 256 S., 19,99 €

München. Zwei Kommissare in der Klemme. Diller ist solide, Kessel Junkie. Kessel überfährt einen Dealer, Erpressung folgt. Diller will ihn und sich schützen im Trubel der Schutzmaßnahmen für die internationale Sicherheitskonferenz. Weit planende arabische Rächer gegen kleine deutsche Polizisten.

5(-) Oliver Harris: London Killing
Aus dem Englischen von Wolfgang Müller; Blessing, 480 S. 19,95 €

London Hampstead. Als Detective Belsey das Haus eines russischen Oligarchen leer vorfindet, ergreift er die Chance, sein beschissenes Leben zu ändern. Er übernimmt Auto, Haus und Kreditkarte. Und die Feinde des Milliardärs. Rasantes Debüt. Oliver Harris gewinnt dem British Noir unverfrorene Heiterkeit ab.

6(6) Nicci French: Blauer Montag
Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller; C. Bertelsmann, 480 S., 14,99 €

London. Ein Patient von Frieda Klein träumt von einem Jungen, der wenig später entführt wird. Sie verlässt ihre Praxis, um aufzuklären, was los ist. Im Methodenwettstreit mit der Polizei wagt sich die Psychotherapeutin über die Schranken ihrer Disziplin. Intelligenter Plot, psychologisch plausibel.

7(-) Parker Bilal: Die dunklen Straßen von Kairo
A. d. Engl. von Karolina Fell; Rowohlt, 450 S., 9,99 €

Kairo. Von den Islamisten aus Khartoum vertrieben, schlägt Makana sich als Privatdetektiv in Kairo durch. Für Big Boss Hanafi sucht er den verschwundenen Star seines Fußballclubs. Konventionell erzählt, mächtig aufschlussreich. Parker Bilal, selbst Sudanese, zeigt Ägypten vor der Arabellion: eitel und korrupt.

8(-) Fred Vargas: Die Nacht des Zorns
Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze; Aufbau, 454 S., 22,99 €

Paris/Normandie. In Ordebec wurde "Die Wilde Jagd" gesehen. In der Horde: vier Männer aus dem Dorf. Todgeweiht? Kommissar Adamsberg, genervt vom Mord an einem Finanzmagnaten, folgt fasziniert normannischen Mythen, Ängsten, Intrigen. Nach drei Jahren Abstinenz: der neue Polar Poétique von Vargas.

9(-) Carsten Stroud: Niceville
Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren; Dumont, 512 S., 19,99 €

Niceville im Süden der USA. 179 Menschen sind verschwunden. Drei Männer berauben die Bank. Chinesen wollen die Beute. Familienzwist schwelt seit Generationen. Ein Polizist und ein Indianer stemmen sich gegen einen Fluch. Souverän geschnittener, gelungener Mix aus Crime, Horror und Mystery.

10(-) Jussi Adler-Olsen: Das Alphabethaus
A. d. Dän. v. Hannes Thiess und Marieke Heimburger; dtv, 590 S., 16,40 €

Schwarzwald. In seinem Debütroman von 1997 greift der dänische Bestsellerautor in die Rumpelkiste der Weltkriegsmythen. Zwei tapfere britische Flieger landen nach dem Abschuss hinter den Linien in einer Psychiatrie für SS-Offiziere. Rache, Flucht, Verrat, medizinische Experimente. Schauriger Pageturner.