KrimiZeit-BestenlisteDie zehn besten Krimis im März 2012

Jeden ersten Donnerstag im Monat geben Literaturkritiker und Krimispezialisten die Romane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben.

1(1) Mike Nicol: Payback
Aus dem Englischen von Mechthild Barth; btb, 574 S., 9,99 €

Kapstadt/Luanda. Im Befreiungskampf waren Mace und Pylon Waffenhändler, jetzt, in der Demokratie, verdienen sie friedliches Geld. Bis ihnen alte Schulden präsentiert werden. Die Entführung von Mace’ Tochter ist nur der Anfang. Erster Band der Rache- Trilogie. Unbarmherzig rauer Wind aus Südafrika. Gnadenlos gut.

2(-) Arne Dahl: Gier
Aus dem Schwedischen von Antje Rieck-Blankenburg; Piper, 512 S., 16,99 €

Den Haag/Riga/London/Stockholm. Opcop – streng geheim ist die neue operative Truppe von Europol. Ist sie den Verbrechen von heute gewachsen? Umweltverseuchung, Finanzspekulation, Kinderhandel, koordiniert mit Geld und Macht der Mafia. Ganze Staaten usurpiert. Dahl stellt sich globalen Aufgaben. Wie keiner.

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3(-) Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels
Aus dem Englischen von Peter Torberg; Liebeskind, 304 S., 19,80 €

Meade, Ohio/Coal Creek, West Virginia. Mit 10 hungert und betet Arvin Russell gegen das Sterben seiner Mutter an. Mit 18 hat er vier Menschen erschossen. Dann haben ein Vergewaltiger, zwei Serienmörder, ein mörderischer Sheriff und ein Prediger-Paar seinen Weg gekreuzt. Wüstes, grandioses Romandebüt.

Das Beste vom Besten

An jedem ersten Donnerstag des Monats wählen 18 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die zehn Kriminalromane, die ihnen am besten gefallen haben. Sie halten nach dem literarisch interessanten, thematisch ausgefallenen, besonderen Kriminalroman Ausschau. Die KrimiZeit-Bestenliste entsteht in Kooperation von DIE ZEIT und NordwestRadio. Die Jury besteht aus 18 Spezialisten für Kriminalliteratur, die aus der laufenden Produktion jeweils 4 Titel vorschlagen, die sie mit 7,5,3 oder 1 Punkt bewerten. Der so gefundene Punktwert pro Titel wird mit der Zahl der Stimmen multipliziert, die auf ihn entfallen sind. Daraus wird die monatliche Liste berechnet. Jedes Jurymitglied darf insgesamt drei Mal für den selben Titel votieren. Voten für Titel, an deren Entstehung oder Vorbereitung man beteiligt war, sind verboten. Die Titel dürfen nicht älter als 12 Monate sein und keine Wiederauflagen, Sammelbände oder Anthologien. Unterschiede zwischen Hardcover, Paperback und Taschenbuch werden nicht gemacht. Im Schnitt kommen 5 Titel neu auf die monatliche Liste. Die Ziffer in Klammern gibt den Rang des Vormonats an.

Die Jury

Tobias Gohlis, Kolumnist DIE ZEIT, Sprecher der Jury,
Volker Albers, "Hamburger Abendblatt",
Andreas Ammer, "Druckfrisch", Dlf, BR,
Gunter Blank, "Sonntagszeitung",
Thekla Dannenberg, "Perlentaucher"
Fritz Göttler, "Süddeutsche Zeitung",
Michaela Grom, SWR,
Hannes Hintermeier, "Frankfurter Allgemeine Zeitung",
Lore Kleinert, Radio Bremen,
Elmar Krekeler, "Die Welt",
Kolja Mensing, DRadioKultur,
Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR,
Jan Christian Schmidt, "Kaliber 38",
Margarete v. Schwarzkopf, Literaturkritikerin,
Ingeborg Sperl, "Der Standard",
Sylvia Staude, "Frankfurter Rundschau",
Jochen Vogt, NRZ, WAZ,
Hendrik Werner, "Weser-Kurier",
Thomas Wörtche, "Penser Pulp bei Diaphanes", "culturmag", DradioKultur

Die Jury der KrimiZEIT-Bestenliste erreichen Sie über
Krimibestenliste@zeit.de.

4(10) Georg M. Oswald: Unter Feinden
Piper, 256 S., 19,99 €

München. Zwei Kommissare in der Klemme. Diller ist solide, Kessel Junkie. Kessel überfährt einen Dealer, Erpressung folgt. Diller will ihn und sich schützen im Trubel der Schutzmaßnahmen für die internationale Sicherheitskonferenz. Weit planende arabische Rächer gegen kleine deutsche Polizisten.

5(-) Oliver Harris: London Killing
Aus dem Englischen von Wolfgang Müller; Blessing, 480 S. 19,95 €

London Hampstead. Als Detective Belsey das Haus eines russischen Oligarchen leer vorfindet, ergreift er die Chance, sein beschissenes Leben zu ändern. Er übernimmt Auto, Haus und Kreditkarte. Und die Feinde des Milliardärs. Rasantes Debüt. Oliver Harris gewinnt dem British Noir unverfrorene Heiterkeit ab.

6(6) Nicci French: Blauer Montag
Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller; C. Bertelsmann, 480 S., 14,99 €

London. Ein Patient von Frieda Klein träumt von einem Jungen, der wenig später entführt wird. Sie verlässt ihre Praxis, um aufzuklären, was los ist. Im Methodenwettstreit mit der Polizei wagt sich die Psychotherapeutin über die Schranken ihrer Disziplin. Intelligenter Plot, psychologisch plausibel.

7(-) Parker Bilal: Die dunklen Straßen von Kairo
A. d. Engl. von Karolina Fell; Rowohlt, 450 S., 9,99 €

Kairo. Von den Islamisten aus Khartoum vertrieben, schlägt Makana sich als Privatdetektiv in Kairo durch. Für Big Boss Hanafi sucht er den verschwundenen Star seines Fußballclubs. Konventionell erzählt, mächtig aufschlussreich. Parker Bilal, selbst Sudanese, zeigt Ägypten vor der Arabellion: eitel und korrupt.

8(-) Fred Vargas: Die Nacht des Zorns
Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze; Aufbau, 454 S., 22,99 €

Paris/Normandie. In Ordebec wurde "Die Wilde Jagd" gesehen. In der Horde: vier Männer aus dem Dorf. Todgeweiht? Kommissar Adamsberg, genervt vom Mord an einem Finanzmagnaten, folgt fasziniert normannischen Mythen, Ängsten, Intrigen. Nach drei Jahren Abstinenz: der neue Polar Poétique von Vargas.

9(-) Carsten Stroud: Niceville
Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren; Dumont, 512 S., 19,99 €

Niceville im Süden der USA. 179 Menschen sind verschwunden. Drei Männer berauben die Bank. Chinesen wollen die Beute. Familienzwist schwelt seit Generationen. Ein Polizist und ein Indianer stemmen sich gegen einen Fluch. Souverän geschnittener, gelungener Mix aus Crime, Horror und Mystery.

10(-) Jussi Adler-Olsen: Das Alphabethaus
A. d. Dän. v. Hannes Thiess und Marieke Heimburger; dtv, 590 S., 16,40 €

Schwarzwald. In seinem Debütroman von 1997 greift der dänische Bestsellerautor in die Rumpelkiste der Weltkriegsmythen. Zwei tapfere britische Flieger landen nach dem Abschuss hinter den Linien in einer Psychiatrie für SS-Offiziere. Rache, Flucht, Verrat, medizinische Experimente. Schauriger Pageturner.

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Leserkommentare
  1. Jussi Adler-Olsen und seine unsägliche Nazi-Weltkriegs-Schmonzette "Alphabethaus" auf Platz 10? Damit hat sich diese Liste und die an ihr beteiligten "Krimiexperten" nun wirklich endgültig ins Aus geschossen. Ernstzunehmende Lektüre-Empfehlungen sehen anders aus.

    • ManRai
    • 02. März 2012 0:01 Uhr

    irgendwie wird die deutsche Krimiszene scheinbar bewusst ignoriert, fuer mich eher eine Negativliste

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • wanst
    • 05. März 2012 22:26 Uhr

    Georg M. Oswald: unter Feinden. Spielt auch noch in München – was will man mehr. Das ist eine monatliche Liste, da kann es schon passieren, dass mal weniger Deutsche darunter sind.

    • wanst
    • 05. März 2012 22:26 Uhr

    Georg M. Oswald: unter Feinden. Spielt auch noch in München – was will man mehr. Das ist eine monatliche Liste, da kann es schon passieren, dass mal weniger Deutsche darunter sind.

    Antwort auf "aus dem Englischen"

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  • Schlagworte Piper Verlag | Payback | Kairo | London | München | Ohio
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