Intervention Keine Schutzzone ohne Schutz

Damals Srebrenica, heute Homs. Die Welt darf nicht mehr zuschauen, wie ein Volk massakriert wird.

Tag für Tag betrachten wir nun die Bilder von der Belagerung und Bombardierung der Stadt Homs durch die Armee und die Sicherheitskräfte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Sie rufen bei denjenigen besonders lebhafte Erinnerungen hervor, die diese Kriege im ehemaligen Jugoslawien miterlebt haben. Gerade Bosniern ist das grauenvolle Gemetzel des modernen Belagerungskrieges nur allzu gut vertraut. Die gnadenlosen Angriffe auf das syrische Volk können nicht länger hingenommen werden.

Emir Suljagić

ist ein Überlebender des Massakers von Srebrenica und Autor des Buches Notizen aus der Hölle.

Wie schon im Fall von Bosnien und Herzegowina vor zwei Jahrzehnten bestand auch in Syrien angesichts der anschwellenden Katastrophe einer der ersten Schritte der Europäischen Union darin, dass sie ein Waffenembargo verhängte. Aber die Vorstellung, dass umso weniger Tote zu beklagen sein werden, je weniger Waffen sich im Umlauf befinden, hat bereits die bosnische Erfahrung widerlegt. Sogar Douglas Hurd, damals britischer Außenminister und wichtigster Befürworter des Waffenembargos der Vereinten Nationen, hat sich über seine Bemühungen, auf dem Schlachtfeld Chancengleichheit herzustellen, nachträglich mit Reue geäußert. Aufseiten der Jugoslawischen Volksarmee und ihrem bosnisch-serbischen Arm herrschte für den Einsatz gegen ihren de facto unbewaffneten Gegner, die Armee der Republik Bosnien und Herzegowina, niemals ein Mangel. Auch ohne die Unterstützung, die Baschar al-Assad aus Russland und dem Iran erhält, würde er heute in Syrien ein faktisches Monopol auf todbringende Waffen besitzen – nicht anders als seinerzeit der mit seinem Vater Hafis al-Assad verbündete Slobodan Milošević.

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Reuf Bajrović

ebenfalls gebürtiger Bosnier, arbeitet als politischer Analyst in Washington. Vorher beriet er lange Jahre die bosnischen Sozialdemokraten.

Die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Baschar al-Assads Regime in Syrien begeht, sind nichts anderes als eine Neuauflage jener Praktiken ethnischer Säuberung, die in den neunziger Jahren auf dem Balkan angewendet wurden. In Libyen intervenierten der Westen und einige arabische Staaten im vorigen Jahr wirksam, um Zivilisten zu schützen und zu helfen, die Bevölkerung von Diktator Gaddafi zu befreien. Ein moralischer Unterschied zu Libyen besteht im aktuellen Fall Syrien nicht. Zwar trifft es zu, dass in Syrien enorme menschliche Opfer zu beklagen sind, dennoch führt die Rede von einer »humanitären Krise« in die Irre. Wie zuvor in Libyen setzt in Syrien ein Unrechtsregime jedes nur mögliche Mittel einschließlich der Verfolgung, Folterung und Ermordung normaler Bürger ein, um sich an der Macht zu halten.

Russischer und chinesischer Widerstand gegen eine militärische Intervention kann keine Ausrede für Untätigkeit sein.

Eine wirksame Reaktion auf das Massaker, das in Syrien an der eigenen Bevölkerung begangen wird, muss einige grundlegende Elemente enthalten: die Anerkennung des Syrischen Nationalrates, die Bewaffnung und luftgestützte Versorgung der Freien Syrischen Armee sowie die Anklage Baschar al-Assads und seiner willigen Gefolgsleute wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die Freie Syrische Armee wurde gegründet, um unbewaffnete Demonstranten vor Assads Soldaten zu schützen. Sie zu bewaffnen würde zu einem Ende des Blutvergießens beitragen, denn in welchem Verhältnis die Waffen unter den Konfliktparteien verteilt sind, ist von größerer Bedeutung als ihre schiere Menge. Die Fähigkeit, Gebiete einzunehmen und gegen Angriffe zu verteidigen, würde die Versuche der Aufständischen erleichtern, sich auf ein einheitliches politisches Programm für ein neues, vereintes und demokratisches Syrien zu verständigen. Im Laufe des vergangenen Jahres scheint es den Rebellen gelungen zu sein, die ethnischen und religiösen Spaltungen zu überwinden, die die syrische Gesellschaft durchziehen. Dauern die Gewalt und die ethnischen Säuberungen allerdings an, so werden sich diese Trennlinien wieder vertiefen. Hinzu kommt: Die Bewaffnung der Opposition ist die Voraussetzung dafür, dass der Kampf auf Syrien begrenzt bleibt. Die Freie Syrische Armee im Stich zu lassen hieße, die Anfälligkeit dieser Kräfte für radikale Ideologien und fragwürdige Bündnispartner zu verstärken. Das könnte den syrischen Kampf für die Freiheit völlig umprogrammieren und auf Jahrzehnte hinaus verhindern, dass in Syrien der Aufbau einer demokratischen und prosperierenden Gesellschaft gelingt.

Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/jz

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    Aber wollen bezweifeln, dass in Syrien gerade keine gnadenlosen Saeuberungen stattfinden?

    Aber wollen bezweifeln, dass in Syrien gerade keine gnadenlosen Saeuberungen stattfinden?

  2. Aber wollen bezweifeln, dass in Syrien gerade keine gnadenlosen Saeuberungen stattfinden?

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    Kein Staat der Welt duldet auf seinem Territorium vom Ausland bewaffnete Rebellengruppen. Dann könnte er ja gleich einpacken.
    Was wir nun erleben ist, dass die NATO zwar mit heimlichen Waffenlieferungen den Krieg vorbereitet hat, durch die Niederlage im Sicherheitsrat politisch, und wegen Russland wohl auch praktisch, nicht so kann, wie sie will. Nun versucht man durch die Hintertür trotzdem eskalierend weiter zu machen.
    Typische Krokodilstränen

    unter Säuberung? Nach verschiedenen Medien befinden sich in Bab Amr noch 4.000 Zivilisten und es sind aus dem nRaum ca. 1.500 Rebellen geflüchtet. Absolut legitimes Angriffsziel der Armee.

    Zum Bericht:

    "um einen Volksaufstand zu unterstützen"

    Absolut Bürgerkriegsrechtswidrig. Sich auf eine Seite zu schlagen ist verboten.

    "Ihre Befehle, auf unbewaffnete Demonstranten und Oppositionelle zu schießen, erteilen Assads Generäle in der Annahme, sie hätten keine Strafverfolgung zu befürchten. Dasselbe galt für die Generäle von Slobodan Milošević und Radovan Karadžić, die in den neunziger Jahren in Bosnien ethnische Säuberungen und Völkermord betrieben."

    Der Vergleich zum Bosnienkrieg gelingt alleine schon nicht, weil Syrien nicht auf einzelnde Kleinstaaten basiert. Der Großteil der Syrischen Armee besteht aus Sunniten und diese würden wohl sofort Desertieren bei ethnischen Säuberungen.
    Wo bitte sehen die Verfasser auch nur den Hauch eines Völkermordes?

    "m diejenigen Völker zu schützen, deren Regierungen sie nicht schützen können oder wollen"

    Das RtP greift nur bei extremen Situationen, die mit dem Wegfallen der Souveränität eines Staates gleichkommen. Dies ist in Syrien noch nicht eingetreten.

    Kein Staat der Welt duldet auf seinem Territorium vom Ausland bewaffnete Rebellengruppen. Dann könnte er ja gleich einpacken.
    Was wir nun erleben ist, dass die NATO zwar mit heimlichen Waffenlieferungen den Krieg vorbereitet hat, durch die Niederlage im Sicherheitsrat politisch, und wegen Russland wohl auch praktisch, nicht so kann, wie sie will. Nun versucht man durch die Hintertür trotzdem eskalierend weiter zu machen.
    Typische Krokodilstränen

    unter Säuberung? Nach verschiedenen Medien befinden sich in Bab Amr noch 4.000 Zivilisten und es sind aus dem nRaum ca. 1.500 Rebellen geflüchtet. Absolut legitimes Angriffsziel der Armee.

    Zum Bericht:

    "um einen Volksaufstand zu unterstützen"

    Absolut Bürgerkriegsrechtswidrig. Sich auf eine Seite zu schlagen ist verboten.

    "Ihre Befehle, auf unbewaffnete Demonstranten und Oppositionelle zu schießen, erteilen Assads Generäle in der Annahme, sie hätten keine Strafverfolgung zu befürchten. Dasselbe galt für die Generäle von Slobodan Milošević und Radovan Karadžić, die in den neunziger Jahren in Bosnien ethnische Säuberungen und Völkermord betrieben."

    Der Vergleich zum Bosnienkrieg gelingt alleine schon nicht, weil Syrien nicht auf einzelnde Kleinstaaten basiert. Der Großteil der Syrischen Armee besteht aus Sunniten und diese würden wohl sofort Desertieren bei ethnischen Säuberungen.
    Wo bitte sehen die Verfasser auch nur den Hauch eines Völkermordes?

    "m diejenigen Völker zu schützen, deren Regierungen sie nicht schützen können oder wollen"

    Das RtP greift nur bei extremen Situationen, die mit dem Wegfallen der Souveränität eines Staates gleichkommen. Dies ist in Syrien noch nicht eingetreten.

    • bugme
    • 02.03.2012 um 15:53 Uhr

    Die Parallelen zum Jogoslawienkrieg und speziell dem Bosnienkrieg sind in der Tat frappierend. Damals wie heute stehen sich verfeindete ethnische Gruppen gegenüber und damals wie heute ist der Westen mehr als zögerlich in seinen Reaktionen auf Säuberungen und Massaker.
    Eine weitere Parallele ist allerdings auch die Geopolitische Bedeutungslosigkeit. Daher keine Intervention aus der EU oder den USA.
    Es wird wieder eine Stadt geopfert werden müssen bevor der Westen begreift, dass er sich einmischen muss.
    Anscheinend hat man nichts aus dem Bosnienkrieg gelernt.

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    Von welchen verfeindeten ethnischen Gruppen reden Sie?
    Sprechen Sie über Syrien?

    • bugme
    • 02.03.2012 um 18:07 Uhr

    den Schiiten, Sunniten, Drusen usw. In Syrien bilden die religiösen Unterschiede quasi-ethnische Abgrenzungen. Zusammen mit den Kurden, Beduinen und verschiedenen anderen Minderheiten.
    Zusammen mit den Clanstrukturen herrschen da schon einige Spannungen zwischen den Gruppen.

    Haben sie und der autor n icht verstanden das es oohne China und Russlanf keine UN-Resulution geben wird ?

    Ein versorgen mit waffen und berfligen eines Landes mit Militärischen Flugzeugen iaat immer noch einen Kriegserklärung.

    Sie wollen also Syrien den Krieg erklären und als erstes mal das Kriegsrecht brechen in den sie den Krieg nicht offen verkünden sonder einfach entscheiden was ein Krieg ist und was nicht ?

    Es ist schön zu fordern das man helfen soll, aber ohne UN-Mandat ist das Bewaffnen von Zivilisten die sich gegen einen staat erheben nun mal ein Kriegsakt, genau so wie das überfligen eines Landes ohne dessen Zustimmung.

    Daran änder auch nichts eine Andere REgirung anzuerkennen. Solande Assay von der UN Vollversamlung nicht als Syrische Regirung aberkannt wird gilt immer noch er als Rechtsvertreter

    Wenn sei helfen wollen sollte man villeicht mit russland und China den Dialog suchen sich für Lybien entschuldigen und sie so zu einer Resolution bewegen auch wenn man ein bisschen Politisches Ansehen dabei verliert.

    • sibeur
    • 02.03.2012 um 21:12 Uhr

    Und was ich immer nicht verstehe, ist wieso die NATO bei slawischen Ländern so aggressiv zu Werke geht, während man bei muslimischen Ländern 5 Gänge zurück schaltet. Was die NATO mit Serbien gemacht hat, würde Sie mit Afghanistan wohl nie trauen. Serben sind aber Slawen. Die verüben keine Terroranschläge. Bei denen darf man sich alles erlauben. Das zeigt natürlich für die anderen, wie man gegen die NATO kämpfen muss.

    Von welchen verfeindeten ethnischen Gruppen reden Sie?
    Sprechen Sie über Syrien?

    • bugme
    • 02.03.2012 um 18:07 Uhr

    den Schiiten, Sunniten, Drusen usw. In Syrien bilden die religiösen Unterschiede quasi-ethnische Abgrenzungen. Zusammen mit den Kurden, Beduinen und verschiedenen anderen Minderheiten.
    Zusammen mit den Clanstrukturen herrschen da schon einige Spannungen zwischen den Gruppen.

    Haben sie und der autor n icht verstanden das es oohne China und Russlanf keine UN-Resulution geben wird ?

    Ein versorgen mit waffen und berfligen eines Landes mit Militärischen Flugzeugen iaat immer noch einen Kriegserklärung.

    Sie wollen also Syrien den Krieg erklären und als erstes mal das Kriegsrecht brechen in den sie den Krieg nicht offen verkünden sonder einfach entscheiden was ein Krieg ist und was nicht ?

    Es ist schön zu fordern das man helfen soll, aber ohne UN-Mandat ist das Bewaffnen von Zivilisten die sich gegen einen staat erheben nun mal ein Kriegsakt, genau so wie das überfligen eines Landes ohne dessen Zustimmung.

    Daran änder auch nichts eine Andere REgirung anzuerkennen. Solande Assay von der UN Vollversamlung nicht als Syrische Regirung aberkannt wird gilt immer noch er als Rechtsvertreter

    Wenn sei helfen wollen sollte man villeicht mit russland und China den Dialog suchen sich für Lybien entschuldigen und sie so zu einer Resolution bewegen auch wenn man ein bisschen Politisches Ansehen dabei verliert.

    • sibeur
    • 02.03.2012 um 21:12 Uhr

    Und was ich immer nicht verstehe, ist wieso die NATO bei slawischen Ländern so aggressiv zu Werke geht, während man bei muslimischen Ländern 5 Gänge zurück schaltet. Was die NATO mit Serbien gemacht hat, würde Sie mit Afghanistan wohl nie trauen. Serben sind aber Slawen. Die verüben keine Terroranschläge. Bei denen darf man sich alles erlauben. Das zeigt natürlich für die anderen, wie man gegen die NATO kämpfen muss.

  3. Gefährlicher Unfug, mehr kann man zu diesem Aufruf zum Bürgerkrieg nicht sagen. Der Vergleich mit Ex-Jugoslawien ist absurd, weil gar nicht das passende Völkergemisch vor Ort zu finden ist.
    Assad steht kurz davor, den einzigen ernsthaften Unruheherd Homs zu befrieden. Weitere Kämpfe sind dann nicht zu erwarten. Anders aber, wenn der Westen jetzt auch öffentlich Waffen in den Konflikt drücken würde. Dann wäre das Gemetzel für die nächsten Jahre sicher. Leittragender Nr.1: Die Zivilbevölkerung. So war es in Libyen, und eine Wiederholung von diesem Desaster braucht die Welt nicht.
    Der Westen sollte sich nach der diplomtischen Niederlage im Sicherheitsrat raushalten! Wir haben in Syrien nichts verloren.

    49 Leser-Empfehlungen
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    Was verstehen Sie unter "Befrieden"? Soll es darum gehen, alle Regimekritiker umzubringen oder einzusperren und gern auch zu foltern? Sind Menschenrechte ein Luxus, der den Syrern nicht zusteht? Natürlich ist Bürgerkrieg schlimm, aber wieder einfach zuzuschauen, wie ein skrupelloser Diktator große Teile seines Volkes abschlachtet ist auch nicht schön.

    Dass - wie in Libyen - die Intervention nicht immer das gewünschte Ergebnis zeitigt, ist natürlich auch wahr. Aber deswegen einfach nichts zu tun ist unethisch.

    • bugme
    • 02.03.2012 um 16:02 Uhr

    Das Gemetzel läuft dort bereits, dazu ruft niemand auf!Und die Zivilbevölkerung leidet bereits.
    Woher wollen sie eigentlich wissen, dass Homs die letzte Stadt sein wird, die sich gegen Assad auflehnt?
    Wäre man nach dieser Logik 1992 in Bosnien verfahren, es wäre wohl nichts vom Land und der muslimischen Bevölkerung übrig.

    • kai1
    • 02.03.2012 um 16:51 Uhr

    Ist es nur Zynismus, wenn Sie angesichts des Gemetzels, das Assad anrichtet, von "Befrieden" reden oder ist es schon gemeingefährliche Naivität? Immerhin ist das Wort mit dem Begriff "Frieden" verwandt und dieser Begriff ist nicht nur in Deutschland höchst positiv konnotiert.
    Nach der "Befriedung" ist alles wieder im Lot, abgesehen davon, dass dann die Verhaftungswellen anrollen und die letzte Opposition "friedlich" (mund)tot gemacht wird. Die Vorstellung hat etwas, all diejenigen, die in den Tenor Ihrer Argumentation einstimmen, mit dem Fallschirm inmitten einer solchen "Befriedungsaktion" der syrischen Armee abzusetzen. Vielleicht leben sie dann lange genug, um Ihre Argumente den Opfern persönlich ins Gesicht zu schleudern.
    Es geht in Syrien nicht um eine Intervention von außen mit massiven Truppenkontingenten und es ist auch völlig gleichgültig, ob das Land ethnisch homogen ist oder so zersplittert wie Ex-Jugoslawien, sondern es geht darum, durch Waffenlieferungen (und evtl. Ausbildungshilfe) annähernd so etwas wie Waffengleichheit zwischen den Rebellen und den Sicherheitskräften des Regimes herzustellen.
    Was ist das ständige Friedensgerede und das Menschenrechtsgesäusel in Deutschland eigentlich (noch) wert, wenn all die Besorgten und Friedensbewegten den Schwanz einziehen, sobald es um mehr geht als kerzen- und händchenhaltenden Ringelpietz und ohnmächtige Friedensgebete?

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/jz

    Sie meinen die Bewohner der Stadt müssen geopfert werden damit Ruhe einkehrt. Das was ich zur Ihnen sagen möchte würde zurecht von Redaktion Zensiert werden. Deshalb lasse ich es.

    Was verstehen Sie unter "Befrieden"? Soll es darum gehen, alle Regimekritiker umzubringen oder einzusperren und gern auch zu foltern? Sind Menschenrechte ein Luxus, der den Syrern nicht zusteht? Natürlich ist Bürgerkrieg schlimm, aber wieder einfach zuzuschauen, wie ein skrupelloser Diktator große Teile seines Volkes abschlachtet ist auch nicht schön.

    Dass - wie in Libyen - die Intervention nicht immer das gewünschte Ergebnis zeitigt, ist natürlich auch wahr. Aber deswegen einfach nichts zu tun ist unethisch.

    • bugme
    • 02.03.2012 um 16:02 Uhr

    Das Gemetzel läuft dort bereits, dazu ruft niemand auf!Und die Zivilbevölkerung leidet bereits.
    Woher wollen sie eigentlich wissen, dass Homs die letzte Stadt sein wird, die sich gegen Assad auflehnt?
    Wäre man nach dieser Logik 1992 in Bosnien verfahren, es wäre wohl nichts vom Land und der muslimischen Bevölkerung übrig.

    • kai1
    • 02.03.2012 um 16:51 Uhr

    Ist es nur Zynismus, wenn Sie angesichts des Gemetzels, das Assad anrichtet, von "Befrieden" reden oder ist es schon gemeingefährliche Naivität? Immerhin ist das Wort mit dem Begriff "Frieden" verwandt und dieser Begriff ist nicht nur in Deutschland höchst positiv konnotiert.
    Nach der "Befriedung" ist alles wieder im Lot, abgesehen davon, dass dann die Verhaftungswellen anrollen und die letzte Opposition "friedlich" (mund)tot gemacht wird. Die Vorstellung hat etwas, all diejenigen, die in den Tenor Ihrer Argumentation einstimmen, mit dem Fallschirm inmitten einer solchen "Befriedungsaktion" der syrischen Armee abzusetzen. Vielleicht leben sie dann lange genug, um Ihre Argumente den Opfern persönlich ins Gesicht zu schleudern.
    Es geht in Syrien nicht um eine Intervention von außen mit massiven Truppenkontingenten und es ist auch völlig gleichgültig, ob das Land ethnisch homogen ist oder so zersplittert wie Ex-Jugoslawien, sondern es geht darum, durch Waffenlieferungen (und evtl. Ausbildungshilfe) annähernd so etwas wie Waffengleichheit zwischen den Rebellen und den Sicherheitskräften des Regimes herzustellen.
    Was ist das ständige Friedensgerede und das Menschenrechtsgesäusel in Deutschland eigentlich (noch) wert, wenn all die Besorgten und Friedensbewegten den Schwanz einziehen, sobald es um mehr geht als kerzen- und händchenhaltenden Ringelpietz und ohnmächtige Friedensgebete?

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/jz

    Sie meinen die Bewohner der Stadt müssen geopfert werden damit Ruhe einkehrt. Das was ich zur Ihnen sagen möchte würde zurecht von Redaktion Zensiert werden. Deshalb lasse ich es.

    • BerndL
    • 02.03.2012 um 15:57 Uhr

    Man braucht doch nur die 2 Artikel auf ZO zu lesen, um zu sehen, was für Leute in Libyen an die Macht gebombt wurden.

    Nochmal zur Information für die beiden Autoren:
    In L gab es einen BÜRGERKRIEG, kein Revolution, und in Syrien ist das auch so. Einseitige Waffenlieferungen in Bürgerkriege sind abzulehnen. D sollte klug genug sein, sich dort herauszuhalten.

    Der Vergleich mit Sebrenica ist unredlich- er soll einfach Emotionen und Schuldgefühle wecken.
    Was ist mit den Folterungen und Massakern an Gaddafileuten im "befreiten" Libyen?

    43 Leser-Empfehlungen
    • Krips
    • 02.03.2012 um 15:57 Uhr

    Mal angenommen, in Syrien würde die Opposition Assad und seine Blutsäufer wegfegen und ein Regime errichten, das sich den Menschenrechten verpflichtet fühlt. Wohin würde würde die CIA denn dann ihre "Terrorverdächtigen" zur "Befragung" ausfliegen (... und wir dabei äußerst bemüht wegsehen)?

    Darüber auch mal nachgedacht?

    (Wer in obigem Beitrag Sarkasmus findet, darf ihn behalten!)

    2 Leser-Empfehlungen
    • tecnyc
    • 02.03.2012 um 16:02 Uhr

    Das westliche Bewaffnen von Widerstandsgruppierungen in islamischen Ländern führt häufig zu einem Öffnen der Büchse der Pandora. Bestes Beispiel ist Afghanistan. Dort hieß es während der sowjetischen Besatzung unter anderem auch, man solle den afghanischen Widerstand bewaffnen. Die Folgen kennen wir alle. Heute wird der Westen dafür aufs Schärfste verurteilt.
    Egal was man in den islamischen Ländern macht, man macht es falsch.

    16 Leser-Empfehlungen
  4. Was verstehen Sie unter "Befrieden"? Soll es darum gehen, alle Regimekritiker umzubringen oder einzusperren und gern auch zu foltern? Sind Menschenrechte ein Luxus, der den Syrern nicht zusteht? Natürlich ist Bürgerkrieg schlimm, aber wieder einfach zuzuschauen, wie ein skrupelloser Diktator große Teile seines Volkes abschlachtet ist auch nicht schön.

    Dass - wie in Libyen - die Intervention nicht immer das gewünschte Ergebnis zeitigt, ist natürlich auch wahr. Aber deswegen einfach nichts zu tun ist unethisch.

    5 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Aufruf zum Gemetzel"
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    • Bashu
    • 02.03.2012 um 17:34 Uhr

    Waffen aus dem Westen an die Rebellen, Waffen aus China/Russland an Assad, das ist die totale Eskalation und wird das sprengen, was wir in Lybien gesehen haben.

    Warum schreit denn keiner der Interventionsfreunde hier danach, etwa mittels Blauhelmtruppen einen WAFFENSTILLSTAND zu erzwingen? Die beiden Parteien an einen Tisch setzen. Assad hat Reformen eingeleitet, die gehen der Opposition nicht weit genug, aber sie schaffen eine Verhandlungsbasis.

    Aber nee, nur schön Öl ins Feuer gießen, dann kommt 2012 zumindest keine Langweile abends beim Fernsehen auf.

    • Bashu
    • 02.03.2012 um 17:34 Uhr

    Waffen aus dem Westen an die Rebellen, Waffen aus China/Russland an Assad, das ist die totale Eskalation und wird das sprengen, was wir in Lybien gesehen haben.

    Warum schreit denn keiner der Interventionsfreunde hier danach, etwa mittels Blauhelmtruppen einen WAFFENSTILLSTAND zu erzwingen? Die beiden Parteien an einen Tisch setzen. Assad hat Reformen eingeleitet, die gehen der Opposition nicht weit genug, aber sie schaffen eine Verhandlungsbasis.

    Aber nee, nur schön Öl ins Feuer gießen, dann kommt 2012 zumindest keine Langweile abends beim Fernsehen auf.

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