SolarenergieBrüder, zur Sonne, zur Neuheit!
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Eine verlorene Schlacht

Manuel Frondel vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung streitet gegen die Förderung der Photovoltaikindustrie durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Es sei, sagt Frondel, wie bei einem Alkoholiker: Je stärker er in die Suchtabhängigkeit gerate, desto weniger gelinge es ihm, auf eigenen Beinen zu stehen. Viel zu lange habe sich die Regierung von der Solarlobby an der Nase herumführen lassen. »Die jetzige Konsequenz der Minister wäre schon vor drei Jahren überfällig gewesen«, sagt Frondel. Tatsächlich ist die Photovoltaikindustrie schneller gewachsen, als der Markt es vertrug. Die weltweite Produktion von Solarzellen überstieg 2011 die Nachfrage um das Doppelte.

Voigt sagt, als er Solon und Q-Cells im Jahre 2006 verließ, sei längst klar gewesen, dass die Asiaten den Markt übernehmen würden. »Das war in meiner Jugend genauso, da hießen die Motorräder plötzlich Yamaha. Ich wusste, die Chinesen blasen uns weg.«

Zunächst sah es aber nicht danach aus, denn noch 2008 erwirtschaftete Solon eine knappe Milliarde Euro Umsatz, der Aktienkurs stieg bis auf 55 Euro. Die Investoren waren glücklich, alle sprachen vom Boom der Sonnentechnik. Heute bewahrheitet sich Voigts Ahnung. Dem Bundesverband Solarwirtschaft zufolge kommen 70 Prozent der in Deutschland verbauten Solarmodule aus China.

Vielen deutschen Herstellern passt das nicht. Ihr Sprachrohr ist Frank Asbeck, Chef von SolarWorld, dessen Umsatz 2011 massiv eingebrochen ist. Die chinesischen Produkte, betont Asbeck, seien nicht so hochwertig wie die aus Deutschland. »Sie setzen auf Masse, nicht auf Klasse«, sagt er. Teilweise würden die Anlagen und Module in Fernost »noch händisch hergestellt – da gibt es sogar Menschen, die löten selbst!« Asbeck ist überzeugt, dass »in China die Nutzung der Sonne monopolisiert wird«. Der chinesischen Regierung wirft er vor, über unfaire Handelspraktiken und Subventionen den Wettbewerb bei Solarmodulen zu verzerren. Bei der Europäischen Kommission in Brüssel möchte SolarWorld eine Antidumpingbeschwerde einreichen.

Asbecks Kritiker glauben nicht, dass europäische Instanzen den deutschen Solarfirmen zurückgeben können, was ihnen die Chinesen genommen haben. Statt auf endlose Subventionen zu vertrauen, hätten sie mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren müssen.

Aber das ist eine verlorene Schlacht, meint Voigt. Aus ihm, dem langhaarigen Öko, der zwei Jahre lang im Baumhaus lebte, um gegen die Frankfurter Startbahn West zu demonstrieren, ist ein Unternehmer geworden, der im braunen Bentley durch Berlin fährt. Dabei hat Voigt ganz genaue Vorstellungen davon, wie das mit der Energiewende zu laufen habe. Eine kulturelle Aufgabe sei das, sagt er, von der man die Menschen überzeugen müsse. Deswegen, sagt Voigt, sitze er auch 200 Tage im Jahr im Flugzeug. Das sei kein Widerspruch, sondern eine grüne Missionsreise.

Es stimme ja, dass der schnelle Ausbau von Sonnen- und Windkraftanlagen die Stromnetze belaste, weil die Einspeisung stark schwankt. Zu wenig Sonne und Wind sind schlecht, zu viel aber auch. Also, sagt Voigt, müsse man die Energie dort erzeugen, wo sie gebraucht wird. Und den überschüssigen Strom aus guten Tagen speichern. Ganz dezentral, ohne die großen Energiekonzerne. Zum Beispiel bei sich daheim. Im Keller.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leserkommentare
  1. "Die große deutsche Solarfirma Solon ist pleite, der Solarzellenhersteller Q-Cells hat sich an seine Gläubiger verkauft. Selbst Siemens musste Abschreibungen in der Sonnenenergiesparte hinnehmen."
    Warum wohl? Weil die am Markt erzielbaren Preise dank internationalen (Chin.) Wettbewerbs am Fallen sind. Und das ist gut so. Photovoltaik muss so günstig werden, dass jeder
    Normalo sie sich leisten kann. Es ist nicht einzusehen, dass
    jeder Stromkunde die hohen Subventionen über den hohen Strompreis finanziert. Werden die Subventionen gestrichen, sind die Hersteller im Druck, gute Ware preisgünstig anzubieten.

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    Wir subventionieren aber nicht nur Solarstrom!
    Wenn wir diese abschaffen, dann alle Subventionen von allen Energiesparten. Nur ,wer kann sich dann noch Energie leisten? Wir müßten auch die Subventionen für die Riesen Energieverbraucher killen und nicht erlauben, daß diese einen Vorzugspreis erhalten und der Energiesparer deren Zeche zahlt! Was passiert mit den Arbeitsplätzen in der z.B. Eisenschmelze?

    • umzu
    • 04.03.2012 um 9:29 Uhr

    Wenn gegen alle Subventinen so geätzt würde, wie gegen die Solarsubventionen, dann hätten wir wohl bald einen ausgeglichenen Haushalt. Wie wäre es zum Beispiel mit den künstlich hochgehaltenen Medikamentenpreisen. Diesbezüglich sind viel weniger Arbeitsplätze betroffen aber die darüber ausgeübte Subvention ist ungleich teurer als die Solarindustrie. Oder mit der Ertragsgarantie für Apotheker. Oder wie wäre es mit den Agrarsubventionen oder der Steuerbefreiung von Flugzeugkraftstoff.

    • joG
    • 04.03.2012 um 11:59 Uhr

    ...etwas entspannter dran ging. Man war der Meinung, dass das Problem nur mit besserer Technologie zu akzeptablen Kosten lösbar wäre. Das war GWBs Maxime, auch wenn er ein sehr erfolgreiches Programm des Windenergieausbaus als Gouverneur in Texas installierte. Nun hat dankenswerter Weise das deutsche Subventionsprogramm die Technologie so weit vorangetrieben, dass Voltaik in manchen Regionen relativ wettbewerbsfähig ist. Das wäre auch so gekommen. Aber Dank dem deutschen Steuerzahler bzw Stromkäufer ging es flott.

    Wir subventionieren aber nicht nur Solarstrom!
    Wenn wir diese abschaffen, dann alle Subventionen von allen Energiesparten. Nur ,wer kann sich dann noch Energie leisten? Wir müßten auch die Subventionen für die Riesen Energieverbraucher killen und nicht erlauben, daß diese einen Vorzugspreis erhalten und der Energiesparer deren Zeche zahlt! Was passiert mit den Arbeitsplätzen in der z.B. Eisenschmelze?

    • umzu
    • 04.03.2012 um 9:29 Uhr

    Wenn gegen alle Subventinen so geätzt würde, wie gegen die Solarsubventionen, dann hätten wir wohl bald einen ausgeglichenen Haushalt. Wie wäre es zum Beispiel mit den künstlich hochgehaltenen Medikamentenpreisen. Diesbezüglich sind viel weniger Arbeitsplätze betroffen aber die darüber ausgeübte Subvention ist ungleich teurer als die Solarindustrie. Oder mit der Ertragsgarantie für Apotheker. Oder wie wäre es mit den Agrarsubventionen oder der Steuerbefreiung von Flugzeugkraftstoff.

    • joG
    • 04.03.2012 um 11:59 Uhr

    ...etwas entspannter dran ging. Man war der Meinung, dass das Problem nur mit besserer Technologie zu akzeptablen Kosten lösbar wäre. Das war GWBs Maxime, auch wenn er ein sehr erfolgreiches Programm des Windenergieausbaus als Gouverneur in Texas installierte. Nun hat dankenswerter Weise das deutsche Subventionsprogramm die Technologie so weit vorangetrieben, dass Voltaik in manchen Regionen relativ wettbewerbsfähig ist. Das wäre auch so gekommen. Aber Dank dem deutschen Steuerzahler bzw Stromkäufer ging es flott.

  2. "Aus ihm, dem langhaarigen Öko, der zwei Jahre lang im Baumhaus lebte, um gegen die Frankfurter Startbahn West zu demonstrieren, ist ein Unternehmer geworden, der im braunen Bentley durch Berlin fährt."

    Unvorstellbar, dass er zu seinen Baumhauszeiten einen Bentley gefahren hätte, diese "CO2-Schleuder".

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  3. der AKW´s verloren gingen, weinte niemand, und wenn jetzt die künstlichen Arbeitsplätze wegfallen ist das ein Beitrag zur Vernunft. Die Frage ist, wer entsorgt jetzt eigentlich den Sondermüll von den Dächern?

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    durch Abschaltung der AKWs verloren hätte.

    Dabei handelt es sich wieder um ein aus der Luft gegriffenes Blabla-Argument, um die zukünftigen Energieformen zu diskreditieren

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie hier das Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk

    Sind Sie auch so einer, der mit diesen Traumargumenten arbeitet? Es gibt keinen Sondermüll, wenn man von amerikanischen FirstSolar-Modulen absieht. Heißt natürlich auch nicht, dass man Module im Wald abladen sollte.

    Aber um Argumente ging es Ihnen ja nicht.

    Die Frage ist, wer entsorgt jetzt eigentlich den Sondermüll von den Dächern?
    Auf welchem Dach wird denn Atommüll gelagert?

    durch Abschaltung der AKWs verloren hätte.

    Dabei handelt es sich wieder um ein aus der Luft gegriffenes Blabla-Argument, um die zukünftigen Energieformen zu diskreditieren

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie hier das Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk

    Sind Sie auch so einer, der mit diesen Traumargumenten arbeitet? Es gibt keinen Sondermüll, wenn man von amerikanischen FirstSolar-Modulen absieht. Heißt natürlich auch nicht, dass man Module im Wald abladen sollte.

    Aber um Argumente ging es Ihnen ja nicht.

    Die Frage ist, wer entsorgt jetzt eigentlich den Sondermüll von den Dächern?
    Auf welchem Dach wird denn Atommüll gelagert?

  4. durch Abschaltung der AKWs verloren hätte.

    Dabei handelt es sich wieder um ein aus der Luft gegriffenes Blabla-Argument, um die zukünftigen Energieformen zu diskreditieren

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    gearbeitet und in den Zulieferbetrieben. Herr Trittin hat ja sogar eine Abschaltparty auf Staatskosten gegeben.
    http://www.focus.de/polit...

    gearbeitet und in den Zulieferbetrieben. Herr Trittin hat ja sogar eine Abschaltparty auf Staatskosten gegeben.
    http://www.focus.de/polit...

  5. Entfernt. Bitte diskutieren Sie hier das Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk

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    Gegenfrage: Ist das Recht auf Unantastbarkeit der Menschenwürde mit Ihrem Nick vereinbar oder handelt es sich dabei nur um einen Fall von egozentrischer Situationslogik?

    Gegenfrage: Ist das Recht auf Unantastbarkeit der Menschenwürde mit Ihrem Nick vereinbar oder handelt es sich dabei nur um einen Fall von egozentrischer Situationslogik?

  6. gearbeitet und in den Zulieferbetrieben. Herr Trittin hat ja sogar eine Abschaltparty auf Staatskosten gegeben.
    http://www.focus.de/polit...

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    Stilllegung weiter an dem abbau dieser Anlagen! Schauen Sie nach Greifswald!

    Stilllegung weiter an dem abbau dieser Anlagen! Schauen Sie nach Greifswald!

  7. Es ist doch absurd, dass Steuergelder künstlich versuchen, Industrien am Leben zu erhalten. Die Solarlobby ähnelt schon der Landwirtschaft. Anscheinend ist sie auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig - und dann ist es für die Energiewende besser, dass der Staat dies nicht subventioniert. Die Subventionen erhalten einige wenige - und alle müssen sie bezahlen. Wird die FDP schon wieder umfallen?

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    Es ist doch absurd, dass Steuergelder künstlich versuchen, Industrien am Leben zu erhalten. [...]Die Subventionen erhalten einige wenige - und alle müssen sie bezahlen.

    Sie meinen bestimmt die 5 Milliarden Euro für die Abwrackprämie.

    Es ist doch absurd, dass Steuergelder künstlich versuchen, Industrien am Leben zu erhalten. [...]Die Subventionen erhalten einige wenige - und alle müssen sie bezahlen.

    Sie meinen bestimmt die 5 Milliarden Euro für die Abwrackprämie.

    • Glik
    • 04.03.2012 um 9:22 Uhr

    Zwar ist die Grundidee Solar als Energieergänzung! nicht verkehrt, aber in Summe ist es ein Rennen in die falsche Richtung, die uns langfristig ökonomisch und ökologisch ins Nirvana führt.

    Wir müssen Techniken entwickeln, die uns die grossen Energiemengen liefern, die wir tatsächlich verbrauchen. Da nützen die dreikommanochwas Prozent Solar gar nichts (die genannte Zahl 20 ist beim genaueren Nachdenken sowieso Augenwischerei). Und wir müssen vom Verheizen der fossilen Energieträger weg!

    Die 'Energiewende' mit Wind und Solar ist da ein fürcherlicher Holzweg, der die Weiterentwicklung wichtiger Technik behindert, die eigentlich schon exisitiert. Nur findet das Ganze jetzt ohne uns im Ausland statt.

    Dass uns China in Mengen die billigen Solarelemente liefert ist sogesehen ein doppelt genialer Schachzug: Wir zahlen kräftig für Technik, die uns langfristig ins Abseits schiebt. Echt clever!

    Und: Für eine "Wende der Wende" ists inzwischen fast ein wenig spät. Auch die Energiefachleute sind schon abgewandert.

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    • umzu
    • 04.03.2012 um 9:41 Uhr

    In dem stand nämlich, dass nun darüber nachgedacht wird, wie wir die großen Mengen Energie, die asynchron zum Verbrauch entstehen zwischenspeichern können. Das ist doch richtig. Wieso kommen sie auf die Idee, dass das ein Holzweg ist, obwohl wir ihn gerade mal 10 Jahre beschritten haben. Schauen Sie sich die Fissionsforschung an. Dort werden seit Jahrzehnten Unsummen investiert und es ist noch keine einzige Kilowattstunde bei herausgekommen (und es wird auch noch Jahrzehnte dauern, wie selbst die Befürworter sagen). Meines Erachtens läuft hier ein Beispiel für gute Industriepolitik:
    1. um einen eingefahrenen Weg zu verlassen, wird ein künstlicher Bedarf erzeugt
    2. auf diesen Bedarf reagiert die Industrie mit dem Aufbau von Kapazitäten
    3. die entstehenden Energiemengen führen zu neuen Problemen (Speicherung), die aber allein aufgrund der großen Mengen als ernstzunehmendes Problem angegangen werden müssen.
    4. Parallel dazu wird verlässlich die Subvention heruntergefahren (im Gegensatz zu vielen anderen Subventionen in anderen Wirtschaftsbereichen).

    Der Artikel beleuchtet dieses Vorgehen sehr gut. Ohne einen solchen Anreiz wären Sie nicht beizeiten in eine neue Richtung gestartet, weil das Oligopol aus Energiekonzernen gar kein Interesse an der Änderung des Status quo hat.
    Anderes Beispiel: wie führt man einen alternativen Kraftstoff ein? Wenn keine Autos den Kraftstoff nutzen, braucht keiner die Tankstelle, wenn es keine Tankstellen gibt, kauft keiner so ein Auto.

    ..dass im Zusammenhang mit Photovoltaik von einer ökonomisch unsinnigen Technologie gesprochen wird, um dann bei der Atomenergie das Gegenteil zu behaupten. Die Produktion von Atomstrom ist ein klassischer Fall von monopolistischer- bzw. oligopoler Produktionsstruktur: sehr hohe Fixkosten -> nur wenige Anbieter. Genau so ist es ja in D und fast überall sonst auf der Welt. Im Monopol/Oligopol ist der Preis für das Gut (hier: (Atom-)Strom) aber zu hoch. Es besteht kein Wettbewerb zwischen vielen Anbietern. So weit so schlecht. Bei Photovoltaik ist es nun so, dass es die Möglichkeit gibt, dass sehr viele Anbieter in den Markt eintreten (wie in D der Fall), da die Eintrittshürde hoher Fixkosten nicht besteht. Langfristig wird dies nun gerade dazu führen, dass der Strompreis für alle sinkt, denn Wettbewerb erzeugt Preisdruck. Die Frage ist nun, wann dieser Effekt eintritt - vlt. in 10 Jahren, vlt. auch erst viel später. Das hängt sicherlich davon ab wie schnell die Produktionskosten für diese Technologie weiter fallen und wie schnell parallel dazu die Einspeisevergütung sinken bzw. im Endeffekt ganz wegfallen kann. Auch ist der heutige Strompreisbildungsprozess hierrauf noch gar nicht ausgelegt.

    Am Ende werden wir aber durch die heutigen Investitionen den nachfolgenden Generationen (vlt. noch uns) einen Strommarkt hinterlassen, der diese mit preiswerterem Strom als im heutigen Oligopolmarkt versorgt. Welche alternativen Technologien die besten sind, ist natürlich diskutierbar.

    • umzu
    • 04.03.2012 um 9:41 Uhr

    In dem stand nämlich, dass nun darüber nachgedacht wird, wie wir die großen Mengen Energie, die asynchron zum Verbrauch entstehen zwischenspeichern können. Das ist doch richtig. Wieso kommen sie auf die Idee, dass das ein Holzweg ist, obwohl wir ihn gerade mal 10 Jahre beschritten haben. Schauen Sie sich die Fissionsforschung an. Dort werden seit Jahrzehnten Unsummen investiert und es ist noch keine einzige Kilowattstunde bei herausgekommen (und es wird auch noch Jahrzehnte dauern, wie selbst die Befürworter sagen). Meines Erachtens läuft hier ein Beispiel für gute Industriepolitik:
    1. um einen eingefahrenen Weg zu verlassen, wird ein künstlicher Bedarf erzeugt
    2. auf diesen Bedarf reagiert die Industrie mit dem Aufbau von Kapazitäten
    3. die entstehenden Energiemengen führen zu neuen Problemen (Speicherung), die aber allein aufgrund der großen Mengen als ernstzunehmendes Problem angegangen werden müssen.
    4. Parallel dazu wird verlässlich die Subvention heruntergefahren (im Gegensatz zu vielen anderen Subventionen in anderen Wirtschaftsbereichen).

    Der Artikel beleuchtet dieses Vorgehen sehr gut. Ohne einen solchen Anreiz wären Sie nicht beizeiten in eine neue Richtung gestartet, weil das Oligopol aus Energiekonzernen gar kein Interesse an der Änderung des Status quo hat.
    Anderes Beispiel: wie führt man einen alternativen Kraftstoff ein? Wenn keine Autos den Kraftstoff nutzen, braucht keiner die Tankstelle, wenn es keine Tankstellen gibt, kauft keiner so ein Auto.

    ..dass im Zusammenhang mit Photovoltaik von einer ökonomisch unsinnigen Technologie gesprochen wird, um dann bei der Atomenergie das Gegenteil zu behaupten. Die Produktion von Atomstrom ist ein klassischer Fall von monopolistischer- bzw. oligopoler Produktionsstruktur: sehr hohe Fixkosten -> nur wenige Anbieter. Genau so ist es ja in D und fast überall sonst auf der Welt. Im Monopol/Oligopol ist der Preis für das Gut (hier: (Atom-)Strom) aber zu hoch. Es besteht kein Wettbewerb zwischen vielen Anbietern. So weit so schlecht. Bei Photovoltaik ist es nun so, dass es die Möglichkeit gibt, dass sehr viele Anbieter in den Markt eintreten (wie in D der Fall), da die Eintrittshürde hoher Fixkosten nicht besteht. Langfristig wird dies nun gerade dazu führen, dass der Strompreis für alle sinkt, denn Wettbewerb erzeugt Preisdruck. Die Frage ist nun, wann dieser Effekt eintritt - vlt. in 10 Jahren, vlt. auch erst viel später. Das hängt sicherlich davon ab wie schnell die Produktionskosten für diese Technologie weiter fallen und wie schnell parallel dazu die Einspeisevergütung sinken bzw. im Endeffekt ganz wegfallen kann. Auch ist der heutige Strompreisbildungsprozess hierrauf noch gar nicht ausgelegt.

    Am Ende werden wir aber durch die heutigen Investitionen den nachfolgenden Generationen (vlt. noch uns) einen Strommarkt hinterlassen, der diese mit preiswerterem Strom als im heutigen Oligopolmarkt versorgt. Welche alternativen Technologien die besten sind, ist natürlich diskutierbar.

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