Stimmt's?Haben die Kulturrevolutionäre die Ampelfarben vertauscht?

…fragt Bernhard Klingseis aus Regensburg. von 

Die Legende sagt, während der chinesischen Kulturrevolution in den 1960er Jahren seien vorübergehend die Verkehrsregeln geändert worden. Weil Rot die Farbe des Kommunismus ist, habe man bei Rot fahren und bei Grün halten müssen. Meist wird dann noch angefügt, dass die Sache wegen der vielen Unfälle wieder aufgegeben worden sei.

Mal abgesehen davon, dass es zu dieser Zeit in China praktisch keine privaten Autos gab und die Ampeln wohl hauptsächlich den Fahrrad- und Busverkehr regelten: Eine solche Bestimmung hat es nie gegeben. Während der Kulturrevolution galten Gesetze in China ohnehin nicht viel – die von Mao entfesselten Roten Garden übten Selbstjustiz im ganzen Land. Sie wetterten gegen die hergebrachten Sitten, die alte Kultur und alte Gewohnheiten, und so kam es wohl tatsächlich vor, dass die aufgeputschten, meist jugendlichen Massen sich an Straßenampeln aufstellten und die Fahrer zwangen, bei Rot zu fahren und bei Grün anzuhalten.

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In dem Buch China’s Cultural Revolution, 1966–1969 von Michael Schoenhals erzählt ein ehemaliger Rotgardist, es sei schließlich der gemäßigte Premierminister Tschou En-lai gewesen, der die revolutionäre Schnapsidee verhindert habe. Demnach führte Tschou in einem Treffen mit den Roten Garden zunächst aus, dass das rote Licht besser zu sehen sei als das grüne. "Können wir uns darauf einigen, dass das rote Licht das Licht der Revolution ist", fuhr er dann fort, "das die Sicherheit aller revolutionären Aktivitäten garantiert?" Da konnten die Roten Garden nur noch zustimmen. "Dann sind wir uns ja einig", lachte Tschou unter dem Jubel der Revolutionäre.

Stimmt's?

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Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oderstimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv:www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
  1. Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang aufdrängt, ist die, ob das Gerücht stimmt, dass während der Kulturrevolution in China wohl auch schon mal ein Sack Reis umgefallen ist.

  2. Zuerst steht da
    "Eine solche Bestimmung hat es nie gegeben."
    Und weil man anscheinend keine Ahnung hat aber trotzdem was schreiben möchte folgt dann
    "und so kam es wohl tatsächlich vor, dass die aufgeputschten, meist jugendlichen Massen sich an Straßenampeln aufstellten und die Fahrer zwangen, bei Rot zu fahren und bei Grün anzuhalten."

    Was denn nun?
    Wie kann man schreiben das es das nie gab und im nächsten Satz dann einräumen das es "wohl" doch gegeben hat.
    Das sich sogar Premierminister Tschou En-lai damit beschäftigt hat, mit etwas was es nie gegeben hat?

    Also gab es das sehr wohl es war eben nur nicht offiziell. Sehr widersinnig geschrieben.

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    @2
    Wo ist der Widerspruch?
    Es wird doch gefragt, ob die Regeln offiziel geändert wurden.
    Wenn Menschen sich da hinstellen und durch Massenanwesenheit einen Eingriff in den Verkehr erwirken, hat das mit einer Gesetzesänderung seitens der Regierung wenig zu tun.
    Dazu wird erwähnt, daß diese Massen Selbstjustiz gehandelt haben.

    Also, wo ist denn diese offizielle Gesetzesänderung der Regierung?

  3. @2
    Wo ist der Widerspruch?
    Es wird doch gefragt, ob die Regeln offiziel geändert wurden.
    Wenn Menschen sich da hinstellen und durch Massenanwesenheit einen Eingriff in den Verkehr erwirken, hat das mit einer Gesetzesänderung seitens der Regierung wenig zu tun.
    Dazu wird erwähnt, daß diese Massen Selbstjustiz gehandelt haben.

    Also, wo ist denn diese offizielle Gesetzesänderung der Regierung?

    Antwort auf "Was? Nein dann Ja.??"
    • Slater
    • 05. März 2012 10:24 Uhr

    Gerüchte besagen, in Deutschland sei zur Zeit der
    Euro-Revolution in den 2010er-Jahren ein neuer Kaiser
    eingeführt worden

    eine solche Bestimmung hat es nie gegeben,
    für Politiker galten Gesetze oder zumindest Recht nach
    Menschenverstand in dieser Zeit aber ohnehin nicht viel,
    Vorteile wurden genommen und Pensionen zum 200fachen eines
    normalen Bürgers als 'angemessen' eingestrichen

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