Ein Jahr nach dem GAU : Experiment mit 60.000 Haushalten

Wann ist eine Rückkehr in die verstrahlten Gebiete möglich?
Die Präfektur Fukushima galt als Kornkammer Japans, bevor austretende radioaktive Strahlung das Gebiet verseuchte. Diese Reisfelder – hier bei einer Begehung durch Agrarbeamte im Mai 2011 – sind nach dem Beben und dem Tsunami ausgetrocknet. © Issei Kato/Reuters

Der Schrecken von Fukushima hat einen Namen: Cäsium. Die radioaktiven Partikel haften auf Straßen und Dächern, Bäumen und Böden. Sie kleben an Fensterscheiben und nisten in Mauerritzen. Und die meisten Flächen werden noch lange strahlen: Erst nach 30 Jahren ist die Aktivität von Cäsium-137 auf die Hälfte gesunken.

Aber schon in den nächsten zwei Jahren sollen die Menschen in ihre verstrahlte Heimat zurückkehren. So will es die japanische Regierung. Überall dort, wo eine Strahlenbelastung von weniger als 50 Millisievert pro Jahr gemessen wird, werden im Sommer Arbeiterkolonnen durchs Land ziehen. Sie sollen Straßen und Gebäude mit Hochdruckreinigern abspritzen und die Erde von Grünflächen abtragen. Das soll die jährliche Dosis auf 10 Millisievert senken – immer noch das Fünffache der natürlichen Strahlenbelastung.

Eine Herkulesaufgabe: Eine 27.000 Hektar große Fläche mit 60.000 Häusern muss geputzt werden. "Das ist ein großes Experiment", sagt Rolf Michel, ehemaliger Leiter der bundesdeutschen Strahlenschutzkommission. Bisher gibt es nur rudimentäre Erfahrungen mit einem solchen Großputz. In Tschernobyl ist die Sperrzone bis heute weitgehend unbewohnt, die 50.000-Einwohner-Stadt Prypjat, die von der Kernkraft lebte, wurde vollständig aufgegeben . Es habe Geld gefehlt, heißt es in einem Bericht des Tschernobyl-Forums .

In Japan sind die nötigen Mittel vorhanden: Aufträge im Volumen von 13 Milliarden US-Dollar hat die Regierung laut Medienberichten kürzlich an drei der größten Baufirmen des Landes vergeben. Bisher wurde die Dekontamination nur im kleinen Maßstab erprobt, etwa auf Schulhöfen in Fukushima-Stadt. Dort ließ sich die Strahlenbelastung durch gründliches Putzen fast auf null zurückfahren. "Städtische Gebiete können gut dekontaminiert werden", sagt Michel.

Je ländlicher die Gegend ist, desto schwieriger wird es allerdings: Die Bäume und Pflanzen haben das Cäsium aus der Luft gesogen, als die radioaktiven Wolken durch die Präfektur zogen. Jetzt kann man sie nur noch fällen. Eine illusorische Vorstellung in einer Region, die überwiegend bewaldet ist. Aussichtslos dürfte auch der Versuch sein, in absehbarer Zeit jene Regionen zu dekontaminieren, in denen die Strahlendosis gegenwärtig 50 Millisievert im Jahr übertrifft. Über 8.000 Hektar Ackerland, fast ein Zehntel der Fläche Berlins, sind so stark belastet. Das japanische Umweltministerium gibt zu, sie seien "schwierig" zu dekontaminieren. Darum sind sie von den aktuell geplanten Säuberungsaktionen ausgenommen.

Verlagsangebot

Lesen Sie weiter.

Noch mehr faszinierende Wissenschaftsthemen jetzt im digitalen ZEIT WISSEN-Abo.

Hier sichern

Kommentare

108 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

......

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie sinnvoll solche Aktionen sind, solange im Abklingbecken von Reaktor 4 unverbrauchte, neue MOX-Brennstäbe lagern.
Wenn dort die Kühlung ausfällt, wird eine vollkommen unkontrollierte Kettenreaktion unter freiem Himmel geben, mit Ausmaßen, die wir uns gar nicht vorstellen können. Eine geplante Plastikplane wird zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich helfen.

Vielleicht sollten die Verantwortlichen erst einmal die wirklich dringlichen Probleme angehen.

Sicher?

Das Abkling- bzw. Lagerbecken wird ja wohl keine kritische Anordnung sein, oder? Das wäre nämlich nicht zweckdienlich. Im Vergleich zum Kernreaktor selbst werden die Brennelemente mit großen Abständen zueinander in das Becken gehängt. Das führt dazu, dass der Neutronenfluß für eine Kritikalität nicht ausreicht.
Problematisch ist der Nachzerfall der Tochternukleide bei benützten Brennelementen. Der führt zu stetig fallender am Anfang erheblicher Wärmefreisetzung, was eine mehrjährige Nachkühlung erforderlich macht, danach können sie prinzipiell trocken gehandhabt und gelagert werden. Wasser wird dann in der Hauptsache zur Abschirmung der Strahlung bei Umladevorgängen eingesetzt.
Einfach mal ein Lehrbuch zur Kernreaktortechnik in die Hand nehmen und nachlesen.

Prioritäten richtig setzen

sehe ich ähnlich wie schwarze Drachenrose. prio 1: Stabilität der Ruinen und Abklingbecken herstellen, insb. auch im Hinblick auf ein erneutes starkes Erdbeben incl. Tsunami, Unterbindung weiterer Freisetzung von Radioaktivität.

siehe auch Beitrag im ZDF http://www.zdf.de/ZDFmedi...

Man hat etwas Zweifel, ob die Japaner die Prioritäten wirklich vernünftig im Blick haben, wenn man hört, dass man sich erst im Mai(!) darüber im Klaren war, dass die Schmelze am Reaktorboden hängt.

Wenn dort die Kühlung ausfällt ...

... gibt es eine unkontrollierte Kettenreaktion. Im Abklingbecken!

Ach so ist das. Darf ich einmal vorsichtig nachfragen, wo Sie diese originelle Variante der Kernphysik her haben? Von Greenpeace vielleicht? Von der Deutschlehrerin? Dem teufelszeugaustreibenden süddeutschen Kirchenmann (aus der "Ethik-Kommission")?

Für alle, die sich getrieben fühlen, durch aufgeregte aber nicht blamable Leserkommentare heute noch die Welt zu retten, folgendes ins Stammbuch:

1. Gerade die "frischen" Brennelemente sind es, die am wenigsten strahlen, weil Uran und Plutonium sehr lange Halbwertzeiten haben. Es sind die benutzten Brennelemente, die die kurzlebigen Spaltprodukte enthalten - sie wären bei falscher Handhabung extrem gefährlich.

2. Ob es zu einer Kernspaltung kommt, hängt nicht von der Kühlung ab, sondern vom Vorhandensein und der Nachproduktion langsamer Neutronen. Neutronen, die bei einer Kernspaltujng entstehen, sind "schnell", damit sie einen anderen U- oder Pu-Kern spalten können, müssen sie abgebremst ("moderiert") werden. Moderiert werden sie in Wasser. Abklingbecken enthalten zwar Wasser, aber in diesem ist Borsäure gelöst, die die Neutronen wegfängt. Keine Neutronen - keine Spaltung. Ginge das Becken zu Bruch, wäre die Borsäure fort, aber das Wasser auch. Kein Wasser, keine Moderation, keine Spaltung.

......

1. Seltsam, dass die Ingenieure vor Ort in Fukushima das ganz anders sehen, als die in Sessel sitzenden Herren hier vor Ort.

2. Interessanter Weise wird hier sofort die sexistische Karte gezogen und die sog. "Herren der Schöpfung" müssen auf mein weibliches Geschlecht verweisen. Komplexe?

http://www.zdf.de/ZDFmedi...

Ich persönlich halte die Ingenieure die vor Ort arbeiten insgesamt für weitaus kompetenter als irgendwelche im Sessel vorsichhin spekulierende Männer, die nichts besseres zu tun haben als ihre geschlechtsspezifische Meinung gegenüber Frauen kundtun zu müssen.

Glücklicherweise hat dieses Land aber auch noch fähige Männer zu bieten - wenn auch nicht unbedingt hier im Forum :D

Abklingbecken

Das Problem, das Drachenrose - meiner Ansicht nach - in den Abklingbecken sieht, liegt doch darin, dass die Gebäudestruktur bereits durch die Erdbeben des letzten Jahres stark beeinträchtigt wurde. Einem neuerlichen starken Beben, welches keinesfalls unwahrscheinlich ist, könnte das Gebaude daher möglicherweise nicht mehr standhalten. Wenn aber nun das Gebaude samt Abklingbecken unkontrolliert in sich zusammen stürzt, haben theoretische Überlegungen zur Lagerung der Stäbe in einem dann nicht mehr gegebenen Idealzustand keinerlei Relevanz mehr.

Theoretisch mag das

wohl so sein; praktisch war es aber so, daß die Abklingbecken zumindest teilweise fast voll waren, worüber auch berichtet wurde, und zwar aus dem Grund, daß es in Japan, genau wie Deutschland, kein gesichertes Endlager gibt. Also hat man die Atomstäbe eben in den Abklingbecken zwischengelagert und zwar unter fast freiem Himmel - es war nur ein Dach drüber, weitere Schutzmaßnahmen waren nicht vorhanden.
Durch den Verlust des Wassers in den Abklingbecken besteht durchaus die Gefahr, daß die verbrauchten Kernstäbe zusammenschmelzen, besonders dann, wenn es so viele sind.
Theorie ist eben Theorie und die Praxis sieht oft anders aus.

Kritik ist notwendig - auch gegenüber einer Kritikerin

Frau "Drachenrose", die Kritik an Ihnen bezieht sich darauf, daß Sie öffentlich weitreichende apodiktische Statements zu einem Themengebiet abgeben, zu dem Ihnen die notwendigen elementaren Kenntnisse erkennbar fehlen.

Wenn Sie sehen wollen, was in Fukushima wirklich passiert ist, werfen Sie einen Blick in unseren Report zu dem Thema - bei dessen Erstellung haben uns eine ganze Reihe von Reaktorfachleuten und Physikern unterstützt: www.ke-research.de/downlo....

Die Recherchen des ZDF, die Sie verlinkt haben, sind zunächst gut und konsistent mit unserer Aussage vom Oktober, daß "Fukushima" vor allem auf hausgemachten Problemen der Japaner zurückzuführen ist. Nur läßt das ZDF die technische Unfallsequenz im Dunklen. Dai-Ichi ist nicht havariert, weil da irgendwann einmal ein Dammpftrockner falsch eingebaut war, sondern weil das mögliche Problem des Druckabbaus bei Stromausfall nicht durchdacht worden war.

Zum Schluß aber versucht das ZDF, die faktische Situation (vergleichsweise glimpfliche Folgen des Unfalls) in eine große Katastrophenerwartung umzudeuten. Die dramatischen Abschlußaussagen des Sprechers sind durch Interviewaussagen des japanischen Ingenieurs nicht gedeckt! Die Behauptung, die größte Katastrophe stünde Japan vielleicht noch bevor, ist nichts anderes als das Geschwätz unserer Öko-Gruppen, das dem Geschäftsmodell einer Angstindustrie folgt und sich von jeder naturwissenschaftlichen und technischen Basis längst verabschiedet hat.

Wie "Kraut und Rüben"

Es beginnt damit das Frau Drachenrose über "ganz frische unverbrauchte Brennelemente" schwadroniert und ausgerechnet dort eine besondere Gefahr verortet. Frau Schewietzek weiß nichts besseres zu tun, als auf diesen Zug aufzuspringen und "verfährt" sich vollends, wenn sie dann das fehlende Endlager als Letzt-Ursache diagnostiziert. (Hihi. Ich weiß, Lächerlichkeit tötet. Aber in diesem Fall brauchten Sie ja nur Ihren Avatar zu wechseln.)

Hier ist eine Gruppe am diskutieren, die glaubt, mit ein paar Klicks in Wikipedia könne man per Schnellbleiche mangelndes Ingenieurwissen ausgleichen. "Mal eben so".

So was geht nur dann, wenn vorher schon eine kritische Wissensmenge vorhanden ist. Falls nicht, läuft man in jeden sich bietenden intellektuellen Abgrund, verführt vom Kiebitz-Effekt (ein Begriff der auf den Rudertrainer Karl Adam zurückgeht), und kann, bildlich gesprochen, ein Möbiusband nicht von einer orientierbaren Fläche unterscheiden.

Das ist von außen wunderbar anzuschauen.

Und manchmal darf man es auch explizit thematisieren.

Herzlichst Crest

P.S.
Ist das nicht ein bischen hart formuliert, schließlich "wissen sie ja nicht, was sie tun"? Ja, aber wie soll mans ihnen denn sonst sagen?

"Ich würde mir jetzt sagen, du bist ein arrogantes Arschloch" sagt meine bessere Hälfte in solche Fällen. "Aber es ist doch nur eine 'taktische Arroganz', und du weißt ja, dass ich letzteres nicht bin..." gebe ich dann mit einem süffisanten Lächeln zur Antwort.

Bitte diskutieren Sie respektvoll mit anderen Usern. Danke, die Redaktion/mk

Jaja, ich weiß, als Laie

hat man nunmal keine Kenntnis der Atomenergie, nicht wahr? Und sich drüber informieren bringt ja laut Ihren Aussagen auch nichts.
Und dann darf man oder sollte man Ihrer Meinung nach darüber auch garnicht erst reden, nicht wahr? - weil nur Fachleute über Wissenschaft und Technik diskutieren dürfen und vor allem Entscheidungen treffen.
Ihr Beitrag spricht Bände - über Sie.
Aber wenn Sie denn so genau Bescheid wissen über das noch immer nicht gelöste Problem der Endlagerung, lassen Sie uns doch an Ihrem Wissen teilhaben. Sollte sich in der Zwischenzeit seit einem Jahr eine wirkliche Lösung gefunden haben, wäre ich als erste sehr erfreut - dann könnte man nämlich endlich das Lager Asse räumen und auch die verbrauchten Brennstäbe aus Fukushima dort aufnehmen.

"Ihr Beitrag spricht Bände - über Sie."

Ja, da sprechen sie schon fast wie meine Frau.... :-)

Und jetzt zur Sache:

Ich möchte nochmal draufhinweisen, dass ich gerne auch mit Laien diskutiere und auch kontrovers diskutiere.

Das gelingt natürlich umso leichter, wenn ich merke (und ich merke es), dass beim "Laien" das Bemühen im Vordergrund steht, "es wissen zu wollen", in diesem Fall so zu verstehen, dass der Erkenntnisgewinn an erster Stelle steht.

(Manchmal, das wissen Sie vielleicht, diskutiere ich auch im anderen Sinne von "es wissen wollen". Und da passiert es mir hin und wieder, dass der andere "es besser weiß".)

In Diskussionen um die Kernenergie steht aber regelmäßig nicht der Erkenntnisgewinn im Vordergrund, sondern die eigene "Identität" als Mitglied einer Gruppe, die dem eigenen Selbst Geborgenheit unter Gleichgesinnten verspricht. Wenn ich in einem Nachbarthread den etwas berüchtigen Satz von Goebbels ("Und werden in diesen Kampf gehen, wie in einen Gottesdienst") zweckentfremdet habe, dann wollte ich genau das damit zum Ausdruck bringen.

Ein letztes Wort zur Endlagerung: Selbstverständlich würde ich in Gorleben endlagern. Dass Sie aber auch hier nicht an echter aufklärender Information interessiert sind (oder?), das wird wieder im letzten Satz deutlich. Mein Gott, die Japaner wollen die Brennstäbe nicht endlagern (schon gar nicht in Gorleben, aber das wissen Sie selbst). Für sie ist das ein Rohstoff. Geplant ist/war die Brennstäbe aufzubereiten.

Herzlichst Crest

Tja, man wird gläsern - nicht nur gegenüber der Ehefrau ;-)

daß sich so'n büschen Cäsium nach neuesten Erkenntnissen recht positiv auf den allgemeinen Gesundheitszustand eines Menschen auswirkt.

Das hätten Sie gerne?

Meine These ist, dass das Leben, wenn es mit einem Naturphänomen (hier: der Radioaktivität) von Beginn an und ohne Unterbrechungen über die Jahrmilliarden ausgesetzt und konfrontiert war, es sich 1. damit arrangiert hat und 2. sogar seinen Nutzen daraus gezogen haben könnte. (Dieses Fass können wir vielleicht ein andermal genauer öffnen.)

Und bevor Sie mich jetzt reflexhaft grillen und bei großer Flamme rösten, selbstverständlich ist dies wie auch anderswo eine Frage der Dosis. (Wie bei Ihrem Paracetamol, mit dem Sie sich bei Überdosierung auch die Leber ruinieren können.)

Und damit wir auch darüber nicht unnötig disputieren müssen: 50 Millisievert pro Jahr, das ist nicht viel. Mit ein wenig Abgeklärtheit müsste man hier noch nicht notwendig dekontaminieren.

Deshalb zu Ihrem letzten Abschnitt: ein klares ja. Allerdings würde ich darauf achten, dass sie sich genügend mit Sonnencreme schützen. Auch gegen die Strahlen. Aber gegen die Sonnenstrahlen. Das Risiko ist nämlich größer.

Herzlichst Crest

Schwellendosis vs. stochastische Effekte

Ihr Vergleich mit dem Paracetamol hinkt leider. Die Schwellendosis bei der direkte Strahlenschäden zu erwarten sind wird zum Glück nirgendwo erreicht, außer die Arbeiter im AKW würden sich direkt in der Nähe von Strahlenquellen länger aufhalten. Das wäre das gleiche wie ein Leberversagen bei zu hoher Paracetamoldosis.
Strahlung hat aber im Gegensatz zu Paracetamol unangenehme stochastische Effekte. Die Rate an Leukämie und soliden Tumoren steigt im Verlauf von etlichen Jahren (5-40 Jahren) auch schon bei geringer Dosis kontinuierlich an. Jetzt könnte ein über 60jähriger relativ unbedenklich mit 50mSv pro Jahr leben (dass ist auch die erlaubte berufliche jährliche Strahlenexposition in vielen Ländern), da nur sehr wenige kaum beweisbare zusätzliche Tumore auftreten werden. Ganz anders sieht das allerdings bei Kindern und jungen Erwachsenen aus, die noch ein längeres Leben vor sich haben. Man könnte natürlich zynischerweise sagen, ein paar mehr Leukämietote sind halt Evolution, der stärkere überlebt. Aber dass würden Sie doch nicht ernsthaft vorschlagen? Ich würde meine Kinder dort nicht im Wald spielen lassen...

Herzlichst Ihr Alv1n

Radonbalneologie

klingt dann fast so, als solle/könne man aus Fukushima eine Wellnessoase zur DNA-Regeneration und -Ertüchtigung machen. Also ähnlich wie in diesen Radonstollen. Da gibt es auch Meinungen, das sei Quatsch, aber wie so oft: ganz genaues weiß man nicht
http://de.wikipedia.org/w...

Ich habe den Eindruck, dass Wissenschaftler eher der Ansicht sind, dass JEDE radioaktive Dosis im Prinzip schädlich ist. DNA-Reparaturmechanisem werden vielleicht eher durch UV-Licht und anderes "getuned".

Kurze Antwort

Über "hinkende Vergleiche" zu diskutieren, habe ich mir im großen und ganzen abgewöhnt. Denn entweder man verstehts oder man beginnt Haare zu spalten. (Hier: selbstverständlich gibt es auch bei medikamentösen Einnahmen kummulative Effekte. Ich schlage also vor, wir lassen das.)

Wichtiger scheint mir Ihre Behauptung:

Die Rate an Leukämie und soliden Tumoren steigt im Verlauf von etlichen Jahren (5-40 Jahren) auch schon bei geringer Dosis kontinuierlich an.

Stochastische Effekte sind statistisch (und anders als statistisch lassen sich stochastische Effekte nicht erfassen) erst ab 100 Millisievert pro Jahr messbar.

Wenn man sich also nicht von Greenpeace und Co. ins Bockshorn jagen lässt, dann wird man in der Abwägung anderer Nachteile 50 Millisievert pro Jahr als tolerabel betrachten können.

Das ist das 20-fache der natürlichen Strahlenbelastung, oh Gott, höre ich Sie murmeln?

Ja und? Das zeigt nur die große Elastizität des Lebens gegenüber Strahlung.

Un jetzt sage ich tatsächlich mal etwas Zynisches: Wenn es unseren "Besorgten" wirklich um die Rettung von Menschenleben gehen würde, dann täten sie besser daran, für ein Tempolimit auf der Autobahn zu sorgen, denn der spezifische politische Aufwand pro gerettetem Leben wäre hier geringer.

So aber - und das muss ich mit einer gewissen Bitterkeit feststellen - instrumentalisiert man lieber virtuelle Leukämietote, um kulturell fragwürdige Ansichten politisch durchzusetzen.

Herzlichst Crest

Warum meinen Sie, dass ...

... mein Beitrag in irgendeiner Formemotional war?

Sie sehen auf den Bildern strahlengeschädigte Kinder.

Sie haben geschrieben, dass die Radioaktivität gut für die menschlich Evolution sei.

Da haben Sie etwas vollkommen falsch verstanden (oder möchten meinen Beitrag in eine bestimmte Ecke schieben).

Dass allerdings jemand, der solche bekannten Folgeschäden von überhöhter Radioaktivität als etwas positives verkaufen möchte, mit Emotionen Probleme hat, dies möchte ich sehr gern glauben.

Besonders interessant finde ich es, dass Sie diese Desinformationen auch noch zu einem Bericht bringen, in dem es darum geht, mal auszuprobieren, wie sich 60.000 Familien entwickeln, die in einem Gebiet leben sollen, welches dekontaminiert wurde.

Da muss man schon gegen jede Art von Emotion gefeit sein, oder?

Einspruch

Geehrter Crest,
der Paracetamol-Vergleich haben Sie hier angeführt. Es gibt keinen kummulativen lebertoxischen Effekt bei der Einnahme von Paracetamol. Man kann jeden Tag ein, zwei oder drei Tabletten nehmen ohne Probleme. Erst bei einer Tagesdosis von vielen Gramm tritt plötzlich eine irreversible Leberschädigung ein. Das ist ein gravierender Unterschied zu Strahlenschäden.
Im übrigen stimme ich mit ihnen überein, dass eine jährliche Dosis von 50 mSv für einen Erwachsenen nicht zwingend gefährlich ist, wie ich schon vorher ausgeführt habe. Mein Arbeitsplatz unterliegt übrigens der Strahlenschutzverordnung und ich bekomme das ein oder andere mSv zusätzlich ab, dies bereitet mir keine Sorgen.
Anders ist die Situation allerdings für Schwangere und Kinder. Hier liegen keine gesicherten Daten vor und ihre Behauptung stochastische Effekte würden erst ab 100mSv beginnen, läßt sich gerade für diese Risikogruppen nicht belegen.
Gruss
Alv1n

Jeder Todesfall ist bedauerlich, erst recht bei Kindern

In Deutschland starben im Jahr 2010 4,1 Kinder je tausend Neugeborene vor Erreichen des 5. Lebensjahrs. Im Jahr 1980 waren es noch 15. Das ist eine Verringerung um 10,9 Todesfälle je tausend Neugeborene.

In Weissrussland (Belarus) starben im Jahr 2010 6 Kinder je tausend Neugeborene vor Erreichen des 5. Lebensjahrs. Im Jahr 1980 waren es noch 22,8. Das ist eine Verringerung um 16,8 Todesfälle je tausend Neugeborene.

http://www.google.de/publ...

Das ist nicht nötig ...

... mit jemandem, der so eitel, herablassend und voreingenommen wie Sie im Forum schreibt ist eine vernünftige Diskussion ohnehin nicht möglich. Soviel habe ich inzwischen (leider) über die großen, ernsthaften Leute gelernt.

Wenn Sie zu den Foristinnen und Foristen nicht mehr so herablassend schreiben und auch zeigen, dass Sie nicht nur an sich selbst sondern auch an das Wohl unserer Nachkommen denken - dann vielleicht.

Und vergessen Sie nicht: Wir sind zeitlebends verantwortlich für unser Handeln.

Problem Kommunikationsfähigkeit

Die Kommunikation ist immer schwierig, wenn man sich nicht auf sachlich gleicher Ebene begegnen kann. Das ist nicht zwangsläufig die Folge von Arroganz. Eher schon Ausdruck des "Wie sag ich's meinem Kinde"-Phänomens. Jeder kennt Themen, zu denen er eine Meinung, aber nur wenig Ahnung hat. Es soll sogar einige Wenige geben, die von fast Allem so gut wie nichts verstehen. Schwierig, schwierig.

Ich kann mich nicht daran erinnern,

dass der Bezug auf - hinter der Diskussion stehenden - Personen jemals eine Relevanz für die Validität eines Argumentes besessen haben. Wer sie sich in einem solchen Rahmen annimmt, ist gelinde gesagt selbst schuld.

Leider verkommt die Brunnenvergiftung bei uns zum Volkssport, indem der uninformierte Geist prinzipiell jegliche Stellungnahme von fachinternen Spezialisten diskreditiert.
Dabei kann man es dem gemeinen Volk mit Blick auf die gezielten Manipulationsversuche durch Authoritätspersonen noch nicht einmal verübeln. Ein trauriger Zustand, in den wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse hineingezogen werden.

Das Problem liegt völlig anders.

Bei jedem Thread zur Atomenergie übernimmt Crest nach kürzester Zeit die Diskussion und bügelt mit offenbar gewaltigem Fachwissen und einer kaum zu übertreffenden Arroganz jeden Kommentar ab, der sich kritisch mit diesem Metier auseinandersetzt.

Als Techniker weiß ich schon, daß technische Laien oftmals saudumme Fragen stellen.
Das muß aber so sein - wenn alle so viel wüßten über mein Fachgebiet wie ich, hätte ich damit nicht meinen Lebensunterhalt verdienen können.
Und bei Bedarf kann ich das meist auch ganz gut erklären.

Nun bin ich leider auf dem Gebiet der Atomenergie absoluter Laie, habe also den Crest'schen Behauptungen nichts entgegenzusetzen.

Was bleibt, ist die Logik: Wir haben in der BRD (und nicht nur hier! Andere Länder sind ja genauso dumm!) sehr strenge (und sehr behindernde) Bestimmungen beim Umgang mit dieser Technik.
Und wenn die so überzogen wären, wie Crest hier verbreitet, kann man wohl davon ausgehen, daß die betroffene Industrie schon aus Kostengründen alles daran gesetzt hätte, dieses Regelwerk so abzuschwächen, daß es besser in ihre Bilanzen paßt.

Also gehe ich mal davon aus, daß diese Regularien nicht so furchtbar überzogen sind.

Und weiter gehe ich davon aus, daß das, was entweicht, wenn bei drei nebeneinanderstehenden Reaktore die Deckel wegfliegen, auch nicht sooo unbedenklich ist.

Bisher habe ich leider vergeblich darauf gewartet, daß sich mal ein Fachmann zu Worte meldet.

Fast.

Der Sie der Meinung sind, daß hier nur uninformierte Geister Brunnenvergiftung betreiben.

Nein. Uninformierte Geister neigen nur aufgrund ihres - durch die von mir geschilderten Vorgänge hervorgerufenen Misstrauens und der damit verbundenen intellektuellen Hilfslosigkeit - viel eher zur Benutzung solcher irrelevanten Methoden.

Und wenn die so überzogen wären, wie Crest hier verbreitet

Ich kann mich keines diesbezüglichen Kommentares entsinnen. Es scheint mir, dass unser werter Forenkollege vielmehr die Disproportionalität der Reaktionen auf diesen Vorfall im Kontrast zu anderen Energiegewinnungsmethoden und die Verbreitung von Theorien über stochastische Folgeschäden im Strahlungsexpositionsbereich unter 50-100mSv und zeitliche Vorgänge in Fukushima ohne jeglichen empirischen Daten oder alternativ unter Verweis auf eine handvoll unabhängiger Experten oder Mitarbeiter, die dann oftmals mehreren angesehenen Institutionen oder belegten Studien entgegenstehen, kritisiert.

Dies wird vor allem dann klar, wenn er darauf verweist, dass ein solcher Unfall mit strengster Beachtung von Bestimmungen nicht hätte stattfinden müssen, die Folgen im internationalen Vergleich zu anderen Energiegewinnungsarten ein sehr geringes Ausmaß besitzen und man sich in Zukunft darum bemühen müsste, solche Abläufe noch sicherer zu gestalten, anstatt dem rigorosen Ausstiegswahn zu unterliegen.

Was mir nicht so ganz ...

... klar ist: Verstellen sich die großen, ernsthaften Leute, wissen sie es wirklich nicht oder wollen/dürfen diese Anhänger einer sehr gefährlichen - vielleicht sogar DER gefährlichsten Methode überhaupt - es nicht wissen: Es wird IMMER Unfälle geben. Und solange sie laufen werden auch AKW davon betroffen sein.

Das liegt einfach daran, dass alle technischen Produkte fehlerbehaftet sind. Und ein AKW ist nicht irgendein technisches Produkt, es handelt sich um eine der komplexesten technischen Gebilde, die von Menschenhand erschaffen wurden. Es ist - wie wir gelernt haben - mit dem derzeitigen Stand der Technik nicht einmal möglich, alle denkbaren Störfälle zu erfassen. Da muss dann schon sehr viel mehr getan werden. Und genau dann wird es interessant: Atomstrom ist schon jetzt sehr teuer, wenn man ehrlich alle Kosten berücksichtigt. Mit den notwendigen Steigerungen bei Vorsorge, Nachrüstung und Weiterentwicklung werden die AKW auch finanziell vollkommen uninteressant.

Jeder, der jetzt mit irgendwelchen "Ja, ABER ..." kommen will: Machen Sie mal für sich eine FMEA (übersetzen wir es in deutsch als Fehler-Möglichkeiten-Einfluss-Analyse). Dies bedeutet, dass jedes Bauteil mindestens einmal betrachtet wird: Was passiert, wenn es versagt? Ist das Versagen relevant, so muss es eingehend untersucht werden. Und es wird noch besser: Eine FMEA beinhaltet natürlich auch alle Arbeitsabläufe, alle Einflüsse von außen ...

Es wird nie "sichere" AKW geben, es gibt immer ein Risiko.

Und es geht ja noch weiter!

Wie kann jemand, der sich mit dem Thema Atomkraft auskennt, noch ruhig schlafen, wenn man an das Thema Atommüll denkt?

Stand der Technik ist: Es soll endgelagert werden. Das aber müsste dann tatsächlich auf eine Million Jahre geschehen.

UNMÖGLICH, fürchte ich. Solange können wir nicht in die Zukunft sehen, innerhalb einer solchen Zeitspanne ist sogar Vulkanismus in Deutschland (Eifel, Voigtland) möglich bis wahrscheinlich.

Nun ist es tatsächlich denkbar, dass der jetzige Atommüll eines Tages zum Rohstoff wird. Aus dem Grund muss der Atommüll also rückholbar gelagert werden - aber auch, damit er für den Fall von Erdverschiebungen, auftretendem Vulkanismus, Wassereinbrüchen usw. umgelagert werden kann.

Aber was wird das dann kosten? Wer soll diese Schinderei leisten? Wer kann/will/soll für die Sicherheit solcher höchst gefährlichen, extrem komplexen technischer Vorgänge sorgen? Wir sind nicht einmal in der Lage, ein Testendlager wie die Asse auch nur annähernd sicher zu betreiben - aber ordentlich von der ganz großen, ganz sicheren Endlösung träumen, das können wir, oder?

Wollen wir das unseren Kindern antun? Wir sind zeitlebends verantwortlich für unser Handlen - das dürfen wir nicht vergessen.

Endlager mit Laufzeiten von einer Million Jahren

... wird es nicht geben. Das scheint mir absolut sicher.

Der technisch-wissenschaftliche Fortschritt, z.B. in der Biotechnologie, wird solche Vorstellungen vielleicht schon bald ad absurdum führen. Ein starker Hinweis darauf ist zum Beispiel Deinococcus radiodurans (D. rad.).

Das ist ein höchst erstaunliches Bakterium, das eine extrem hohe Strahlenbelastung ohne jegliche Einschränkung seiner biologischen Funktionen vertragen kann. Während ein Mensch nach Einwirkung einer Strahlendosis von 4 bis 10 Sievert stirbt, wächst D. rad. auch nach einer Bestrahlung mit 15.000(!) Sievert noch munter weiter. Vermutlich ist es in der Lage, sogar die doppelte Dosis zu überleben. Es kommt natürlicherweise im Boden vor und ist für Mensch und Tier ungefährlich. Forscher sind bereits dabei, Gene aus giftmüllfressenden Mikroben auf D. rad. zu übertragen, um so ein Bakterium zu züchten, das den Atommüll womöglich auf natürlichem Wege entsorgen bzw. zu leichter handhabbaren, vergleichsweise harmlosen Reststoffen umwandeln kann. http://www.sueddeutsche.d...

Das aber ist wahrscheinlich nur ein Weg, auf dem es künftig möglich sein wird, das Atommüllproblem konstruktiv anzugehen. Schon in einem Zeitraum von 100 Jahren kann sehr viel geschehen. Vorstellungen von irdischen Endlagerstätten mit einer Laufzeit von mehr als einer Million Jahren kommen mir daher ziemlich naiv vor.

Diese ausgesprochen ...

... dümmliche Bemerkung habe ich schon einmal "geerntet".

Somit sind also meine Person und vor allem aber die Wissenschaftler von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe naiv.

http://www.bgr.bund.de/DE...

Ja, Sie sind wahrhaftig einer der großen, ernsthaften Leute.

Die Bakterien fressen also das Zeug auf, und die Radionukliide hören einfach auf zu zerfallen? Ach ja: zu was werden denn diese ach so tollen Superbakterien das strahlende Material verdauen? Zu Blumenerde?

Toll?

WER ist hier naiv?

Risiken innerhalb eines solch komplexen Gebildes

Es ist - wie wir gelernt haben - mit dem derzeitigen Stand der Technik nicht einmal möglich, alle denkbaren Störfälle zu erfassen.

Das ist korrekt, da auch die am unmöglichsten erscheinenden Naturkatastrophen und Fehlerketten einen Störfall verursachen können. Was wir in der bisherigen Entwicklung der Kernspaltungskraftwerke gesehen haben waren hauptsächlich 3 große Unfälle, die sich durch eine Kette von menschlichem Versagen innerhalb von Kraftwerken mit unangemessenen Sicherheitsstandards abspielten. Tschernobyl wäre dabei (zeitweise) als worst case für ein Atomkraftwerk hervorzuheben.
Ohne dieRisiken eines solchen Kraftwerkes herunterspielen zu wollen, da sie einigen meiner Freunde regelmäßig Kopfschmerzen bereiten, zeigen gerade diese 3 Unfälle die Folgen einer solch völlig inakzeptablen Handhabung. Und die sind - unter Berücksichtigung von Tschernobyl - im Vergleich zu anderen Energiearten noch recht gering.
Aufgrund der fortschreitenden technischen Entwicklung gekoppelt mit der relativ langen Laufzeit von Atomkraftwerken und dem Rückgang von Neuinvestitionen in dieser Branche haben wir es in den letzten Jahren mit der zunehmenden Problematik veralteter Kraftwerke zu tun, die keineswegs die derzeit möglichen generellen Sicherheitsbedingungen widerspiegeln.
Neuartige, interessante Konzepte (wie z.B. die MSR), die unglaubliche Sicherheitsstandards und Effizienzraten ermöglichen könnten, haben es im Moment leider auch nicht leicht, Fuß zu fassen.

Wer hier naiv ist?

Rhetorische Frage, oder?

Na, meines Erachtens der BUND und alle, die tatsächlich glauben, unser Atommüll würde tatsächlich irgendwo auf dieser Erde über einen Zeitraum von einer Million Jahren gelagert werden (müssen).

Wieso übrigens halten Sie meine Bemerkung für "dümmlich"? Irgendwelche Argumente in der Sache? Falls nein, würde ich mir derartiges an Ihrer Stelle sparen.

Kosten- und Endlagerung

Atomstrom ist schon jetzt sehr teuer, wenn man ehrlich alle Kosten berücksichtigt.

In verschiedenen unabhängigen Studien, die zumeist den ökonomischen Zeitraum der Endlagerung zwischen 100-1000 Jahren (darauf gehe ich gleich weiter ein) ansetzen, befinden sich die Gesamtkosten pro MWh in einem Bereich, der teurer als Kohle (je nach Emissionen auch vergleichbar) und Wasser, teurer bis vergleichbar als/mit Gas, vergleichbar mit Wind, vergleichbar bis billiger als/mit Biomasse und Solarthermie sowie billiger als PV ist.

Stand der Technik ist: Es soll endgelagert werden. Das aber müsste dann tatsächlich auf eine Million Jahre geschehen.

Man sträubt sich momentan noch sehr gegen die endgültige Lagerung in Tiefen von mehreren Kilometern, da die Wahrscheinlichkeit der Weiterverarbeitung in biochemischen und physikalischen, kosteneffizienten Prozessen schon innerhalb der nächsten 50-100 Jahre äußerst wahrscheinlich ist. Gerade der (mögliche) Ausbau in EEG und neuartigen Forschungen (http://www.nature.com/new...) innerhalb dieses Zeitraumes macht aufgrund der geringeren Notwendigkeit einer Aufrüstung der Kernspaltung und der damit geringeren Menge von langlebigen Isotopen solche Szenarien attraktiver.

Wir reden hier nicht unbedingt von Umwandlung in stabile Elemente, sondern relativ kurzlebige Isotope mit Halbwertszeiten von einigen Jahren. (was auch durch MSR Thoriumreaktoren gefördert würde)

Dann, werter Forist, machen ...

... Sie Ihrem Nickname Ehre: Denken Sie.

Was wissen wir? Wenn "endgelagert" wird, dann muss es nach derzeitigem Stand der Technik für eine Million Jahre "endgelagert" werden.

Das ist aber unmöglich, allein diese Idee voranzutreiben ist - nach meiner unbedeutenden Meinung - schwerkriminell.

Atomkraft ist bereits heute eine der teuersten Methoden zur Stromerzeugung - durch die Wiederaufbereitung von Atommüll wird sie noch wesentlich teurer werden.

Und wie geschrieben: Das mit den Bakterien aus der Süddeutschen sowie den Vorwurf der Naivität habe ich bereits zu lesen bekommen. Ich finde es naiv, zu glauben, das organische Lebewesen (oder sind Bakterien keine Lebewesen?) Plutonium futtern und es dann ungefährlich hintenraus kommt. Erinnert mich ein bisschen an Star Treck ... Schallwaffen im Weltall und so ...

Nehmen Sie es bitte nicht persönlich - vielleicht war/bin ich auch zu schroff, da mir das schon mal ziemlich genau so vorgehalten wurde.

Wir wissen nicht, was mit dem Atommüll wird - aber er wird unsere Nachkommen mindestens finanziell extrem belasten. Und das ist eine Unverschämtheit von "uns".

Liebe(r) LaoLu

dieser Thread wird langsam kalt und ich hatte ihn für mich schon "abgehakt". Insofern bin ich nur zufällig auf Ihren Beitrag gestossen.

Wenn ich mich jetztauf Ihren ersten Absatz beziehe (und nur auf ihn), so deshalb, um - tja, vielleicht ist das eine Zumutung - ein wenig um Verständnis zu werben. Wofür? Für die Art und Weise, in der ich mich einbringe.

Ich habe keine Machtmittel und eines meiner abendlichen Mantras lautet, dass es auf mich nicht ankommt. Dennoch scheint es etwas zu geben, das mich antreibt. In Worte gefasst: "Die größte Chance glücklich zu werden hat man, wenn man die Wahrheit kennt und sich nichts vormacht."

Muss man privilegiert sein, wenn man diese Einstellung lebt? Nun, sagen wir, es fällt leichter.

Eines sollten Sie sich aber vor Augen halten: Die Diskussion "übernehmen" ist in einem solchen Forum unmöglich. In einer Runde "face-to-face" mag man Mitdiskutanten mit Körpersprache, Gestik, Habitus in die Defensive bringen können. Hier gibt es nur das getippte Wort. Und mit keiner Macht der Welt kann ich Ihnen das Wort "abschneiden".

Vor wenigen Tagen brachte meine Jüngste mich zum Schmunzeln: "Der Adressat bestimmt die message, egal wie du es gemeint hast". M.a.W. das was Sie hier empfinden, hat den Charakter einer Tatsachentscheidung eines Schiedsrichters beim Fussball. Period.

Nun werde ich Ihnen nach einer solchen Confessio (leider ;-)) nicht mehr ganz so hart gegenübertreten können.

Oder umsomehr? :-)

Herzlichst Crest

Scheinbar ist der Glaube, daß

man alles reparieren kann, in Japan immer noch existent - wird man aber nicht, wie im Artikel von diversen Strahlenschutzexperten auch erwähnt. Allein das Cäsium reicht aus, die ganze Gegend für die nächsten 30 Jahre unbewohnbar zu machen und noch länger wird es dauern (ich glaube, man schätzt so 10 Generationen), bis man dort unbedenklich wohnen und landwirtschaftliche Produkte von dort zu sich nehmen kann. (Dies alles sind nur die Folgen des Cäsiums, andere radioaktive Stoffe haben wesentlich längere Halbwertszeiten, z.T. Jahrmillionen). Wen es interessiert, der kann gern auf Wikipedia suchen.
In bestimmten bayrischen Regionen, die durch Tschernobyl belastet wurden, dürfen heute noch keine Pilze gegessen werden und erlegte Wildschweine werden nur nach Tests auf Cäsium zum Verzehr freigegeben - sind sie zu hoch belastet, wird das Fleisch vernichtet; die bayrischen Jäger erhalten dann eine Ausgleichszahlung.
Offensichtlich will man den Menschen weismachen, die Folgen des Gaus seien behebbar - und damit die atomare Verstrahlung ein bißchen risikoärmer darstellen. Oder soll hier ein großflächiges wissenschaftliches Experiment durchgeführt werden? Auch das würde ich nicht völlig ausschließen. Die japanische Regierung bzw. TEPCO haben ja schon letztes Jahr massiv gelogen - laut SPON wurden die Gefahren einer Kernschmelze schon ein paar Stunden nach dem Erdbeben und dem Tsunami diskutiert, der Öffentlichkeit aber wurde noch monatelang vorgelogen, alles sei nicht so schlimm.

Fragen Sie das Wildschwein Ihres Vertrauens!

Leser(in) Schewietzek erinnert daran, daß Wildschweine in einigen Gebieten Bayerns hoch mit Cäsium belastet sind. Der Grund: Die Tiere lieben Hirschtrüffel, und diese unterirdisch wachsenden Pilze lieben Cäsium. Hirschtrüffel in Bayern wurden mit bis zu 27.000 Bequerel pro Kilogramm gemessen. Das ist grob fünzigmal mehr als der für Menschen geltende Grenzwert.

Nun muß man wissen, daß es strahlungsbiologisch zwischen den Zellen eines Menschen und denen eines Schweins keinen Unterschied gibt. Glaubte man den aufgeregten Verlautbarungen aus dem grünen Lager zur Gefährdung der Menschen, dann wäre das Ende der Spezies Wildschwein vorgezeichnet. Die letzten Wildschweine Bayerns lägen röchelnd und von Tumoren zerfressen an der Infusionsleitung verzweifelter Tierschützer, bevor sie mit einem letzten Grunzen für immer von der Erde verschwänden.

Dem sind wir nachgegangen. Ich habe mit den Umweltministerien in Berlin und München korrespondiert sowie den bayerischen Jagdverband und eine Tierärztin interviewt, die ihre Dissertation über die Cäsiumbelastung bayerischer Wildschweine geschrieben und dazu das Thema umfassend ausgeleuchtet hatte. Das Ergebnis: Es liegen keinerlei Erkenntnisse darüber vor, daß der bayerische Wildschweinbestand jemals gesundheitlich belastet gewesen wäre, und das, obwohl die Schwarzkittel mit einem Aktivitätspegel herumlaufen, der im Vergleich zu uns Menschen absolut skandalös ist!

Näheres gibt es hier: www.ke-research.de/downlo...