Popsängerin Katie Melua: Fröhlich in die Vollzerstörung
Vor zwei Jahren musste sich Katie Melua nach einem Zusammenbruch aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Jetzt singt sie wieder und spricht über ihre Zwangspause.
© PR

"Pop ist eine Illusionsindustrie", sagt die Sängerin Katie Melua.
DIE ZEIT: Frau Melua, sie waren jahrelang ein Bilderbuch-Popstar, verkauften Millionen Platten, lächelten dauerentspannt und boten keine Skandale. Dann kam 2010 ein Totalzusammenbruch, und Sie zogen sich zurück. Was war passiert?
Katie Melua: Ich funktionierte nicht mehr. Ich konnte nicht mal mehr um Hilfe rufen. Mein Tourmanager fand mich. Es war ein Tag vor einem Konzert in Dänemark. Er sah meinen Zustand der totalen Erschöpfung und sagte alles ab. Damals merkte ich gar nichts mehr. Es war gruselig. Mein Körper verweigerte den Dienst. Seit ich mit 18 Jahren im Popgeschäft landete, habe ich wie eine Irre geackert. Die Idee, sich zu überarbeiten, war mir fremd.
ZEIT: Sie waren jung. Hat Sie niemand gewarnt?
Melua: Meine Familie machte sich Sorgen. Meine Eltern rieten mir oft zu einer Auszeit, aber die Vorstellung fand ich lachhaft. Ich entgegnete immer nur: Ich muss weiter, immer weiter. Ich habe keine Zeit. Dazu kam, dass Musik mir immer großen Spaß machte. Alle Zeichen, dass ich es übertreibe, erkannte ich nicht. Der Job eines Popmusikers birgt, besonders wenn man jung ist, großes Suchtpotenzial: Erstens ist er aufregend, zweitens wird er unfassbar gut bezahlt, wenn man Glück hat. An Ferien denkt da keiner. Also arbeitet man sich fröhlich in die Vollzerstörung, bis zum Punkt ohne Wiederkehr.
Die Sängerin wurde 1984 in Georgien geboren und wanderte 1993 mit ihrer Familie nach Belfast aus. Auf der Londoner Brit-School , wo auch Adele und Amy Winehouse gefördert wurden, entdeckte sie der Produzent Mike Batt. Katie Meluas Debütalbum »Call Of The Search« war ein Millionenbestseller. Seitdem ist sie mit Hits wie » Nine Million Bicycles« beständig und besonders in Deutschland erfolgreich. Gerade ist ihr neues Album »Secret Symphony« erschienen.
ZEIT: Wer hat entschieden, dass Sie eine Auszeit brauchen?
Melua: Wir alle zusammen. Management, Ärzte und ich. Das war furchtbar schwer. Ich brach meine Tour ab und verschob die ausstehenden Termine. Ich dachte erst, dass ich nach einer Woche Ruhe so weitermachen kann wie bisher. Aber die Ärzte machten mir klar, dass ich einige Monate nicht arbeiten dürfte.
ZEIT: Sind Sie auf eine Südseeinsel gefahren?
Melua: Nein, ich wollte keine Reisen mehr. Ich blieb einfach mal daheim in meinem Haus in London. Ich kümmerte mich um meinen Garten, besuchte meine Eltern, tat also eigentlich alles, was normale Menschen so in ihrer Freizeit machen. Meine Eltern waren wirklich geschockt. Die musste ich lange beruhigen.
Katie Melua – The Flood
ZEIT: Wie gut sind Sie heute darin, Nein zu sagen?
Melua: Das liegt mir leider überhaupt nicht. Als Musikerin nehme ich die meisten Termine wahr. Gut bin ich nur darin, mein Privatleben zu schützen. Zu Interviews mit Boulevardmedien habe ich von Beginn meiner Karriere an Nein gesagt. Deshalb ist über mein Privatleben tatsächlich so gut wie nichts bekannt, und das hilft in diesem Job tatsächlich sehr. Das ist ein Stress, dem ich zum Glück nie ausgesetzt war.
ZEIT: Machen Fotohandys, Soziale Netzwerke und der ganze virtuelle Online-Zirkus den Job des Popstars anstrengender?
Melua: Wer will, kann auch als Popmusiker der ganzen Hysterie entgehen. Ich werde beim Einkaufen nicht fotografiert. Warum? Weil mich kein Mensch erkennt. Im Supermarkt an der Kasse sehe ich eben nicht aus wie Katie Melua. Das gelingt mir allein damit, dass ich mich nie zurechtmache, wenn ich nicht arbeite, mein Haar nicht frisiere, mich nicht schminke und nichts Glamouröses anziehe. Alte Jeans und Sportschuhe machen mich unsichtbar.








"Pop ist eine Illusionsindustrie". Waaas? Echt jetzt? Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Martenstein würde Ihnen antworten: Man kann jedem nachweisen, dass sich seine Kommunikation auf Bunte-Niveau verhält.
Das ZO-Bashing ist in Mode gekommen. Der Vergleich mit Boulevardblättern soll plakativ vernichtend sein - so plakativ wie eben jener B-Journalismus.
Ich bin froh, dass ich mir eine gewisse Naivität bewahrt habe, eine Unvoreingenommenheit. Glücklicherweise bin ich nicht so sehr in jenen Mustern gefangen, die reflexhaft zu einer Betrachtung führen, die gar nicht mehr zulässt, den Menschen zu erkennen.
Katie Melua ist eine junge Frau, die hohe Ansprüche an sich selbst stellt und eher zu viel als zu wenig Verantwortung übernimmt. Daraus ergeben sich große Herausforderungen, die sie zu bewältigen versucht. Das mag man banal finden und daher meinen, ein Interview, in dem sich dieses Dilemma herauskristallisiert, verurteilen zu müssen.
Vielleicht ist diese Ansicht von eigenen zu hohen Ansprüchen getrieben. Vielleicht fehlt da noch die eigene Bewältigung von Erwartungshaltungen. Vielleicht entspringt das Bedürfnis nach Ablehung dem nach Klarheit und Abgrenzung, weil keine innere Ruhe und Gelassenheit vorhanden ist, um Informationen einfach nach Gefallen auszuwählen bei gleichzeitiger Akzeptanz dessen, was einem nicht gefällt.
Sollte es sich jedoch um eine berechtigte Sorge um die Qualität der ZEIT handeln, würde ich mich als Mitforist über die Verschriftlichung von nachvollziehbaren Argumenten freuen.
Martenstein würde Ihnen antworten: Man kann jedem nachweisen, dass sich seine Kommunikation auf Bunte-Niveau verhält.
Das ZO-Bashing ist in Mode gekommen. Der Vergleich mit Boulevardblättern soll plakativ vernichtend sein - so plakativ wie eben jener B-Journalismus.
Ich bin froh, dass ich mir eine gewisse Naivität bewahrt habe, eine Unvoreingenommenheit. Glücklicherweise bin ich nicht so sehr in jenen Mustern gefangen, die reflexhaft zu einer Betrachtung führen, die gar nicht mehr zulässt, den Menschen zu erkennen.
Katie Melua ist eine junge Frau, die hohe Ansprüche an sich selbst stellt und eher zu viel als zu wenig Verantwortung übernimmt. Daraus ergeben sich große Herausforderungen, die sie zu bewältigen versucht. Das mag man banal finden und daher meinen, ein Interview, in dem sich dieses Dilemma herauskristallisiert, verurteilen zu müssen.
Vielleicht ist diese Ansicht von eigenen zu hohen Ansprüchen getrieben. Vielleicht fehlt da noch die eigene Bewältigung von Erwartungshaltungen. Vielleicht entspringt das Bedürfnis nach Ablehung dem nach Klarheit und Abgrenzung, weil keine innere Ruhe und Gelassenheit vorhanden ist, um Informationen einfach nach Gefallen auszuwählen bei gleichzeitiger Akzeptanz dessen, was einem nicht gefällt.
Sollte es sich jedoch um eine berechtigte Sorge um die Qualität der ZEIT handeln, würde ich mich als Mitforist über die Verschriftlichung von nachvollziehbaren Argumenten freuen.
Martenstein würde Ihnen antworten: Man kann jedem nachweisen, dass sich seine Kommunikation auf Bunte-Niveau verhält.
Das ZO-Bashing ist in Mode gekommen. Der Vergleich mit Boulevardblättern soll plakativ vernichtend sein - so plakativ wie eben jener B-Journalismus.
Ich bin froh, dass ich mir eine gewisse Naivität bewahrt habe, eine Unvoreingenommenheit. Glücklicherweise bin ich nicht so sehr in jenen Mustern gefangen, die reflexhaft zu einer Betrachtung führen, die gar nicht mehr zulässt, den Menschen zu erkennen.
Katie Melua ist eine junge Frau, die hohe Ansprüche an sich selbst stellt und eher zu viel als zu wenig Verantwortung übernimmt. Daraus ergeben sich große Herausforderungen, die sie zu bewältigen versucht. Das mag man banal finden und daher meinen, ein Interview, in dem sich dieses Dilemma herauskristallisiert, verurteilen zu müssen.
Vielleicht ist diese Ansicht von eigenen zu hohen Ansprüchen getrieben. Vielleicht fehlt da noch die eigene Bewältigung von Erwartungshaltungen. Vielleicht entspringt das Bedürfnis nach Ablehung dem nach Klarheit und Abgrenzung, weil keine innere Ruhe und Gelassenheit vorhanden ist, um Informationen einfach nach Gefallen auszuwählen bei gleichzeitiger Akzeptanz dessen, was einem nicht gefällt.
Sollte es sich jedoch um eine berechtigte Sorge um die Qualität der ZEIT handeln, würde ich mich als Mitforist über die Verschriftlichung von nachvollziehbaren Argumenten freuen.
unsere sog.kritische Öffentlichkeit wird immer gnadenloser und selbstgerechter, gut abzulsen an hämischen Bemerkungen ...
Comme le
parfum d'une
rose qui chante
l'harmonie d'un
rêve éternel,
comme le son
de la neige
qui décrit la
lumière....
Francesco Sinibaldi
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