Verbotene QualzuchtMonstren und Mutationen

Qualzucht ist illegal, doch weit verbreitet. Jetzt wachen die Tierärzte auf. Und das Tierschutzgesetz soll endlich verschärft werden. von 

Die haarlose Sphinx-Katze ist nur ein modisches Extrembeispiel rabiater Zucht.

Die haarlose Sphinx-Katze ist nur ein modisches Extrembeispiel rabiater Zucht.

»Wunderschön!«, ruft der Fachmann angesichts eines Gibber Italicus, und sein Herz schlägt höher, »perfekt, ein idealer Ausdruck des Rassestandards!« Der Laie aber erblasst, wendet sich ab und flüstert: »Ist das möglich? Das sind doch Missgeburten. Freaks! Darf man das?«

Man darf. Kanarienvögel so züchten, dass der Hals dank überzähliger Wirbel extrem lang ist, in einem Winkel von 90 Grad abknickt, dass Schenkel und Brust fast federlos sind. Wie ein trauriges gerupftes Hühnchen sieht der »gebogene Positurkanarienvogel« aus, aber der Züchter schwört, dass der Vogel glücklich und gesund ist. Es ist noch mehr erlaubt: aus dem unter Aquarianern beliebten Zahnkarpfen unter Verkürzung und starker Verkrümmung der Wirbelsäule einen kugeligen »Ballonmolly« zu züchten, der nur noch torkelnd schwimmen kann. Und niemand kann einem verbieten, Bulldoggen feilzubieten, die dank züchterischer Langzeitbemühungen kaum noch Luft bekommen, bei Hitze umfallen und sich ohne handgreifliche menschliche Hilfe nicht paaren können. Da die extradicken Köpfe der Welpen nicht mehr durch den Geburtskanal passen, werden die meisten Bulldoggen mit Kaiserschnitt geboren.

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Die Tierzucht ist eine Kulturleistung. Aus einst wilder, ängstlicher oder aggressiver Natur wurden in Jahrhunderten oder Jahrtausenden friedlich grasende Kühe, handzahme Wellensittiche, verspielte Hunde. Züchter aus Freude und Leidenschaft brachten zahllose sich genetisch unterscheidende Rassen hervor, für viele Zwecke. Doch die Kehrseite intensiver züchterischer Bemühungen ist: Je besser das Zuchtergebnis, je einheitlicher die Rasseeigenschaften sind, desto stärker verarmt der Genpool einer Rasse. Denn eine perfekte Rasse erzielt man durch Rückgriff auf wenige hervorragende, womöglich prämierte Zuchttiere. Spätfolgen sind Inzuchtprobleme und Gendefekte, die oft zu erblichen Krankheiten führen.

Das zweite Dilemma moderner Zucht hängt mit der Kundschaft zusammen. Die Nachfrage unterliegt wie Kleidung, Auto oder Mobiliar der Mode. Mal ist beim Hund der Wuschel modern, mal der riesige Hütehund – derzeit liegen in Deutschland die Minis ganz weit vorn, Handtaschenhunde wie Paris Hiltons Chihuahua oder der keuchende Mops.

Ist das Angebot dazu noch knapp, wird Züchten zum guten Geschäft, bei dem es kaum mehr interessiert, ob die Zuchtergebnisse gesund sind oder es den Tieren gar gut geht. Und dann kommt es eben zu Produkten der Heim- und Kleintierzucht, die man als Qualzucht bezeichnet.

Zwar ist Qualzucht nach Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes von 1972 verboten. Doch was Qualzucht ist, hat der Gesetzgeber so schwammig definiert, dass Qualzüchter seit 30 Jahren juristisch fast nicht belangt werden können. Eine »Neuformulierung« des Tierschutzgesetzes soll jetzt Besserung bringen. Der Entwurf der zuständigen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner wird derzeit von den Bundesländern und den betroffenen Verbänden begutachtet. Im April soll er Gesetz werden.

Was also ist Qualzucht? Der bislang einzige offizielle, allerdings unverbindliche Versuch, Verstöße gegen das Qualzuchtverbot umfassend zu beschreiben, ist ein »Gutachten zur Auslegung des Paragrafen 11b des Tierschutzgesetzes«, das im Jahre 1999 von Veterinärmedizinern, Tierschützern und Behördenvertretern erstellt wurde. Wer darin blättert, könnte sich in eine spätmittelalterliche Monstrositätenschau versetzt fühlen. Dabei sind die »Monster« unsere geliebten gefiederten, pelzigen oder geschuppten Mitbewohner – allerdings bis ins Groteske verzerrt.

Wir lernen Kaninchen kennen – »Englische Widder« – deren Ohren, von einer Spitze über den Kopf zur anderen gemessen, unglaubliche 65 Zentimeter lang sind. Bewegungseinschränkung und Verletzungsgefahr sind die Folge, ebenso zu hohe Wärmeabfuhr durch die Riesenohren. Hochgezüchtete »Kropftauben« blasen in übersteigertem Imponiergebaren ihren Kropf bis zur Größe zweier Tennisbälle auf. Mögliche Folge: »Kropfwandentzündungen infolge Fehlgärung, Säuerung und Fäulnisbildung von Kropfinhalt«.

Je nach Perspektive lustig oder grauenhaft wirken »Rollertauben«, die Saltos in der Luft schlagen und nicht selten bei harter Landung als »Todesroller« enden. »Bodenpurzler« dagegen sind grundsätzlich flugunfähig. Dafür schaffen sie hundert Überschläge und mehr hintereinander. Randständigen Kreaturen begegnen wir auch in der Katzenabteilung. Darunter sind blinde Tiere mit weißem Fell, anderen fehlt der Schwanz, den nächsten fehlen die Haare (»Sphinx«). Katzen mit überzähligen Zehen heißen »Superscratcher«. Im Gutachten fehlt die amerikanische »Känguru-Katze«, die sich ihrer abstrus verkürzten Vorderbeine wegen nur hoppelnd fortbewegen kann.

Leserkommentare
    • nogami
    • 12. März 2012 15:48 Uhr

    Immer das Theater dieser Tierschutzfanatiker. [...]

    Die Ausweitung des Tierschutzes ist überflüssig. Ein Tier ist aus gutem Grund juristisch nur eine Sache.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Die Redaktion/vn

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    Tiere sind keine Sachen, lediglich ist das Sachrecht in Teilen auf sie anwendbar - sofern durch besondere Gesetze nichts anderes bestimmt ist.

    ... am besten machen wir einfach alles was wird dürfen ohne uns Gedanken darüber zu machen... Juhu!

    Im ernst:
    [...]
    "Die Ausweitung des Tierschutzes ist überflüssig. Ein Tier ist aus gutem Grund juristisch nur eine Sache."
    erschließt sich mir der Sinn auch nicht. Was ist denn (abgesehen von der Objektiven Falschheit der Aussage) der "gute" Grund?

    Ich lasse mich da gerne belehren.

    Gekürzt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile gekürzt. Die Redaktion/vn

    ...und das Tiere - zumindest Säugetiere - juristisch eine Sache sind ist eine riesige Sauerei!
    Auch damit sie vor "Tierschutzfanatikern" oder eben Moden beschützt werden können, muss sich hier bald was ändern.

    der letzten Jahrzehnte komplett vorbeigegangen.

    Abgesehen davon, dass schon Ghandi zu Recht sagte, dass man
    den Grad von Zivilisation daran messen kann, wie eine
    Gesellschaft sich den Tieren gegenüber verhält.

    Tiere sind leidensfähig, sie empfinden sogar Empathie.
    Die Tatsache, dass sie nicht "sprechen" könnnen, scheint
    einige Menschen , wie Sie, zu der Auffassung zu verleiten,
    man könnte mit ihnen, wie mit einer "Sache" umgehen.

    Ich habe früher einmal selbst Hunde gezüchtet, bis mir
    klar wurde, wie die Zucht Tiere instrumentalisiert,
    zum Wohle des Menschen, zum Nachteil des leidenen,
    stummen Tieres.

    Wobei, "stumm" sind Tiere eigentlich nicht.
    Man muß nur richtig hinschauen.

    • DeNico
    • 12. März 2012 16:22 Uhr

    Man stelle sich vor eine gesellschaftlich höhergestellte Gruppe von Menschen oder eine höhere Intelligenz würde Menschen zu seinem Vorteil züchten und es würde zu Qualzuchten kommen.
    Bei der Veranschaulichung dieses Beispiels dürfte sich bei den meisten Menschen berechtigter Weise zumindest ein flaues Gefühl in der Magengegend bemerkbar machen.

    Mir selbst entzeiht sich jede Beründung, wesshalb sich dieses Beispiel nicht mit ähnlichen moralischen Bedenken auch auf das Tierreich ausweiten sollte.

    Die besondere Fähigkeit der emotionalen Empfindungen lässt sich zumindest zum Teil auch auf das Tierreich übertragen. Was ist wenn die emotionalen Fähigkeiten einer höheren Interlligenz die des Menschen zu einem Bruchteil verkommen lassen würden?
    Rechtfertige das dann die Qualzucht am Menschen?

    Zu Ihrer Anmerkung der "Tierschutzfanatiker":
    Man könnte von Ihnen nicht als einen Fanatiker, welcher sich nur um seine Kinder, vielleicht noch seine Mitmenschen aber sonst um kein anderes Lebewesen schert, sprechen?
    Wenn nicht, warum nicht?

    »Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück.«

    Charles Darwin brit. Naturforscher und Begründer des Darwinismus (1809-1882)

    niemand hat moralisch das Recht eine Rasse durch Zucht so zu verändern, dass es nicht mehr vernünftig atmen, laufen, fressen o.a. kann. Das ist ein Verbrechen an lebenden fühlenden Wesen. Es ist längst überfällig, dies endlich zu verbieten.

    • kael
    • 12. März 2012 17:22 Uhr

    Da Ihnen an Tieren und Tierschutz sowieso nichts liegt, stört es Sie offensichtlich auch nicht, wenn Sie geschmacklose und medikamentös verseuchte Produkte genießen dürfen?

    Ihr Kommentar hinterlässt Kopfschütteln.

    • kael
    • 12. März 2012 17:37 Uhr

    ...findet schnell heraus, dass es keine "Sache" sondern ein Lebewesen mit Empfindungen (Freude, Angst, Wohlbefinden, Schmerzen) ist. Damit ist es ein Teil der Schöpfung, der Respekt verdient.

    Wer diese Schöpfung nicht repektiert, der respektiert auch den Menschen als Schöpfung nicht.

    und juristisch sind Tiere eine Sache. Und das berechtigt uns Tiere zu züchten, die nicht lebensfaehig sind und bis an ihr Lebensende leiden müssen nur weil es so schön ist.

    Ich denke wir müssen noch viel mehr für den Tierschutz tun, der ist mitnichten ausreichend. Es ist erbärmlich was wir den Tieren antun!!! Wir demütigen und quälen die Tiere nehmen ihnen die Würde und behandeln sie respektlos.

    Die Tiere leiden still, sie können sich nicht wehren. Haben genauso Schmerzen und Gefuehle wie wir, koennen Sie sich vorstellen wie sich das anfühlt wenn man als Krüppel geboren wird?

    Warum muss man solche Tiere überhaupt züchten? Weils angeblich schön ist?

    Ich zitier hier nochmals ein Zitat von M. Gandhi das es exakt auf den Punkt bringt

    The geratness of a nation and its moral Progress can be junged by the way its animals are treated.

  1. 2. Irrtum

    Tiere sind keine Sachen, lediglich ist das Sachrecht in Teilen auf sie anwendbar - sofern durch besondere Gesetze nichts anderes bestimmt ist.

    • deDude
    • 12. März 2012 15:55 Uhr

    .... aber was nicht ist, kann ja noch werden

  2. ... am besten machen wir einfach alles was wird dürfen ohne uns Gedanken darüber zu machen... Juhu!

    Im ernst:
    [...]
    "Die Ausweitung des Tierschutzes ist überflüssig. Ein Tier ist aus gutem Grund juristisch nur eine Sache."
    erschließt sich mir der Sinn auch nicht. Was ist denn (abgesehen von der Objektiven Falschheit der Aussage) der "gute" Grund?

    Ich lasse mich da gerne belehren.

    Gekürzt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile gekürzt. Die Redaktion/vn

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    das Gefühlsleben und das Empfinden lappidar absprechen, weil sie eine Sache seien. Vor nicht sehr langer Zeit, wurden Säuglinge ohne Schmerzmittel operiert, weil man tatsächlich glaubte, sie empfänden noch keine Schmerzen. Wenn Menschen Tieren, vor allem den Menschen(Affen), absprachen ein soziales leben zu führen, lehren und lernen zu können und sogar eigene Kultur zu haben und doch ist es so. Wild lebende Delfine holen sich Hilfe von Menschen, wenn sie in deren Netzen verheddert sind und rufen sich untereinander mit Namen. Gerade erst hat ein Staat ihnen die Menschenrechte zuerkannt. Tiere sind keine Sache. Ein Tisch, oder der Fernseher sind Sachen. Die leben nämlich nicht. Sogar der weisse Hai, ein Knorpelfisch, hat ein soziales Leben mit den anderen weissen Haien.

  3. ...und das Tiere - zumindest Säugetiere - juristisch eine Sache sind ist eine riesige Sauerei!
    Auch damit sie vor "Tierschutzfanatikern" oder eben Moden beschützt werden können, muss sich hier bald was ändern.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Spez
    • 12. März 2012 18:07 Uhr

    Das hat glaube ich ein Kommentator schon klar gestellt. Tiere sind Sachen, da sie keine natürliche Person sind. Sonst hätten sie auch gewisse Pflichten. Ein Hund müsste sich dann vor Gericht z.B. wegen Sachbeschädigung verantworten. Deshalb werden sie, wie es auch richtig ist dem Menschen zugeordnet, sie sind sein Besitz de jure und de facto sowieso. Es gibt aber in Deutschland das Tierschutzgesetz. Danach wird das Töten eines Wirbeltieres oder das Quälen mit bis zu 3 Jahren Haft bestraft. Zivilrechtlich dem Besitzer gegenüber ist es dann aber eine Sachbeschädigung, dies kommt dann zu der Strafe noch dazu.

  4. der letzten Jahrzehnte komplett vorbeigegangen.

    Abgesehen davon, dass schon Ghandi zu Recht sagte, dass man
    den Grad von Zivilisation daran messen kann, wie eine
    Gesellschaft sich den Tieren gegenüber verhält.

    Tiere sind leidensfähig, sie empfinden sogar Empathie.
    Die Tatsache, dass sie nicht "sprechen" könnnen, scheint
    einige Menschen , wie Sie, zu der Auffassung zu verleiten,
    man könnte mit ihnen, wie mit einer "Sache" umgehen.

    Ich habe früher einmal selbst Hunde gezüchtet, bis mir
    klar wurde, wie die Zucht Tiere instrumentalisiert,
    zum Wohle des Menschen, zum Nachteil des leidenen,
    stummen Tieres.

    Wobei, "stumm" sind Tiere eigentlich nicht.
    Man muß nur richtig hinschauen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Spez
    • 12. März 2012 18:16 Uhr

    Guter Kommentar. Dazu passt der Auftritt der angeblich so tierlieben Opernsängerin Eva Lind beim NDR. Da kann jeder sehen, wie ein Tier leidet, aber es anscheinend keine Sau interessiert, vor allem nicht die Besitzerin. Leider gibt es die entsprechenden Videos nicht mehr bei Youtube. Ein Schelm, der böses dabei denkt. Zumindest gibt es aber ein Link, in dem sich Martin Rütter dazu äußert. http://www.animal-health-...
    Wer das Video unbedingt sehen möchte. Das Thema wurde in Folge 56 von fernsehkritik.tv behandelt, ab Minute 22.
    http://fernsehkritik.tv/f...

  5. Natürlich....und da der Genpool von Säugetieren und dem Menschen weitertgehend übereinstimmt sind Sie auch nur einen Hauch mehr als ein Ding.

    `tschuldigung, aber Ihren Kommentar hätten Sie sich einfach mal schenken dürfen!
    Sachliche Argumente sehen anders aus ;) .... und ja, die schenke ich mir hier und jetzt auch, da Sie dafür ja eh nicht sooo begeisterungsfähig zu sein scheinen.

    MfG

    StaniLEM

  6. Nennen wir die Kinder in Punkto Hund doch mal beim Namen: in D nämlich der VDH, international der FCI.

    Von den ursprünglichen Rassestandards, die sehr großen Wert auf gesunde Zucht legten - es ging damals ja an erster Stelle um Arbeitshunde - und guten Charakter legten, sind wir heute Lichtjahre entfernt.

    Statt Charakter und Gesundheit wird heute Wert auf "Schönheit" gelegt, dabei wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts unzählige, bis dahin normale und teils sogar erwünschte, Rassemerkmale, wie z.B. langes Fell beim dt. Schäferhund, aus dem Rassestandard gestrichen. Dann begann man den Hunden auch noch das Fließheck anzuzüchten. Zusätzlich wurde noch schön auf "Triebigkeit" gezüchtet. Am Ende steht dann leider ein hoffnungslos verarmter Genpool.

    Kurz und gut: Wer einen Rassehund aus VDH-Zucht mit Papieren kauft, kauft bei vielen "zerzüchteten" Rassen die Krankheiten gleich mit. Man muß sich vor dem Kauf schon sehr umfassend informieren und potentielle Züchter erstmal akribisch vor Ort begutachten.

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    in der Musterzuchtornung des VDH steht, dass der VDH sich verpflichtet "Erbkrankheiten systemmatisch zu erfassen und
    zu bekämpfen".
    Dies geschieht NICHT.
    Außer, wenn Erberkrankungen bereits einen Großteil der
    Rasse befallen haben und nicht länger zu leugen sind.
    In der Regel ist es dann aber bereits zu spät, da ein
    Großteil der Zuchttiere die genetische Dispositionen
    für diese Erkrankungen in sich tragen und an ihre Nachkommen
    vererben.
    Sie müssen nicht selber erkrankt sein,auch eine Dopplung von
    zwei phänotypisch gesunden Hunden, die aber genetisch
    belastet sind,bringen kranke Nachzuchten.
    Diese Herangehensweise und das Primat von "Schöhnheit"
    über Gesundheit, Funktionalität, verhindern bis heute,
    dass Rassehunde gezüchtet werden, die gesund sind.
    Da Rassehundzucht vom VDH (FCI) und den Dissidenzvereinen
    nicht mehr unterstützenswert ist, leben bei mir nur noch
    Hunde aus dem Tierschutz.

    • Arrian
    • 12. März 2012 23:09 Uhr

    ... aber es wäre doch ein fataler Fehlschluss, dass man bei Rassehunden mit VDH-Papieren die Krankheiten gleich mit kauft - und bei Hunden mit Papieren aus anderer Quelle nicht. Denn zunächst einmal reden wir beim "Rassehund" von über 330 verschiedenen Rassen, unter denen die zu Recht kritisierten Qualzuchten nur einen kleinen Anteil ausmachen.

    Natürlich bekommt man einen Rassehundewelpen auch ohne VDH- oder FCI-Papiere. Dieser hat dann zwar oft eine schöne, auf Büttenpapier gedruckte Ahnentafel irgendeines Vereins mit wohlklingendem Namen, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ihm bei seiner Aufzucht nicht einmal das Mindestmaß an sozialer Zuwendung, Auslauf und gesundheitlicher Vorsorge zuteil wurde, das die VDH-Vereine in ihren Zuchtordnungen vorschrieben und durch ihre Zuchtwarte mehr oder weniger gut überwachen.

    Richtig ist daher der Hinweis, dass man sich sehr umfassend informieren und potentielle Züchter erst einmal akribisch vor Ort begutachten sollte, bevor man sich für einen Hund entscheidet - und auch Rassehunde kann man bei Tierschutzorgansiationen adoptieren, z.B. aussortierte Windhunde aus Irland oder Spanien.

    Zum Boom der Minihunde sei noch kritisch angemerkt, dass dieser auch von der Politik gefördert wurde, nämlich durch Hundegesetze wie das in NRW, in dem alle Hunde über 40 cm Schulterhöhe und 20 kg Körpergewicht pauschal als "gefährlich" klassifiziert werden. Eingebracht übrigens von der damaligen grünen Verbraucherministerin Bärbel Höhn.

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