Familie: FREIHEIT!
Über die Enteignung der Kindheit und die Verstaatlichung der Familie. Eine Streitschrift von Norbert Blüm.
Die Wissensgesellschaft gilt als der Inbegriff des Fortschritts. In der Wissensgesellschaft findet der Homo sapiens scheinbar sein Paradies.
Wissen wird in der Schule gelehrt. Die Schule ist die Kirche der Modernität, die Lehrer sind ihre Priester. Die Liturgie der neuen Religion ist der Unterricht, ihr Ritus das Curriculum. Schule ist die allein selig machende Erlösung aus der Dummheit des Menschengeschlechts: extra scolam nulla salus, außerhalb der Schule gibt es kein Heil.
So predigen es uns die Kardinäle der Wissensgesellschaft. Aber: Sie überschätzen die Kraft des Wissens, Probleme zu lösen. Die großen Bedrohungen der Menschheit wie Krieg, Hunger und Umweltzerstörung sind nicht die Folge von Wissensdefiziten, sondern das Ergebnis des Mangels an Moral und gutem Willen. Wissen allein löst keine Probleme, zumal auch das Wissen keine Antwort auf alle Probleme hat. Selbst die exakteste unter allen exakten Wissenschaften, die Mathematik, kennt Aufgaben, die sie nicht lösen kann.
Schulmeister Praxis
Das neue schulische Unfehlbarkeitsdogma ist eine Anmaßung, keine Beschreibung der pädagogischen Realität. Das meiste, was ich gelernt habe, habe ich nicht in der Schule gelernt. Reden und Singen, Arbeiten und Spielen, Essen und Trinken, Lieben und Trauern, all das beherrsche ich aufgrund außerschulisch erworbener Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Techniken guckte ich mir bei anderen ab, und das Verhalten ahmte ich von Vorbildern nach. Schreiben und Lesen und Rechnen sind dagegen wahrscheinlich stärker schulvermittelt. Obwohl bei Licht betrachtet selbst diese Kenntnisse mehr durch externe Nutzung als durch interne Schulung trainiert wurden. Die Praxis ist eben der bevorzugte Schulmeister des Lebens. Das wusste schon der alte Aristoteles.
So wie mir erging es vermutlich vielen Kindern. Meine erfolgreichsten Lehrer waren Mama und Papa, Oma, Opa, Tanten, Onkel, vor allem aber Freunde, Spielkameraden und -kumpane, Nachbarn, Cliquen. Auf der Straße wurde mir mehr beigebracht als in den Klassenräumen, in denen ich – Gott sei Dank – nur Teile meiner Kindheit verbrachte.
Meinen stärksten Lernschub erhielt ich allerdings in der Werkzeugmacher-Lehre bei Opel; nicht in der dortigen Berufsschule, sondern an der Werkbank, und zwar durch meine Lehrgesellen, die sich von den schulischen Lehrern dadurch unterschieden, dass sie mir keine Lehrware lieferten, die ich entschlüsseln musste, sondern mir das Erlebnis ermöglichten, mit- und nachzumachen, was sie mir vorgemacht hatten. Das bezog sich sogar auf die theoretischen Teile meines angestrebten Berufes. Werkstoffkunde erfuhr ich beim Feilen, Sägen, Bohren, Hobeln, Schmieden nachhaltiger als an den Wandtafeln der Berufsschule.
- Norbert Blüm
»Das meiste, was ich gelernt habe, habe ich nicht in der Schule gelernt«, sagt Norbert Blüm. Trotzdem hat der Sohn eines Kraftfahrzeugschlossers nach Lehre und Arbeit als Werkzeugmacher erfolgreich das Abendgymnasium in Mainz absolviert. Er wollte an die Universität, um die Welt jenseits von Fließbändern kennenzulernen und nicht 40 Jahre lang fremdbestimmt arbeiten zu müssen. Als Stipendiat der VolkswagenStiftung studierte er in der ersten Hälfte der sechziger Jahre unter anderem Philosophie, Theologie und Soziologie in Köln und Bonn. 1967 promovierte er zum Dr. phil. Zusätzliches Geld verdiente er als Lkw-Fahrer, auf dem Bau oder bei einem Kunstschmied in der Türkei. Seit 1950 ist er Mitglied der CDU. 1982 wurde er Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, er blieb es 16 Jahre lang. Blüm ist seit 1964 mit seiner Frau Marita verheiratet, mit der er drei Kinder hat.
Nicht ohne Grund hat der theoretische »Begriff« sein sprachliches Vorbild im An- und Umfassen, dem Begreifen.
Die berufliche Lehre war für mich die Fortsetzung des familiären »Curriculums« mit anderen Mitteln, am anderen Ort, aber mit derselben Methode, nämlich Lernen im Ernstfall des Lebens.
Ganz anders waren meine schulischen Lernerlebnisse. Ihre Erfolge wurden abgepackt und mit Noten versehen. Die Lehrlingserfolge bestanden dagegen vor allem in der Erfahrung, dass das klappte, was ich mit anderen probierte, um es nachher zu produzieren. Freilich, die Theorie war nicht nutz- und sinnlos. Theorie begleitet die Praxis, geht ihr voran und erklärt, was nachher praktiziert wird. Theorie verkürzt das Ausprobieren, weil sie Umwege erspart und Abwege versperrt und sogar hie und da neue Wege öffnet.
3000 Jahre lang hat das chinesische Mandarin-System Bildung und Eignungsprüfung institutionell und auch zeitlich streng voneinander getrennt. Wir aber knüpfen den Berufszugang weitgehend an benotete Schul- und Hochschulzertifikate. Ein Dampfkesselüberwacher hat möglicherweise in seinem Studium niemals etwas von den komplizierten Druckverhältnissen in komplizierten Dampfkesseln gehört, dafür aber ein Diplom erhalten. Das Diplom reicht. Es ist das berufliche Passepartout. Gott sei Dank hat sich die Lebenspraxis Wege gesucht, um das Zugangsmonopol des Diploms zu umgehen.
Verlust von Lehrmaterial
Lernen durch Erprobung verliert jedoch leicht sein Lehrmaterial in Zeiten, in denen die Produkte sich schnell abnutzen und fortwährend durch neue ersetzt werden. Erhaltung durch Wiederherstellung lohnt nicht mehr. Früher war die Reparatur eines defekten Motors auch ein Lernerlebnis für den Autoschlosser. »Gewusst, wo« war sowohl eine theoretische wie eine praktische Aufgabe. Heute wechselt er die Ersatzteile aus, die ihm ein Elektrogerät als defekt meldet, und ist vor allem Monteur.
»Ist es aber nötig und möglich, dass ein Kind alles lernt, was ein Erwachsener wissen muss?«, fragte schon vor mehr als zwei Jahrhunderten der Philosoph und Pädagoge Jean-Jacques Rousseau. Die Aussichtslosigkeit eines solchen Versuchs hat sich verschärft.
In einer Gesellschaft, in der Wissen schnell veraltet, wirkt das Vorhaben, alles Wissen, das zukünftig gebraucht wird, in die kleinen Köpfe der Kinder zu trichtern, eigentlich wie der Versuch, Eis auf Vorrat in der Sahara zu lagern.





Eine Streitschrift?
Um sich mit ihm auf einen Streit einzulassen, müsste er "satisfaktionsfähig" sein. C.
Dieser Kommentar ist ein Musterbeispiel für Arroganz.
Werde ich mir merken :-D
Richtig, Bulldogge! Crest hat sein Urteil fertig, er fragt nicht und hinterfragt nicht, am allerwenigsten sich selbst. Wem nützen solche fertigen Urteile, die noch nicht mal den Hauch einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema erkennen lassen? Niemandem! Sie drücken nur Verachtung aus. Aber Verachtung bringt buchstäblich NICHTS voran. Sie ist nur, wirklich nur Hinderniss für alle Beteiligten, nicht zuletzt für Crest selbst. Deshalb halte ich sie für unmenschlich. Man muss sich überdies vorsehen : Verachtung erzeugt in vielen Menschen Angst und die kann ansteckend sein wie eine Grippe. Da hilft nur ein klares Bewusstsein: "Das unterstütze ich nicht, nicht in mir und nicht in Anderen."
Es stimmt, dass andere Meinungen manchmal ärgerlich oder erstmal unverständlich sein können, aber das erspart uns nicht die Mühe, den jeweils Anderen dafür zu achten, dass er seine Erfahrung und das daraus destillierte Denken in das Gemeinwesen eingebringt. Die weitaus meisten Menschen, denen ich bislang begegnet bin, woll(t)en mit ihren Anliegen und Ansichten verstanden werden. Wie bedeutend das für uns ist, wird so deutlich: Kinder, die oft erfahren haben, dass niemand sich die Mühe macht(e), ihre Anliegen zu verstehen, werden praktisch immer seelisch krank. Deshalb ist wesentlich, nachzufragend - rogant, nicht arrogant zu sein. Und wenn man das beobachtet, stellt sich schnell heraus: das gilt allgemein, ja sogar, dass die Fragen oft viel wesentlicher sind als die Antworten!
Um sich mit ihm auf einen Streit einzulassen, müsste er "satisfaktionsfähig" sein. C.
@Crest: was benötigt Mann/Frau, um Ihren Satisfaktionskriterien zu genügen? Was fehlt dem Blüm? Was fehlt diesem Artikel?
Das war wohl einer Ihrer schwächsten Kommentare, naja kann jedem mal passieren :-)
Entfernt. Verzichte Sie auf polemische Äußerungen. Die Redaktion/mak
Norbert Blüm ist einer der größten deutschen Nachkriegspolitiker überhaupt. Wir brauchen Ihn wieder an der Seite von Merkel als Bundesminister!
Er hat die Rente gesichert und nun wird er den sozialen Frieden in Deutschland sichern. Ein erster Stein ist von ihm gesetzt worden.
Bauen wir darauf auf!
Dieser Kommentar ist ein Musterbeispiel für Arroganz.
Werde ich mir merken :-D
Richtig, Bulldogge! Crest hat sein Urteil fertig, er fragt nicht und hinterfragt nicht, am allerwenigsten sich selbst. Wem nützen solche fertigen Urteile, die noch nicht mal den Hauch einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema erkennen lassen? Niemandem! Sie drücken nur Verachtung aus. Aber Verachtung bringt buchstäblich NICHTS voran. Sie ist nur, wirklich nur Hinderniss für alle Beteiligten, nicht zuletzt für Crest selbst. Deshalb halte ich sie für unmenschlich. Man muss sich überdies vorsehen : Verachtung erzeugt in vielen Menschen Angst und die kann ansteckend sein wie eine Grippe. Da hilft nur ein klares Bewusstsein: "Das unterstütze ich nicht, nicht in mir und nicht in Anderen."
Es stimmt, dass andere Meinungen manchmal ärgerlich oder erstmal unverständlich sein können, aber das erspart uns nicht die Mühe, den jeweils Anderen dafür zu achten, dass er seine Erfahrung und das daraus destillierte Denken in das Gemeinwesen eingebringt. Die weitaus meisten Menschen, denen ich bislang begegnet bin, woll(t)en mit ihren Anliegen und Ansichten verstanden werden. Wie bedeutend das für uns ist, wird so deutlich: Kinder, die oft erfahren haben, dass niemand sich die Mühe macht(e), ihre Anliegen zu verstehen, werden praktisch immer seelisch krank. Deshalb ist wesentlich, nachzufragend - rogant, nicht arrogant zu sein. Und wenn man das beobachtet, stellt sich schnell heraus: das gilt allgemein, ja sogar, dass die Fragen oft viel wesentlicher sind als die Antworten!
Um sich mit ihm auf einen Streit einzulassen, müsste er "satisfaktionsfähig" sein. C.
@Crest: was benötigt Mann/Frau, um Ihren Satisfaktionskriterien zu genügen? Was fehlt dem Blüm? Was fehlt diesem Artikel?
Das war wohl einer Ihrer schwächsten Kommentare, naja kann jedem mal passieren :-)
Entfernt. Verzichte Sie auf polemische Äußerungen. Die Redaktion/mak
Norbert Blüm ist einer der größten deutschen Nachkriegspolitiker überhaupt. Wir brauchen Ihn wieder an der Seite von Merkel als Bundesminister!
Er hat die Rente gesichert und nun wird er den sozialen Frieden in Deutschland sichern. Ein erster Stein ist von ihm gesetzt worden.
Bauen wir darauf auf!
Obwohl ich viele der Einschätzungen teile, bin ich von den maßlosen "rhetorischen Übertreibungen" im Artikel geradezu abgestoßen:
Insbesondere der Vergleich von Schule mit einer Religion, oder die Bezugnahme auf diktatorische Schulsysteme in einer Streitschrift über das aktuelle deutsche Schulsystem entwerten in meinen Augen den Text - "Hitler und Stalin" haben hier nichts zu suchen.
....der Generationenvertrag aber der Schaden im Gegensatz gering.
""Hitler und Stalin" haben hier nichts zu suchen."
Und warum nicht?
realökonomischen Zwang zu wachsen. Ich wüsste gerne wo das Ende sein soll. Norbert Blüm hat völlig recht: Intelligente Menschen können einen Text wiedergeben, kluge Menschen verstehen ihn!Wie kommen wir eigentlich dazu, eine Legitimation für Intelligenz oder Klugheit in einem Titel finden zu wollen und, was viel schlimmer ist, dem Titel anvertrauen, statt dem Träger zuzutrauen.
Wir müssen dem akademischen Grad wieder den Wert verschaffen, den er vor seiner Profanierung hatte. Akademiker sind nicht dazu da Kaffee zu kochen oder den Kopierer zu bedienen, Anträge abzustempeln, Straßen zu fegen oder Berufsbedenkenträger zu sein. Genauso wenig aber um Unternehmen und Völker zu lenken. Dazu bedarf es etwas mehr, als nur eines akademischen Titels: Charisma!
Doppelschade, dass Blümchen nicht mehr politisch aktiv ist!
....der Generationenvertrag aber der Schaden im Gegensatz gering.
""Hitler und Stalin" haben hier nichts zu suchen."
Und warum nicht?
realökonomischen Zwang zu wachsen. Ich wüsste gerne wo das Ende sein soll. Norbert Blüm hat völlig recht: Intelligente Menschen können einen Text wiedergeben, kluge Menschen verstehen ihn!Wie kommen wir eigentlich dazu, eine Legitimation für Intelligenz oder Klugheit in einem Titel finden zu wollen und, was viel schlimmer ist, dem Titel anvertrauen, statt dem Träger zuzutrauen.
Wir müssen dem akademischen Grad wieder den Wert verschaffen, den er vor seiner Profanierung hatte. Akademiker sind nicht dazu da Kaffee zu kochen oder den Kopierer zu bedienen, Anträge abzustempeln, Straßen zu fegen oder Berufsbedenkenträger zu sein. Genauso wenig aber um Unternehmen und Völker zu lenken. Dazu bedarf es etwas mehr, als nur eines akademischen Titels: Charisma!
Doppelschade, dass Blümchen nicht mehr politisch aktiv ist!
Das wäre mein Bundespräsident !
Das sind Schriften die ich von einem Bundespräsidenten erwarten würde.
Also Herr Gauck,die Messlatte ist gelegt.
Ich werde sie unter anderem an dieser Schrift messen.
Schrift messen zu wollen, die er nicht verfaßt hat. Messen Sie lieber Norbert Blüm in seinem Tun als Minister in der Vergangenheit an seiner heutigen Schrift. Das gäbe Aufschluß - über seine Versprechen, Relativierungen und Fehler von damals, die bis heute nachwirken. -
...seinem Durchalten mit dem Generationenvertrag statt Ruecklagen zu bilden viel mehr Schaden angerichtet als Wulff; unermesslich viel mehr. Aber was will man erwarten vin jemandem, der formale Kenntnisse so wenig achtet. Der das zumindest sagt. Der wischt dann die gesicherten Kenntnisse, dass der Generationenvertrag scheitern musste von Tisch wischt, wie sein Chef aehnliche sicheres wissen das tat, als er den Maastrichter Vertrag zeichnette.
Der Grad schierer Verantwortungslisigkeit raubt einem den Atem wie auch der Hohn, den ein solcger Artikel ueber die Geschaedigten ausschuettet. Dass diese dann auch noch sich ueber die grossartigen Sonntagsworte freuen .... Ich glaube die haben noch immer nicht gerafft, was ihnen angetan wurde.
Schrift messen zu wollen, die er nicht verfaßt hat. Messen Sie lieber Norbert Blüm in seinem Tun als Minister in der Vergangenheit an seiner heutigen Schrift. Das gäbe Aufschluß - über seine Versprechen, Relativierungen und Fehler von damals, die bis heute nachwirken. -
...seinem Durchalten mit dem Generationenvertrag statt Ruecklagen zu bilden viel mehr Schaden angerichtet als Wulff; unermesslich viel mehr. Aber was will man erwarten vin jemandem, der formale Kenntnisse so wenig achtet. Der das zumindest sagt. Der wischt dann die gesicherten Kenntnisse, dass der Generationenvertrag scheitern musste von Tisch wischt, wie sein Chef aehnliche sicheres wissen das tat, als er den Maastrichter Vertrag zeichnette.
Der Grad schierer Verantwortungslisigkeit raubt einem den Atem wie auch der Hohn, den ein solcger Artikel ueber die Geschaedigten ausschuettet. Dass diese dann auch noch sich ueber die grossartigen Sonntagsworte freuen .... Ich glaube die haben noch immer nicht gerafft, was ihnen angetan wurde.
Habe selten einen Artikel gelesen, der eine gesellschaftliche Entwicklung so klar auf den Punkt bringt.
Hut ab, Herr Blüm!
Da wird mir erst klar, was für eine glückliche Kindheit ich hatte. Ich hatte doch tatsächlich eine Menge Zeit zum Spielen und Herumstromern in der Natur.
Die 50iger? In den 60igern? In den 70igern begehrten jedenfalls hierzulande die Frauen/Mütter auf und verlangten nach ihrer "Hälfte des Himmels". Jetzt sind sie im Himmel und die Kinder im Hort. Was wiederum nur zum Teil stimmt, denn die Wochenarbeitszeit von Müttern war vor zehn Jahren höher.
http://www.welt.de/politi...
Hier nun reagiert die Politik - soll heißen: sie versucht es zumindest - was hingegen Herr Blüm kritisiert.
Um bezahlte Erziehungszeiten nicht nur wieder für Mütter sondern für beide Elternteile zu ermöglichen, müsste sich in der Tat einiges ändern. Aber das hiesige sogenannte Familienministerium bringt es ja innerhalb einer Frist von zwei Jahren nicht mal zum Votum bzgl. obligatorisches Sorgerecht für unverheiratete Väter.
Blüm fokussiert ganz traditionell ja fast reflexhaft auf überkommene Rollenverteilung, wenn er Männer fortgesetzt wie bisher als weitgehend entrechtete, Unterhaltssklaven instrumentalisiert sehen will. Diesen Zwängen kann allein durch ein bedingungsloses Grundeinkommen begegnet werden. Für Blüm eine Option? Er äußert sich nicht.
Jenes ausführlich und idealisiert beschriebene "früher" ist mit Sicherheit keine Antwort auf seine abschließende Frage.
Wer erinnert sich an das Erziehungs-Ideal von Otto Ludwig Piffl aus Billy Wilders Film "Eins-Zwei-Drei"? Der seinem Sohn nur bei Großaufmärschen zuwinken wollte, statt ihn selber zuhause zu erziehen?
.
Ein bisschen scheint mir diese Vorstellung - durch die Ganztagsbetreuung - schon verwirklicht!
Ich bin immer wieder schockiert über diese totale Verschulung in jedem Lebensbereich...unfassbar zu sehen, dass manche Kinder nicht mehr wissen, wie man miteinander spielt. Da läuft doch wohl gewaltig was schief! Lasst den Kindern ihren natürlichen Entwicklungslauf, sonst wundert mich "burnout" überhaupt nicht...Einfach mal Quatsch machen und Unsinn wie "Schlawuzi" (Sternschnuppe) hören und die Sonne scheinen lassen...vor der Bildung sollte doch zuerst die Freude am Leben stehen, oder nicht?
Die 50iger? In den 60igern? In den 70igern begehrten jedenfalls hierzulande die Frauen/Mütter auf und verlangten nach ihrer "Hälfte des Himmels". Jetzt sind sie im Himmel und die Kinder im Hort. Was wiederum nur zum Teil stimmt, denn die Wochenarbeitszeit von Müttern war vor zehn Jahren höher.
http://www.welt.de/politi...
Hier nun reagiert die Politik - soll heißen: sie versucht es zumindest - was hingegen Herr Blüm kritisiert.
Um bezahlte Erziehungszeiten nicht nur wieder für Mütter sondern für beide Elternteile zu ermöglichen, müsste sich in der Tat einiges ändern. Aber das hiesige sogenannte Familienministerium bringt es ja innerhalb einer Frist von zwei Jahren nicht mal zum Votum bzgl. obligatorisches Sorgerecht für unverheiratete Väter.
Blüm fokussiert ganz traditionell ja fast reflexhaft auf überkommene Rollenverteilung, wenn er Männer fortgesetzt wie bisher als weitgehend entrechtete, Unterhaltssklaven instrumentalisiert sehen will. Diesen Zwängen kann allein durch ein bedingungsloses Grundeinkommen begegnet werden. Für Blüm eine Option? Er äußert sich nicht.
Jenes ausführlich und idealisiert beschriebene "früher" ist mit Sicherheit keine Antwort auf seine abschließende Frage.
Wer erinnert sich an das Erziehungs-Ideal von Otto Ludwig Piffl aus Billy Wilders Film "Eins-Zwei-Drei"? Der seinem Sohn nur bei Großaufmärschen zuwinken wollte, statt ihn selber zuhause zu erziehen?
.
Ein bisschen scheint mir diese Vorstellung - durch die Ganztagsbetreuung - schon verwirklicht!
Ich bin immer wieder schockiert über diese totale Verschulung in jedem Lebensbereich...unfassbar zu sehen, dass manche Kinder nicht mehr wissen, wie man miteinander spielt. Da läuft doch wohl gewaltig was schief! Lasst den Kindern ihren natürlichen Entwicklungslauf, sonst wundert mich "burnout" überhaupt nicht...Einfach mal Quatsch machen und Unsinn wie "Schlawuzi" (Sternschnuppe) hören und die Sonne scheinen lassen...vor der Bildung sollte doch zuerst die Freude am Leben stehen, oder nicht?
...sondern eine exakte zustandsbeschreibung! worüber will hier gestritten werden? dazu müssten die geschilderten gesellschaftlichen tatsachen bestritten werden. wer mit wachen sinnen auf unsere gesellschaft sieht wird um zustimmung nicht herumkommen.
allenfalls wäre zu den familienrechtlichen entwicklungen anzumerken, dass die ursache für die heutigen regelungen im unterhaltsrecht wohl bereits in den siebzigern mit der abschaffung des sog. "schuldprinzips" gesetzt worden war. dies wiederum folgt ebenso aus der betonung des vorrangs der individuellen freiheit, wie sich dies in der heutigen unterhaltsrechtlichen betonung der eigenverantwortlichkeit ausdrückt.
eine fatale tendenz.
allerdings bin ich zuversichtlich, dass selbst unsere heutige gesellschaft wieder zu einer besinnung auf werte abseits von "geld und karriere" fähig ist. dies spätestens dann, wenn äussere umstände werte wie uneigennützige hilfsbereitschaft und vernunft überlebensnotwendig werden lassen. scheinbar ein "naturgesetz", dass es immer erst notzeiten (in jedweder hinsicht) bedarf, um sich auf das wesentliche zu besinnen...
also kein grund zur panik, bei allem unsinn, den wir heute manchmal ernst nehmen...
danke dennoch, herr blüm...
Da sitzt jeder Satz - wohltuend gegen den Mainstream gebürstet! Danke für diese unbequem wahre Feststellung aus dem Munde eines erfolgreichen Familien(groß-)vaters:
„..Die Mutter, die der Erziehung der Kinder wegen auf Erwerbseinkommen teilweise oder ganz verzichtet, weil dies einer innerfamiliären Abmachung entsprach, ist im Scheidungsfall die Gelackmeierte. Der Mann macht sich mit seinem höheren Einkommen, das er der Hilfs- und Spanndienste der Frau verdankte, auf und davon. Zurück bleibt die Frau, die naiv einem ehelichen Nachhaltigkeitsversprechen traute, das unter der emanzipativen Bedingung »Jeder ist sich selbst der Nächste« nicht mehr gilt.“
In ihrem Buch "Der Mutterschaftsbetrug - Vom Un-Wert zum Mehr-Wert des Mutterseins" -in Deutschland, 2010,2., verleiht Christa Mulack, den Müttern aus deren Perspektive eine eindringliche Stimme. Die Jahrzehnte lang in Schulpraxis- und Elternarbeit erfahrene Autorin, thematisiert darin u.a. das von der Politik bewältigte soziale Kernproblem der „Kinderarmut“, die zwar in sämtlichen Medien und Gremien von Politik, Kirchen und Sozialverbänden in Abständen - inzwischen ritualisiert- als mediales Flautethema diskutiert wird.
Aber noch immer nicht werden die i.d.R. dazugehörigen Mütter mit einbezogen - als ob es nicht überwiegend die MÜTTERARMUT wäre, die die Armut ihrer Kinder zur Folge hat!
„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man vergessen hat, was man gelernt hat.“ (Blüm)
Und seine Kindheit vergisst man NIE!
Da sitzt jeder Satz - wohltuend gegen den Mainstream gebürstet! Danke für diese unbequem wahre Feststellung aus dem Munde eines erfolgreichen Familien(groß-)vaters:
„..Die Mutter, die der Erziehung der Kinder wegen auf Erwerbseinkommen teilweise oder ganz verzichtet, weil dies einer innerfamiliären Abmachung entsprach, ist im Scheidungsfall die Gelackmeierte. Der Mann macht sich mit seinem höheren Einkommen, das er der Hilfs- und Spanndienste der Frau verdankte, auf und davon. Zurück bleibt die Frau, die naiv einem ehelichen Nachhaltigkeitsversprechen traute, das unter der emanzipativen Bedingung »Jeder ist sich selbst der Nächste« nicht mehr gilt.“
In ihrem Buch "Der Mutterschaftsbetrug - Vom Un-Wert zum Mehr-Wert des Mutterseins" -in Deutschland, 2010,2., verleiht Christa Mulack, den Müttern aus deren Perspektive eine eindringliche Stimme. Die Jahrzehnte lang in Schulpraxis- und Elternarbeit erfahrene Autorin, thematisiert darin u.a. das von der Politik bewältigte soziale Kernproblem der „Kinderarmut“, die zwar in sämtlichen Medien und Gremien von Politik, Kirchen und Sozialverbänden in Abständen - inzwischen ritualisiert- als mediales Flautethema diskutiert wird.
Aber noch immer nicht werden die i.d.R. dazugehörigen Mütter mit einbezogen - als ob es nicht überwiegend die MÜTTERARMUT wäre, die die Armut ihrer Kinder zur Folge hat!
„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man vergessen hat, was man gelernt hat.“ (Blüm)
Und seine Kindheit vergisst man NIE!
die Kindheit.
Ja, nur welche?
Wenn man nach "Hausordnung Schule[beliebig]" googelt und diese im Anschluss mit dem Inhalt des Google-Ergebnisses "Hausordnung Justizvollzugsanstalt [beliebig] (offener Vollzug)" vergleicht, stößt man auf viele inhaltliche und formale wie auch rechtliche Ähnlichkeiten. Was Herr Blüm meines Erachtens völlig zu Recht beklagt, ist die Ausweitung des "offenen Strafvollzugs" (Ganztagsschule)zu Lasten der Bereiche der Kindheit, die ihm und sicherlich auch mir mehr bedeutet haben als die mit der heutigen Generalvollmacht ausgestattete "Zwangsanstalt Schule".
....der Generationenvertrag aber der Schaden im Gegensatz gering.
Vieles richtig beschrieben und aufgezählt ...
"Im Sozialismus wird die Wirtschaft vergesellschaftet, im Kapitalismus die Gesellschaft verwirtschaftet. In der Praxis läuft das aufs Gleiche hinaus."
... aber was machen wir da nun ??!
Den wildgewordene Kapitalismus werden wir abschaffen müssen, -der dogmatische Sozialismus ist schon Vergangenheit- wir werden uns etwas neues einfallen lassen müssen, - macht Euch mal Gedanken ... ... !!?
Mir fällt bis jetzt da trozdem nur ein wirklich "demokratischer" Sozialismus ein ... .
Man wird sich seitens der Befürworter des Casino-Capitalismus zu wehren wissen - und zwar mit Methoden, mit denen sich auch das wilhelminische Kaiserreich, aber auch die DDR versuchten, gegen Veränderungen zu wehren: mit dem Prinzip der Kaderparteien.
Kaderparteien sind Parteien, in denen es zwar demokratische Wahlen gibt, diese allerdings dadurch ausgehebelt werden können und ausgehebelt werden, dass jeder gewählte Kader erst einer "Bestätigung der Linientreue" aus oberen Entscheidungsgremien bedarf. Wird ein Kandidat nicht bestätigt, ist die Wahl ungültig und muss noch einmal durchgeführt werden - notfalls lässt man so lange "wählen" bis der "richtige" Kandidat durch ist.
Fakt ist: Schule und Kindheit und Familie gelten inzwischen als ein "Markt", den es zu "privatisieren", zu "liberalisieren" und zu "flexibilisieren" gilt. Die Argumentation der Befürworter dieser Politik führen an, eine Beibehaltung des bisherigen Familiensystems würde der "Leben auf Kosten anderer" oder gar die "Kinder- und Jugendkriminalität" Vorschub leisten. Flankiert wird diese Argumentation mit dem berühmt-berüchtigten Beispiel der vierköpfigen Familie, deren Bedarf so hoch ist, dass sich Arbeit für sie nicht lohne und die deshalb "aus Bequemlichkeit" im ALG II verbliebe.
Alternativen - so heisst es auch - gäbe es zum Kapitalismus nicht. Er wäre "alternativlos". Dabei wird geflissentlich übersehen, dass Leute, wie Robert Havemann und Aleksandar Dubcek im Westen auch im Westen gefürchtet waren...
sozialere Marktwirtschaft; je nachdem aus welcher Richtung man sich dem neuen System nähert, es ist beides die gleiche Vorstellung eines gerechten Wirtschaftens.
Also genau das, was Schröder, Steinmeier Eichel und Steinbrück abschafften.
In diesem Fall sollte die Diskussion ohne die SPD fortgesetzt werden aber gerne mit den Linken!
Die SPD braucht keiner mehr; außer Maschmeier und Konsorten!
wichtige Grundvoraussetzung für ein nachhaltiges Wirtschaften.
•Inflation besser noch der Unterschied zwischen Zins und Inflation muss >5% betragen (entspricht Gsell´schem Geld mit Wertmarken)
Negativzins bei Geldvermögen möglich (zZ in CH und D).
Steuern auf unbehandelte und abbaubare Produkte runter 5%-10% (Lebensmittel die keine oder kaum Veränderungen erfuhren, Holzprodukte ohne Lack), auf behandelte Produkte rauf 20-40%, auf schädlichen Produkte noch weiter rauf bis auf einem x fachen des Produktpreises (wie heute beim Tabak aber auch Süßigkeiten und Zucker).
•Der Boden muss höher besteuert werden, bei Freibeträgen von 100-300 qm/Person
•öffentlicher Nahverkehr kostenlos
• Änderungen im Gesundheitswesen Die Gesundheit muss bezahlt werden!! Wer Krankheiten produziert muss wirtschaftlich bestraft werden!
•Bildung muss egalisiert werden wir brauchen die Intelligenz eines jeden Mannes und jeder Frau
etc.pp.
Man wird sich seitens der Befürworter des Casino-Capitalismus zu wehren wissen - und zwar mit Methoden, mit denen sich auch das wilhelminische Kaiserreich, aber auch die DDR versuchten, gegen Veränderungen zu wehren: mit dem Prinzip der Kaderparteien.
Kaderparteien sind Parteien, in denen es zwar demokratische Wahlen gibt, diese allerdings dadurch ausgehebelt werden können und ausgehebelt werden, dass jeder gewählte Kader erst einer "Bestätigung der Linientreue" aus oberen Entscheidungsgremien bedarf. Wird ein Kandidat nicht bestätigt, ist die Wahl ungültig und muss noch einmal durchgeführt werden - notfalls lässt man so lange "wählen" bis der "richtige" Kandidat durch ist.
Fakt ist: Schule und Kindheit und Familie gelten inzwischen als ein "Markt", den es zu "privatisieren", zu "liberalisieren" und zu "flexibilisieren" gilt. Die Argumentation der Befürworter dieser Politik führen an, eine Beibehaltung des bisherigen Familiensystems würde der "Leben auf Kosten anderer" oder gar die "Kinder- und Jugendkriminalität" Vorschub leisten. Flankiert wird diese Argumentation mit dem berühmt-berüchtigten Beispiel der vierköpfigen Familie, deren Bedarf so hoch ist, dass sich Arbeit für sie nicht lohne und die deshalb "aus Bequemlichkeit" im ALG II verbliebe.
Alternativen - so heisst es auch - gäbe es zum Kapitalismus nicht. Er wäre "alternativlos". Dabei wird geflissentlich übersehen, dass Leute, wie Robert Havemann und Aleksandar Dubcek im Westen auch im Westen gefürchtet waren...
sozialere Marktwirtschaft; je nachdem aus welcher Richtung man sich dem neuen System nähert, es ist beides die gleiche Vorstellung eines gerechten Wirtschaftens.
Also genau das, was Schröder, Steinmeier Eichel und Steinbrück abschafften.
In diesem Fall sollte die Diskussion ohne die SPD fortgesetzt werden aber gerne mit den Linken!
Die SPD braucht keiner mehr; außer Maschmeier und Konsorten!
wichtige Grundvoraussetzung für ein nachhaltiges Wirtschaften.
•Inflation besser noch der Unterschied zwischen Zins und Inflation muss >5% betragen (entspricht Gsell´schem Geld mit Wertmarken)
Negativzins bei Geldvermögen möglich (zZ in CH und D).
Steuern auf unbehandelte und abbaubare Produkte runter 5%-10% (Lebensmittel die keine oder kaum Veränderungen erfuhren, Holzprodukte ohne Lack), auf behandelte Produkte rauf 20-40%, auf schädlichen Produkte noch weiter rauf bis auf einem x fachen des Produktpreises (wie heute beim Tabak aber auch Süßigkeiten und Zucker).
•Der Boden muss höher besteuert werden, bei Freibeträgen von 100-300 qm/Person
•öffentlicher Nahverkehr kostenlos
• Änderungen im Gesundheitswesen Die Gesundheit muss bezahlt werden!! Wer Krankheiten produziert muss wirtschaftlich bestraft werden!
•Bildung muss egalisiert werden wir brauchen die Intelligenz eines jeden Mannes und jeder Frau
etc.pp.
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