IndienDer mörderische Makel Frau

Massenabtreibungen und Mädchen, die sterben müssen – das ist die Schattenseite des asiatischen Wirtschaftsbooms. von 

Indische Schuljungen vor einer Anzeigetafel in Neu Delhi, die für die Geburt von Mädchen wirbt

Indische Schuljungen vor einer Anzeigetafel in Neu Delhi, die für die Geburt von Mädchen wirbt  |  © Raveendran/AFP/Getty Images

Eines Tages wird man Meetu Khurana vielleicht den Friedensnobelpreis verleihen. Sie ist die erste Inderin, die ihren eigenen Ehemann vor Gericht angezeigt hat, weil er ihre ungeborenen Töchter töten wollte. Und sie will die Aufmerksamkeit der Welt auf ein Unheil lenken, das im Schatten des asiatischen Wirtschaftsbooms seinen Lauf nimmt: einen massenhaften Geschlechtermord aus ökonomischem Kalkül.

Ein Drama, das jedes Jahr Millionen von ungeborenen Mädchen im Krankenhausmüll enden lässt und eine unbekannte Zahl von Säuglingen und Kleinkindern zu Mordopfern ihrer eigenen Familien macht.

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Meetu Khurana ist Ärztin in einer Klinik in Delhi . Ihre Zwillinge sind heute sechs Jahre alt und wohlauf. Vor acht Jahren hatte sie in eine wohlhabende Delhier Familie eingeheiratet. Auch ihr Mann war Arzt, und eine Weile verstanden sie sich gut. Doch als sich ihre Schwangerschaft ankündigte, begann für Khurana ein Horrortrip. Die Familie ihres Mannes wollte unbedingt einen Sohn als Stammhalter. Khurana aber wollte nicht wissen, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen im Bauch trug, zumal das Gesetz in Indien es verbietet, das Geschlecht während der Schwangerschaft zu bestimmen. Als moderne, berufstätige Frau wollte sie einfach ein Kind.

Ihr Ehemann und ihre Schwiegermutter mischten ihr während ihrer Schwangerschaft Ei ins Essen. Sie wussten, dass sie darauf allergisch reagiert. Damit hatten sie einen Grund geschaffen, um die angehende Mutter zum Frauenarzt zu schleppen. Der Arzt stellte bei diesem Anlass dann fest, entgegen dem Willen der Mutter, dass sie Zwillingstöchter im Bauch trug. Vermutlich kassierte er für diesen Gesetzesbruch – wie Tausende von Ärzten in Indien und China , die heute täglich das gleiche Verbrechen begehen – eine anständige Bestechungssumme.

Für Khurana begann damals die Zeit ihrer "Folterwochen". Sie wurde in ihr Zimmer eingeschlossen. Sie bekam im eigenen Haus nicht mehr ausreichend zu essen. Und täglich redete ihre Schwiegermutter, eine ehemalige Schuldirektorin, auf sie ein. "Du musst sie beide töten, oder zumindest eine", forderte sie. "Willst du mir nun eine Hand oder beide abhauen lassen?", antwortete Khurana. Mehrmals warf der Ehemann sie die Treppe hinunter, um eine Fehlgeburt einzuleiten. Die Familie drohte, die Zwillinge nach der Geburt zu ertränken. So hatte es die Schwester der Schwiegermutter mit einer ungewollten Tochter früher getan. Khurana war schwach, unterernährt, und die Schwangerschaft plagte sie. Doch sie begriff rechtzeitig, dass sie in einer Familie von Verbrechern lebte – und rettete sich.

Nur ganz wenigen Frauen in ähnlicher Lage gelingt das. In der Regel fühlen sie sich der neuen Familie des Ehemannes ausgeliefert und gehorchen.

Khurana aber floh zurück zu ihren Eltern und gebar die beiden Töchter. Zwei Jahre später erstattete sie Anzeige – nicht ohne Gegenwehr der Behörden. "Wo ist dein Problem? Mach deinem Mann einfach einen Sohn!", sagte der Polizeikommissar, der ihre Anzeige aufnahm. Kurz darauf rief der Kommissar bei ihrer Mutter an: Frauen wie Khurana, von denen die Polizei wisse, dass sie Probleme mit dem Ehemann haben, würden häufig vergewaltigt, warnte er. Ein Richter schlug einen Vergleich vor: Umgerechnet 150.000 Euro sollte sie bekommen, wenn sie die Anzeige zurückzöge. Ein anderer Richter erteilte ihrem Ehemann das Besuchsrecht für die Kinder. "Die sehen in mir die Kriminelle, nicht in ihm", sagte sich Khurana. Doch sie hielt durch. Sie dachte: "Wenn eine gebildete Frau wie ich, noch dazu Ärztin, dem Druck nicht standhält, wer dann?"

Khurana bekam nach der Geburt Unterstützung von ihren Eltern und einer Nichtregierungsorganisation. Aber viele Verwandte, Kollegen und Freunde wandten sich ab. Seit vier Jahren wartet sie auf die Eröffnung ihres Prozesses. Sie hat alle Unterlagen zu ihrem Fall in ihr öffentliches Blog auf der Website savedaughters19.wordpress.com gestellt. "Damit jemand weitermachen kann, wenn ich ermordet werde", sagt Khurana heute.

Leserkommentare
  1. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf relativierende Kommentare. Danke. Die Redaktion/vn

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    zum Tragen kommt.

    Es geht hierbei nicht um eine Diskussion, ob man Abtreibung an sich befürwortet oder sich dagegen ausspricht.

    Es geht schlicht um die Selektion und soweit ich gestern in der Papierausgabe las, ist das auch kein feministisches Feld, das da abgegrast wird, sondern betrifft auch weitere Gesichtspunkt, da diese Auswahl nicht nur Gründe hat, die fragwürdig sind sondern auch Folgen.

    PS: nicht hinter jedem Busch sitzt eine Feministin, die in bösartiger Weise Jungs und Männer nicht beachtenswert findet!

    • Mia10
    • 16. März 2012 13:28 Uhr

    Sie haben da Prioritäten vertauscht: in Deutschland ist eine Abtreibung grundsätzlich strafbar, ES SEI DENN, ein Kind ist der Mutter wegen schwerer seelischer und/oder körperlicher Beeinträchtigungen nicht zumutbar. Das können Sie sehen, wie sie mögen, aber dabei geht es um die Gesundheit der Frau und nicht um Geschlecht, Augenfarbe, Größe oder sonstwas des Embryos.
    In Indien geht es eben NICHT um die Frau, sondern um die Familie, die kein Mädchen will. Einen Embryo abzutreiben, weil es eben ein solcher (blauäugiges, zu kleines Mädchen oder wasauchimmer) ist und nicht ein anderer, ist ein himmelweiter Unterschied!

    "Alleine in Deutschland werden jedes Jahr 100.000 Ungeborene, Mädchen wie Jungen, in die Mülltone entsorgt."

    Merken Sie eigentlich was Sie da fuer einen Mist schreiben?

    [...]

    Wenn sich eine werdende Mutter nicht den Konsequenzen Ihres Sexlebens stellen möchte, geht Sie einfach zum Arzt und "entledigt" sich Ihres Problems.

    In Indien ist dies zwar noch einigermaßen verboten, aber wie man im Bericht lesen kann, gibt es auch dort viele Menschen, Frauen wie Männer, die in einem ungeborenen Menschen nichts weiter sehen als ein Stück Fleisch, ähnlich den Mandeln, die man jederzeit entfernen kann.

    Traurige Welt...

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke, die Redaktion/au.

    Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.

    ...(zum jetzigen Zeitpunkt) 5 Empfehlungen hat ist eine grausame Folge der Entwicklungen, die in der PISA-Studie aufgedeckt wurden. Es geht in diesem Artikel nicht um Abtreibung, es wird auch nicht die Abtreibung kritisiert, sondern der Grund dafür, nämlich die ökonomisch motivierte Selektion eines Geschlechtes. Die Abtreibung ist nur Mittel zum Zweck. Aber das übersteigt offensichtlich die Textrezeptionsfähigkeit vieler. Schade...

    Entfernt. Bitte gehen Sie höflich auf die Kommentare anderer Nutzer ein. Danke, die Redaktion/ls

    • joG
    • 16. März 2012 15:40 Uhr

    ....weil die Mehrheit das so nicht sehen will.

    Man darf nicht einmal darauf hinweisen, dass die die meisten Abtreibungen wohl aus gesellschaftlich/finanziellen Gründen durchgeführt werden. Zumindest muss man das annehmen, wo keine medizinischen Komplikationen nachgewiesen werden. Es ist fast undenkbar, dass bei 0,24% Totgeburten ca 1/7 der Schwangerschaften medizinisch bedingt abgebrochen werden müssten, wie einer der Forumsteilnehmer hier behauptet. Man hält an der These fest jedoch, weil die Konsequenzen juristisch so unappetitlich sind. Es ist eine der Themen, wo die gesamte Nation heuchelt.

    Na ja, ich schätze mal, in Indien werden Jungen nicht abgetrieben. Grundsätzlich ist natürlich jede Abtreibung, egal ob weiblicher oder männlicher Fötus, schlimm.

    Da gebe ich Ihnen schon recht.

    In dem Artikel aber geht es um anderes:
    nämlich, dass in Indien sehr sehr sehr viele Mädchen abgetrieben werden.

    Aber wie es scheint, ist es grundsätzlich politisch korrekt, wenn aus Bequemlichkeit abgetrieben wird. Weil es offenbar zu viel verlangt ist, das Kind wenigstens auszutragen und dann zur Adoption freizugeben.

    Aber wenn Leute in einem sehr frühen Stadium festgestellt haben möchten, ob der Embryo eine Behinderung haben wird oder es um die gezielte Abtreibung von Mädchen geht, wird es wieder politisch unkorrekt.^^ Muss man erst einmal verstehen.

    • a.bit
    • 16. März 2012 13:25 Uhr

    http://econ.nyu.edu/user/...

    "e provide a decomposition of these missing women by age and cause of death. While we do not dispute the existence of severe gender bias at young ages, our computations yield some striking new findings: (1) the vast majority of missing women in India and a significant proportion of those in China are of adult age; (2) as a proportion of the total female population, the number of missing women is largest in sub-Saharan Africa, and the absolute numbers are comparable to those for India and China; (3) almost all the missing women stem from disease-by-disease comparisons and not from the changing composition of disease, as described by the epidemiological transition. Finally, using historical data, we argue that a comparable proportion of women was missing at the start of the 20th century in the United States, just as they are in India, China, and sub-Saharan Africa today."

    Vgl. dazu: "Der Demografieexperte Christopher Guilmoto vom Pariser Forschungsinstitut für Entwicklung (IRD) hat ausgerechnet, dass selektive Abtreibungen und Kindesmorde allein in Asien 117 Millionen Frauenleben gekostet hätten." Ich hätte mir gewünscht, dass die Berechnung etwas nachvollziehbarer im Artikel dargestellt worden wäre, oder zumindest mit etwas mehr Kontext.

    Eine Leserempfehlung
  2. ...wird all die "kleinen Prinzen" treffen, wenn sie dereinst ihre Prinzessin suchen...
    ...und feststellen das es leider viel zu wenige für sie alle gibt.

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    "Die Strafe für so kurzsichtiges Handeln wird all die "kleinen Prinzen" treffen, wenn sie dereinst ihre Prinzessin suchen...
    ...und feststellen das es leider viel zu wenige für sie alle gibt."

    Ja, so wird das sein. Aber was kann der "kleine Prinz" dafür, dass seine Eltern seine Schwestern abgetrieben haben?

    Oder ist es "gerecht", ihn zu bestrafen, weil er ein Junge ist?

    Dann dürfen wir uns also auf verstärkt männliche Einwanderung nach Europa gefaßt machen...

    Die wohlhabenden „kleinen Prinzen“ werden eine der wenigen begehrten einheimischen Frauen ergattern. Denjenigen, die leer ausgehen, bleibt immer noch die Auswanderung. Die werden sich dann z.B. in eine selbstbestimmte deutsche Frau „verlieben“. Aber das macht nichts, europäische Männer sind ja sowieso nur an ihrer Arbeit interessiert.

  3. zum Tragen kommt.

    Es geht hierbei nicht um eine Diskussion, ob man Abtreibung an sich befürwortet oder sich dagegen ausspricht.

    Es geht schlicht um die Selektion und soweit ich gestern in der Papierausgabe las, ist das auch kein feministisches Feld, das da abgegrast wird, sondern betrifft auch weitere Gesichtspunkt, da diese Auswahl nicht nur Gründe hat, die fragwürdig sind sondern auch Folgen.

    PS: nicht hinter jedem Busch sitzt eine Feministin, die in bösartiger Weise Jungs und Männer nicht beachtenswert findet!

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    da sich einige Kommentatoren bereits ereifert haben, dass es gar nicht um Abtreibung geht (hab wohl den falschen Artikel gelesen), sondern um Sexismus, versuche ich wenigstens, die Entscheidungsfreiheit der Frauen anzusprechen.

    Wenn sich eine Frau also für eine Abtreibung entscheidet, weil sie offiziell durch die Schwangerschaft/Mutterschaft seelisch unzumutbar belastet wird [...], dann muss ich einer Inderin oder Chinesin auch die Möglichkeit zugestehen, dass sie als Mutter eines Mädchens in ihrem sozialen Umfeld unzumutbar belastet wird und somit durchaus das Recht hat, die Schwangerschaft zu verweigern.

    Wenn der Artikel auch an einem Einzelschicksal aufgehängt wurde, wo anscheinend Druck auf die Frau ausgeübt wurde, kann man doch davon ausgehen, dass es in Asien genügend Frauen gibt, die aus sozialen Gründen freiwillig und gerne auf eine Tochter verzichten.

    Klingt für uns merkwürdig, aber es geht ja auch um ihr soziales Umfeld, nicht in unseres.

    Und hier gilt eben das Selbstbestimmungsrecht der Frau, auf dass sich europäische Frauen ja sonst bei jeder Gelegeneheit berufen.

    Gekürzt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare und verzichten auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    • Mia10
    • 16. März 2012 13:28 Uhr

    Sie haben da Prioritäten vertauscht: in Deutschland ist eine Abtreibung grundsätzlich strafbar, ES SEI DENN, ein Kind ist der Mutter wegen schwerer seelischer und/oder körperlicher Beeinträchtigungen nicht zumutbar. Das können Sie sehen, wie sie mögen, aber dabei geht es um die Gesundheit der Frau und nicht um Geschlecht, Augenfarbe, Größe oder sonstwas des Embryos.
    In Indien geht es eben NICHT um die Frau, sondern um die Familie, die kein Mädchen will. Einen Embryo abzutreiben, weil es eben ein solcher (blauäugiges, zu kleines Mädchen oder wasauchimmer) ist und nicht ein anderer, ist ein himmelweiter Unterschied!

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    • joG
    • 16. März 2012 14:59 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    • joG
    • 16. März 2012 15:25 Uhr

    ...dass die geäußerte Meinung hier sehr schmerzt und daher die Sitte ist, sie nicht auszusprechen. Wo man das tut,....

    • joG
    • 16. März 2012 23:00 Uhr

    .... Beitrag 51.

    • masera
    • 17. März 2012 1:33 Uhr

    Das was Sie Beschreiben ist das, was die Verfasser des Gesetzes dachten.

    Die zumutbare Belastung, die Notlage, die Schwere selbiger, und andere mögliche Notmilderungsstrategien werden nicht überprüft. Das wäre vergleichbar mit einer, nicht der Angemessenheit zu bemessenden, Notwehr, auf die sich jeder strafbar gemachte Mörder berufen könnte, und mangels einer objektiven Überprüfung faktisch ein genereller Freidspuch von vornhrein ist, als eine Ausnahmergelung für wirkliche Härtefälle. Faktisch wurde ein seit Menshengedenken kulturelle Zischenmenschiche Errungenschaft niedergerissen, indem der Willkür eines Menschen bis zum Mord stattgegeben wurde, ohne den eigtl. gewollten und angestrebten Ausnahme- und Notfall mit Rechenschaftspflicht vor dem Gesetz und dem Opfer zu verwirklichen.

    Die Gesundheit der Frau, wie Sie meinen, ist ein möglicher Grund für Abtreibung und dadurch kann ein Unterschied zu den Gründen in Indien bestehen - aber darauf kann man sich nicht berufen, weil es con Gesetz wegen ja gar nicht überprüft wird, und so die Einhaltung auch gar nicht garantiert werden kann.

    Faktisch gibt es Frauen, die Abtreibung derart als Recht missverstehen, dass sie nicht einmal mehr die eigentlich strafbare Handlung, Mord, einsehen und anerkennen, und ganz empört sind, wenn man auch nur daran wagt, bei Abtreibung an Mord, Tötung etc. zu denken. Es wird faktisch von vielen als Recht wahrgenommen, bei dem sich kein Staat/Gesetz einmischen und Rechenschaft einforden darf.

    • masera
    • 17. März 2012 2:04 Uhr

    Was Sie schreiben wäre wünschenswert. Nämlich dass wirklich nur bei Gesundheitsgefährdung Straffreiheit gewährt wird.

    Aber die Frauen haben damals unter diesem nachvollziehbaren Gedanken etwas ganz anderes durchgesetzt.
    "Mein Bauch" war die Zurückweisung rechtsstaatlicher Ansprüche gegenüber der Gesellschaft und dem Gesetz; und genau das kam auch dabei heraus. Man argumentierte so überzeugend mit Unterdrückung durch gesellschaftlicher und gesetzlicher Ächtung, dass man bereit war, einen Grundsatz einer rechtstaatlich geordneten Gesellschaft für Abtreibung aufzugeben, indem man den schutzbedürftigen Bürger, der Willkür der Mutter überließ, und auf die Durchsetzung von Recht und die Pflicht des Staates, aufgrund des staatlichen Gewaltmonopols die Sicherheit zu garantieren, verzichtete.

    Ähnlich läuft es bei der Forderung von anonymisierten Babyklappen. Anonym = Mein Bauch = keine Rechenschat/Vrrstwortungsvetpglichtung = keine Durchsetzung rechtstaatlicher Ansprüche.

    Da bei der gesetzliche Umsetzung nicht zufällig, sondern absichtlich ein rechtsfreien Raum durchgesetzt wurde, kann man schon besorgt fragen, wie wir als Gesellschaft dafür gerade stehen und auch gegenüber Frauen durchsetzen können(!?), dass bei Frauen kein diskriminierendes, wirtschaftliches, egoistisches Motiv zu einer straffreien Ermordung führt. Das schlimme ist: wir können es nicht.

    Wir würden es nicht einmal merken können, weil außer einem Beratungsgespräch keine Daten (z.B. Gesundheitsbedrohung) vorliegen!

  4. Ich hätte gedacht, dass sich dieser Wahnsinn zumindest in China erledigt hat, da junge Frauen dort ja nun ein "knappes Gut" sind. Es ist wahrlich ein ehrenwerter Kampf, den diese Frauen (und vereinzelt sicherlich auch Männer) kämpfen aber im großen Maßstab wird mittelfristig nichts auszurichten sein. Ein zum größten Teil ungebildetes und bitterarmes Milliardenvolk, beseelt von dem Gedanken an die Überlegenheit des männlichen Geschlechts ist träge wie ein Güterzug.

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    • LaoLu
    • 16. März 2012 14:10 Uhr

    Wenn ich das richtig mitbekommen habe, werden in China nach wie vor mehr Jungs als Mädchen zur Welt gebracht.

    Die Menschheit braucht offenbar noch sehr viel mehr Zeit, um diese archaische Stammhalterdenke aus den Köpfen der Leute zu kriegen.

    Übrigens: auch in der aufgeklärten deutschen Gesellschaft gibt es nach wie vor eine große Zahl von Familien, die auf die Geburt eines Stammhalters gesteigerten Wert legen.

  5. "Alleine in Deutschland werden jedes Jahr 100.000 Ungeborene, Mädchen wie Jungen, in die Mülltone entsorgt."

    Merken Sie eigentlich was Sie da fuer einen Mist schreiben?

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  6. stellt dieser Artikel die Abtreibung weiblicher Ungeborener dar. Als ob es dies in den "guten alten Zeiten" nicht gegeben hätte.

    Es gibt jedoch in Ovids "Metamorphosen" (9. Buch) die Geschichte des Mädchens Iphis, das ihr freigeborener, aber armer Vater aus ökonomischen Gründen aussetzen wollte, wenn sich nach der Geburt herausstellt, dass es kein Junge ist:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Iphis_(Tochter_des_Ligdus)

    Eine Leserempfehlung

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  • Schlagworte Indien | China | Abtreibung | Arzt | Kommunistische Partei | Mädchen
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