UrheberrechtLernt zu teilen! Bevor es zu spät ist

Weil im Internet alles kopiert werden kann, muss das Urheberrecht reformiert werden. Nur wie? Und wer kämpft hier gegen wen?

Von der Museumswand ins Netz: Andy Warhols "Marilyn Monroe" von 1967

Von der Museumswand ins Netz: Andy Warhols "Marilyn Monroe" von 1967

Die Fronten sind starr, die Beschimpfungen heftig – das Urheberrecht ist zum öffentlichen Kampffeld geworden: Die Internetgemeinschaft will teilen und kopieren und nicht wegen jeder Donald-Duck-Torte im Kindergeburtstagsvideo auf YouTube verklagt werden. Es könne nicht sein, sagt der Blogger Marcel Weiß, dass unsere Gesellschaft die heranwachsende Generation kriminalisiert, weil sie das im Netz macht, was wir alle früher auf dem Pausenhof gemacht haben: Kulturgüter tauschen. Die Verwerter wettern dagegen. Sie wollen nur teilen, wenn jemand bezahlt. Die Pausenhofmetapher hält Alexander Sikpis, Geschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, für eine romantisierende Verharmlosung: »Illegale Downloads sind ein Massenphänomen. Da steckt richtig kriminelle Energie dahinter«, sagt er im Vorfeld der Leipziger Buchmesse.

Für beide Seiten geht es ums Ganze: Wie hältst du’s mit dem Urheberrecht? Das ist die Gretchenfrage unseres kognitiven Kapitalismus, in dem Reichtum zunehmend über immaterielle Güter wie Wissen und Codes produziert wird – womit das Konzept des geistigen Eigentums entscheidet, wer daran partizipiert. Oder, um es noch grundlegender zu formulieren: Wir sind im Internetzeitalter damit konfrontiert, den Begriff des Teilens neu zu denken. Teilen im Sinne von Mitteilen und Teilhaben kennzeichnet die Produktion und Konsumtion immaterieller Güter. Und der in diesem Prozess geschaffene Reichtum wirft die Frage auf, wie er verteilt werden soll.

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Mit der Idee des Teilens hat das Urheberrecht aber heute Schwierigkeiten. Besonders deutlich wird das im Bereich der Kunst, in dem die Praxis, Teile fremder Werke für ein eigenes zu verwenden, weit verbreitet ist. Dabei geht es keineswegs nur um die Untiefen des Internets und seine Copy-and-paste-Kultur, um Remixe, Mashups oder das vom Hip-Hop geschätzte Sampling, kurz, um all den hot shit, für den sich ältere Semester nicht zwingend interessieren müssen. Es geht auch darum, dass es nach geltendem Urheberrecht die Pop-Art eines Andy Warhol nicht hätte geben sollen, nicht van Goghs Arbeiten nach dem japanischen Holzschnittmeister Hiroshige, ganz zu schweigen von Bachs brandenburgischer Adaption der Violinkonzerte Vivaldis.

Der freie Umgang mit der Kunst der anderen wurde in dem Zuge eingeschränkt, in dem die Gesetzgeber das Urheberrecht verschärften: Für 21 Jahre besaß ein Künstler im England des 18. Jahrhunderts die Rechte an seinem Werk, für weitere 14 Jahre besaß er sie auf Druck und Veräußerung. Heute ist das Urheberrecht in England wie in Deutschland ein automatisch garantiertes Recht, das bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers gilt – egal, ob es ein privates Foto auf Flickr oder einen Hollywood-Blockbuster schützt. Allein in den USA gab es in den letzten 30 Jahren 15 Verschärfungen des Urheberrechts. Statt sich also der Kulturproduktion des digitalen Zeitalters anzuschmiegen, hat das Urheberrecht eine gegenläufige Richtung genommen, die weder dem Produzenten dient noch dem Konsumenten und am allerwenigsten jenem Zwitter, der Walter Benjamin zufolge erstmals auftrat, als die Tagespresse dem Leser im Blatt eine Sparte einräumte: »Der Lesende ist jederzeit bereit, ein Schreibender zu werden«, resümierte der Philosoph und nahm damit den Typus des sogenannten Prosumenten vorweg, der gleichzeitig produziert und konsumiert und der heute das Netz dominiert.

Will man verstehen, wieso das Urheberrecht mit dieser Entwicklung nicht Schritt hält, muss man einen Blick auf seine Geschichte werfen. Zuerst auf die langen Jahrhunderte, die ohne Autorenrechte auskamen: Von der Antike übers christliche Mittelalter bis hin zum Barock war der Künstler Teil einer Gemeinde, deren Selbstverständnis er in seinen Werken ausdrückte und die im Gegenzug sein Auskommen sicherte. Die Polis, die Kirche, der fürstliche Hof finanzierten die Kunst. Diese Welt zerbricht mit der großen bürgerlichen Modernisierungs- und Individualisierungsphase um 1800. Der Künstler verliert seine quasi-naturwüchsige Gemeinde und muss sich nun selbst eine schaffen. Positiv gewendet heißt das: Er machte sich frei von der Überlieferung und von den geschmacklichen Fesseln feudalen Mäzenatentums. Das ist die Geburt des Autonomiegedankens in der Kunst: Der Künstler schafft sein Werk nicht mehr nach der alten Regelpoetik, sondern nach den inneren Maßgaben der von Kant fixierten Genieästhetik. Als Schöpfung ganz aus sich selbst oder besser noch: aus dem Nichts. Zugleich ist es die Geburtsstunde der Kunst als Ware, denn nun muss der freie Markt den Künstler ernähren. In dieser Situation verhießen garantierte Eigentumsrechte den Künstlern und Verlegern eine Lösung.

In unserer digitalen Kopiergesellschaft stellt sich allerdings die Frage, ob das Urheberrecht diese Aufgabe noch erfüllen kann. Denn das Internet ist die vollendete Reproduktionsmaschinerie: Alles, was ins Netz eingespeist wird, ist mit ein paar Klicks zu haben, nicht selten kostenlos. Die Musikbranche hatte das als Erstes zu spüren bekommen. Mit dem Verkauf von CDs lässt sich heute nur noch selten viel Geld verdienen. Als Nächstes könnte es die Buchbranche treffen, seit sich das geschriebene Wort vom Papier zu emanzipieren beginnt und als E-Book ins Netz wandert. Und das geht gewaltig schnell: 2011 lag der deutschlandweite Umsatz bei E-Books im ersten Quartal gerade einmal bei 50.000 Euro, im letzten Quartal schon bei 1,5 Millionen Euro, und für das erste Quartal in diesem Jahr rechnet der Börsenverein mit drei Millionen Euro. Der Umsatz steigt also, zugleich aber auch der Missbrauch: Mehr als 60 Prozent der Downloads seien illegal, zitiert der Geschäftsführer des Börsenvereins die von der Musik- und Buchbranche in Auftrag gegebene Studie zur digitalen Content-Nutzung. Bei Kino- und Spielfilmen soll der Anteil illegaler Downloads sogar bei 83 Prozent liegen.

Als Antwort auf das illegale Filesharing gründete sich die Deutsche Content Allianz, in der sich die Größen aus analogen Zeiten versammeln. ARD und ZDF vergessen ihren jahrelangen Streit mit dem Verband Privater Rundfunk und Telemedien und machen mit ihm gemeinsame Sache; die Gema ist genauso dabei wie der Bundesverband Musikindustrie, die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft und der Börsenverein. Ihre gut bezahlten Lobbyisten schmeißen sich mit der Forderung in den politischen Ring, das Urheberrecht noch weiter zu stärken und diejenigen, die dagegen im Netz verstoßen, noch härter zu bestrafen. Schließlich sind sie es, und nicht die Künstler, die mit dem Verkauf von CDs, DVDs und Büchern bislang am meisten von den Verschärfungen des Urheberrechts profitiert haben. »Auch wenn unsere digitale Realität heute eine andere ist als die zu Zeiten der Entwicklung des Urheberrechts, gilt der Schutz des geistigen Eigentums damals wie heute als Maxime«, sagt deshalb Jürgen Doetz von der Content Allianz.

Leserkommentare
  1. Eine wie auch immer legitimierte "Zentralstelle für Überspielrechte" hat es doch erreicht, dass der "Bundesverband der Computerhersteller" folgende Zahlungen leistet:
    "... Computerhersteller rückwirkend zum 1. Januar 2008 bis zum Ende des Jahres 2010 pro PC mit eingebautem Brenner 13,65 Euro an die Verwertungsgesellschaft abführen. Für Computer ohne Brenner wird eine Gebühr in Höhe von 12,15 Euro fällig. ... Die Überspiel-Gebühr beträgt für die Jahre 2002 und 2003 zusätzlich pro PC 3,15 Euro, und für die Jahre 2004 bis 2007 entrichten die Hersteller pro verkauftem Gerät 6,30 Euro."
    http://www.netzwelt.de/ne...

    Jetzt kann man sich das ja mal zusammenrechnen:
    http://www.tomshardware.d...
    http://www.heise.de/resal...

    Für den Zeitraum 2005/07 ergibt es ein Volumen von 171,99 Mill. €. 454,41 Mill. € sind es für 2008/10. Das sind 626 Mill. € ohne den Nachweis einer dafür erbrachten Leistung.
    Auch ich habe diese bezahlt. Genauso für meine Speichermedien. Nur für meine private Nutzung. Schwer vorstellbar das alle Firmen-PC´s nach fremder Kunst suchen.
    Und jetzt will mir jemand erzählen, ich würde das Urheberrecht verletzen, wenn ich einen Artikel aus dem Netz kopiere und verwende, wohlgemerkt ohne geschäftliches Interesse?
    Um diese Frage geht es!!

    2 Leserempfehlungen
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    ***Und jetzt will mir jemand erzählen, ich würde das Urheberrecht verletzen, wenn ich einen Artikel aus dem Netz kopiere und verwende, wohlgemerkt ohne geschäftliches Interesse?***

    Sie guttenbergen? Mutig! In der heutigen Zeit?!
    Warum können sie bei der Verwendung des im Netz kopierten Artikels nicht den Namen des Urhebers erwähnen, oder ihn womöglich sogar fragen?

    P.S. Ich bin froh, dass es zu der von ihnen verlinkten Einigung gekommen ist, denn endlich steht auf dem jährlichen VG Wort Scheck wieder eine vierstellige Summe, die ausgleicht, was die Sender mit Hinweis auf VG Wort und GvL schon seit Jahren an Gagen runtergefahren haben.

    das mal jetzt nicht nachrechnen (grins)...

    Gut und sauber recherchiert - und de facto wieder ein "proActa-Pluspunkt"...

    Aber jetzt frage ich Sie mal ganz persönlich:
    "Wie würden Sie es "händeln", wenn Sie (und bitte mal kurz wirklich versuchen der "Urheber" zu sein - und es wäre ihr Geld...)...

    Es mag Sie dazu veranlassen zu denken - "hat Sie die noch alle"...

    Aber es ist immer gut sich wirklich in die Seite des Gegenübers hineinzuversetzen - und es hilft dabei ungemein wenn man sich "die" mal als Mensch wie du und ich vorstellt (ich weiß es ist "sauschwer" - aber trotzdem Augen auf und in medias res)...

    Denn auch wenn ohne Frage diese Abzockerb.... von der Musikindustrie Jahrzehntelang noch nach dem Tod eines Künstlers "abgreifen" - es stehen auch irgendwie Menschen mit Arbeitsplätzen dahinter...

    Wenn Sie mich jetzt verfluchen möchten - bitte tun Sie's so, dass es sonst niemand hört - ich werd's trotzdem spüren...

    Es ist wohl einfach zu breitgefächert, um ganz konkret eine für alle passende und zufriedenstellende Aussage oder Position beziehen zu können - jedenfalls sehe ich das so...

    Vielleicht hat zu dieser Verhärtung geführt, dass so viel im stillen Kämmerlein gemauschelt wurde...

    Da bleibt für den IT-Freiheitsdenker - im Herbst 2013 nur die P.....flagge zu hissen...

    Es ist echt schwierig - und ein klares pro et contra werden dieser strittige Thematik nicht gerecht ...

    Nur wie sieht sie aus,die goldene Mitte...

    Dabei bin in ich vom Typ "impulsiv" (seufz)...

    ***Und jetzt will mir jemand erzählen, ich würde das Urheberrecht verletzen, wenn ich einen Artikel aus dem Netz kopiere und verwende, wohlgemerkt ohne geschäftliches Interesse?***

    Sie guttenbergen? Mutig! In der heutigen Zeit?!
    Warum können sie bei der Verwendung des im Netz kopierten Artikels nicht den Namen des Urhebers erwähnen, oder ihn womöglich sogar fragen?

    P.S. Ich bin froh, dass es zu der von ihnen verlinkten Einigung gekommen ist, denn endlich steht auf dem jährlichen VG Wort Scheck wieder eine vierstellige Summe, die ausgleicht, was die Sender mit Hinweis auf VG Wort und GvL schon seit Jahren an Gagen runtergefahren haben.

    das mal jetzt nicht nachrechnen (grins)...

    Gut und sauber recherchiert - und de facto wieder ein "proActa-Pluspunkt"...

    Aber jetzt frage ich Sie mal ganz persönlich:
    "Wie würden Sie es "händeln", wenn Sie (und bitte mal kurz wirklich versuchen der "Urheber" zu sein - und es wäre ihr Geld...)...

    Es mag Sie dazu veranlassen zu denken - "hat Sie die noch alle"...

    Aber es ist immer gut sich wirklich in die Seite des Gegenübers hineinzuversetzen - und es hilft dabei ungemein wenn man sich "die" mal als Mensch wie du und ich vorstellt (ich weiß es ist "sauschwer" - aber trotzdem Augen auf und in medias res)...

    Denn auch wenn ohne Frage diese Abzockerb.... von der Musikindustrie Jahrzehntelang noch nach dem Tod eines Künstlers "abgreifen" - es stehen auch irgendwie Menschen mit Arbeitsplätzen dahinter...

    Wenn Sie mich jetzt verfluchen möchten - bitte tun Sie's so, dass es sonst niemand hört - ich werd's trotzdem spüren...

    Es ist wohl einfach zu breitgefächert, um ganz konkret eine für alle passende und zufriedenstellende Aussage oder Position beziehen zu können - jedenfalls sehe ich das so...

    Vielleicht hat zu dieser Verhärtung geführt, dass so viel im stillen Kämmerlein gemauschelt wurde...

    Da bleibt für den IT-Freiheitsdenker - im Herbst 2013 nur die P.....flagge zu hissen...

    Es ist echt schwierig - und ein klares pro et contra werden dieser strittige Thematik nicht gerecht ...

    Nur wie sieht sie aus,die goldene Mitte...

    Dabei bin in ich vom Typ "impulsiv" (seufz)...

  2. wohl ohnehin bereits offene Türen ein...

    Es ist eben ein sehr schmaler Grat, der das auszuhalten hat was gerade noch erlaubt ist (schau ich mir nur videos auf youtube an oder stell ich brandneue Filme rein)...

    Ich bin nicht proActa - und hab mich trotzdem beteiligt an "proActa" - eben weil ich finde, dass Information für alle zugänglich sein soll und bleiben muss - aber auch mit Grenzen, die nicht deswegen einem Informationsdefizit oder Info-zurückhaltung gleichzusetzen sind!

    Das gilt aber nicht für Raubkopien und dergleichen - nur weil Mensch von heute, heute alles und jetzt sofort haben muss...

    Auch eine Masse kann Unrechtsempfinden besitzen - ohne zu merken, dass es des Anderen gutes Recht ist...

    Ich sag's mal ganz ehrlich: Ich bin dbzgl. hin- und hergerissen (vlt. weil ich auch mal das ein oder andere Büchlein veröffentlichen möchte - wenn ich die innere Einstellung dazu habe)...

    Es ist eben so schwierig - weil man nicht differenzieren kann - ohne einer Seite ungerecht zu werden...

    Denn freier Informationsfluss ist ein unschätzbares Gut - so wie Bildung - aber eben auch Recht ist eines dieser Privilegien...

    Tja - und irgendwie machen nur alle zusammen und im Kontext miteinander das höchste Gut "Freiheit" aus (jedenfalls empfinde ich dies so).

    Aber Rechtsempfinden und Recht haben sind so wie die zwei Socken, die zwar zusammenpassen aber zwei unterschiedliche Muster aufweisen...

    Alles Gute für Sie und liebe Grüße

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Massenkriminalisierung"
  3. Es geht nicht um "jede Donald-Duck-Torte im Kindergeburtstagsvideo auf YouTube".
    Wer einen Artikel über dies Problem derart anfängt, hat schon Unrecht. Oder keine Ahnung.

    4 Leserempfehlungen
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    • JAM030
    • 16.03.2012 um 10:28 Uhr

    Dem kann ich nur zustimmen (Kommentar Nr.19). Dieser Artikel ist anbiedernd an die "neue" Netzkultur und bedient sich einer Argumentation, die auf tönernden Füßen steht. Wahrscheinlich braucht die Zeit jüngere Leser. Und dann wird munter nachgeplappert, was bei Twitter & Co die Runde macht. Mit Urheberrecht hat das nichts zu tun.

    Und es gibt auch keine "neuen Geschäftsmodelle" für Künstler. kickstarter.com behält z. B. das gesamte Geld der Fans, wenn die Summe nicht zustande kommt. Gerissener kann man gar nicht Künstler und Fans auf einen Schlag in die Pfanne hauen.

    Und noch etwas: Die Künstler melden sich nicht zu Wort? Das ist ja ein echter Witz! Natürlich melden die sich. Wie ich jetzt. Nur das schmeckt der Download-Süchtigen Copy&Paste Community ganz und gar nicht, was die sagen.

    Künstler finden es nämlich nicht "hip", wenn originäre Werke zerhackzückelt werden, wenn der Urheber nicht genannt wird, wenn nicht nur die "armen Kids" (wahrscheinlich alle ohne zahlungskräftige Eltern) sich in ungezügelter Gier alles einverleiben, was sich irgendwie herunterladen lässt, wenn auf YouTube zu meinen Songs ein völlig beklopptes "Fan"-Video läuft.

    Künstler ziehen überall den Kürzeren: itunes zahlt z. B. von den 0,99 Cent ganze 0,09 Cents pro Song an den Künstler. Es gibt kein Mikro-Payment-System, das keine horrenden Gebühren erhebt.

    Musik (oder im weiteren Sinne Kulturgut) wird als unverzichtbar betrachtet und ist zugleich wertlos, weil kaum einer dafür bezahlen will.

    • JAM030
    • 16.03.2012 um 10:28 Uhr

    Dem kann ich nur zustimmen (Kommentar Nr.19). Dieser Artikel ist anbiedernd an die "neue" Netzkultur und bedient sich einer Argumentation, die auf tönernden Füßen steht. Wahrscheinlich braucht die Zeit jüngere Leser. Und dann wird munter nachgeplappert, was bei Twitter & Co die Runde macht. Mit Urheberrecht hat das nichts zu tun.

    Und es gibt auch keine "neuen Geschäftsmodelle" für Künstler. kickstarter.com behält z. B. das gesamte Geld der Fans, wenn die Summe nicht zustande kommt. Gerissener kann man gar nicht Künstler und Fans auf einen Schlag in die Pfanne hauen.

    Und noch etwas: Die Künstler melden sich nicht zu Wort? Das ist ja ein echter Witz! Natürlich melden die sich. Wie ich jetzt. Nur das schmeckt der Download-Süchtigen Copy&Paste Community ganz und gar nicht, was die sagen.

    Künstler finden es nämlich nicht "hip", wenn originäre Werke zerhackzückelt werden, wenn der Urheber nicht genannt wird, wenn nicht nur die "armen Kids" (wahrscheinlich alle ohne zahlungskräftige Eltern) sich in ungezügelter Gier alles einverleiben, was sich irgendwie herunterladen lässt, wenn auf YouTube zu meinen Songs ein völlig beklopptes "Fan"-Video läuft.

    Künstler ziehen überall den Kürzeren: itunes zahlt z. B. von den 0,99 Cent ganze 0,09 Cents pro Song an den Künstler. Es gibt kein Mikro-Payment-System, das keine horrenden Gebühren erhebt.

    Musik (oder im weiteren Sinne Kulturgut) wird als unverzichtbar betrachtet und ist zugleich wertlos, weil kaum einer dafür bezahlen will.

  4. Sie haben für sich geschrieben und verstehen, dass man nicht möchte, dass die eigene Arbeit benutzt und zerstört wird, ohne dass man einen Einfluss darauf hat. Wir sind einen Schritt weitergegangen und haben nicht nur für uns im Übungsraum, sondern in der Öffentlichkeit gespielt. Bei einem Konzert vor etwa 5 Jahren hat der Chef des Veranstaltungsortes alles mitgeschnitten. Vor ungefähr zwei Jahren rief mich irgendwann unser ehemaliger Gitarrist an und erzählte mir, dass er im Internet auf einen unserer Songs gestoßen ist, allerdings ohne, dass dahinter stand, dass wir diesen Song geschrieben und aufgeführt haben. Der Veranstalter, der nebenbei auch ein Internetradio betreibt, hat beschlossen, aus einem unserer Songs einen "Remix" zu machen, bei dem zum aufgeführten Song nur hier und da ein paar Dinge hinzugefügt wurden, und ihn dann als seinen verkauft. Er hat damit Geld verdient, wir nicht. Das hat der Mann wohl schon häufiger gemacht, denn seine Playlists sind voll von "Remixen", hinter denen sein Name steht. Einer der Songs war von der neuen Band unseres ehemaligen Gitarristen.
    Das war ein Beispiel zu unserem Hobby, was das Berufliche betrifft, mussten wir ähnliche Erfahrungen machen...

    Eine Leserempfehlung
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    jetzt sage - ich kann es Ihnen nicht verdenken, dass Sie sauer auf alle IT-Raffer sind - würde es weder was nutzen noch wirklich was ändern...

    Aber ich verstehe Sie wirklich - es ist einfach zum Haareraufen....

    Ich bin so hin- und hergerissen, bei diesem Thema, dass ich mich fast zu sehr aufrege...

    Es muss doch möglich sein, dass der "Urheber" zu seinem Recht kommt - und dass dennoch auch Kids von weniger betuchten oder auch materiell weniger gut gestellte Menschen (bin selbst Frührentnerin) nicht leer ausgehen...

    Und ich möchte gleich mal explizit betonen, dass ich noch nicht mal ein Musikstück "downgeloadet" hab - ich bin so - ich könnt nich mehr schlafen...

    Und ob Sie es glauben oder nicht - genau diese innere "Anstandsuhr" wurde mir in der Vergangenheit sehr oft zum Verhängnis...

    Wir leben in einer sehr verqueren Welt - stopp! Nein - die Menschen sind ja die verqueren "Elemente" in ihr...

    Ihnen wünsche ich, dass der Erfogl euch trotzdem findet - ich drück jedenfalls ganz fest die Daumen...

    Alles Gute für Sie und liebe Gtrüße

    Ich weiß schon: Das Wünschen ist sehr unbeliebt geworden - weil es sich scheinbar doch nicht lohnt - aber wenn zwei oder mehr das Gleiche möchten (ohne den Gedanken an den "NurReibach" allerdings - Übervorteilung eines/r anderen Partei macht den Wunsch schon zur zerplatzten Seifenblase) dann klappt es viel besser...

    Allerdings muss ich zugeben, dass ich das zuletzt mit meiner verstorbenen Omi praktiziert hab - aber es hat funktioniert...

    jetzt sage - ich kann es Ihnen nicht verdenken, dass Sie sauer auf alle IT-Raffer sind - würde es weder was nutzen noch wirklich was ändern...

    Aber ich verstehe Sie wirklich - es ist einfach zum Haareraufen....

    Ich bin so hin- und hergerissen, bei diesem Thema, dass ich mich fast zu sehr aufrege...

    Es muss doch möglich sein, dass der "Urheber" zu seinem Recht kommt - und dass dennoch auch Kids von weniger betuchten oder auch materiell weniger gut gestellte Menschen (bin selbst Frührentnerin) nicht leer ausgehen...

    Und ich möchte gleich mal explizit betonen, dass ich noch nicht mal ein Musikstück "downgeloadet" hab - ich bin so - ich könnt nich mehr schlafen...

    Und ob Sie es glauben oder nicht - genau diese innere "Anstandsuhr" wurde mir in der Vergangenheit sehr oft zum Verhängnis...

    Wir leben in einer sehr verqueren Welt - stopp! Nein - die Menschen sind ja die verqueren "Elemente" in ihr...

    Ihnen wünsche ich, dass der Erfogl euch trotzdem findet - ich drück jedenfalls ganz fest die Daumen...

    Alles Gute für Sie und liebe Gtrüße

    Ich weiß schon: Das Wünschen ist sehr unbeliebt geworden - weil es sich scheinbar doch nicht lohnt - aber wenn zwei oder mehr das Gleiche möchten (ohne den Gedanken an den "NurReibach" allerdings - Übervorteilung eines/r anderen Partei macht den Wunsch schon zur zerplatzten Seifenblase) dann klappt es viel besser...

    Allerdings muss ich zugeben, dass ich das zuletzt mit meiner verstorbenen Omi praktiziert hab - aber es hat funktioniert...

  5. ***Und jetzt will mir jemand erzählen, ich würde das Urheberrecht verletzen, wenn ich einen Artikel aus dem Netz kopiere und verwende, wohlgemerkt ohne geschäftliches Interesse?***

    Sie guttenbergen? Mutig! In der heutigen Zeit?!
    Warum können sie bei der Verwendung des im Netz kopierten Artikels nicht den Namen des Urhebers erwähnen, oder ihn womöglich sogar fragen?

    P.S. Ich bin froh, dass es zu der von ihnen verlinkten Einigung gekommen ist, denn endlich steht auf dem jährlichen VG Wort Scheck wieder eine vierstellige Summe, die ausgleicht, was die Sender mit Hinweis auf VG Wort und GvL schon seit Jahren an Gagen runtergefahren haben.

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    kein guttenbergen mehr...

    Es kann doch nur für einen pathologischen Profilneurotiker eine Unzumutbarkeit darstellen, die "Ursprungsquelle" anzugeben...

    Wer damit (und wie könnte Mann/Frau sich besser vom Plagiatsbaron abheben) ein Problem hat - der hat eins (und fällt damit dann hoffentlich auf seine Nase!

    In einem Geschäft muss auch für Ware bezahlt werden - eine Quelle anzugeben ist eben bei Urheberrecht der Preis - so what...

    Ihnen liebe Grüße

    1. Warum soll ich für etwas eine Abgabe zahlen, die ich schon als Pauschale getätigt habe?
    2. Für das was ich privat, also ohne geschäftliches Interesse , nutze, kann es der Verwertungsindustrie egal sein, wie ich das handhabe.
    3. Für meine selbst erstellten Bilder, Dokumente etc. erhält mit dieser Abgabe die Verwertungsindustrie und somit auch ein unbekannter Urheber irgendwelcher anderen Werke Geld.

    kein guttenbergen mehr...

    Es kann doch nur für einen pathologischen Profilneurotiker eine Unzumutbarkeit darstellen, die "Ursprungsquelle" anzugeben...

    Wer damit (und wie könnte Mann/Frau sich besser vom Plagiatsbaron abheben) ein Problem hat - der hat eins (und fällt damit dann hoffentlich auf seine Nase!

    In einem Geschäft muss auch für Ware bezahlt werden - eine Quelle anzugeben ist eben bei Urheberrecht der Preis - so what...

    Ihnen liebe Grüße

    1. Warum soll ich für etwas eine Abgabe zahlen, die ich schon als Pauschale getätigt habe?
    2. Für das was ich privat, also ohne geschäftliches Interesse , nutze, kann es der Verwertungsindustrie egal sein, wie ich das handhabe.
    3. Für meine selbst erstellten Bilder, Dokumente etc. erhält mit dieser Abgabe die Verwertungsindustrie und somit auch ein unbekannter Urheber irgendwelcher anderen Werke Geld.

  6. das mal jetzt nicht nachrechnen (grins)...

    Gut und sauber recherchiert - und de facto wieder ein "proActa-Pluspunkt"...

    Aber jetzt frage ich Sie mal ganz persönlich:
    "Wie würden Sie es "händeln", wenn Sie (und bitte mal kurz wirklich versuchen der "Urheber" zu sein - und es wäre ihr Geld...)...

    Es mag Sie dazu veranlassen zu denken - "hat Sie die noch alle"...

    Aber es ist immer gut sich wirklich in die Seite des Gegenübers hineinzuversetzen - und es hilft dabei ungemein wenn man sich "die" mal als Mensch wie du und ich vorstellt (ich weiß es ist "sauschwer" - aber trotzdem Augen auf und in medias res)...

    Denn auch wenn ohne Frage diese Abzockerb.... von der Musikindustrie Jahrzehntelang noch nach dem Tod eines Künstlers "abgreifen" - es stehen auch irgendwie Menschen mit Arbeitsplätzen dahinter...

    Wenn Sie mich jetzt verfluchen möchten - bitte tun Sie's so, dass es sonst niemand hört - ich werd's trotzdem spüren...

    Es ist wohl einfach zu breitgefächert, um ganz konkret eine für alle passende und zufriedenstellende Aussage oder Position beziehen zu können - jedenfalls sehe ich das so...

    Vielleicht hat zu dieser Verhärtung geführt, dass so viel im stillen Kämmerlein gemauschelt wurde...

    Da bleibt für den IT-Freiheitsdenker - im Herbst 2013 nur die P.....flagge zu hissen...

    Es ist echt schwierig - und ein klares pro et contra werden dieser strittige Thematik nicht gerecht ...

    Nur wie sieht sie aus,die goldene Mitte...

    Dabei bin in ich vom Typ "impulsiv" (seufz)...

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    ... vieler Tausender von Bildern, die ich bisher auf meinem PC und meinen Speicherkarten "festgehalten" habe. Dafür bezahle ich der Rechteindustrie eine Urheberrechtsabgabe für Werke die ich nicht gespeichert habe. Selbst für meinen Lebenslauf und meine Bewerbungsschreiben, Steuererklärungen bezahle ich diese Abgabe.
    Ich als Urheber bezahle für andere Urheber für den Verdachtsfall, dass es passieren könnte, dass ich eventuell mal, irgendwann mir das Wintermärchen von Heinrich Heine downloade. Ist jetzt etwas überspitzt geschrieben.

    ... vieler Tausender von Bildern, die ich bisher auf meinem PC und meinen Speicherkarten "festgehalten" habe. Dafür bezahle ich der Rechteindustrie eine Urheberrechtsabgabe für Werke die ich nicht gespeichert habe. Selbst für meinen Lebenslauf und meine Bewerbungsschreiben, Steuererklärungen bezahle ich diese Abgabe.
    Ich als Urheber bezahle für andere Urheber für den Verdachtsfall, dass es passieren könnte, dass ich eventuell mal, irgendwann mir das Wintermärchen von Heinrich Heine downloade. Ist jetzt etwas überspitzt geschrieben.

    • JAM030
    • 16.03.2012 um 10:28 Uhr

    Dem kann ich nur zustimmen (Kommentar Nr.19). Dieser Artikel ist anbiedernd an die "neue" Netzkultur und bedient sich einer Argumentation, die auf tönernden Füßen steht. Wahrscheinlich braucht die Zeit jüngere Leser. Und dann wird munter nachgeplappert, was bei Twitter & Co die Runde macht. Mit Urheberrecht hat das nichts zu tun.

    Und es gibt auch keine "neuen Geschäftsmodelle" für Künstler. kickstarter.com behält z. B. das gesamte Geld der Fans, wenn die Summe nicht zustande kommt. Gerissener kann man gar nicht Künstler und Fans auf einen Schlag in die Pfanne hauen.

    Und noch etwas: Die Künstler melden sich nicht zu Wort? Das ist ja ein echter Witz! Natürlich melden die sich. Wie ich jetzt. Nur das schmeckt der Download-Süchtigen Copy&Paste Community ganz und gar nicht, was die sagen.

    Künstler finden es nämlich nicht "hip", wenn originäre Werke zerhackzückelt werden, wenn der Urheber nicht genannt wird, wenn nicht nur die "armen Kids" (wahrscheinlich alle ohne zahlungskräftige Eltern) sich in ungezügelter Gier alles einverleiben, was sich irgendwie herunterladen lässt, wenn auf YouTube zu meinen Songs ein völlig beklopptes "Fan"-Video läuft.

    Künstler ziehen überall den Kürzeren: itunes zahlt z. B. von den 0,99 Cent ganze 0,09 Cents pro Song an den Künstler. Es gibt kein Mikro-Payment-System, das keine horrenden Gebühren erhebt.

    Musik (oder im weiteren Sinne Kulturgut) wird als unverzichtbar betrachtet und ist zugleich wertlos, weil kaum einer dafür bezahlen will.

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    Antwort auf "... sorry, aber ... "
  7. @ZeitErfassung: Ihr bereits mehrfach wiederholtes „Argument“, dass es nun mal begrenzt Töne gibt und sich damit also nur begrenzt „neue Musik“ machen lässt ist derzeit nur theoretisch richtig - aber selbst wenn die nächste Zeit ähnlich viel Musik produziert und komponiert wird wie jetzt ist das nun wirklich eine faule Ausrede sich fremde Musik einfach zu Eigen zu machen. So viel Kreativität sollte z.B. bei MusikernInnen und KomponistInnen schon sein. Ausserdem gibt es bei der Musik den „Bearbeiter“ - dann bekommt der Urheber seinen Anteil. Mir fehlt neben ganz vieler anderer Musik auch viel Musik so zwischen Mozart und Stravinsky - gibt es nicht… (könnte ihnen noch viele Beispiele geben) - aber auch in „Pop/Rock…“ gibt es noch viel zu tun - und es hat doch auch sein gutes, wenn die „nur 3 Harmonien-Stücke“ langsam alle geschrieben sind und es wenigstens ein wenig komplexer werden dürfte (aber das hoffe ich schon seit Jahren vergebens - in einer „Musikrichtung“ habe die ja sogar das Singen aufgehört und sprechen nur noch stattdessen ;-))))

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