Dass die FDP bei den Wählern momentan nicht gut dasteht, ist nicht nur ein Problem für die FDP – sondern auch für die Demoskopen. Die Zustimmung zu den Liberalen ist so gering , dass sie die Feinheit der Messinstrumente bisweilen überfordert. Die Interviewer der Institute Forsa, Infratest dimap oder Emnid haben derzeit so wenige FDP-Wähler am Telefon, dass sie deren Meinung zu bestimmten Fragen nicht abbilden können – sie liegen unter der "Nachweisbarkeitsgrenze".

Nachdem sich der Landtag in Düsseldorf aufgelöst hatte und Neuwahlen feststanden, hat Infratest dimap eine "Blitz-Umfrage" gestartet. Bei der Sonntagsfrage ("Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl in NRW wäre?") kam die FDP auf 2 Prozent. Bei einer weiteren Frage war aber die FDP als einzige "etablierte" Partei nicht dabei.

Die Interviewer fragten: "Wenn man den Ministerpräsidenten direkt wählen könnte, für wen würden Sie sich entscheiden?" Hier konnten die Demoskopen bei den SPD-Anhängern beispielsweise 86 Prozent Zustimmung für Hannelore Kraft und 11 Prozent für Norbert Röttgen messen. Sogar die Piraten waren aufgelistet (83 Prozent für Kraft, 4 Prozent für Röttgen ). Die FDP-Anhänger tauchten nicht mehr auf.

Fehlerquote von einem bis drei Prozent

Das liegt am statistisch bedingten Fehlerintervall: Bei der üblichen Stichprobe von 1000 Befragten gehen die Demoskopen von einer Fehlerquote von einem bis drei Prozent aus. Ist die Gruppe der Befragten kleiner als 30, lassen sich die Antworten nicht mehr seriös hochrechnen. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner spricht von "Zahlenartefakten", die nicht mehr interpretierbar seien.

Schlechte Umfragewerte können Parteien wütend machen, auch wütend auf die Demoskopen. Jetzt geht es nur um eine Landtagswahl, wenn auch um eine wichtige. Was würde es bedeuten, wenn die Liberalen im Bundestagswahlkampf 2013 an der Grenze der Sichtbarkeit lägen?

Gut möglich, dass sie reagieren wie der ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck , der 2009 sagte: "Ich kann diesen Scheiß langsam nicht mehr hören."