IsraelLiebesgrüße aus Tel Aviv

Israelis und Iraner schicken sich über Facebook Friedensgrüße

Plötzlich tauchten sie vor ein paar Tagen auf Facebook auf, diese Fotos mit den Herzen. Israelische Freunde posteten sie, erst einer, dann alle. Iraner, wir lieben euch, niemals werden wir euer Land bombardieren, steht quer über die Bilder geschrieben. Sie zeigen Freunde, Paare, Kinder, ganz normale Israelis.

Es begann mit einem Foto von einem jungen Mann im weißen Hemd, er trägt seine Tochter auf dem Arm. Der Mann heißt Ronny Edry, ist Grafikdesigner und lebt mit seiner Familie in Tel Aviv. Er hatte es satt, all das Gerede über einen bevorstehenden Krieg, postete sein Foto mit der Liebesnachricht an die Iraner und dazu einen Text: »Ich habe keine Angst vor euch, ich hasse euch nicht. Ich kenne euch ja nicht mal. (...) Ich hab noch nie einen Iraner getroffen... nur einmal, in einem Museum in Paris. Netter Typ. Manchmal sehe ich hier im Fernsehen einen Mann aus dem Iran. Er redet über Krieg. Ich bin mir sicher, er repräsentiert nicht alle Iraner. Wenn ihr jemanden im Fernsehen seht, der darüber redet, euch zu bombardieren... seid euch sicher, er repräsentiert nicht uns alle. (...) wir wollen euch nichts Böses. Wir wollen euch treffen, Kaffee mit euch trinken und mit euch über Sport reden.«

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Edry fotografierte Freunde und Nachbarn, postete sie auf einer Web- und einer Facebookseite, alle mit demselben Iranians we love you-Banner. Die Seite wurde auf Facebook verlinkt, Hunderte ahmen Edrys Foto nach, es ist eine naive und wunderbare Idee: Egal was unsere Regierung sagt, wir wollen nicht in den Krieg ziehen, das solltet ihr wissen. Offenbar antworten jetzt die Iraner. Es sind Bilder aufgetaucht mit dem Gruß: »Israeli People, we love you too«, wir lieben euch auch.

Gerade erst hat sich Ahmadinedschad in einem Interview mit dem ZDF unerbittlich gezeigt. Vielleicht brauchen er und Netanjahu genau das: einen Shitstorm voller Liebe.

 
Leserkommentare
  1. ... und warum wird Isreal staendig angegriffen!?
    Wie war das nochmals mit der Gründung des Staates Israel?
    - waren die arabischen Anreinerstaaten damit einverstanden!?
    - warum hat der Westen und die UN eine Situation durchgedrueckt, die nicht von der Region akzeptiert war!?
    Wer in Frieden mit seinen Nachbarn leben will muss seinem Nachbarn die Hand reichen und darf sich nicht hinter Schutzmauern zurueckziehen und aufruesten...
    Die militaerische Überlegenheit (incl Atombombe) Israels ist eine Provokation der Anrainerstaaten. Hat sich Israel jemals gefragt, ob auch die Anrainerstaaten (zu vielen besteht nach wie vor ein "Kriegsverhaeltnis") ein Sicherheitsbeduerfnis haben, bzw ist es auch fuer Araber legitim so was zu empfinden!?
    Nur zum Verstaendnis: ich sehe mich als Freund Israels, der diesem immens traumatisierten Volk einen eigenen Staat goennt auf dem historisch begruendeten Boden. Israel muss aber bereit sein, den Unfrieden mit den Paleastinensern aufzuloesen, denen gleiche Rechte zugestehen, (internationles Recht akzeptieren und umsetzen).
    Zurueck zu Iran:
    Der Artikel oben beschreibt gluecklicherweise, dass es zumindest ein paar Buerger beider Seiten gibt, die sowas wie Friedenswillen und Hoffnung empfinden...
    Ich denke das besteht auch zw Israelis und Palaestinensern. Die Regierungen muessen nur den Mut haben fuer den Frieden! Den Mut, den Nachbarn als gleichwertig und gleichberechtigt anzusehen dun gemeinsam nach einer Loesung der Konflikte suchen...

    • essilu
    • 12.08.2012 um 19:56 Uhr

    ...die auch vielen Menschen weltweit Mut machen kann.
    Ich möchte noch etwas anfügen:
    Aus "Liquidation" von Imre Kertész:
    "Sicherlich hast du recht, sagte ich zu ihm, die Welt ist eine Welt von Mördern, aber ich will die Welt trotzdem nicht als eine Welt von Mördern sehen, ich will die Welt als einen Ort sehen, an dem man leben kann."
    Aus "Aufzeichnungen 1973 - 1984" von Elias Canetti:
    "Es ist nutzlos, es ist sinnlos, es ist auch verächtlich, die Menschheit als verloren aufzugeben. Es gibt eine einzige Möglichkeit, bis zum letzten Atemzug auf einen Ausweg zu hoffen, den wir noch nicht kennen. Es ist gleichgültig, wie man diese Hoffnung nennt, sofern sie nur besteht."

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