StilkolumneUnfit wie ein Turnschuh

Tillmann Prüfer über Keilabsatz-Sneakers

Sneakers mit verdecktem Keilabsatz von Hogan, 280 Euro

Sneakers mit verdecktem Keilabsatz von Hogan, 280 Euro

Irgendwann am Ende des vorigen Jahrhunderts muss er dahingegangen sein, der Turnschuh. Seitdem tragen wir sogenannte Sneakers. Sneakers, zu Deutsch Schleicher, sind die modische Umwidmung des Turnschuhs. Der Turnschuh, den man nicht mehr zum Turnen nimmt, sondern aus Erwägungen der Schönheit trägt.

Sportschuhe wurden zunächst nur auf dem Platz getragen, in den sechziger Jahren kamen sie auch auf die Straße. Zunächst, weil das Jogging sich zum Breitensport entwickelt hatte. Aber vor allem, weil sportliche Betätigung gesellschaftlich an Bedeutung gewann. Der Träger von Sportschuhen signalisierte nicht nur, dass er fit ist – sondern auch, dass er sich nicht um Konventionen schert.

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Alle Kolumnen von Tillmann Prüfer im Überblick

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So kam es, dass praktisch die gesamte alternative Szene in Turnschuhen herumlief. In den achtziger Jahren setzte sich der Körperkult durch, und die Mode wurde von der Sportswear beeinflusst. Besonders die Basketballschuhe von Converse verbreiteten sich als Alltagsschuhe. Auch die Modelle der Marken Nike und New Balance eroberten die Straße. Später interessierten sich dann Designer für Sneakers: In den neunziger Jahren entwarf Jil Sander eine Turnschuh-Kollektion für Puma, und 1997 brachte Hogan den Design-Sportschuh Interactive auf den Markt. Anfang der nuller Jahre startete adidas die Marke Y-3, mit dem Japaner Yohij Yamamoto als Designer.

Sneakers kann man seitdem auch im Büro tragen, am Abend – überall. Nur zum Sport eignen sie sich oft nicht mehr: Je mehr sie von der Mode aufgesogen wurden, desto weniger funktional sind sie geworden. Bald kamen Sneakers mit Plateausohlen auf den Markt und sogar solche mit hohen Absätzen. Seit Neustem gibt es sie auch als Wedges. Das ist eine Erfindung der Designerin Isabel Marant. Sie hat einen Keilabsatz in den Turnschuh eingefügt, den man von außen nicht sieht. Diese Modelle, Willow und Bekket, sind mittlerweile überall ausverkauft, es gibt sogar eine Warteliste. Auch die neuen Interactives von Hogan sind nun mit verdecktem Keilabsatz erhältlich. Äußerlich sehen diese Schuhe etwas klobig aus, fast wie Gesundheitsschuhe. Allerdings verleihen sie der Trägerin einen eleganten Gang und sind gleichzeitig sehr komfortabel. Nur rennen sollte man damit auf keinen Fall. Das könnte gefährlich werden.

 
Leser-Kommentare
  1. verkauft sich wie geschnitten Brot. Daraus einen Hype um umgestylte Sneakers zu konstruieren, klappt meines Erachtens nicht.

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    • Khemia
    • 27.03.2012 um 7:53 Uhr

    in dem Artikel wird es zwar vor allem Isabel Marant zugeschrieben, aber das macht es nicht unwahrer. Man muss nur auf die Straße zu gehen und sich Mädchen zwischen 12 und 25 anzusehen und sieht massenhaft Sneaker mit sichtbaren Keilabsätzen. Also meiner Meinung nach gibt es durchaus einen Hype um umgestylte Sneaker, den man vor allem in größeren Städten und in Modeforen beobachten kann. Hinzukommt, dass Kristina Kurkova in jeder zweiten Folge des Perfekten Models Sneaker-Wedges an hatte... also ob sichtbar oder unsichtbar: Die Dinger sind angesagt.

    • Khemia
    • 27.03.2012 um 7:53 Uhr

    in dem Artikel wird es zwar vor allem Isabel Marant zugeschrieben, aber das macht es nicht unwahrer. Man muss nur auf die Straße zu gehen und sich Mädchen zwischen 12 und 25 anzusehen und sieht massenhaft Sneaker mit sichtbaren Keilabsätzen. Also meiner Meinung nach gibt es durchaus einen Hype um umgestylte Sneaker, den man vor allem in größeren Städten und in Modeforen beobachten kann. Hinzukommt, dass Kristina Kurkova in jeder zweiten Folge des Perfekten Models Sneaker-Wedges an hatte... also ob sichtbar oder unsichtbar: Die Dinger sind angesagt.

    • Khemia
    • 27.03.2012 um 7:53 Uhr

    in dem Artikel wird es zwar vor allem Isabel Marant zugeschrieben, aber das macht es nicht unwahrer. Man muss nur auf die Straße zu gehen und sich Mädchen zwischen 12 und 25 anzusehen und sieht massenhaft Sneaker mit sichtbaren Keilabsätzen. Also meiner Meinung nach gibt es durchaus einen Hype um umgestylte Sneaker, den man vor allem in größeren Städten und in Modeforen beobachten kann. Hinzukommt, dass Kristina Kurkova in jeder zweiten Folge des Perfekten Models Sneaker-Wedges an hatte... also ob sichtbar oder unsichtbar: Die Dinger sind angesagt.

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