Toulouse: Was hier zerbrochen ist
Politische Erklärungen erklären nichts: Die Morde von Toulouse zeugen von einer viel tieferen Krise im Islam, aber auch in Frankreich und Europa.
© ERIC CABANIS/AFP/Getty Images

Gedenken der Opfer von Toulouse
Jenseits des Leids der Opfer, das immer einzigartig und unermesslich bleibt, ist ein Verbrechen stets auch ein Symptom. Oft jedoch sagt die Deutung eines Symptoms mehr über den, der es interpretiert, als über das, was interpretiert wird. Das gilt auch im Fall der Verbrechen Mohamed Merahs, der in Montauban und Toulouse drei Soldaten, drei jüdische Kinder und einen Lehrer ihrer Schule ermordet hat.
Aufseiten der Rechten lässt sich beobachten, wie ihre beiden traditionellen Deutungen wieder auftauchen. Einerseits konzentriert sie sich auf die individuelle Verantwortung des Mörders und leugnet jede gesellschaftliche oder politische Erklärung. Die Untaten sind, Nicolas Sarkozy zufolge, »nicht zu rechtfertigen und nicht zu erklären« – das ist der alte populistische Sophismus, der Erklärung mit Rechtfertigung gleichsetzt. Andererseits kommt uns die Rechte mit dem Schreckgespenst des radikalen Islamismus und jener Fremden, die sich »nicht integrieren wollen«, um ein weiteres Mal neue repressive Gesetze zu fordern, einer unseligen, typisch französischen Neigung zur Gesetzesinflation folgend.
Doch auch auf der Linken tauchen zwei hergebrachte Interpretationen wieder auf: Zum einen ist für sie mit der mörderischen Untat das französische System der Integration gescheitert (die Schule, die Justiz, die Stadtpolitik, der Arbeitsmarkt), ohne dass allzu sehr nach dem eigentlichen Sinn dieses Integrationsgedankens gefragt wird: Was ist eine »integrierte« Gesellschaft? Ist nur sie erstrebenswert? Zum anderen sieht die Linke, ganz im Sinne ihres Wahlkampfs, in dem Verbrechen das Scheitern der xenophoben und repressiven Politik Nicolas Sarkozys.
Pierre Zaoui, Franzose jüdisch-algerischer Herkunft, lehrt Philosophie in Paris.
Nicht viel Neues mithin, wie es scheint, nicht einmal viel spezifisch Französisches. Waren es nicht im Prinzip dieselben Positionen, die 1995 nach den Attentaten des algerischen Terroristen Khaled Kelkal in Frankreich aufkamen, 2004 nach den Terroranschlägen in Madrid und nach dem Mord an Theo van Gogh in Amsterdam, 2005 nach den Attentaten in der Londoner U-Bahn oder auch, wenngleich ideologisch anders gepolt, im vergangenen Jahr nach dem Massenmord im norwegischen Utøya? Die Wiederholung dieser unbeweisbaren, in sich abgeschlossenen Argumente führt letztlich zu nichts anderem als Allgemeinplätzen, die ebenso wahr wie traurig sind: dass der Hass auf andere, woher er auch kommen mag, hässlich ist und ein Mord an Kindern, jüdisch oder nicht, zutiefst böse.
Schließt man sich in diese argumentativen Zirkel ein, bleibt es unmöglich, in dem blutigen Verbrechen Mohamed Merahs ein zusammenhängendes klinisches Bild zu sehen, in dem mehrere Anzeichen einer spezifischen, soziopolitischen Krankheit ein Ganzes bilden. Stattdessen erscheint die Tat dann nur als monströse, singuläre Synthese einer Vielfalt unzusammenhängender Symptome.
Gewiss, ein solches Verbrechen ist Symptom eines radikalen Islamismus, der nicht nur in Frankreich zuschlägt, sondern in ganz Europa, den Vereinigten Staaten und noch viel mehr in der arabisch-muslimischen Welt. Doch die Mordtat erscheint ebenso als ferne Antwort auf den Nahostkonflikt, der sämtliche Beziehungen zwischen dem Okzident und dem Orient vergiftet – krankhaft, aber eben auch symptomatisch war es, dass Mohamed Merah vorgab, mit dem Mord an jüdischen Kindern »die palästinensischen Kinder« rächen zu wollen.
Ebenso zeigt seine Tat, wie das zerbricht, was der Historiker Gérard Noiriel den »französischen Schmelztiegel« nannte. Noiriel beschrieb damit Frankreichs Fähigkeit zur Aufnahme von Fremden im 20. Jahrhundert, namentlich durch die Industrialisierung, mithilfe der Schule und in der Armee. Vielleicht ist es gar kein Zufall, dass Mohamed Merah ein arbeitsloser Karosseriearbeiter war, der Schüler und Soldaten tötete, nachdem er in der Schule gescheitert war und es ihm verwehrt worden war, in die französische Armee einzutreten. So wenig wie es ein Zufall ist, dass der junge Mann in einer sich selbst überlassenen Vorstadt von Toulouse aufgewachsen war, ganz wie Khaled Kelkal in einer benachteiligten Vorstadt Lyons. Seit Jahren krankt Frankreich an einer diskriminierenden und verantwortungslosen Stadtpolitik, wie übrigens auch ein großer Teil Europas.





"...den man auf alle Zeit nur zum Teil erklären können, aber niemals verstehen wird: den Mord an Kindern."
Aber die Morde an den 4 Erwachsenen, die kann man verstehen, die kann man erklären!? Womit? Mit dem Islam? Mit Allah? Mit der schweren Kindheit? Dürfen alle morden, die es schwer hatten? Hatten im Irak die HUNDERTEN Selbstmörder, die Moslems im Namen des Islams töten auch ein schweres Leben? Auch das kann man verstehen?
was es meint.
In meiner Welt bedeutet islamistisch rückständig z.B. eine Schülerin meiner Klasse (8 Jahre), die im Mathematikunterricht kaum noch zu erreichen ist, weil wir dort mit Euro und Cent rechnen und ihr streng muslimisch (?) lebender Vater ihr verbietet, bei dieser sündhaften Tätigkeit mitzumischen. Schließlich, so erklärt er es mir, würde in seiner Kultur nur der Mann zahlen, Mädchen und Frauen hätten mit Geld usw.nichts zu tun.
Kultur hin, Kultur her, derlei Haltung ist unvereinbar mit unseren Grundrechten. Diese Eltern sorgen dafür, dass es an unserer Schule nur noch "halal" Fleisch gibt, Schwein ist sowieso tabu. Westliche Lebensart wird den eignen Kindern als sündig und feindlich vermittelt.
Das ist anmaßend und grenzüberschreitend. Islamistisch empfinde ich auch die vielen Eltern unserer Grundschüler, die ihren verhängten Mädchen verbieten, mit ihren wenigen deutschen Mitschülern am Nachmittag bei denen zuhause zu spielen. Es könnte ja unislamisch zugehen ....
Wer mich bei mir zuhause besucht oder eine Wohnung in meinem Haus mieten will - ist herzlich willkommen. Wer aber dann seine Füße auf meinen Tisch packt, meine CD-Sammlung, meine Bohnensuppe und meinen Bücherschrank runtermacht und mich als moralisch verkommenes Untertier betrachtet und dies auch deutlich verlauten läßt, den schmeiß ich gleich wieder raus.
Normal, oder?
... danke fuer ihre darstellung und 100% zustimmung.
was ich an 'der sache' nicht verstehe ist: warum lassen wir im aufgeklaerten europa uns diese als heute selbstverstaendlich geltenden lebensweisen wieder nehmen? bsp. die herausnahme des schweinefleisches aus der schulspeisung - warum? kann das jemand erklaeren (auch wenn es 'das thema' nur 'scheinbar' am rande tangiert)?
ich fuer meinen teil habe die anschlaege 2005 bei uns (london) noch gut in erinnerung und begegne jedem, der versucht gesellschaftliche oder politische verantwortung darin zu sehen mit 'mile ausgedrueckt' ''etwas'' argwohn...
[...]
cheers
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/ls
Da hat also dann nicht unsere "westliche" Gesellschaft versagt, sondern die Eltern. Sie, nein, der Vater, erzieht seine Kinder zu Menschen, die an der Gesellschaft nicht teilnehmen dürfen.
Und Sie glauben wirklich, dass diese Leute wegen ihrer Religion so handeln?
Es geht hier nicht um "westlich" vs. "östlich". Das sind doch Kategorien von Vorgestern.
1. Sozialtransfers streichen.
2. Ausweisen.
...oder anderen "Gläubigen".
... danke fuer ihre darstellung und 100% zustimmung.
was ich an 'der sache' nicht verstehe ist: warum lassen wir im aufgeklaerten europa uns diese als heute selbstverstaendlich geltenden lebensweisen wieder nehmen? bsp. die herausnahme des schweinefleisches aus der schulspeisung - warum? kann das jemand erklaeren (auch wenn es 'das thema' nur 'scheinbar' am rande tangiert)?
ich fuer meinen teil habe die anschlaege 2005 bei uns (london) noch gut in erinnerung und begegne jedem, der versucht gesellschaftliche oder politische verantwortung darin zu sehen mit 'mile ausgedrueckt' ''etwas'' argwohn...
[...]
cheers
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/ls
Da hat also dann nicht unsere "westliche" Gesellschaft versagt, sondern die Eltern. Sie, nein, der Vater, erzieht seine Kinder zu Menschen, die an der Gesellschaft nicht teilnehmen dürfen.
Und Sie glauben wirklich, dass diese Leute wegen ihrer Religion so handeln?
Es geht hier nicht um "westlich" vs. "östlich". Das sind doch Kategorien von Vorgestern.
1. Sozialtransfers streichen.
2. Ausweisen.
...oder anderen "Gläubigen".
auch nur ansatzweise etwas gegen einen militanten Islam schreiben ?
Beim Christentum sähe das schon anders aus, da ist viele3s erlaubt.
1.) auf eine Korandebatte brauche ich mich mit Nichttheologen nicht einlassen. Woher nehmen sie ihre Übersetzung? Haben Sie Tafsire studiert? Die Sira? Sahih Bukhari geschmökert? Kennen Sie den Unterschied zwischen Kalam und 'Ilm?
Es ist doch interessant, dass Leute hier das gesamte Christentum mit den Hinweis "keiner von denen nimmt die Bibel ernst" verteidigt aber der gesamte Islam wohl fundamentalistisch ist. Hat irgendjemand in den Kommentaren sich zu einer fundamentalistischen Auslegung bekannt? Wurde nicht lediglich gesagt, dass man durch das Lesen des Korans nicht zum Terrorist wird?
2.) wollten Sie nicht in andere Foren umziehen?
3.) bitte hören Sie auf, ich zu beleidigen. Ich renne anders als andere mit offenen Augen und Ohren durch die Welt.
#1.) auf eine Korandebatte brauche ich mich mit Nichttheologen nicht einlassen. Woher nehmen sie ihre Übersetzung? Haben Sie Tafsire studiert? Die Sira? Sahih Bukhari geschmökert? Kennen Sie den Unterschied zwischen Kalam und 'Ilm?#
Wenn Sie ein Theologe sind, dürfen Sie gerne mit anderen Theologen diskutieren. Das macht die Christliche Kirche auch und zwar mit dem Ergebnis, dass der "Normalgläubige" keine Ahnung und auch kein Interesse an den Feinheiten der Kommentare und Deutungen hat. Für den durchschnittlichen Christen war es nicht wirklich von Interesse ob der Papst nun die Vorhölle abschafft oder nicht. Im Vatikan haben sich richtig viele Theologen über Jahre damit beschäftigt!
(Nur als Beispiel für theologische Feinheiten)
http://www.focus.de/polit...
#Es ist doch interessant, dass Leute hier das gesamte Christentum mit den Hinweis "keiner von denen nimmt die Bibel ernst" verteidigt aber der gesamte Islam wohl fundamentalistisch ist.#
Verbrennen sie mal öffentlich eine Bibel und einen Koran. Sie werden den Unterschied recht schnell merken.
Liebe Grüße von einem Nichttheologen
#1.) auf eine Korandebatte brauche ich mich mit Nichttheologen nicht einlassen. Woher nehmen sie ihre Übersetzung? Haben Sie Tafsire studiert? Die Sira? Sahih Bukhari geschmökert? Kennen Sie den Unterschied zwischen Kalam und 'Ilm?#
Wenn Sie ein Theologe sind, dürfen Sie gerne mit anderen Theologen diskutieren. Das macht die Christliche Kirche auch und zwar mit dem Ergebnis, dass der "Normalgläubige" keine Ahnung und auch kein Interesse an den Feinheiten der Kommentare und Deutungen hat. Für den durchschnittlichen Christen war es nicht wirklich von Interesse ob der Papst nun die Vorhölle abschafft oder nicht. Im Vatikan haben sich richtig viele Theologen über Jahre damit beschäftigt!
(Nur als Beispiel für theologische Feinheiten)
http://www.focus.de/polit...
#Es ist doch interessant, dass Leute hier das gesamte Christentum mit den Hinweis "keiner von denen nimmt die Bibel ernst" verteidigt aber der gesamte Islam wohl fundamentalistisch ist.#
Verbrennen sie mal öffentlich eine Bibel und einen Koran. Sie werden den Unterschied recht schnell merken.
Liebe Grüße von einem Nichttheologen
"Ich möchte mir im Moment ersparen, auf das, was im Koran steht, im Einzelnen einzugehen,"
brauchen Sie auch als nicht-Theologe oder nicht-Islamwissenschaftler nicht
"das könnte einem den Rest des Tages verderben."
Ihnem nicht "einem". Sie sind nicht das was Ihr Username suggeriert.
"Aber ich bin mir sicher, dass ein Großteil derer, die regelmäßig die Moschee besuchen, den Koran nicht lesen können, gleich in welcher Sprache geschrieben, sondern sich das annehmen, was ihnen die Vorbeter eintrichtern. Bestes Beispiel sind die Koran"schulen", in denen schon Kleinkinder den Koran in einer ihnen fremden Sprache wie ein Gedicht auswendig lernen müssen."
Nicht jede Mosche "trichtert" ein. Wertende Sprache, Generalverdacht. Warum ist die Schule in Anführungsstrichen?
Wenn also Muslime eh nicht den Koran verstehen - wie hat dann der ach so böse, böse Koran - astaghfirullah - überhaupt einen Einfluss auf sie?
Ich weiß ja nicht, wo Sie die Koranschule besucht haben, aber in Koranschulen in den arabischen Ländern wird schon doch ziemlich getrichtert. Schon alleine das Lernen der Suren, mit ununterbrochenen Wiederholen kann man schon als Trichtern bezeichnen. Dann kommen aber noch die Stockschläge hinzu, die im besten Falle Stupser sind, in schlimmeren Fällen Schläge auf die Hände.
Aus #75 1.) auf eine Korandebatte brauche ich mich mit Nichttheologen nicht einlassen. Woher nehmen sie ihre Übersetzung? Haben Sie Tafsire studiert? Die Sira? Sahih Bukhari geschmökert? Kennen Sie den Unterschied zwischen Kalam und 'Ilm?
Aus #76 ""Ich möchte mir im Moment ersparen, auf das, was im Koran steht, im Einzelnen einzugehen,"
brauchen Sie auch als nicht-Theologe oder nicht-Islamwissenschaftler nicht"
Herr ymb, Sie machen sich absolut lächerlich und disqualifizieren sich selbst als Diskussionspartner. Was auch sofort Anwendung findet.
Offener Dialog, offene Diskussion und Reflexion wäre aber genau das, was der Islam am Dringensten benötigt.
Über Ihre Attitüde: Sie entspricht dem Sinn der Vorschrift, der Koran dürfe nur im Original auf Arabisch gelesen werden. Das konnten auch in Arabien die Wenigsten und können auch heute noch nicht alle. Sie und alle Nicht-Araber sind auf die Erklärungen des Imam angewiesen. Alles was die Unwissenden erfahren, wird vom Imam gefiltert. Die Diskussion über Inhalte wird ebenso wie bei Ihnen mit einem nicht ausreichenden Kenntnisstand unterbunden.
Das erklärt auch den ewig wiederkehrende Aufforderung, man solle sich doch mal mit dem Islam beschäftigen und den Koran lesen - über den man nach der Lektüre Ihrer Meinung nach nicht diskutieren dürfte, mangels theologischen Tiefenstudiums.
Warum ihn dann überhaupt erst lesen? Was der Imam sagt, sollte dann doch ausreichen. Er sagt uns, was richtig ist, basta.
...
...
Aber alle, die die Forderung stellen, den Koran zu lesen, haben ihn eben nicht gelesen. Sonst würden Sie keinen Ungläubigen auffordern, das zu tun. Jedem Ungläubigen stehen die Haare zu Berge bei dem, was der Koran ihm angedeihen lassen will. Und die Muslime, die ihn nur durch den Filter des Imams kennen, sind oftmals auch sehr erstaunt. Viele preisen den Islam als das Beste, Gütigste etc., etc. Wenn man ihnen dann aus dem reichhaltigen Nieder-mit-den-Ungläubigen-Fundus vorliest, sind sie verärgert, weil sie denken, man würde den Islam beleidigen.
Ein Muslim aus Kasachstan hat mir auch schon gesagt, er hätte keine Ahnung von den aggressiven Aussagen gehabt.
Es gibt aber inzwischen immer mehr, die der Aufforderung, doch bitte schön erst einmal den Koran zu lesen, gefolgt sind. Ich kenne niemanden, der in Begeisterung ausgebrochen ist. Den meisten, die zum letzten Mal das Wort "Islam" bei der Lektüre Lessings wahrgenommen haben, die sich ohne große Erwartungen und eher indifferent aufgerafft haben, haben Mund und Nase aufgesperrt. Und haben sich weiter informiert. Und bemerken die gesellschaftlichen Veränderungen, die die Muslime in Deutschland anstreben. Und sind zu Kritikern geworden.
Und lassen sich vor allem nicht von Ihnen als Diskuntanten abqualifizieren, Herr ymb.
Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/ls
Ich weiß ja nicht, wo Sie die Koranschule besucht haben, aber in Koranschulen in den arabischen Ländern wird schon doch ziemlich getrichtert. Schon alleine das Lernen der Suren, mit ununterbrochenen Wiederholen kann man schon als Trichtern bezeichnen. Dann kommen aber noch die Stockschläge hinzu, die im besten Falle Stupser sind, in schlimmeren Fällen Schläge auf die Hände.
Aus #75 1.) auf eine Korandebatte brauche ich mich mit Nichttheologen nicht einlassen. Woher nehmen sie ihre Übersetzung? Haben Sie Tafsire studiert? Die Sira? Sahih Bukhari geschmökert? Kennen Sie den Unterschied zwischen Kalam und 'Ilm?
Aus #76 ""Ich möchte mir im Moment ersparen, auf das, was im Koran steht, im Einzelnen einzugehen,"
brauchen Sie auch als nicht-Theologe oder nicht-Islamwissenschaftler nicht"
Herr ymb, Sie machen sich absolut lächerlich und disqualifizieren sich selbst als Diskussionspartner. Was auch sofort Anwendung findet.
Offener Dialog, offene Diskussion und Reflexion wäre aber genau das, was der Islam am Dringensten benötigt.
Über Ihre Attitüde: Sie entspricht dem Sinn der Vorschrift, der Koran dürfe nur im Original auf Arabisch gelesen werden. Das konnten auch in Arabien die Wenigsten und können auch heute noch nicht alle. Sie und alle Nicht-Araber sind auf die Erklärungen des Imam angewiesen. Alles was die Unwissenden erfahren, wird vom Imam gefiltert. Die Diskussion über Inhalte wird ebenso wie bei Ihnen mit einem nicht ausreichenden Kenntnisstand unterbunden.
Das erklärt auch den ewig wiederkehrende Aufforderung, man solle sich doch mal mit dem Islam beschäftigen und den Koran lesen - über den man nach der Lektüre Ihrer Meinung nach nicht diskutieren dürfte, mangels theologischen Tiefenstudiums.
Warum ihn dann überhaupt erst lesen? Was der Imam sagt, sollte dann doch ausreichen. Er sagt uns, was richtig ist, basta.
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Aber alle, die die Forderung stellen, den Koran zu lesen, haben ihn eben nicht gelesen. Sonst würden Sie keinen Ungläubigen auffordern, das zu tun. Jedem Ungläubigen stehen die Haare zu Berge bei dem, was der Koran ihm angedeihen lassen will. Und die Muslime, die ihn nur durch den Filter des Imams kennen, sind oftmals auch sehr erstaunt. Viele preisen den Islam als das Beste, Gütigste etc., etc. Wenn man ihnen dann aus dem reichhaltigen Nieder-mit-den-Ungläubigen-Fundus vorliest, sind sie verärgert, weil sie denken, man würde den Islam beleidigen.
Ein Muslim aus Kasachstan hat mir auch schon gesagt, er hätte keine Ahnung von den aggressiven Aussagen gehabt.
Es gibt aber inzwischen immer mehr, die der Aufforderung, doch bitte schön erst einmal den Koran zu lesen, gefolgt sind. Ich kenne niemanden, der in Begeisterung ausgebrochen ist. Den meisten, die zum letzten Mal das Wort "Islam" bei der Lektüre Lessings wahrgenommen haben, die sich ohne große Erwartungen und eher indifferent aufgerafft haben, haben Mund und Nase aufgesperrt. Und haben sich weiter informiert. Und bemerken die gesellschaftlichen Veränderungen, die die Muslime in Deutschland anstreben. Und sind zu Kritikern geworden.
Und lassen sich vor allem nicht von Ihnen als Diskuntanten abqualifizieren, Herr ymb.
Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/ls
"Den Verweis auf Deutschland 1950 habe ich nicht verstanden."
Ich wollte für die heutige Zeit nicht mit irgendwelchen vermeintlichen Nazikeulen kommen und habe deswegen ein Jahrzehnt gewählt, in dem anders Denkende, Minderheiten etc. auch nicht unbedingt ihren Spaß hatten weil man ja keine Nestbeschmutzer wollte oder an früher erinnert werden wollte. Außerdem sind wir ja Gott sei Dank heute nicht wieder kurz vor 1933 - dennoch gibt es einen Anstieg an gesellschaftlicher Ausgrenzung, ob jetzt Sarrazins Hetze gegen Arbeitslose und "Kopftuchmädchen" oder die Schlechtmenschen/ Wutbürger im Internet. War aber vielleicht auch zu amerikanisch gedacht, wo die 50er als die repressivste Zeit in der Demokratie galten.
... hätte er schreiben können, "die Taten Merahs ..."
Ich glaube schon, daß die Übersetzung korrekt war, insbesondere wenn man später liest, "...Da wird man warten müssen, bis sich ein Künstler ihrer annimmt, ..."
Ich bleibe dabei, das Gedankengut des Philosophen äußerte sich hier. Ich lehne es ab und lese ein kaddish für 7.
Sie ist eine Handlung, die auf etwas zeigt. Das Verbrechen, an dessen moralischer Bewertung Zaoui keinen Zweifel lässt, ist daher auch eine Geste und auch als solche zu analysieren. Kein Grund, sich über Zaoui aufzuregen.
Sie ist eine Handlung, die auf etwas zeigt. Das Verbrechen, an dessen moralischer Bewertung Zaoui keinen Zweifel lässt, ist daher auch eine Geste und auch als solche zu analysieren. Kein Grund, sich über Zaoui aufzuregen.
Wenn Sie uns SEINE Gescheichte erzählen wollen, dann muss das aber umfangreicher geschehen. Auch was die neuere Zeit anbelangt, ist Ihre Einführung recht dürftig. Das ist sozusagen Halbwissen.
Die Mehrheit der Muslime distanziert sich von Gewalttaten, warum auch nicht. Aber die Art der Distanzierung sieht oft genug dürftig aus, ganz im Gegensatz zu ihrer Empörung, wenn dem Islam etwas nachgesagt wird, oder wenn Muslime getötet werden. Es gibt in dieser Hinsicht ein Ungleichgewicht.
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