Erbguttest : Der Preis der Selbstverwirklichung

Müssen wir Tests ablehnen, die früh Behinderungen bei Föten aufdecken?
Ein Kind mit Down-Syndrom auf dem Welttag des Down-Syndroms in Guatemala Stadt © Johan Ordonez/AFP/Getty Images

Die Eltern von Kindern mit Downsyndrom kennen diese Blicke. Mitleid schwingt darin mit und ein Vorwurf: Warum habt ihr dieses Kind bekommen? Freunde oder Verwandte fragen manchmal ganz direkt: "Habt ihr da nichts gemacht? Heute sind solche Behinderungen doch kein Schicksal mehr, sondern vermeidbar. Ihr ruiniert doch euer Leben."

In Zukunft, befürchten viele, werden die missachtenden Blicke noch zunehmen. Denn bald soll ein neuer Test es werdenden Eltern leichter machen , Kinder mit Trisomie 21, dem Downsyndrom, erst gar nicht zur Welt zu bringen. Bislang gibt es nur eine sichere Möglichkeit, Trisomie 21 im Mutterleib festzustellen: durch eine Fruchtwasseruntersuchung um die 15. Schwangerschaftswoche herum, die für den Fötus nicht ungefährlich ist. Hat eine Frau diesen Test nicht gemacht, können schwere Fälle von Trisomie erst durch eine Ultraschalluntersuchung sieben Wochen später entdeckt werden. Die Eltern müssen dann zu einem Zeitpunkt, an dem ein Fötus schon lebensfähig ist, entscheiden, ob sie das Kind bekommen oder abtreiben.

Der neue Bluttest dagegen ist schon in der 10. Schwangerschaftswoche möglich. Risikolos, schmerzfrei und zu einem Zeitpunkt, da die Mutter das werdende Kind im Bauch noch nicht spürt. Allerdings zu einem Preis, den sich nicht jeder leisten kann: Um die 1.000 Euro wird der Test wohl kosten.

Vergangene Woche auf dem Welttag Downsyndrom stand der Test im Zentrum der Diskussion. Die Kritiker befürchten, dass nun noch mehr Föten, bei denen das Downsyndrom diagnostiziert wird, abgetrieben werden als bisher. Sie empfinden den Test als diskriminierend, weil er Menschen mit Downsyndrom das Lebensrecht abspreche .

Das ist, natürlich, ein ungerechter Vorwurf. Selbstverständlich kann man die Abtreibung behinderter Föten billigen und zugleich das grauenhafte Ansinnen, behinderte Menschen zu ermorden, scharf zurückweisen. Im Streit um die Trisomie 21 geht es um etwas anderes. Es gibt erbliche Erkrankungen, die ihre Opfer zu einem kurzen und schmerzerfüllten Leben verurteilen. Dies sind die Fälle, auf die sich Anhänger eugenischer Vorstellungen berufen. Man muss ihren Überlegungen nicht folgen, um ihr Motiv anzuerkennen: Sie wollen unnötiges Leid verhindern.

Menschen mit Downsyndrom aber können unbestreitbar ein erfülltes, glückliches Leben führen . Niemand kann sich auf ihr Wohlergehen berufen, wenn er sich für die Abtreibung eines Fötus mit Trisomie 21 entscheidet oder eine solche Entscheidung durch Einführung einer neuen Diagnosetechnik erleichtert. Daher rührt die Empörung der Kritiker.

Allerdings entscheidet sich schon heute kaum eine Frau für ihr Kind, wenn sie erfährt, dass es am Downsyndrom leiden wird. 90 Prozent aller Föten mit dieser Diagnose werden abgetrieben. Und zwar zu einem weitaus späteren Zeitpunkt, als es der neue Bluttest zulässt. Man mag es als traurig für eine Gesellschaft erachten, dass sie Andersartigkeit, auch Schwäche, nicht akzeptiert. Aber wer würde über Eltern urteilen wollen, die sich gegen ein behindertes Kind entscheiden? Das Leben mit einem solchen Kind erfordert Kraft, von der nicht jeder weiß, ob er sie hat. Familien zerbrechen daran und Lebenspläne.

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Kommentare

295 Kommentare Seite 1 von 22 Kommentieren

Recht auf Gesundheit?

Niemand hat das RECHT auf ein gesundes Kind.Kinder sind keine Ware die fehlerlos geliefert werden muß!So ein "Recht" ist auch gar nicht zu verwirklichen.... man kann nicht jede Einschränkung pränatal feststellen - und auch ein unauffällig geborenes Kind kann durch Krankheit oder Unfall auf Dauer mit Einschränkungen leben müssen (die Eltern übrigens auch!) ... soll man sie dann einschläfern?
Down-Kinder sind nicht krank. Sie entsprechen nur nicht in allen Punkten den geltenden "Standards".Es gibt auch etliche Dinge, die sie besser können als "normale" Menschen.Sie machen die Welt wärmer.
Jede Familie muß für sich selber entscheiden, ob sie die zusätzlichen Belastungen durch ein besonderes Kind tragen kann. Solange man sich aber für so ein Kind entschuldigen muß, wird es betroffenen Familien unnötig schwer gemacht.
Ich wünsche mir eine Welt, die Abweichungen als Bereicherung empfindet und nicht als Einschränkung.

Gäbe es doch ein Recht auf Demut...

Ich teile die Aufassung von Sauce ergänzt um die Frage, was eigentlich "religiöse Verblendung" genau sein soll und gerade in diesem Zusammenhang?

Ich jedenalls gehe davon aus, dass wir Geschöpfe eines wie auch immer gearteten Schöpfergottes sind und als solche genau die Sensibilität im Umgang mit der Schöpfung wahren müssen, mit der dieser Zeit-online Artikel vorgeht, damit Leben gelingt. Dies allerdings jenseits einer (Wahn-)vorstellung einer perfekten, am besten Menschen gemachten, Welt. Ach, gäbe es doch ein Recht auf Demut...

Ekelhafter Sophismus

Leser "nanina" behauptet, es sei in einer humanistisch Gesellschaft so oder so. Du, "mirinord", widersprichst nicht etwa einer Fehldarstellung von Humanismus, nein, du ziehst daraus den dir viel besser in den Kram passenderen Schluss, dass somit 'humanistisch' nicht 'human' beinhalten könne.

Das ist eine ekelhaft unredliche Diskussionsweise, die einige Leser natürlich gern aufgreifen. Endlich hat jemand logisch gezeigt, dass dieser gottverdammte Humanismus absolut inhuman ist. Hurra?

Ich bitte um Ihre Richtigstellung

Ist das, was "Nanina" schreibt, tatsächlich so eine Fehldarstellung humanistischer Weltanschauung? Dann würde mich Ihre Richtigstellung interessieren. Tatsächlich kenne ich die Ablehung irgendwie religiös begründeter ethischer Vorstellungen aus genau diesem Zusammenhang. Und zu diesen schon als quasi religiös eingestuften Vorstellungen gehört heute auch die Vorstellung von der Würde des Menschen.

Humanismus...

Das breite Spektrum des Wikipedia-Artikels ist relativ wenig aussagekräftig, wenn es um konkrete ethische Fragen geht. Aber sei´s drum.

Mit einer bewertenden Öffentlichkeit müssen Eltern behinderter Kinder heute wohl in jedem Fall leben. Ein Beispiel dazu waren die Kommentare zu folgenden Artikel: http://www.zeit.de/gesell...

Es geht aber eben auch um die Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen, und darum ist eine gesellschaftliche Diskussion auch angemessen.

Einschränkung ist relativ, ...

"Die Humanität ist die praktische Umsetzung der Ideen des Humanismus.[2] Dazu gehören die Güte, die Freundlichkeit und das Mitgefühl für die Schwächen der Menschen, seiner selbst inne und mächtig zu werden und sich im Mitmenschen selbst wiederzufinden."

Dabei das Recht der Eltern auf gesunde Kinder zu betonen, statt das Recht der Kinder selbst auf Gesundheit ist unverständlich?

... genauso wie Intelligenz (UMUK, unendliche Möglichkeiten in unendlichen Kombinationen, halte ich für die These 'der" Evolution?).
Die öffentliche Diskussion (im Gegensatz zu Wertung) sollte sich an der Würde des Menschen und dessen Umwelt, zum Wohle Aller orientieren? Schwierig wird, wer beispielsweise die Wünsche von Menschen mit Einschränkungen für diese vertritt, sollten diese sich nicht frei äußern können, langfristig gedacht?

Augenwischerei

kann mich meinen Vorkommentatoren nur anschließen.

Hier von einem Recht auf "gesunde" Kinder zu sprechen, ist einfach Augenwischerei. Durch Abtreibungen werden nicht etwa aus kranken Kindern Gesunde gemacht, sondern im Gegenteil werden die einen einfach aussortiert. Wer das vertretbar findet, soll das offen sagen und begründen - aber nicht die schwierigen Teile der Fragestellung einfach mit dem Buntstift übermalen.

Überhaupt finde ich, dass die PID-Diskussion eigentlich nichts genuin Neues bringt, sondern Fragen, die auf einem anderen Gebiet - der Abtreibung - einfach nicht mehr offen diskutiert werden, in Form einer Stellvertreterdiskussion verdeckt erneut auf den Plan ruft.

Woher kommt das Recht auf gesunde Kinder?

Ich frage mich, woher so ein Recht kommen soll.
Wie ist es zu begründen? Hat es irgendeinen ethischen Hintergrund?
Oder einen rein egoistischen?
Und wer sagt, dass Familien mit behinderten Kindern unglücklicher sind?
Sehr oft erleben sie gerade durch das Leid eine ganz andere Tiefe des Lebens.

Ich kenne einige Familien mit behinderten Kindern und oftmals weist gerade der Behinderte, der Hilfe braucht, den anderen den Weg zu einem tieferen Sinn des Lebens. Und diese Leute leben deutlich intensiver und vielleicht auch glücklicher als die, die steril, gesund und langweilig Vor-Sich-Hin-Vegetieren (und oftmals aus Sinnleere erkranken).

Und weil das so ist...

gehen so viele Ehen mit behinderten Kindern kaputt und (meist) die Mütter stehen mit den Kindern allein da?

Und weil das so ist, gehen so viele gesunde Geschwisterkinder in den Familien unter, benötigen oftmals therapeutische Hilfe, weil niemand sich ihnen widmen kann?

Und weil das so ist, leben viele Menschen mit behinderten Kindern von einem Tag auf den anderen auf einer Insel, die nahezu nur noch medizinisches Personal, Krankenkassen und Versorgungsamt betreten, weil das die Hauptpersonen sind, zu denen man noch Kontakt hält, weil halten muss?

Also, ich scheine entweder der falschen Kirche anzugehören und unsere Leute sind weniger lustvoll im Leid oder es gibt verschiedene Auffassungen von Lebenssinn, denn die Freundin mit der behinderten Tochter, die mittlerweile im Teenageralter ist und die aufgrund der Situation nunmehr einen Abend pro Woche frei von Pflege, Behinderung und Krankheit hat, scheint unter Sinn etwas anderes zu verstehen.

Modifizieren wir mal:

Woher kommt das Recht auf einen Netzzugang?
Ich frage mich, woher so ein Recht kommen soll.
Wie ist es zu begründen? Hat es irgendeinen ethischen Hintergrund?
Oder einen rein egoistischen?
Und wer sagt, dass Familien ohne Netzzugang unglücklicher sind?
Sehr oft erleben sie gerade durch den Wegfall von Ablenkungen eine ganz andere Tiefe des Lebens.

Kurzum: Niemand zwingt Sie zu einem Netzzugang, umgekehrt zwingt niemand Sie zu einem Verzicht auf ein behindertes Kind.

C.

Gibt es wirklich einen dialektischen Zusammenhang?

"Und da dies so ist,gehen so viele Ehen mit behinderten Kindern kaputt und (meist) die Mütter stehen mit den Kindern allein da?

Und weil das so ist, gehen so viele gesunde Geschwisterkinder in den Familien unter, benötigen oftmals therapeutische Hilfe, weil niemand sich ihnen widmen kann?"

In solchen Fällen frage ich mich, ob die beschriebenen Folgen wirklich von behinderten Kindern kommen. Hier fehlt meiner Meinung nach etwas ganz anderes... Vielleicht ist durch die Gesellschaftsmaxime der Selbstverwirklichung - die sich philosophisch übrigens schon lange überholt hat - ein Sinn für das Dasein des Menschen in der Leistungsgesellschaft verloren gegangen.

Soweit ich weiß, gibt es einen Zusammenhang...

ich habe die Information von einer Elterngruppe behinderter Kinder, die allerdings weitestgehend aus Müttern besteht. Diese haben mehrmals im Jahr einen Basar ausgerichtet und stellen dann auch Informationen zur Verfügung, bieten Gespräche an, während sie auch Kaffee und Kuchen beim Basar anbieten.

Ich gehe davon aus, dass diese Infos stimmen, da ich sie auch noch von einem Sozialarbeiter hörte, der selbst mit einem Trisomie 21-Kind lebt, das das dritte Kind der Familie war und die Familie vor eine große Zerreißprobe stellte, die sie nicht überstand.

Wieso sollten dies nicht Folgen der Behinderung sein? Sie stellt vieles infrage, was bislang Familienleben, Freizeit, Sozialkontakte, Entspannung und Privatheit ausmachte, existieren nicht mehr und die Anstrengung 24/7 für einen Menschen mit Perspektive auf Lebenslänglich dürften Spuren hinterlassen.

Und dabei geht es nicht um Leistungsgesellschaft oder solche Begriffe aus der Phrasendreschmaschine sondern ganz einfach um Familienleben.

jetzt werden Sie mir 'empathischer', ...

nur verstehe ich nicht, warum Sie sich (und die meisten Beitragenden) auf den im Artikel dargestellten Testmethoden_fortschritt festlegen lassen und sich nicht dafür echouffieren, dem sich bildenden Leben wenigstens auch eine Chance und Hoffnung auf Heilung zuzugestehen und die Entwicklungsarbeit dafür zu fördern _ damit Eltern in dieser Hingabe stärkere Unterstützung wahrnehmen???

Welche Chance auf Heilung soll das sein?

Gentherapien, die den Defekt ausbügeln, gibt es, soweit mir bekannt, in absehbarer Zeit nicht.

Geforscht wird in dem Bereich, das ist klar. Nützen tut diese Forschung allerdings der Generation, die derzeit im elternfähigen Alter ist oder es bald ist, nichts, denn dazu wird noch viel Zeit vergehen, falls sie überhaupt der Ansatzpunkt ist, mit solchen Gendefekten umzugehen.

Im Moment gibt es nur besser werdende Diagnostik und die Information mit der Wahl, ob eine solche Schwangerschaft fortgesetzt werden möchte.

Für mich sind sie derzeit der einzige Weg, ein solches Kind nicht zu bekommen, wenn ich schwanger werden möchte.

Recht auf gesunde Kinder

genau. Deshalb sollte Eltern natürlich auch erlaubt werden, ihre Kinder zur Adoption freizugeben, in einem Kinderheim abzuliefern oder notfalls zu 'erlösen', wenn sie sich erst nach Lieferung als nicht 1-A-Ware herausstellen. Nicht jeder Produktionsfehler kann schließlich vor Geburt festgestellt werden und manche Makel am Produkt entstehen erst durch Unfälle oder Krankheiten. Dieses unzumutbare Schicksal sollte kein erwachsener Mensch erdulden müssen. SWchl8ießlich gibt es in einer 'humanistischen' Gesellschaft ein Recht auf ein gesundes Kind.

Es ist...

...Eltern doch jederzeit erlaubt ihr Kind zur Adoption freizugeben, und zwar egal ob behindert oder gesund. Der Grund spielt da keine Rolle. Oder hab ich da was verpasst? Und sollte das Kind keine andere Familie finden, ist die logische Konsequenz erst mal das Heim oder eine Pflegefamilie (so sich denn eine findet). War nicht das Oldenburger Baby so ein Fall? Das mit dem Erlösen, wurde das nicht erst kürzlich sogar offiziell gefordert, ist das schon schwieriger mit dem Grundgesetz vereinbart. Mit der Geburt wird das Kind ja Rechtsträger. Ist es das vor der Geburt auch schon, ich bin da kein Experte? Vorgeburtlich kenne ich das Ungeborene nur als Rechtsträger im Sinne des erbberechtigten nasciturus.

"Down-Kinder sind nicht krank."

http://de.wikipedia.org/w...

Lesen Sie das mal durch.
Sagen Sie immernoch, diese Kinder seien nicht krank?

Ich bin nicht dafür, dass es T21-Kinder nicht gibt, aber die Eltern sollten das Recht haben zu entscheiden, ob sie sich eine so schwere Behinderung zutrauen.
Die Kinder bleiben nunmal nicht Kinder. Sie brauchen ihr Leben lang Pflege. Dass nicht jeder sich das aufhalsen möchte, kann ich voll und ganz nachvollziehen.

Aber Sie haben Recht, wer sich dazu entschieden hat, sein Kind trotz Behinderung zu bekommen, sollte sich dafür nicht rechtfertigen müssen.

Hat nicht die Gesellschaft ein "Recht" auf....

....Kinder, die nicht von Anfang bis zum Ende furchtbar viel kosten aber nie etwas werden beitragen können? Warum sollten die Eltern bevorzugt gesehen werden? Wir sind hier in Deutschland und in Deutschland haben wir eine Solidaritätsgesellschaft. Und Solidarität geht in beide Richtungen.

Wären die Kinder bereits geboren, könnte man sagen: "Nun Gut!" aber sie sind nicht geboren. Wir haben uns bereits vor langer Zeit dazu entschlossen moralische Werte tradierter Glauben zu verwerfen. Faktisch kann jede Frau ihr Kind auf Verlangen weg machen lassen. Vielfach geschieht das, so ich das Schrifttum verstanden habe aus finanziellen und gesellschaftlichen Gründen, also aus solchen Motiven, wie wir sie bei Totschlag als "niedere" bezeichnen. Warum sollte also die Gesellschaft sich die Kosten ins Haus holen? Warum sollte eine einzelne Frau, die uU kaum die ethischen oder wirtschaftlichen Zusammenhänge versteht den Foetus töten dürfen aus niederem Motiv die Gesellschaft aber nicht.

Sie sind wohl der Typ Gutsherr, ...

der die Arbeiter dazu nötigt, statt der möglichen 5 Stämme möglichst 7 Stämme je Schlitten über den vereisten Hohlweg nach unten zu leiten _ natürlich unter Einsatz derer Leben ... (der Kosten? wegen - welch Hohn)
???

"Warum sollte eine einzelne Frau, die uU kaum die ethischen oder wirtschaftlichen Zusammenhänge versteht den Foetus töten dürfen aus niederem Motiv die Gesellschaft aber nicht."

für ideologiebehaftetes Aussortieren, die "Gesellschaft" schon zweimal nicht ... (weil aus meiner Sicht die 'momentane' Gesellschaft die Entwicklungsrichtung durch Diversität & Polymorphismus nie detailliert? erkennen können wird. Gelenkte Evolution wäre dann eher gezüchtete Prädisposition zugunsten von 'Partikularinteressen')???
Der vorauseilende Gehorsam auf dem "leichten" Weg dient(e) nicht immer dem Gemeinwohl, zudem fordert eine Heilbehandlung meist sehr viel mehr an Wissen und Können, als ein Lebensabbruch _ oder ist das zu kurz gedacht???

Demut täte vor allem den Gläubigen gut.

Es will ja niemand die Christen daran hindern, behinderte Kinder zur Welt zu bringen. Wenn Sie das gerne tun wollen, bittesehr (sehen Sie, wie demütig ich bin?).

Was aber inakzeptabel ist, ist, wenn Gläubige Nichtgläubigen vorschreiben wollen, was sie zu tun haben. Da würde man sich von den Religiösen wirklich etwas mehr Demut wünschen.

Bei einer frühzeitigen Abtreibung wird nunmal kein Mensch getötet, sondern ein primitives Lebewesen. Verwerflich ist das also nicht.

Ach ja?

"In einer humanistischen Gesellschaft haben die Eltern auch das Recht auf gesunde Kinder."

Und was "gesund" ist, das entscheidet das "humanistische Weltgericht"?

Und vor dem kann man dieses "Recht" auch einklagen, wenn das Baby vom Wickeltisch gefallen und anschließend schwerbehindert ist? Das macht das dann "heile"?
Oder bekommt man dann einfach ein Zertifikat "Recht auf ein behindertes Kind"? Und das kann man sich dann an die Wand hängen?

Das nennt sich wohl "humanistische Verblendung"!

Demut, oder

@ Bugme: Mit einem Schöpfergott zu rechnen meint noch nicht Christ zu sein. Aber, zweitens erachte ich Demut als zwingend verbunden mit einer höheren Kraft oder Macht (oder eben einem Gott). Ich meine, Sie verwechseln insofern Toleranz ggü. Andersdenkenden mit Demut. Schließlich freue ich mich für Sie, dass niemand auf die Idee kam, Sie im Stadium eines primitiven Lebewesens abzutreiben. Wäre do h schade um diese Kontroverse gewesen, oder?

Damit verlangen Sie aber eine sehr ...

... einseitige Stellungnahme. Und das wäre somit auch nicht richtig.

Der Artikel ist tatsächlich recht gut - eine leise Tendenz zum Bekommen der Kinder auch mit Down-Syndrom lese ich mal heraus, aber da kann man wohl auch anderer Meinung sein.

Wenn etwas zum Wohl der Kinder und ihrer Eltern erreicht werden soll, so müssen auch die möglichen "Gefahren" genau betrachtet werden: Das Zerbrechen von Familien, von Down-Kindern, deren Familien es nicht schaffen ... letztendlich hilft nur möglichst neutrale, ehrliche Aufklärung. Da wir Menschen alle verschieden sind, wird es nie "die Lösung für ALLE" geben.

Richtig

Es wird nie die Lösung für alle geben. Niemand ist gezwungen, diesen Test durhzuführen (vom Preis mal abgesehen). Jemand, der aber wissen möchte, ob sein Kind eine eventuelle Behinderung hat, sollte das erfahren dürfen. Kinder mit Downsyndrom können sicher ein erfülltes Leben führen. Aber sie werden immer deutlich eingeschränkter sein als Menschen ohne das Syndrom. Das bedeutet für die Eltern eine Riesenverantwortung und es stimmt vollkommen, dass nicht jeder von vornherein für sich sagen kann, ob er dem gewachsen ist. Daher finde ich es ausgesprochen richtig und wichtig, dass es solche Tests gibt und dass sie allgemein zugänglich gemacht werden. Wer das nicht in Anspruch nehmen möchte, sollte trotzdem nicht schief angeschaut werden. Das ist genauso legitim.

Es wird nicht...

...bei Trisomie21-Früherkennung bleiben. Solche Krankheiten wie Mukoviszidose oder andere Quälereien braucht kein Mensch (wobei hier mglw. zukünftig Gentherapie zum Einsatz kommen kann).

>>Müssen wir diese Tests ablehnen ?<<

Nein, müssen wir natürlich nicht. Warum sollte man das tun, unsinnige religiöse Argumente jetzt mal beiseite gelassen?

Wir müssen dies Tests den werdenden Eltern allgemein zugänglich machen. Und dann müssen sich diese entscheiden: wollen wir das wirklich?
Geht es uns 'nur' um ein Kind oder geht es uns auch um ein gesundes Kind?

Das müssen wir tun als Gesellschaft - ihren Mitgliedern die Wahl ermöglichen und sie auch wählen lassen. Denn die einzige echte Freiheit ist die Freiheit der Wahl.

Was für ein schwaches Argument!

"Denn die einzige echte Freiheit ist die Freiheit der Wahl."

Sie haben vielleicht Freiheit definiert, aber nicht die Verfassung, die eine funktionierende, gesunde Gesellschaft brauch.

Es leuchtet absolut jedem sofort ein, dass Straßenverkehr mit völliger Freiheit nie funktionieren könnte und genauso ist es natürlich mit vielen weiteren Belangen des Zusammenlebens.

Es bedarf gewisser Regeln! - Und es ist wichtig zu fragen, wo diese herkommen. Von Aberglaube? Von Gottbefohlenheit? Oder doch lieber durch den Vernunft legitimierten Verstand?

Eine wesentlich genauere und bessere Definition von Freiheit: "Freiheit bedeutet nicht tun und lassen zu können, was man will, sondern die Möglichkeit, nein zu sagen."

Frei nach Voltaire glaube ich.

Schönen Sonntag!

Was ist der Leitfaden bei moralisch - ethischen Fragen?

Hallo Zivilisationswächter, Hallo @dragbert ,
.
K4 auf Seite 1 hat die meisten Leserempfehlungen bekommen, K5 vom Leser @dragbert - er vertritt die Gegenposition - hat nur etwa halb so viele. Jetzt kann man abschätzen, welche Ergebnisse Abstimmungen über Gesetze haben werden, die diese Tests betreffen. Man kann aber immer noch nicht wissen, was die ZO-Leser so denken.
.
@dragbert fragt: "Machbar darf aber doch nicht unser Leitfaden bei moralisch, ethischen Fragen sein?!"
Ebenso schwierig ist diese Frage: "darf denn ein Mehrheitsvotum unser Leitfaden bei moralisch-ethischen Fragen sein?!"

Mehrheit und moralisch-ethische Fragen...

Wenn man sich entgegen der Mehrheit auf moralisch-ethische Positionen verständigt und diese gesetzlich manifestiert, wird das auf lange Sicht dazu führen, dass die Mehrheit dafür sorgt, dass dies geändert wird und zuvor wird sie mit den Füßen abstimmen, indem sie sich ausserhalb dieses Rechtsraums bewegt, um ihre Position zu vertreten oder umzusetzen.

Das hat man in der Entwicklung des $218 sehr gut sehen können, denn die Frauen gingen im Falle, dass sie abtreiben wollten und es in Deutschland keinen rechtlich sauberen Weg gab, ins Ausland oder den riskanteren Weg zu dilletantischen Methoden.

In Bezug auf PID oder auch solche Tests kann man ebenfalls beobachten, dass die Menschen dann ins benachbarte Ausland gehen und in Belgien oder anderswo die medizinischen oder technischen Möglichkeiten nutzen.

Im Falle des $218 hat die Legislative irgendwann die Position der Frauen eingenommen und zumindest Straffreiheit festgelegt, sodass ein medizinisch sicherer Eingriff nun in Deutschland möglich ist.

Ob das bei dieser Methode auch der Fall ist, muss man abwarten und dann käme die nächste Hürde. Wer zahlt? Gibt es das Geld für den Test für Frauen ü35 von der Kasse oder ist es selbst zu zahlen?

Es geht auch um das Wohl des Kindes..

Sie schreiben "Ich kann in Worten nicht ausdrücken welch Bereicherung genau diese Menschen in meinem Leben waren!"

Und da seh ich den Knackpunkt: waren.

Diese Menschen sind offenbar nur zeitweilig in Ihr Leben getreten - und ich zweifle nicht daran, dass sie eine Bereicherung gewesen sind, wenn Sie das für sich festgestellt haben. Aber genau das ist der Punkt, Sie haben diese Menschen nur für eine gewisse Zeit begleitet.
Ihre Eltern jedoch begleiten sie ein Leben lang. Ein Mensch mit Down-Syndrom hat zumeist nicht das gleiche, einfache Leben wie der Großteil der Menschen. Das bedeutet besondere, stärkere Aufmerksamkeit der Eltern, des Umfelds. Auch Geschwister müssen sich darauf einstellen, meist muss sich ein gesamtes Familien-Gefüge nach dem einen Menschen richten. Und das kann schlauchen, stressen, sehr anstrengend sein, an der Frusttoleranz kratzen, Tränen herbei führen, gar Zweifel. Ein Leben lang.

Manche Familien, manche Menschen sind stark genug dafür. Andere nicht. Da kann man sagen, so oft man will, dass Menschen mit Trisomie 21 glücklich leben können - es hängt auch vom Umfeld und dessen Unterstützung ab. Wenn da was nicht stimmt, dann wird ein solcher Mensch nicht zwangsläufig erfüllt leben.

Und allein deswegen - auch zum Wohl des Kindes!! - Ja zum Test.

Die Abtreibung von Föten ist gesellschaftlich anerkannt, wenn die Mutter dem psychisch überhaupt nicht gewachsen ist. Und bei Trisomie-21-Befund ist dies plötzlich eine verpöhnte Schwäche?

Sorry...

... "waren" ist missverständlich. Ich habe einen behinderten Sohn.

Und zu all dem was Sie noch schreiben: genau, es steht und fällt mit dem Umfeld, der Gesellschaft. Mit einem Test, ist ein Wall gebrochen, der Fragen zulässt wie: "Muss doch nicht sein, so ein Kind", "Sie hätten wie Wahl gehabt". Und im meinen schlimmsten Tagträumen, sehe ich Gerichtverfahren in ca. 20 Jahren vor mir, bei denen es um die medizinische Versorgung eines Behinderten geht die vielleicht nicht gezahlt wird, weil man diese Kosten ja eigenlich auch hätte "vermeinden" können.

Anmaßend

Ein Gentest zum Wohl des Kindes???? Wie das?
Entweder das Kind ist gesund. Dann ist der Test unnötig.
Oder er zeigt eine genetische Abweichung an - und dann wird abgetrieben. Ist das das Wohl des Kindes??
Es gibt nur ganz wenige genetische Erkrankungen, bei denen die Kinder so sehr leiden, daß man sich vielleicht fragen könnte, ob es zu ihrem "Wohl" wäre wenn sie nie geboren würden. Down-Kinder um die es in diesem Test vor Allem geht, gehören ganz gewiß nicht dazu!
Ich möchte nochmal betonen daß ich keine Frau/Familie verurteile, die sich gegen ein Kind entscheidet - unabhängig davon ob es gesund ist oder ob eine Schwangerschaft aus anderen Gründen unzumutbar erscheint. Ich verurteile aber den Umgang mit Menschen und ihren Familien die ihre Stärken abseits der Leistungsgesellschaft haben und die abnehmende Bereitschaft, Schwächere in der Gesellschaft mitzutragen.
Das gabs in Deutschland übrigens schonmal!

Vielen Dank für den Hinweis,

dann nehme ich den auf Sie gerichteten Aufhänger als solchen zurück!

Ich würde es jedoch nicht als "Wall-Brechen" sehen. Ich sehe es eher als Möglichkeit der Eltern, abzuwägen, ob sie dem Kind die Zukunft und das Umfeld bieten können, welches es verdient.

Als krasses Beispiel könnte man z.B. eine 15-Jährige nehmen, die ungewollt schwanger wird, der vermeintliche Freund trennt sich, die Eltern entziehen die Unterstützung, das Mädchen hat keine Ausbildung, keinen Job und bekommt ein Kind mit Down-Syndrom. Das bringt die Welt erstmal ins Wanken und selbst die finanzielle und soziale Unterstützung, die die Mutter vom Staat bekommt und teils gerichtlich vom Vater verlangen kann, macht es nur bedingt leichter. Ist das Mädchen auch nur ansatzweise überfordert, wird für das Kind nicht richtig gesorgt werden können.

Und das lässt sich runterbrechen auf alle möglichen Fallkonstellationen, in denen die Eltern des Kindes sich nicht in der Lage sehen für das Kind zu sorgen. In meiner Familie gibt es ein Mädchen mit Down-Syndrom und das ist für die Familie ein Vollzeit-Job neben Beruf und Schule. Die Familie habt sich dafür entschieden und stehen dazu, aber sie sagen auch, dass sie nicht wüssten, ob sie sich wieder für das Kind entscheiden würden, wenn ein Test den Befund ergäbe.

Die Eltern sollte die Wahl haben. Und die Wahl vom Rest respektiert werden.

Zum "Wohl" welches Kindes?

Das "Wohl" dieses Kindes besteht in diesem Fall in der Nicht-Existenz, denn dieses Kind wird nie leben dürfen.

Ich wage nicht zu urteilen über Eltern, die sich für die Abtreibung eines behinderten Kindes entscheiden.

ABER: Ich persönlich lebe lieber mit der Unsicherheit. Ich habe in zwei Schwangerschaften nichts getestet und - Gott sei Dank - zwei gesunde Kinder. Aber auch diese können später schwere Unfälle oder chronische, möglicherweise tödliche Erkrankungen bekommen, drogenabhängig oder psychisch auffällig werden.
Ein Kind zu bekommen bedeutet immer, sich auf das nicht planbare einzulassen.
Auch mit gesunden Kindern kann eine Familie überfordert sein, zerbrechen, können Lebensträume platzen und viele Dinge anders laufen, als man sich das wünscht.
So ist das nun mal, wenn man sich fürs Kinderkriegen entscheidet. Nicht alles im Leben ist planbar.

Klar, man kann den Fortschritt nicht aufhalten. Aber man kann selbst entscheiden, wie weit man ihn nutzt.

Ich habe sehr getrauert, als ich eine Fehlgeburt hatte. Wenn ich mir nun noch vorstelle, ich hätte mich selbst aktiv dafür entscheiden müssen, ein Kind nicht zu bekommen, weiß ich nicht, ob ich mit dem Schmerz hätte leben können. Ich empfehle auch Freunden grundsätzlich, diese Tests nur zu machen, wenn sie sicher sind, dass sie abtreiben würden.

Ich kann mir auch vorstellen, dass die Akzeptanz für Eltern behinderter Kinder sinkt, nach dem Motto "Seid ihr doch selber schuld dass ihr das Kind bekommen habt".

Ich verstehe nicht,

wieso Sie eine Welt ohne bzw. mit weniger Kindern mit Down-Syndrom als "armselig" bezeichnen. Dann könnte man auch sagen, dass die Behandlung von Krankheiten oder das Verabreichen von Schmerzmitteln unterlassen werden muss, weil der Mensch sonst verlernt, mit Krankheiten und Schmerz umzugehen, denn diese gehörten nun mal zum Leben dazu.

Außerdem ist noch zu sagen - das betrifft nicht Ihren Kommentar -, dass Leute, die Angst vor der Frage "Warum haben Sie das Kind denn überhaupt ausgetragen?" haben, sich fragen sollten, ob sie nicht doch lieber hätten kinderlos bleiben sollen.
Es gibt zurecht viele Eltern, die gegen diesen Test eintreten, weil sie ihr Kind lieben, wie es ist. Warum aber haben dann so viele Angst vor einer solchen Frage? Wenn man heute gegen diesen Test ist, muss man doch auch in Zukunft den Mut haben, ein entschlossenes "Weil es mein Kind ist, ein lebendiges Wesen!" auf diese Frage entgegnen zu können, auch wenn das dann eventuell nicht mehr den gesellschaftlichen Normen entsprechen könnte.

Ich kann nur sagen, dass ich aus von anderen Foristen hier bereits genannten Gründen für diesen Test bin. Ich denke nicht, dass es gut ist, diesen Test abzulehnen, weil manche befürchten, dass in 20 Jahren der Film "GATTACA" Realität ist. Eine Einschränkung sollte hinterher noch immer möglich sein, keine Frage.

Ich habe das so verstanden, dass es keine verpönte schwäche ist.

Ich habe das so verstanden, dass es ein Plädoyer für einen menschlicheren Umgang mit Behinderten war. Nachdem es schon Trisomie 21 Betroffene mit Hochschulabschluss gibt, bin ich da extrem nachdenklich.

Wir haben alle unsere Vorstellungen davon, was ein Mensch leisten sollte, damit er ein nützliches Mitglied unserer Gesellschaft werden kann. Allein die Bezeichnung "nützliches Mitglied der Gesellschaft" halte ich für für höchst bedenklich. Hauptsächlich, weil wir das mit irgendwelchen nützlichen Beiträgen für die Gesellschaft verknüpfen.

Das Bedenkliche daran ist, dass die Definition von "nützlich" rein willkürlich ist. Wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist, dann hat alles seinen Nutzen. Kategorisierungen sind immer relativ: Es braucht einen Vergleichswert. Um besser als irgendwer zu sein, braucht es eben jemanden, der schlechter ist. Allein das rechtfertigt die Existenz des Schlechteren. Es wird als Maßstab gebraucht.

Zudem habe ich einen weiteren Grund für meine Schwierigkeiten mit solchen Tests als Grundlage für die Entscheidung zu Abtreibungen: Die Kinder selbst.

Ich habe viele Berichte über von Trisomie 21 Betroffene gesehen. Was mir dabei auffiel ist, dass diese häufig über etwas verfügen, was zunehmend selten wird: Ein sonniges Gemüt.

Es wäre möglich, dass das genau das ist, wovon wir möglichst viel bräuchten. Ich kann mich nicht zu einer eindeutigen Hltung zu diesem Test durchringen, glaube aber, dass ich ihn im Bedarfsfall nicht in Anspruch genommen hätte.

Bewertet und nicht für gut befunden

Kinder mit Down-Syndrom im gleichen Atemzug wie Krankheiten oder das Verabreichen von Schmerzmitteln zu nennen, zeigt, dass längst ein Urteil gefällt worden ist. Eine Bewertung hat stattgefunden, die offensichtlich nicht zugunsten der Menschen mit Trisomie 21 ausgefallen ist. Die Maßstäbe für eine solche Bewertung sind allerdings willkürlich gewählt.

Genau das ist doch aber das eigentlich Erschreckende. Dahinter scheint die Frage auf, wie wir in unserer Gesellschaft generell miteinander umgehen wollen. Akzeptieren wir einander gegenseitig mit all unseren Unterschieden oder erstellen wir einen Katalog, wie groß diese Unterschiede gerade noch sein dürfen, und eliminieren alle, die diesen Kriterien nicht genügen.

Wenn es so etwas wie Evolution geben sollte, ist die Frage, worauf diese abzielt. Und damit sind wir ganz schnell bei der Frage, welchen Sinn wir unserem Leben geben. Besteht der Sinn des Lebens nur darin, die 80-100 Jahre auf diesem Planeten möglichst angenehm zu verbringen? Oder darin, die Rätsel des Universums auf wissenschaftliche Weise zu lösen? Oder darin, möglichst viel Liebe zu verschenken?

Von der Antwort auf solche Sinnfragen hängt ab, wie wir mit Mitgliedern unserer Gesellschaft umgehen, die nicht den gesetzten Normen entsprechen.

Vor GATTACA habe ich keine Angst

Wenn die Zukunft wird wie in GATTACA erzählt, dann habe ich keine Angst vor der Zukunft - im Gegenteil. Schlussendlich ist der Protagonist trotz seiner negativen Indikation in der Lage die hohen Ansprüche der Tests zu erfüllen, die Mission erfolgreich zu beenden und seinen Traum zu verwirklichen, einfach indem er sich "reinschummelt" und den Willen hat. Damit sagen die Tests nichts über die wirklich wichtigen Eigenschaften aus. Vor solchen Tests habe ich keine Angst. Eine akkurate Vorhersage würde mir deutlich mehr Angst machen.