Wasserversorgung : Schluss mit dem Wassersparen!
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"Das Wassersparen hat nicht viel gebracht"

Man kann diese Diskussion freilich noch ein wenig komplizierter machen. Seit Kurzem ist der Vorwurf aufgekommen, dass die Deutschen trotz all ihrer Sparwut immer noch zu viel Wasser verbrauchen. Es stand sogar schon in der Zeitung. »Das Wassersparen hat nicht viel gebracht«, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und die Süddeutsche Zeitung sekundiert, Deutschland gehöre zu den größten Wasserverschwendern weltweit.

Diese Vorwürfe beziehen sich nicht auf die 122 Liter Wasser, die jeder Deutsche am Tag aus der Leitung fließen lässt. Vielmehr geht es um jene 5.288 Liter, die sich laut der Umweltorganisation WWF ergeben, wenn man das so genannte »versteckte Wasser« hinzurechnet. Das ist Wasser, das für die Produktion eines Gutes verwendet worden ist. Wenn ein Deutscher ein T-Shirt kauft, dann verbraucht er Schätzungen zufolge rund 3.000 Liter verstecktes Wasser, mit dem die Baumwollpflanzen bewässert oder die Färbeanlagen gereinigt wurden. Kommt dieses »versteckte Wasser« aus Usbekistan , dann stammt es in der Regel aus einem Zufluss des Aralsees. Dieser ist inzwischen fast völlig ausgetrocknet.

Da ist sie also wieder: die Idee, dass die Deutschen mit ihrem Konsumverhalten den Armen dieser Welt das Wasser abgraben.

Unterstützt wird diese Denkweise von den Vereinten Nationen . Zum Weltwassertag in der vergangenen Woche veröffentlichte sie sogar ein Poster, das zeigt, wie viel verstecktes Wasser sich in Lebensmitteln verbirgt. Eine Tasse Kaffee: 140 Liter. Ein Hamburger: 2.400 Liter. Ein Steak: 7.000 Liter. Dazu der Aufruf: »Konsumieren Sie weniger wasserintensive Produkte!«

Sollen die Deutschen also beim versteckten Wasser sparen? Nein, sagt der Leipziger Umweltforscher Erik Gawel. »Diese riesigen Literzahlen klingen zwar zunächst einschüchternd. Aber die reinen Mengenangaben sagen allein noch nichts aus.« Manchmal sei Wasserentnahme tatsächlich Raubbau, wie bei der Baumwolle in Usbekistan. Manchmal aber auch unbedenklich, wie beim Kaffee aus dem kenianischen Hochland, wo es viel regnet.

Ob der Wasserverbrauch nun schädlich war oder nicht, ist also gar nicht leicht herauszufinden. Beim Umweltbundesamt ist man daher auch skeptisch, ob Verbraucherinformationen etwas nützen. Selbst wenn auf jedem Produkt die Menge des versteckten Wassers angegeben wäre, würde das dem Verbraucher noch keine sinnvolle Entscheidung ermöglichen, sagt dort die Wasserexpertin Ingrid Chorus. »Der einzige Effekt wäre, den Deutschen beim Wasserverbrauch wieder ein schlechtes Gewissen zu machen.«

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Kommentare

89 Kommentare Seite 1 von 13 Kommentieren

Sehr geehrter timmueller,

weil sowohl Schadstoffspektrum wie auch die Art der Probenahme und Bilanzierung z.B. von Reinigungsleistung der Anforderungen und dem Stand der Technik nicht mehr entsprechen!

Unsere Minderleisterorganisationen haben diesen Zustand der Stagnation bewußt herbeigeführt und versuchen diesen zu erahlten; denn sonst würde nicht nur die TVO reformiert werden müssen, sondern es ist auch eine entsprechende Neubewertung der Grundwasservorkommen erforderlich.

Dadurch würden absehbar in der Folge eine Menge noch regressfähiger Zustandsstörer bekannt werden, insbesondere durch Anwendung geeigneter Monitoringmethoden.

MfG Karl Müller

Meine Hydrologievorlesung

kommt ebenfalls zu anderen Ergebnissen.

Momentan haben wir noch viel sauberes Trinkwasser. Bis ungefähr 1970 war es erlaubt seinen Müll überall zu verklappen wo es keinen Stört. Das haben auch viele Firmen gemacht. In den nächsten Jahrzehnten (ja so langsarm geht das) werden die Chemikalien ect. Tiefen erreichen, in denen sich unsere Grundwasseraquifere befinden. Dann wird sich unser sauberes Trinkwasser sehr rasch in ungeniesbares Tw verwandeln.

Zudem finde ich es Unverantwortlich zu mehr unnützem Wasserverbrauch aufzufordern. Was geht n ab?

Leider Wissen wir nicht

was sie studieren, sollte es Wawi oder Bau sein kommen sie später noch drauf, was der Autor will. Denn durch die ungenügende Durchströmung (Stichwort Dimensionierung) der Netzinfrastruktur kommt es dort zu übermäßgiem Verschleiß und Ablagerungen deren Beseitigung oder Instandhaltung teurer wäre, als wenn dort mehr Wasser (projektiert) durchströmen würde. Die Mehrkosten werden dann wieder auf den Preis aufgeschlagen.
Die Auswirkungen sehen besonders im O-Dland. Wo sich im Größtenteil der Kommunen überdimensionerte Klärwerke finden, die zum einen Aufgrund der HOAI entstanden sind und zum Anderen die Wassereinsparungen nicht berücksichtigt haben und jetzt einen teilweise nicht vertretbaren Wartungsaufwand betreiben müssen.

Ein anderer Pkt. ist die reduzierte Wasserhaltungkapazität der Landschaft aufgrund der Erfüllung der EWRL, die in D mit der selben Inkompetenz durchgezogen wurde, wie die erneuerbare Energie Problematik.

Die Folgen werden unsere nachfolgenden Generationen noch zu spüren bekommen.

Preis!

Dann macht Wasser endlich billiger! Bei 3-4 Euro pro m³ (inkl. Abwasser) muß man Wasser wegen der hohen Kosten sparen! Dazu kommt mittlerweile die Niederschlagsgebühr. Erhöht von mir aus den jährlichen Grundbetrag auf 80€ pro Nase im Haushalt (Kinder die Hälfte) und senkt den m³-Preis auf 50ct inklusive Kanal. Dann braucht ihr die Kanäle auch nicht mehr regelmäßig spülen.

Erinnert mich...

...an einen Beitrag in einem dieser Pseudo-Wissenssendungen der vergangen Tage mit dem Thema "Plagiaten". Unter anderem wurde der Schwarzmarkt mit gefälschten Phramazeutika behandelt und über die Risiken des Konsums (steht ja außer Frage) und den Verlust der Pharmaindustrie "aufgeklärt". Das ganze noch hübsch verpackt mit den Beiworten eines großen Blaue-Pillen-Produzenten.

Man muss bei derart "bezahlter" Berichterstattung natürlich nicht eine tiefgründige Analyse erwarten, nichtsdestotrotz ist das Grundproblem - dem Vorhandensein eines Schwarmarktes im großen Stil - von der Pharmaindustrie und dem kranken Patentwesen hausgemacht. Es können noch so viele Forscher daherkommen und über die Gefahren predigen - Solange der Preis nicht stimmt, wird sich am Konsumverhalten nichts ändern. Das betrifft die Pharmaindustrie, die ihren Teil zur Existenz des Schwarzmarktes beiträgt und eben auch die Wasserwirtschaft, die mit ihren Preisen zum Geizen aufruft.

Rohre müssen gespült werden

Nicht ganz, denn was im Artikel etwas dramatisch beschrieben wird, dass Fäkalien im Abfluss liegen bleiben und sich allernorts Keime ausbreiten können ist eigentlich so nicht der Fall. Stattdessen pumpen die Wasserversorger von den Verbrauchern ungenutztes, einwandfreies Trinkwasser durch die Kanäle, um dies zu verhindern.

Das heißt, dass die Wassermenge sich nicht oder nur minimal verändern würde, wenn die Deutschen mehr Wasser verbrauchen. Man würde es eben nur in den Haushalten nutzen, statt dass die Wasserwerke es zusätzlich von sich aus in die Leitungen pumpen. Kurz: Wir "verbrauchen" dann kein neues Wasser, sondern entnehmen den Zusatzverbrauch dem zur Spülung vorgesehenen Wasserreservoir.

PS: Im übrigen wird eben dieses zur Spülung verwendete Wasser natürlich auch den Kunden in Rechnung gestellt. Sind ja eben gesteigerte Fixkosten auf Grund unseres Fehlverhaltens beim Wasserverbrauch. Wasser sparen ist in Deutschland ein Fehlverhalten! Ist leider so.

Wasser demnächst unbezahlbar?

Natürlich hilft Wassersparen in Deutschland nicht den Kindern in Afrika - aber wir erlauben uns den Luxus Wasser zur Entsorgung unserer "Abfälle" zu benutzen. In vielen Gegenden Deutschlands haben die Menschen ihr "Trinkwasser" bereits 4x getrunken, mit all den Rückständen an Hormonen, Medikamenten, Pestizieden...die die Klärwerke eben nicht herausfiltern können. In Deutschland ist die Trinkwasserqualität angeblich so gut, weil man die Grenzwerte entsprechend anpaßt bzw. bestimmte Belastungen wie PFT - oft gar nicht erst mißt.
Die "Rohrverstopfungen" durch zu geringen Wasserverbrauch muten in etwa so an wie die "Stromverteuerungen durch die Energiewende"! Sie verdecken schlicht Planungs- bzw. Managementfehler! Die Kanalnetze in Deutschland sind viel zu überdimensioniert ... nur da Kanal und Wasserversorgung in der Hand von Monopolisten sind, können die entstehenden Kosten auf die Nutzer widerstandslos abgewälzt werde.
Neben Strom, Öl/Gas und Benzin wird in den nächsten Jahren die Preistreiberei sicher auch beim Wasser einsetzen...

Wenn man das Wassersystem neu baut, schmeißt man das Alte weg. Sie können damit rechnen das sich dadurch der Wasserpreis nochmal verdoppelt. Bei gleichem Verbrauch. Sinkt der Verbrauch noch weiter, dann noch stärker.

Der Schmutzertrag hängt übrigends nicht vom Wasserverbrauch ab. Ob Sie nun wenig oder viel Spülen. Das A-A bleibt das gleiche, nur weniger verdünnt. Ihr Problem lösen Sie so nicht. Die Kläranlage entlasten Sie so auch nicht, weil der Schmutz hier den Aufwand macht. Die verdünnen das ganze dann Teilweise sogar, damit die Bakterien, die das ganze abbauen nicht sterben.

Dünnere Leitungen sind also quatsch.

In vielen Gebieten gab es keine Fehlplanung. Nur der Pro Kopf Wasserverbrauch ist gesunken, wegen dem falschen Ökowahn UND den höheren Wasserpreisen (aufgrund der geringeren Menge)