Weltbank: Es ist die Gesundheit, Dummkopf!
Mit dem Amerikaner Jim Yong Kim würde erstmals ein Mediziner die Weltbank führen.
© Getty Images

Jim Yong Kim und US-Präsident Barack Obama
Die zwei Ärzte stopften die Tuberkulosemedikamente in ihre Aktenkoffer. Dann fuhren sie mit dem Taxi zum Bostoner Logan Airport, stiegen ins Flugzeug und transportierten die teure Ware nach Peru. Jim Yong Kim und Paul Farmer wussten, dass die Medikamente dort dringend gebraucht wurden, dringender jedenfalls als in den USA. Also hatten sie sich kurzerhand und ohne zu fragen, eine ganze Ladung aus der Apotheke des Brigham And Women’s Hospital in Boston geborgt – die später bezahlt wurde. So jedenfalls beschreibt es Tracy Kidder in seinem preisgekrönten Buch Mountains beyond Mountains .
Das war Mitte der neunziger Jahre. Nun hat der amerikanische Präsident Barack Obama einen der beiden Robin Hoods, Jim Kim, für den Chefposten der Weltbank nominiert. Setzt der sich durch – was so gut wie sicher ist, weil der amerikanische Kandidat sich bislang immer durchgesetzt hat –, wird das erste Mal ein Mediziner zum Chef der wichtigsten internationalen Entwicklungsorganisation. Und Jim Kim, den die einen als innovativen Sozialmediziner loben und die anderen als unbedarften Sozialromantiker geringschätzen, darf dann seinen bis dato schwierigsten Patienten kurieren: die Weltbank.
Weltbank! Viele Regierungschefs haben in der Vergangenheit gezittert, wenn sie dieses Wort hörten. Die Institution, die in Washington nur ein paar Schritte vom Weißen Haus entfernt residiert, hat für eine Menge Träume und Albträume gesorgt. Erfunden in den vierziger Jahren, um den Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Welt zu finanzieren, wurde sie schnell zu der Bank, die den Süden des Globus auf den rechten, sprich marktwirtschaftlichen Weg bringen sollte. Mit Druck und verlockend günstigen Krediten setzte sie in den achtziger Jahren in vielen Ländern die Liberalisierung der Märkte durch, zwang Regierungen zum Abbau ihrer Staatsapparate und zu Kürzungen beim Sozialen. In Washington ging deswegen lange Zeit keine Tagung der Weltbank ohne Gegendemos über die Bühne.
Heute sind die Proteste weitgehend Geschichte. Zum einen hat die Bank aus Fehlern gelernt. Zum anderen gelten auch auf ihren Fluren Ausgaben für Gesundheit oder Bildung nicht mehr als Verschwendung, und der Glaube an die Allheilkräfte des Marktes ist nicht mehr so stark wie einst. Entscheidend aber ist, dass die Bank ihre Alleinstellung verloren hat. Heute sind private Geldgeber oft wichtiger als öffentliche. Viele einstige Kunden brauchen die Bank nicht mehr, sie vergeben im Gegenteil – wie China – längst selbst Kredite. Und keine Regierung will sich so gängeln lassen, wie es früher üblich war. Heute ist keine Ideologie, heute ist Beratung gefordert.
Gerade bei Letzterem hat Kim viel Erfahrung. Gemeinsam mit seinem Partner Paul Farmer hatte sich der Arzt schon vor Jahrzehnten in den Kopf gesetzt, dass zuerst und vor allem die Gesundheit der Menschen zählt – und sich daraus vieles andere ganz logisch ergibt. Deswegen gründeten die beiden 1987 die Hilfsorganisation Partners in Health (PIH). Zunächst kümmerten sie sich um die Kranken in Haiti, dann aber wuchs PIH zu einer weltweit operierenden Organisation mit rund 13.000 Mitarbeitern heran. Jim Kim reichte auch das nicht, er wollte noch größer denken, Strukturen verändern. Ihn interessierte: Wie schafft man den Übergang vom kleinen, funktionsfähigen Gesundheitsprojekt zur Verbesserung der Lebenssituation eines ganzen Landes?
Auf der Suche nach Antworten schlug Kim den Weg ins Gesundheitsmanagement ein und wurde Direktor bei der Weltgesundheitsorganisation. Dabei scheute er sich nicht, ungewöhnliche Verbündete zu suchen, zum Beispiel bei der Harvard Business School. Dort werden Leute ausgebildet, die später Firmen helfen, Produkte wie Coca-Cola global zu vermarkten. Kim fragte: Warum das nicht auf das Gesundheitswesen übertragen? Doch diese Ideen kam in der idealistischen Entwicklungshilfeszene nicht gut an. Dort stehen gerade multinationale Konzerne im Verdacht, eher Teil des Problems zu sein. Die Kollegen sperrten sich, die Kooperation trug nie bedeutende Früchte. Und Jim Kim, der Arzt, entfernte sich von der globalen Gesundheitsszene. Er wurde Präsident des renommierten Dartmouth College im New Hampshire und setzte fortan alles daran, das US-Gesundheitssystem zu reformieren. Ein schier unmögliches Unterfangen, wie die Debatten um die Gesundheitsreform von Barack Obama zeigen.




Ob Mediziner oder Bäcker ist Nebensache!
Hauptsache ist der Positive Einfluß auf den Dollar!
Sowie die Annährung an das Chinesische Kapital.
Eine Zusammenarbeit mit den Ratingsagenturen ist gewiss...
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls
Das sieht der Economist übrigens ähnlich, denn dieser hält Kim aus mangelnder Erfahrung in Finanzfragen (die Weltbank belibt numal eine Bank und ist nicht die WHO) für einen gänzlich ungeeigneten Kandidaten, der nur durchkommen wird, weil die USA und in diesem Falle Obama das so will.
http://www.economist.com/...
Das sieht der Economist übrigens ähnlich, denn dieser hält Kim aus mangelnder Erfahrung in Finanzfragen (die Weltbank belibt numal eine Bank und ist nicht die WHO) für einen gänzlich ungeeigneten Kandidaten, der nur durchkommen wird, weil die USA und in diesem Falle Obama das so will.
http://www.economist.com/...
Eine interessante Entscheidung, des US-Präsident Barack Obama !
Der muß weiter Präsident bleiben.
Haben die keine Abteilungen mit spezialisietrten Fachleuten? Und wenn die Weltbank ein normale Bank sein soll, warum besteht sie dann?
Gesundheit ist ein so hohes Gut wie Umwelt, denn mit Kranken kann man auch kein Umwälzungen betreiben. Und ob die einheitliche Linie überhaupt gefunden werden kann? Ich glaube nicht denn in den "Nehmerländern" gibt es divergierende Interessen. Die Alternative wären Zwangspakete welche man auch nicht will.
Also lasse man doch mal einen Arzt machen. Entscheidend ist sein Glaubwürdiggkeit. Die Finanzmarktspezialisten können ihn ja beraten. Und wer nur am eigenen Profit interessiert wäre, hätte doch bei dieser Bank nichts zu suchen.
oder nicht?
oder nicht?
oder nicht?
So etwas hätte sich auch niemand mehr ausdenken können:
http://www.youtube.com/wa...
So etwas hätte sich auch niemand mehr ausdenken können:
http://www.youtube.com/wa...
Eine wegweisende Entscheidung!
Vom Konzept, dass bei Führungskräften Sachkenntnis erforderlich ist, hat sich die Politik ja schon längst verabschiedet, wesentlich entscheidender sind Durchsetzungskraft, Flexibilität, Charisma und mitreißende Rhetorik, wie diverse Beispiele nicht nur auf der deutschen Regierungsbank eindeutig belegen. Es wird Zeit, dass dieser Pragmatismus auch auf die Finanzwelt angewandt wird.
Symbolisch auch die Tatsache, dass Präsient Obama persönlich den Mann installiert, das zeigt nun auch ganz offiziell die tatsächlichen Machtverhältnisse, die auf der Welt herrschen. Die offizielle Legitimierung durch so eine Art Wahl ist da nur noch Formsache.
Ob die Einsetzung eines Mannes mit asiatischen Wurzeln eine Abwendung von Europa hin zu China et al darstellt, ist in meinen Augen noch offen. Fakt ist: Die Amis sind pleite und brauchen dringend Kreditgeber. Möglicherweise sollte unsere Führungsspitze schon mal einen transatlantischen Rettungsschirm andenken, um zu verhindern, dass unsere Freunde in USA sich ganz von uns abwenden.
Auf die paar Hundert Billionen käme es dann auch nicht mehr an. Wir haben's ja. Und Wundpflaster gibt's ja ab jetzt gratis.
wenn das so wäre, könnte man unsere in Ämter und Verantwortung gewählten Beamten, Juristen und was sich sonst noch alles in den Parlamenten tummelt, nach Hause schicken.
Wenn es die studierten Banker mit ihrem geballten Sachverstand geschafft haben, dass internationale Finanzsystem an die Wand zu fahren, kann es ein fachfremder Medicus auch nicht mehr viel schlechter machen.
Wenn ein Jurist aus parteipolitischen oder machttaktischen Gründen plötzlich Finanzminister wird und sein bisheriger Kontakt mit der Finanzwelt sich auf das monatliche Ausdrucken seiner Kontoauszüge beschränkte, macht das gar nichts.
Seine Aufgabe ist es ja nicht, die Staatsfinanzen zu stabilisieren, sondern die besorgten Bürger mit wohlgesetzten Worten zu beruhigen, quartalsmäßig staatsmännisch rote Linien der Staasverschuldung und -haftung zu verkünden, die unter seiner Regie niemals überschritten würden, um dann, jetzt kommt die hohe Schule der eigentlichen Regierungskunst, zwei Monate später mit den gleichen wohlgesetzten Worten den besorgten Bürgern zu erklären, warum die Überschreitung der roten Linie leider alternativlos war.
Schließlich dient alle Staatsverschuldung und Staatshaftung am Ende nur der Staatsgesundheit und dem Wohle der Bürger, nicht wahr.
Medizin muss nun einmal bitter schmecken, sonst wirkt sie nicht. Finanzjuristen und Bankenmedici, die es gewohnt sind, am offenen Herzen zu operieren, wissen so etwas.
Stirbt der Patient bei der Operation, war es wohl Gottes Wille.
wenn das so wäre, könnte man unsere in Ämter und Verantwortung gewählten Beamten, Juristen und was sich sonst noch alles in den Parlamenten tummelt, nach Hause schicken.
Wenn es die studierten Banker mit ihrem geballten Sachverstand geschafft haben, dass internationale Finanzsystem an die Wand zu fahren, kann es ein fachfremder Medicus auch nicht mehr viel schlechter machen.
Wenn ein Jurist aus parteipolitischen oder machttaktischen Gründen plötzlich Finanzminister wird und sein bisheriger Kontakt mit der Finanzwelt sich auf das monatliche Ausdrucken seiner Kontoauszüge beschränkte, macht das gar nichts.
Seine Aufgabe ist es ja nicht, die Staatsfinanzen zu stabilisieren, sondern die besorgten Bürger mit wohlgesetzten Worten zu beruhigen, quartalsmäßig staatsmännisch rote Linien der Staasverschuldung und -haftung zu verkünden, die unter seiner Regie niemals überschritten würden, um dann, jetzt kommt die hohe Schule der eigentlichen Regierungskunst, zwei Monate später mit den gleichen wohlgesetzten Worten den besorgten Bürgern zu erklären, warum die Überschreitung der roten Linie leider alternativlos war.
Schließlich dient alle Staatsverschuldung und Staatshaftung am Ende nur der Staatsgesundheit und dem Wohle der Bürger, nicht wahr.
Medizin muss nun einmal bitter schmecken, sonst wirkt sie nicht. Finanzjuristen und Bankenmedici, die es gewohnt sind, am offenen Herzen zu operieren, wissen so etwas.
Stirbt der Patient bei der Operation, war es wohl Gottes Wille.
wenn das so wäre, könnte man unsere in Ämter und Verantwortung gewählten Beamten, Juristen und was sich sonst noch alles in den Parlamenten tummelt, nach Hause schicken.
Wenn es die studierten Banker mit ihrem geballten Sachverstand geschafft haben, dass internationale Finanzsystem an die Wand zu fahren, kann es ein fachfremder Medicus auch nicht mehr viel schlechter machen.
Wenn ein Jurist aus parteipolitischen oder machttaktischen Gründen plötzlich Finanzminister wird und sein bisheriger Kontakt mit der Finanzwelt sich auf das monatliche Ausdrucken seiner Kontoauszüge beschränkte, macht das gar nichts.
Seine Aufgabe ist es ja nicht, die Staatsfinanzen zu stabilisieren, sondern die besorgten Bürger mit wohlgesetzten Worten zu beruhigen, quartalsmäßig staatsmännisch rote Linien der Staasverschuldung und -haftung zu verkünden, die unter seiner Regie niemals überschritten würden, um dann, jetzt kommt die hohe Schule der eigentlichen Regierungskunst, zwei Monate später mit den gleichen wohlgesetzten Worten den besorgten Bürgern zu erklären, warum die Überschreitung der roten Linie leider alternativlos war.
Schließlich dient alle Staatsverschuldung und Staatshaftung am Ende nur der Staatsgesundheit und dem Wohle der Bürger, nicht wahr.
Medizin muss nun einmal bitter schmecken, sonst wirkt sie nicht. Finanzjuristen und Bankenmedici, die es gewohnt sind, am offenen Herzen zu operieren, wissen so etwas.
Stirbt der Patient bei der Operation, war es wohl Gottes Wille.
Finanztoepfe!
Es ist absolut unglaublich, was dieser Vorschlag beinhaltet. Sorry, aber man sieht ja was ein Arzt als Wirtschaftsminister anrichtet! Siehe Roessler! Und das ist absolut der Gipfel der Bodenlosigkeit Schlecker haengen zu lassen. Vielleicht haette Roessler endlich erkennen muessen, dass das Pferd auf dem sitzt nicht mehr existiert und auch wer Liberalismus in Totalitaet fordert, ihn dann spaeter auch ertragen muss. Schade, dass man selbst aus dieser aeusserst desastroesen Entscheidung die Leute nichts gelernt haben. Medizin gehoert in die Klinik und nciht an den Finanzmarkt. Ansonsten koennen wir ja den Organhandel liberalisieren.! Die Verwechselung von Liberalismus und Freiheit ist hier leider eindeutig. Freiheit bedeutet auch finanzielle Freiheit fuer die kleinen Leute und nicht nur fuer Besserverdiener. Und wenn ich mir vorstelle, dass das Gesundheitssystem von der freien Wirtschaft mit den Vorstellungen von Nachfrage und Angebot geleitet wird, dann gruselt es mir und man muss sich dann nicht wundern, dass auch Sozial umgedeutet wird. NAEMLICH IN EIN RECHT DES STAERKEREN! Und so widerspruechlich dies auf den ersten Blick klingt, so haben wir mit dem Recht des Staerkeren eine Regulierung, die einer Ueberregulierung aehnelt, in dem Punkt, dass hier ein monetaeres System in Bereiche der Existenz der Menschen eingreift, welche eine kleine Masse uebervorteilt und eine grosse Menge vernachlaessigt und systematisch ausgrenzt.
wird auch in "Let´s Make Money" erwähnt:
http://www.letsmakemoney....
und zwar in einem "hübschen" Kontext. Man könne den Film auch auf YouTube finden, und dafür braucht man kein linker Verschwörungstheoretiker zu sein; der Autor selbst ist auch keiner.
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