Wochenmarkt: Frischer Spinat, heiß und fettig
Die türkische Küche hat viel zu bieten, zum Beispiel einen beispielhaft gelassenen Umgang mit Spinat. Und Börek ist unter den vielen Spinatgerichten der Klassiker.
Einige Restaurantbetreiber mit türkischem Migrationshintergrund halten es für sinnvoll, sich als italienische Gastwirte auszugeben. Denn die italienische Küche ist Konsensküche, während der Normalesser vor dem Essen der Türken immer noch ein wenig Angst hat, auch wenn er ansonsten vielleicht liberale Ansichten zum Thema Einwanderung vertritt.
Dabei kann man von den Türken einiges lernen. Sie haben einen beispielhaft gelassenen Umgang mit Spinat. Er ist in der Türkei Bestandteil vieler Gerichte und macht kein Aufhebens um sich. Es ranken sich dort keine Legenden um seinen Eisengehalt. Kinder essen ihn klaglos. Spinat wird zum Beispiel einfach in einen Börek gestopft, eine Fast-Food- Blätterteigtasche. Die Rollen, die es bei jedem türkischen Imbiss gibt, können extrem fettig sein, wenn sie frittiert werden. Das schmeckt besonders nachts um zwei Uhr. Die leichtere Variante, im Ofen gebacken, wird im Kochbuch Echt türkisch beschrieben, das Hilal Arslantaș zusammen mit ihrer Mutter Latife verfasst hat (Christian Verlag). Die Familie wohnt seit Langem in Deutschland. Hilal Arslantaș studiert Wirtschaftsingenieurwesen in Landshut, aber einen ganzen Sommer lang kochten die beiden in der türkischen Sommerfrische im anatolischen Dorf, um ihr Buch mit 80 Rezepten zusammenzustellen.
Den Spinat waschen, abtropfen lassen, klein schneiden und in eine Schüssel geben. In einer Pfanne das Öl erhitzen, die Zwiebel schälen, klein hacken und anschwitzen. (Wer will, brät ein bisschen Knoblauch mit an.) In die Schüssel zum Spinat geben und mit Salz, Paprika und Pfeffer abschmecken.
Die Blätterteig-Dreiecke nebeneinander auslegen. In einer Schüssel Eier, Joghurt, Öl und Milch verquirlen. Je ein Teigdreieck mit dieser Mischung bestreichen und ein anderes Dreieck darauflegen. Jetzt auf dem spitzen Drittel der Dreiecke jeweils etwas von der Spinat-Zwiebel-Mischung verteilen. Die anderen beiden Ecken des Dreiecks einschlagen und von der Spitze her einrollen. Auf ein gefettetes Backblech legen. Die übrige Sauce auf die Böreks streichen, mit Sesam bestreuen und im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen ungefähr 15 Minuten goldbraun backen.
Blätterteigrollen mit Spinatfüllung
Für die Füllung:
300 g Spinat
1 Zwiebel
50 ml Pflanzenöl
½ TL Salz
Paprikapulver
Pfeffer
Für die Sauce:
2 Eier
3 EL Joghurt
100 ml Pflanzenöl
150 ml Milch
1 EL Sesam
1 Packung türkischer Blätterteig (12 bis 16 Blätter, dreieckig) oder Yufka-Teig, aus dem türkischen Lebensmittelladen









Ich verstehe nicht, worin die "Gelassenheit" im Umgang mit dem Spinat bestehen soll. Teigtaschen mit Spinatfüllung (die meistens sogar vollkommen identisch ist mit der hier beschriebenen türkischen Variante) gibt es in verschiedenen europäischen Küchen. Ob wir das von den Türken übernommen haben, die Türken von uns oder ob viele Völker wegen der Einfachheit des Rezeptes unabhängig von einander den Einfall gehabt haben, sei dahingestellt. Das schmackhafte Ergebnis ist jedenfalls immer das gleiche.
Einerseits stimmt das mit der Gelassenheit. Andererseits schadet es aber nicht, einmal hinzugucken, wo die Wurzeln bestimmter Gerichte liegen und ebenfalls ein Auge auf Unterschiede zu werfen.
Es gibt sehr viele Arten, Teigtaschen zu füllen, auch solche mit Spinat - und es gibt viele Arten, Teigtaschen aus dünnen Teigblättern (Filou / Yufka, etc) zu füllen, auch mit Spinat.
Das Grundprinzip für diese Taschen stammt aus dem antiken Griechenland und ist von Byzantinern und Osmanen weiter entwickelt worden und in den späteren Landesküchen wieder weiter angepasst worden. Es würde an Ignoranz gehen, wenn man das alles in einem Kochtopf schmeißen würde, was sich da sehr Feines entwickelt hat.
Gelassenheit ja, wenn es um die "Herrschaftsansprüche" der schon angesprochenen Holzköpfe geht - aber nicht, wenn es ums näher Hingucken und Hinschmecken geht :-)
Die griechische Spanakopita mit Schafskäse und Wildkräutern bspw. schmeckt ganz anders (btw. nicht so fettig), auch wenn die Zutaten sehr ähnlich sind. Da machen kleine Unterschiede in Zutaten und Zubereitung eine Menge aus.
Einerseits stimmt das mit der Gelassenheit. Andererseits schadet es aber nicht, einmal hinzugucken, wo die Wurzeln bestimmter Gerichte liegen und ebenfalls ein Auge auf Unterschiede zu werfen.
Es gibt sehr viele Arten, Teigtaschen zu füllen, auch solche mit Spinat - und es gibt viele Arten, Teigtaschen aus dünnen Teigblättern (Filou / Yufka, etc) zu füllen, auch mit Spinat.
Das Grundprinzip für diese Taschen stammt aus dem antiken Griechenland und ist von Byzantinern und Osmanen weiter entwickelt worden und in den späteren Landesküchen wieder weiter angepasst worden. Es würde an Ignoranz gehen, wenn man das alles in einem Kochtopf schmeißen würde, was sich da sehr Feines entwickelt hat.
Gelassenheit ja, wenn es um die "Herrschaftsansprüche" der schon angesprochenen Holzköpfe geht - aber nicht, wenn es ums näher Hingucken und Hinschmecken geht :-)
Die griechische Spanakopita mit Schafskäse und Wildkräutern bspw. schmeckt ganz anders (btw. nicht so fettig), auch wenn die Zutaten sehr ähnlich sind. Da machen kleine Unterschiede in Zutaten und Zubereitung eine Menge aus.
"Denn die italienische Küche ist Konsensküche, während der Normalesser vor dem Essen der Türken immer noch ein wenig Angst hat, auch wenn er ansonsten vielleicht liberale Ansichten zum Thema Einwanderung vertritt."
Ähnlich verhält es sich hier in Berlin mit der Thai-Küche. In Wirklichkeit sind es Vietnamesen...
Die Türkei kann zurecht sich erfreuen eine eigene Essenskultur zu besitzen. Diese strahlt auch auf andere Länder ab. Griechische, exJugoslawische Küche, Balkanküche überhaupt. Selbst wenn diese Länder dies nicht wahrhaben wollen. Bestellen Sie mal z.B. in Griechenland "Turkish Coffee". Und "Gyros" und "Döner" haben in der jeweiligen Sprache die gleiche Bedeutung. Ebenso "Cevapcici" und "Kebap". Und jetzt müssten die Araber auch ein Urheberrecht beanspruchen. Am liebsten mag ich dort syrisch-libanesische "Mezze". Als Getränk dazu Raki/Arrak/Ouzo. Und jetzt könnte ich auch noch die südspanische Küche bemühen. Stichwort: "Tapas"
Ich finde, Spinat-Taschen sind DAS Gericht, das man *lauwarm* essen sollte. Heiß schmeckt sowas nur halb so gut.
Das deutsche Spinattrauma kann die türkische Küche auch nicht heilen. Jahre der Ernährung mit Blubb-"Spinat", einem Gericht das einem dieses delikate Gemüse wirklich verleiden kann, haben einen bleibenden Schaden in der deutschen kulinarischen Volksseele hinterlassen.
Der Türkischen Küche merkt man an, dass sie in weiten Teilen die alten Traditionen der Mittelmeerküche bewahrt. Da haben vermutlich Griechen, Phryger, Lyder, Kurden, Armenier, Perser und viele andere beigesteuert. Die Verwandtschaften zum Balkan sind damit selbsterklärend.
Die Osmanen und Seldschuken haben allerhand Milch- und Fleischgerichte aus der Nomadenküche mitgebracht, wie Ayran zB. Dazu kommt so einiges aus dem persischen und arabischen Raum - Würzmethoden oder eben Kaffee.
Es ist halt wie mit der türkischen Bevölkerung ganz allgemein: ein kreativer Mix aus Nachkommen verschiedener Völkerschaften, von Byzantinern bis zu Zentralasiaten.
... auf die Küche des östlichen Mittelmeerraums ist tatsächlich nicht zu unterschätzen. Das beschriebene "Dilemma", welches nur in Holzköpfen existiert und kulinarisch eine wunderbare Chance (gewesen) ist, mal aus Blickwinkel eines anderen Holzkopfes in der Ecke :D
http://goccus.com/magazin...
... auf die Küche des östlichen Mittelmeerraums ist tatsächlich nicht zu unterschätzen. Das beschriebene "Dilemma", welches nur in Holzköpfen existiert und kulinarisch eine wunderbare Chance (gewesen) ist, mal aus Blickwinkel eines anderen Holzkopfes in der Ecke :D
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... auf die Küche des östlichen Mittelmeerraums ist tatsächlich nicht zu unterschätzen. Das beschriebene "Dilemma", welches nur in Holzköpfen existiert und kulinarisch eine wunderbare Chance (gewesen) ist, mal aus Blickwinkel eines anderen Holzkopfes in der Ecke :D
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Einerseits stimmt das mit der Gelassenheit. Andererseits schadet es aber nicht, einmal hinzugucken, wo die Wurzeln bestimmter Gerichte liegen und ebenfalls ein Auge auf Unterschiede zu werfen.
Es gibt sehr viele Arten, Teigtaschen zu füllen, auch solche mit Spinat - und es gibt viele Arten, Teigtaschen aus dünnen Teigblättern (Filou / Yufka, etc) zu füllen, auch mit Spinat.
Das Grundprinzip für diese Taschen stammt aus dem antiken Griechenland und ist von Byzantinern und Osmanen weiter entwickelt worden und in den späteren Landesküchen wieder weiter angepasst worden. Es würde an Ignoranz gehen, wenn man das alles in einem Kochtopf schmeißen würde, was sich da sehr Feines entwickelt hat.
Gelassenheit ja, wenn es um die "Herrschaftsansprüche" der schon angesprochenen Holzköpfe geht - aber nicht, wenn es ums näher Hingucken und Hinschmecken geht :-)
Die griechische Spanakopita mit Schafskäse und Wildkräutern bspw. schmeckt ganz anders (btw. nicht so fettig), auch wenn die Zutaten sehr ähnlich sind. Da machen kleine Unterschiede in Zutaten und Zubereitung eine Menge aus.
in der deutschen kulinarischen Volksseele hat wohl eher der Zwang zum Spinat "weil er soooo gesund ist und soooo viel Eisen enthält" hinterlassen, was ihn sicher auch so manchem (Kind) verleidet hat, der es ansonsten vielleicht lieben gelernt hätte. Da war der Blubb dann eher heilsam.
PS ich habe Spinat schon als kleines Kind geliebt, aber u.a. die Oxalsäure darin ist halt nicht für jeden ein Schmankerl und so manchem (der Spinat dann meist auch nicht mag) sogar schädlich.
Die Leute mit den bunten Designerbrillen sollten vielleicht für die Kinder von heute eine Kampagne wachrufen, in welcher Popeye mit einem muselmänischem Frauenzimmer Börek ißt.
Die Leute mit den bunten Designerbrillen sollten vielleicht für die Kinder von heute eine Kampagne wachrufen, in welcher Popeye mit einem muselmänischem Frauenzimmer Börek ißt.
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